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Ist eine lebenslange Partnerschaft heutzutage eigentlich noch möglich?

Für immer und ewig, das schwören sich Paare gerne mal im (ersten) Rausch der Verliebtheit. Doch bei den meisten tritt nach einiger Zeit Ernüchterung ein – nämlich erfahrungsgemäß dann, wenn der erste Gefühlsschwapp vorübergezogen ist. Dann geht es ans sogenannte Eingemachte, denn nach etwa zwei bis drei Jahren, das behaupten Experten, stellt sich erst heraus, was die Beziehung auf Dauer »taugt«. Bei vielen ist es nicht etwa das verflixte siebte Jahr, heutzutage halten Beziehungen im Durchschnitt vier bis fünf Jahre. Dabei haben es Männer und Frauen doch früher lebenslang miteinander gemacht, Ehen etwa waren eine Sache fürs Leben. Ist es heute eigentlich noch möglich, ein ganzes Leben lang mit einer Person eine halbwegs zufriedenstellende Beziehung zu führen? Weiter lesen

#1 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Mythos Liebe – Lügen und Wahrheiten über Beziehungen und Partnerschaften

Eine lebenslange Partnerschaft ist grundsätzlich schon möglich, wenn die Partner die Beziehung leben, die sie haben. Das meint Michael Mary. Der Paartherapeut legt in »Mythos Liebe« dar, was Paare zusammenhält und was sie trennt. Gemeinhin, schreibt Mary, glauben Partner, sie seien schlicht und einfach durch das Band der Liebe verbunden. Das stelle jedoch eine ziemliche Vereinfachung einer sehr komplexen Angelegenheit dar. Denn Paare könnten ebenso etwa durch Kinder, Besitz, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor dem Statusverlust, durch soziale Faktoren, Erwartungen, Wünsche, Hoffnungen und allerhand mehr verbunden sein. Liebe allein genügt da oftmals nicht, zumal auch sie sich im Laufe der Beziehungsjahre wandelt. Die meisten von uns wünschen sich zwar, ihre Liebe, die meistens Grundlage der Beziehung ist, und die daraus resultierende Leidenschaft mögen ewig auf gleichem Niveau erhalten bleiben. In der Praxis ist das aber schwer umzusetzen, denn eine Beziehung ist vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dauerhaft kann sie gelingen, wenn sich beide Partner über das Wesen ihrer Verbindung bewusst sind und diese möglichst von überhöhten Ansprüchen und Erwartungen befreien. Lebt die Beziehung, die ihr habt, fordert Mary so denn auch. Das kann dann mit gewissen Hochs und Tiefs auch eine Leben lang klappen. Theoretisch.

Autor: Michael Mary
Buch: Mythos Liebe

#2 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Treue ist auch keine Lösung

AMEFI, Alles Mit Einem Für Immer, das sei der Liebesfluch unserer Tage, sagen Lisa Fischbach und Holger Lendt. Die meisten Menschen wünschen sich genau das für ihre Beziehung. Und an diesem Wunsch, oder vielmehr: diesen 3 Wünschen auf einmal, scheitere dann auch regelmäßig das Dauerliebeskonzept. Das schreiben die Autoren in »Treue ist auch keine Lösung«. Das geht nämlich gar nicht. Es ist nicht möglich, einen einzigen Menschen zu finden, mit dem man wirklich alles teilen kann, und diese Beziehung dann ewig auf dem gleichen Niveau zu führen. In Beziehungen seien diese drei Wünsche geradezu tödlich, in der Kombination absolut unrealisierbar. Weil es in real existierenden Beziehungen prinzipiell unmöglich ist, all dies zu erfüllen.Eine dauerhafte Partnerschaft halten Fischbach und Lendt grundsätzlich für möglich – wenn wir uns von altgedienten Paradigmen wie Monogamie und Treue ein wenig, nun ja, sagen wir mal: distanzieren.

Lisa Fischbach / Holger Lendt
Buch: Treue ist auch keine Lösung

#3 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Das Geheimnis der Treue

Ja, lebenslange Partnerschaften sind auch heutzutage möglich, meint Wolfgang Krüger. Grundsätzlich. Aber das fordere uns einiges ab. Denn im Gegensatz zu früher gibt es heute überall Veränderungen, auf nichts haben wir eine Garantie, Verlass ist auf Weniges wirklich. Nirgends, so schreibt Krüger in »Das Geheimnis der Treue«, erleben wir eine Kontinuität, wie sie für unsere Großeltern beispielsweise selbstverständlich war. Das schlägt sich auch in unseren Beziehungen nieder: Treue etwa, mit eine der Voraussetzungen für haltbare Beziehungen, ist nicht mehr so in, ein Eintreten dafür wirkt heutzutage ein wenig unmodern. Dabei ist gerade sie, bewusst gewählt, ein beglückender und Dauer schaffender Faktor in der Liebe. Die meisten Paare, so Krüger, bewältigen erfolgreich die Verliebtheitsphase, aber nach zwei bis drei Jahren verstärkt sich das Gefühl einer großen Enttäuschung. Man spürt, dass der Partner nicht alle Erwartungen erfüllt, es beginnt oftmals ein Rückzugsprozess, der unweigerlich zur Trennung führt. Paare, so zeigen Studien, trennen sich heute zu früh: 82 Prozent der Deutschen etwa sind überzeugt, dass wir uns zu schnell scheiden lassen. Und da wären wir auch schon bei der eigentlichen Frage in der Liebe: Ist es denn überhaupt möglich, die Leidenschaft auf Dauer zu bewahren und gleichzeitig den Alltag miteinander zu leben? Man kann es schaffen, meint Krüger.

Autor: Dr. Wolfgang Krüger
Buch: Das Geheimnis der Treue

#4 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Wahre Liebe lässt frei

Die Frage an sich macht in Robert Betz` Augen vermutlich wenig Sinn. Es sei nämlich, so schreibt der Psychologe in »Wahre Liebe lässt frei«, ein fataler Beziehungsirrtum, zu glauben, die ideale Partnerschaft sollte ein Leben lang halten. Nicht die Dauer einer Liebe oder einer Partnerschaft ist wichtig, deren Qualität ist ausschlaggebend. Wir machen uns das Liebesleben verdammt schwer, indem wir das Ideal der lebenslangen Liebe mit uns herumtragen und selbst bei einer Trennung nach 30 tapfer durchstandenen Ehejahren meinen, in unserer Beziehung gescheitert zu sein. Die Wahrheit heißt laut Robert Betz: Eine Beziehung dauert so lange, wie sie dauert. Und jede Form der Beziehung, unabhängig von ihrer Dauer, hat ihren eigenen Wert und ihre Berechtigung. Jede Lebensparternschaft sei auf Zeit angelegt, manchmal hält sie einige Jahre, manchmal ein ganzes Leben lang. Und dabei ist es, Betz nach zu urteilen, total egal, ob lebenslange Dauer prinzipiell möglich ist oder nicht. Punkt.

Autor: Dr. Robert Betz
Buch: Wahre Liebe lässt frei

#5 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Lob der offenen Beziehung

Oliver Schott dagegen bezweifelt erstmal grundsätzlich, ob eine lebenslange Partnerschaft mit ein und derselben Person überhaupt für alle Menschen gleichermaßen erstrebenswert ist. In »Lob der offenen Beziehung« bricht er eine Lanze für offene Beziehungsmodelle. Offen im Sinne von einem selbst gewählten, der Freiheit geschuldeten und nicht dem Monogamiezwang abgetrotzten Liebesideal. Wir alle unterlägen einer uns auferzwungenen Treuenorm, die als selbstverständlich angesehen werde. Aber nicht weil sie es wirklich ist. Sondern weil wir das von Kindesbeinen an lernen: eine dauerhafte, verbindliche Liebesbeziehung mit nur einer Person ist die Regel, Ausnahmen sind nicht normal. Wer ein unglückliches Liebesleben habe, schreibt der Philosoph, führe dies meist darauf zurück, dass er den richtigen Partner einfach noch nicht gefunden habe. Oder darauf, dass er selbst einfach kein liebenswerter Mensch ist. Dass vielleicht einfach das gesellschaftlich propagierte Partnerschaftsmodell, das auf Treue und damit auf sexueller Ausschließlichkeit fußt, für eben diese Person nicht richtig ist, daran denken die wenigsten.

Autor: Oliver Schott
Buch: Lob der offenen Beziehung

DAS SAGT DIE STATISTIK

Fazit: Wo ein Wille, da ist auch ein Weg

Jede Ehe hat rein rechnerisch gesehen eine fünfzigprozentige Chance, ewig zu halten. Der Rest steht vielleicht wirklich in den Sternen. Tatsache ist, dass heutzutage die serielle Monogamie weit verbreitet ist: Die meisten von uns haben im Laufe ihres Lebens nacheinander Beziehungen mit verschiedenen Menschen. Unsere Ansprüche sind groß, das Leben im Vergleich dazu doch relativ kurz. Und da viele von uns zwar an die eine große Liebe glauben, das Scheitern von Beziehung aber auch grundsätzlich nicht für völlig ausgeschlossen halten, steckt der Wunsch danach, dann doch den Partner zu finden, der noch besser passt, in vielen von uns. Rein theoretisch liegt eine lebenslange Partnerschaft natürlich durchaus im Bereich des Möglichen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, könnte man sagen. Aber wo die Theorie sagt »das geht«, muss die Praxis noch lange nicht mitspielen.


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