Unserer Buchtipp des Paar- und Einzelberater Michael Mary

Mythos Liebe: Lügen und Wahrheiten über Beziehungen und Partnerschaften

Kurzbeschreibung

Ach, wäre es nicht schön: Man belegt diverse Seminare für erfolgreiche Beziehungsführung, lässt sich für Ehekonflikte coachen, lernt in einem Crash-Kurs alles über guten Sex – und schon hat man eine glückliche Partnerschaft. Genau das, so Michael Mary, bieten Experten aller Couleur an. Nämlich Beratung für alle Liebeslagen. Man müsse, so scheint es, nur die richtigen Liebestechniken erlernen und ihre Beherrschung sorgsam einüben, dann klappt´s auch mit dem Partner. Das stimmt aber nicht, schreibt der Psychologe. Könne man Liebe trainieren, dann verliere sie ihren Zauber. Stattdessen sollten Menschen lernen, ihre Beziehung zu »realisieren« und damit umzugehen. Michael Mary sagt: Liebe kann man nicht gestalten. Man muss sie leben.

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An wen richtet sich diese Buchempfehlung?

  • Für alle, die nicht daran glauben, dass es die erfolgreiche Beziehung gibt
  • Für alle, die in ihrer Partnerschaft mit »Beziehungsarbeit« nicht weiter gekommen sind
  • Für Paare, die schon allerhand ausprobiert haben, um ihre Beziehung zu verbessern
  • Für Paare, die etwa durch einen Seitensprung in eine Krise geraten sind
  • Für Menschen, die einen anderen Blick, etwa für den »Wert« ihrer Partnerschaft erhalten möchten

Erkenntnisse aus diesem Sachbuch

  • Liebe kann man nicht bewusst gestalten oder willentlich steuern. Man muss sie leben
  • Es gibt keine allgemein gültigen Konzepte oder Ratschläge für Liebe oder Beziehungen
  • Eine Beziehung ist das, was zwei Partner beim besten Willen hinbekommen
  • Nur durch (Liebes-)Krisen wird Veränderung eingeleitet
  • Eine kaputte Liebe lässt sich nicht heilen
  • Eine Beziehung kann aber verbessert werden, wenn man sie in ihrer Realität akzeptiert

Produktinformationen

  • Titel: Mythos Liebe: Lügen und Wahrheiten über Beziehungen und Partnerschaften
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2008 (10. Juni 2008)
  • ISBN-10: 3404268911
  • ISBN-13: 978-3404268917
  • Preis: EUR 5,00

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Ausführliche Beschreibung

Wider die Therapierbarkeit der Liebe

Glauben Sie, durch solide Beziehungsarbeit bekommen Sie das mit Ihrer Ehe schon wieder hin? Oder meinen Sie, Sie müssten sich nur so richtig anstrengen, dann funktioniert das auch mit der Liebe? Vielleicht sollten Sie dann mal das Buch Mythos Liebe: Lügen und Wahrheiten über Beziehungen und Partnerschaften« lesen. Michael Mary erklärt darin, warum Beziehungsarbeit oftmals nur Mühsal bringt, warum Liebe sich nicht therapeutisch behandeln lässt und wieso wir nicht »schuld« sind, wenn´s beziehungstechnisch nicht funktioniert.

Jeder kann seine Beziehung glücklich und erfolgreich machen – wenn er nur will und sich entsprechend ins Zeug legt. Dieses und anderes versprechen laut Michael Mary viele Beziehungsratgeber und Paartherapeuten. Man müsse nur die richtige Technik anwenden und effektive Übungen machen, dann kann man selbst in eine sterbenslangweilige Langzeitehe das Prickeln zurückholen. Das wird uns wortgewandt suggeriert.

Am Ende des Beziehungsarbeitstunnels, so lautet die verlockende Aussicht, steht dann die erfolgreiche, sprich: erfüllte Beziehung mit endlosem Begehren, feurigem Sex, tollen Gesprächen und zahllosen gemeinsamen Hobbys.

Liebe ist unheilbar!

Da wird uns ein mächtiger Bär aufgebunden, sagt Michael Mary. Denn Liebe sei nicht therapierbar. Wenn sie verletzt, zerstört oder chronisch krank ist, kann man sie nicht einfach so heilen.

Es gebe keine allgemein gültigen Gesetzmäßigkeiten oder gar Liebesregeln, die für jede Beziehung Gültigkeit besäßen. Demnach existiert auch kein Lösungsmittel für Beziehungs- und Liebesprobleme. Was für das eine Paar der goldene Weg ist, kann für das andere Paar direkt in die Ehehölle führen. In Beziehungsfragen könne man nicht generalisieren und Methoden ableiten, die zu erfüllter Partnerschaft führen, behauptet Mary. Und plädiert für einen achtsamen Umgang mit Liebestheorien und Ratgeberkonzepten.

Die therapeutische Begleitung einer Beziehung hält er für durchaus sinnvoll. Die Lösung für alle Liebesprobleme sei sie jedoch selten. Viele therapeutischen Ansätze gehen von verkehrten Voraussetzungen aus. Nämlich davon, dass die Partner ihre Liebe und damit auch ihre Beziehung selbst in der Hand hätten und sie nach eigenem Belieben steuern könnten. Mit viel gutem Willen und der nötigen Disziplin, so eine verbreitete Ansicht, zeitige Beziehungsarbeit beachtliche Erfolge.

Aufforderung zur aktiven Formung der Partnerschaft und also der Liebe, sieht Mary kritisch. Er sagt: Die Gestaltungsmöglichkeiten in einer Beziehung sind äußerst begrenzt. Denn Paare haben es nicht nur mit dem jeweils anderen zu tun. Sondern auch mit einer großen Unbekannten – ihrer Beziehung.

Die Mär von der bewussten Wahl

Schwindet die Liebe mit fortschreitender Beziehung, weiß der erfahrene Therapeut, dann beginnt bei vielen Paaren das große Hadern. Was einmal so schön begonnen hat, ist nach einigen Jahren zu einer netten Erinnerung an glückliche Zeiten geschrumpft. Man hatte sich doch einst zusammengefunden, weil alles so schön, so leidenschaftlich, so aufregend war.

Wo ist sie denn hin, die Erotik, das tiefe Zusammengehörigkeitsgefühl? Viele Paare plagen sich mit Schuldgefühlen, wenn ihr Beziehungsgerüst ins Wanken gerät. Was haben sie falsch gemacht, wo haben sie versagt? Wer trägt Schuld am Scheitern? Was ist schief gelaufen, wo hat wer Fehler gemacht?

Die Suche nach Gründen für Beziehungsprobleme, schreibt Mary, sei ebenso sinnlos wie gegenseitige Schuldzuweisungen. Eine Partnerschaft wandelt sich im Laufe der Zeit, sie verändert sich, oft ohne dass wir es gleich erkennen. Das meiste entwickelt sich in einer Beziehung lange bevor es bewusst wahrnehmbar, deutlich sichtbar und intensiv spürbar wird. Es ist, was es ist – das gilt für die Liebe und für Liebesprobleme. Wenn diese da sind, dann haben sie ihre Berechtigung. Und wenn sie nur deutlich machen, dass etwas nicht richtig läuft und verändert werden muss.

Viele Paare fliehen dann in die Anfangsmythen ihrer Liebe. Dort, wo alles begann, wollen sie die Reste ihrer Leidenschaft aufklauben. Dazu raten auch diverse Paarexperten. Denn wem es gelingt, so eine der propagierten Liebesrettungsmethoden, den Zauber des Anfangs einzufangen, der kann Beziehungskrisen besser meistern. Michael Mary dagegen hält das manchmal für ebenso verfehlt wie Zwiegespräche, erotische Paararbeit oder therapeutische Notfallsitzungen. Denn die Liebe ist autonom, sie lässt sich nicht reanimieren oder wieder heraufbeschwören. Wir wählen unsere leidenschaftlichen Gefühle nicht bewusst, sie überkommen uns.

Ebenso unbewusst sind unsere Entscheidungen bezüglich einer Partnerschaft. Niemand, so Mary, wählt bei vollem Bewusstsein einen Partner – zumindest dann nicht, wenn Liebe im Spiel ist. Denn die verstellt die Sinne und sorgt dafür, dass wir erst erkennen, welche Tragweite unsere Gefühle haben, wenn wir bereits mitten in der Beziehung stecken.

Partnerwahl mag heutzutage wie etwas erscheinen, was wir aktiv anstreben können – aber heute wie gestern hat sich nichts daran geändert, dass uns Liebe passiert und wir sie nicht künstlich herbeiführen können. Unser Unterbewusstsein hat sich längst für oder gegen einen Lover entschieden, wenn in unserem Kopf die Botschaft »mit dem will ich zusammen sein« ankommt. Es ist also unsinnig, sich einzureden, man habe den anderen zielgerichtet gewählt.

Demnach kann es auch nicht des Rätsels Lösung sein, das Rätsel Liebe zu ergründen. Das ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit. Ebenso irreführend findet Mary Ratschläge wie: man solle sich in der Partnerschaft füreinander Zeit nehmen, gemeinschaftliche Gefühle kultivieren, das Sexleben durch akrobatische Verrenkungen neu beleben, gemeinsame Unternehmungen machen und reden, reden, reden.

Was soll das denn bringen, fragt Mary, wenn ein Paar, das seit langem schon die Kommunikation auf ein Minimum beschränkt, sich zum Zwiegespräch hinsetzt? Und wie soll Erotisches erzwungen werden, wenn zwei seit Jahren körperlichen Kontakt meiden? Und wenn der eine leidenschaftlich gern angeln geht, die Frau aber nichts mehr liebt als gemütliche Fernsehabende mit Rosamunde Pilcher – wie bitteschön soll das zusammengehen? Wer glaubt, hier zusammenzwingen zu können, was eigentlich überhaupt nicht zusammengehört, der sorgt eher dafür, dass der letzte Liebesfunken erlischt.

Zumal ja auch die Liebesgeschmäcker verschieden sind: Für das eine Paar ist Sex das Nonplusultra, die anderen können gänzlich darauf verzichten. Besser ist es, sagt Mary, die unterschiedlichen Bedürfnisse zu akzeptieren. Dann könne man schauen, wo ein gemeinsamer Nenner ist und sich von überhobenen Ansprüchen an den anderen verabschieden.

Unsere Beziehung – das rätselhafte Wesen

Mary plädiert für ein Umdenken in Liebesfragen. Warum betrachten wir unsere Beziehung nicht einfach mal als eigenständiges Wesen, als etwas, das aus dem Zusammespiel zweier unterschiedlicher Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen entsteht? Jeder solle für sich definieren, wie viel er bereit ist, für diese Beziehung zu opfern.

Mit einer Beziehung zu leben bedeutet, sich permanent in einer Spannung zwischen Erwartung und Realität aufzuhalten. Konstruktiver, als der Beziehung immer wieder illusorische Vorstellungen aufzuzwingen, ist es, die Beziehungsrealität zu begreifen. Was hat man miteinander, wo liegen die Stärken der Partnerschaft, wo sind die Schwächen? Was verbindet, was trennt?

Beginnen Paare, ihre Beziehung als ein Gebilde zu betrachten, das zwar von ihnen erschaffen wurde, aber manchmal außer Kontrolle gerät, können sie zu einem anderen Miteinander finden. Wer seiner Beziehung Eigenständigkeit zugesteht, muss sich aber nicht zwangsläufig blind deren Willen unterwerfen. Ganz im Gegenteil: Widmet man sich sachlich dem Status Quo, dann kommt man vielleicht weg von gegenseitigen Vorwürfen. Man sollte also den Ist-Zustand einer Beziehung erfassen, den Anteil beider Seiten daran würdigen und sich eigenständige, vom anderen unerfüllbare Bedürfnisse eingestehen.

Was ist Ihre Beziehung wert? Vom qualitativen Ranking in der Liebe

Befragt man Paare nach dem Wert ihrer Beziehung, so Mary, erhält man bisweilen sehr überraschende Antworten. Manchmal sind es materielle Dinge, die Partner an ihrer Beziehung wertschätzen, manchmal verbindet Besitz, manchmal sind es die Kinder, manchmal ist es Sex.

Ganz gleich, was es ist, es ist. Damit sollte man sich abfinden. Nicht im Sinne von Resignation. Man sollte vielmehr akzeptieren, dass keine Beziehung alle Bedürfnisse von beiden Partnern befriedigen kann. Nach ganzheitlicher Liebeserfüllung zu suchen, ist absurd. Und ist es nicht legitim, wenn eine mit ihrem Mann zusammen bleibt, weil der reich ist ? Oder wenn einer seine Freundin nur wegen ihres Aussehens liebt? Was gibt uns das Recht, über die Partnerwahl anderer ein Urteil zu fällen und niedere Beweggründe für eine Beziehung zu unterstellen, wo wir nicht den vermeintlich ehrenwerten Satus der Liebe gewahrt sehen?

Die Gründe, warum wir einen Partner wählen, liegen ohnehin im Unbewussten verborgen. Sinnlos ist es, sich das Leben schwer zu machen, indem man sich immer wieder vor Augen hält, was in der Partnerschaft fehlt und was am anderen alles nervt.

Eine Beziehung ist das, was zwei Partner beim besten Willen hinbekommen – sagt Michael Mary. Und: Macht was daraus, lebt die Beziehung, die Ihr habt!

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