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Kann man die Beziehungsqualität in einer Partnerschaft »messen«?

Wie gut ist Ihre Beziehung wirklich – haben Sie sich das auch schon mal gefragt? Gibt es Anzeichen dafür, dass alles im Lot und die Partnerschaft in Ordnung ist? Und gibt es im Gegenzug dazu auch Warnsignale, die unsere Alarmglocken zum Läuten bringen sollten, weil sie darauf hindeuten, dass die Beziehung auf der Kippe steht? Die meisten von uns haben ein Bauchgefühl, was den Zustand ihrer Beziehung anbetrifft, und wissen realistischerweise, dass es gute und auch schlechte Paarzeiten gibt. Aber wir wollen mal wissen, ob der Zustand einer Beziehung messbar ist. Und wenn ja, wie man feststellen kann, wie es um die traute Zweisamkeit bestellt ist. Dafür haben wir wieder mal eifrig in den Sachbüchern gestöbert. Weiter lesen

#1 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Es war doch nur Sex!

A wie Aktivität lautet für Andrea Bräu eines der Beziehungszauberworte. Beide Partner müssen etwas zum Gelingen der Beziehung beitragen, sie müssen tätig werden – und beeinflussen dadurch den Zustand ihrer Beziehung. Aktivität, schreibt Bräu in »Es war doch nur Sex«, sei das absolute A einer Beziehung, sie sei unumgänglich für alles, was danach komme. Eine gute Partnerschaft bedeutet ihrer Meinung nach, dauerhafte Aktivität an den Tag zu legen. Und sie vergleicht das mit einer Diät: Man könne die Regeln wie fettarm essen, viel Bewegung, kein Alkohol trinken kennen, aber ohne die Bereitschaft, sie auch einzuhalten, passiere rein gar nichts. Auf unsere Frage bezogen bedeutet das: Je mehr Aktivität in Ihrer Partnerschaft auf beiden Seiten vorhanden ist, umso besser ist es wohl um Ihre Beziehung bestellt. Aber wirklich messbar ist diese Form der Aktivität natürlich nicht.

Autor: Andrea Bräu
Buch: Es war doch nur Sex

#2 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Treue ist auch keine Lösung

Fragen wir mal so: Ist zum Beispiel eine Affäre ein sichtbares Zeichen dafür, dass die eigentliche Beziehung in einem miserablen Zustand ist? Mitnichten, finden Lisa Fischbach und Holger Lendt. In ihrem Pamphlet »Treue ist auch keine Lösung« schreiben sie, dass Untreue nicht auf schlechte Partnerschaftsverhältnisse zurückzuführen ist. Eine Affäre kann viele Gründe haben, genauso wie Treue nicht unbedingt Rückschlüsse auf die besondere Güte der Beziehung ermöglicht. Denn es kann auch sein, dass jemand treu ist, weil es ihm an Gelegenheiten zur Untreue fehlt. Fazit: Treue bzw. Untreue taugen auch nicht wirklich als Messwerte für den Zustand einer Beziehung.

Lisa Fischbach / Holger Lendt
Buch: Treue ist auch keine Lösung

#3 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Das Geheimnis der Treue

Wolfgang Krüger befasst sich in »Das Geheimnis der Treue« mit Untreue in festen Beziehungen. Die habe viele Gründe und sei bisweilen auch ein Zeichen dafür, dass in der eigentlichen Partnerschaft etwas gewaltig aus dem Lot geraten sei. Wenn er als Therapeut ein Paar vor sich hat, das die Folgen einer Affäre aufarbeiten möchte, verschafft er sich erstmal ein fundiertes Bild der Beziehung. Und dieser Ist-Zustand gibt unter Umständen Aufschluss darüber, ob das Paar eine gemeinsame Zukunft hat. Krüger benennt 5 Indikatoren, die seiner Ansicht nach sehr genau anzeigen, ob die Beziehung überhaupt noch eine Basis hat: 1. Ist jeder Partner bereit, dem anderen zuzuhören, oder hagelt es nur noch Kritik? 2. Erinnern sich die Partner noch an die schönen gemeinsamen Zeiten? 3. Ist man bereit, etwas in die Beziehung zu investieren, beschenkt man sich zu Geburtstagen und an Weihnachten, gibt man sich für den anderen Mühe, will man ihn gelegentlich glücklich machen? 4. Kann man noch gemeinsam lachen? Und 5. Besteht noch körperliche Anziehung, ganz gleich, ob Sex noch praktiziert wird oder es nur zu Zärtlichkeiten kommt? Besonders nach einer Beziehungskrise geben diese Faktoren Hinweise darum, ob eine Aufarbeitung der Probleme überhaupt möglich ist.

Autor: Dr. Wolfgang Krüger
Buch: Das Geheimnis der Treue

#4 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Aus Eifersucht kann Liebe werden – Die Heilung eines ungeliebten Gefühls

Manche denken auch, Eifersucht sei unter bestimmten Umständen ein Zeichen von Liebe. Wolfgang Krüger ist auch dieser Meinung, wenn auch nur in Bezug auf gemäßigte Eifersucht, also normale Unmutsgefühle, wenn der Partner andersweitig flirtet. In »Aus Eifersucht kann Liebe werden« erklärt der Psychotherapeut, warum das Fehlen von Eifersucht in einer Beziehung durchaus ein Indiz für das Erkalten derselben sein kann. Eifersucht, schreibt Krüger, sei unter bestimmten Umständen eine positive Fährigkeit, die uns zeigt, was uns am anderen wirklich liegt. Reagieren wir in Situationen, in denen uns von außen unsere Position als Partner streitig gemacht wird, vollkommen unberührt, ist es mit der Liebe eventuell nicht mehr weit her. Und zu Recht, so Krüger weiter, werde ein Mangel an Eifersucht als Lieblosigkeit empfunden. Auch wenn Männer bisweilen der Ansicht seien, Eifersucht sei per se albern, stimmt Krüger auch der Meinung vieler Frauen zu, die das Fehlen von Eifersucht als mangelnde Wertschätzung, wenn nicht sogar als grundsätzliche Gefühllosigkeit beklagen. Auf unsere Frage bezogen hieße das: Ist gar keine Eifersucht vorhanden, kann das eventuell darauf hindeuten, dass es um den Zustand der Beziehung nicht allzu gut bestellt ist.

Autor: Dr. Wolfgang Krüger
Buch: Aus Eifersucht kann Liebe werden

#5 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Freiheit von Eifersucht – Wege Zu Einer Neuen Partnerschaft

Thomas Deutschbein plädiert für die »Freiheit von der Eifersucht«, gerade weil er um die Macht dieses wuchtigen Gefühls in heutiger Zeit weiß. »Eifersucht besagt, dass der Partner mir etwas bedeutet« – diesen Satz höre man oft, schreibt der Schweizer. Mit Liebe allerdings findet er, hat Eifersucht wenig zu tun. Auch wenn einer Umfrage zufolge rund 82 Prozent der Menschen glauben, dass Eifersucht legitim sei, wenn man liebe und sogar einen Liebesbeweis darstelle. Deutschbein widerspricht dieser Ansicht vehement, eifersüchtige Liebe ist für ihn eine abhängige Liebe, die den anderen unter Druck setzt und ihm Allmacht über unsere Gefühle gibt. Seiner Meinung nach ist das Vorhandensein von Eifersucht also keineswegs dazu geeignet, Aussagen über den Zustand einer Beziehung zu machen. Eifersucht, so schreibt Deutschbein ganz explizit, habe nichts zu tun mit der Qualität der gelebten Beziehung.

Autor: Dr. Thomas Deutschbein
Buch: Freiheit von Eifersucht

DAS SAGT DIE STATISTIK

Fazit: Die Ehedauer ist nicht unbedingt ein Indikator für das Partnerschaftsglück

Eingangs erwähnten wir es schon: jede dritte Ehe heutzutage scheitert. Das Risiko, dass eine Ehe geschieden wird, ist auch abhängig von der Dauer der Ehe. Im Jahr 2010 wiesen die Ehen, die seit drei bis acht Jahren bestanden, die höchsten ehedauerspezifischen Scheidungsziffern auf. Am höchsten war die ehedauerspezifische Scheidungsziffer in Westdeutschland (einschließlich Berlin) bei einer Ehedauer von fünf Jahren. In Ostdeutschland war der Wert bei der Ehedauer von sieben Jahren am höchsten. Bis zu diesen Höchstwerten nimmt das Scheidungsrisiko tendenziell zu, danach nimmt es tendenziell ab. Will heißen: Die Ehedauer ist nicht unbedingt ein Indikator für Partnerschaftsglück. Letzteres ist zudem Interpretationssache: Was für den einen Liebesglück ist, muss es für den anderen noch lange nicht sein. Faktoren, die in jedem Fall als Schlüssel für dauerhaftes Partnerschaftsglück gelten können, kann man wohl kaum benennen. Das müssen Sie ganz für sich alleine herausfinden.


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Was ist der Schlüssel zu dauerhaften Partnerschaftsglück?
Was machen Paare, die über mehrere Jahrzehnte Seite an Seite liebend durchs Leben gehen, anders als andere? Und worin liegt die Glücksformel für erfolgreiche Beziehungen?
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Wie viel Freiheit braucht die Liebe?
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