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Wann sollte man eine Affäre beenden?

Jaja, das Verfallsdatum für Affären – wer diese einfach stillschweigend genießen möchte, ist gut beraten, sie nicht bis in alle Ewigkeit auszudehnen. Oder? Was sind zwangsläufige Gründe dafür, eine Affäre schnellstmöglich ad acta zu legen? Ab wann wird’s brenzlig? Wie lange kann man die Unverbindlichkeit aufrechterhalten, über welche Zeit hinweg lässt sich ein Doppelleben mit Seitensprung gefahrlos führen? Wenn ich nun mal hineingeschlittert bin, wie schnell sollte ich besser das Liebesweite suchen? Mal lesen, was unsere Experten dazu meinen. Weiter lesen

#1 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Wenn Liebe fremdgeht

Die Affäre ist da – wie geht es weiter? Bei manchen stellt sich die Frage nach wenigen Tagen, andere machen erstmal und denken später, bisweilen zu spät, darüber nach. So banal das auch klingen mag: Das ist einmal Typfrage und außerdem situations- und beziehungsabhängig. Demnach lässt sich auch keine goldene Regel ableiten, findet wohl auch Ulrich Clement. Früher oder später, schreibt er in »Wenn Liebe fremdgeht«, kommen alle Affären an den Punkt, an dem sich die Frage stellt, ob überhaupt und wenn ja wie es weitergehen soll. Und wenn, nicht, wie man die ganze Sache elegant beenden kann. Es gebe, sagt Clement, Beziehungskonstellationen, die Ewigkeiten so funktionieren, weil alle drei Beteiligten etwas davon haben. Ein solcher Affären-Status-Quo habe augenscheinlich ja auch eine Reihe von Vorteilen: Alles bleibt offen, keine Möglichkeit wird verspielt, der untreue Partner muss sich nicht entscheiden. Aber um genau solch eine Entscheidung kommt kaum jemand herum. Irgendwann kann er nämlich aus dem Nichts kommen, der Wendepunkt, an dem dann doch einer mehr will als der andere. Alles eine ziemlich individuelle Frage also.

Autor: Dr. Ulrich Clement
Buch: Wenn Liebe fremdgeht

#2 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Wahre Liebe lässt frei

Bevor Sie sich diese Frage allen Ernstes beantworten, sollten Sie das Übel vielleicht erstmal an der Wurzel packen. Beziehungsweise Ihre Einstellung der Affäre gegenüber genauer betrachten. Wenn Sie eine Affäre haben, dann muss das so sein. Diese Meinung vertritt etwa Robert Betz in »Wahre Liebe lässt frei«. Eine Fremdgehepisode sei kein Ausrutscher oder ein dummer Fehler oder eine Charakterschwäche. Die Affäre hat einen Sinn in Ihrem Leben, sie geschieht, weil sie geschehen soll. Bevor Sie die Affäre also einfach so beenden, können Sie sich das Ereignis ja auch als Anlass für eine kleine Innenschau nehmen: Wenn Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen Sie plagen, weil Sie nicht mit ganzem Herzen hinter Ihrem Handeln stehen können, dann ist es Ihre Aufgabe, schreibt Betz, zu klären, nach welchen Maximen Sie Ihr Leben führen möchten und was Ihnen die Erfahrung Affäre mitteilen möchte. Und die daraus folgende Botschaft sollte genug Stoff für eine Entscheidung geben, ob Sie die Affäre schnell beenden sollten oder nicht.

Autor: Dr. Robert Betz
Buch: Wahre Liebe lässt frei

#3 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Mythos Liebe –  Lügen und Wahrheiten über Beziehungen und Partnerschaften

Sollen sollen Sie schon mal gar nichts. Das könnte man zumindest aus Michael Marys Überlegungen folgern. Der Psychologe legt in »Mythos Liebe« dar, warum es so irreführend ist, sich in der Liebe und in Beziehungen vermeintlichen Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen. Wir können Liebe nicht wollen, schreibt Mary, sie geschieht uns. Man kann über Liebe – ganz gleich ob in festen Beziehungen oder außerhalb – Liebe nicht verhandeln. Auf Ihre Affäre bezogen hieße das, Sie haben diese vermutlich nicht bewusst angestrebt, sondern etwas in Ihnen hat die leidenschaftlichen Gefühle außerhalb Ihrer Beziehung entfesselt. Wahrscheinlich ist es nun ebenso unmöglich, willentlich die Affäre zu beenden und vergessen zu machen. Zumal, wie Mary schreibt, ein derartiges Erlebnis immer Signal für unterschwellige Konflikte ist. Vielleicht ist Ihre Affäre ja ein Zeichen dafür, dass sich etwas verändern sollte. Das Verhältnis nun schnell zu beenden und wieder zur üblichen Tagesordnung überzugehen, ist da wohl nicht der Königsweg. Sehen Sie lieber Ihre Beziehung als eigenständiges Wesen an und schauen Sie, wie Ihre Partnerschaft auf die Affäre »reagiert«. Und bedenken Sie: Erst in einer Krise können Sie bewusst nach neuen Wegen und Möglichkeiten suchen – auch in einer Beziehung.

Autor: Michael Mary
Buch: Mythos Liebe

#4 ANTWORT

Resümee aus dem Buch: Schattenliebe –  Nie mehr Zweite/r sein

Wenn Sie die Affäre sind, dann sollten Sie recht zügig eine nüchterne Liebesbilanz dieses Zustandes vornehmen. Gerti Senger etwa empfiehlt, Kosten und Nutzen der geheimgehaltenen Beziehung abzuwägen und bei immensen (Gefühls-)Kosten und hohem Leidensdruck schnell die Notbremse zu ziehen. Auch für eine »Schattenliebe – Nie mehr Zweiter(r) sein«, schreibt die österreichische Psychologin in ihrem gleichnamigen Sachbuch, müsste es außer der Investitionsrechtfertigung noch eine andere Erklärung geben, um die geheime Beziehung aufrechtzuerhalten. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass Sie mehr Nähe und/oder Engagement gar nicht wollen oder können. Wenn Sie aber unter dem Zustand leiden, dann sollten Sie keine Energien für unrealistische Zukunftshoffnungen verschwenden. Sondern all Ihre Kräfte fürs Loslassen mobilisieren. Und das besser heute als morgen.

Autor: Prof. Dr. Gerti Senger
Buch: Schattenliebe –  Nie mehr Zweite/r sein

DAS SAGT DIE STATISTIK

Fazit: Wann sollte ich mich von meiner Affäre trennen?

Es geht, so lange es geht – diese selbstgestrickte Binsenweisheit mag hier angebracht sein. Die Göttinger Theratalk-Studie hat zwar erfragt, wie lange Affären dauern. Aber daraus können Sie ja wohl kaum schließen, wie lange Sie bei Ihrer Affäre am Ball bleiben sollten. Nur zu Ihrer Information: Bei den meisten, nämlich 41 Prozent, dauerte die Affäre zwischen einem und sechs Monaten, bei 29 Prozent ging die Liaison länger als sechs Monate. Nur für sechs Prozent war die Angelegenheit eine kurze Affäre, sie dauerte ein bis sechs Tage. Wann es besser ist, die Sache sein zu lassen, müssen und können Sie selbst am besten beurteilen.


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Kommentare
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ingma || 19.02.2015 23:03:25

Ich weiß nicht ob man das Thema Geliebte od.Seitensprung od.wie immer man es nennen will jemals ergründen kann. Ich frage mich nun schon 12 Jahre "warum tuen wir das"??? Seit 12 Jahren lebe ich als Geliebte eines verheirateten Mannes bin auch selbst über 30 Jahre verheiratet. Gemeinsam haben wir 4 Kinder die damals noch klein waren inzwischen sind wir schon Grosseltern , aber an ein Ende der Beziehung haben wir noch nie gedacht.Wenn mich jemand fragen würde warum ich das Eine oder das Andere nicht beende , ich wüsste keine Antwort. Ich kann nur immer sagen es ist wie es ist immer noch einfach schön

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karenuki || 28.03.2015 18:35:22

Bei mir ist es ein wenig anders. Ich bin seit 8 Jahren glücklich verheiratet und ebensolange in einer Affäre, die mich fast um den Verstand bringt von der ich aber glaube, dass es die wahre Liebe ist. Aber meinen Mann verlassen kann ich auch nicht. Es ist wie eine Gefühlszwickmühle, die einfach nicht enden will.

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Waldfrau || 28.11.2015 06:40:29

Hallo, habt Ihr beide denn kein Gewissen ??? Kinder miteinander haben und schön als Kuckuckskinder weiter im falschen Glauben leben zu lassen, der Ehepartner sei der richtige Vater ist richtig scheisse !!! Warum macht Ihr keine Therapie ...? Ihr verletzt Menschen, wenn alles rauskommt, richtig heftig. Alles wird mal herauskommen und dann reagiert ein gesunder Mensch mit Kontaktabbruch. Vielleicht lieber mal zu Therapie gehen und da fragen, warum Ihr dies solange tut! 12 Jahre ist lange Zeit. Gruss

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