Wie geht es den 10 Prozent aller Affärenfrauen, deren Geliebter mit ihnen den Sprung ins neue Glück wagt? Wie lässt sich der Übergang bewältigen? Gibt es einen Weg, eine Affäre ohne Verletzungen und Tragödien in eine echte Beziehung zu verwandeln?
Das uralte Drama: Ehefrau gegen Geliebte
In fast jeder Affäre taucht irgendwann der Begriff »Kampf« auf. Gekämpft wird an allen Fronten: Geliebte gegen Ehefrau, Affairenpaar gegen Außenwelt, und meist kämpfen beide Frauen um den Mann. Diesen Formulierungen haftet etwas trauriges an, denn dieser Kampf kennt keine Sieger.Spielen wir ein wenig Kopfkino. Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Ehefrau, die herausfindet, von ihrem Mann betrogen zu werden. Nicht per ONS, sondern mit einer seit Monaten andauernden Zweitbeziehung. Vielleicht haben Sie E-Mails oder SMS gelesen, in denen Ihr Mann seiner Geliebten die große Liebe schwört oder gar eine Scheidung in Aussicht stellt. Ohne dass er Ihnen gegenüber ein Sterbenswörtchen verlauten ließ. Sie fragen sich: Ist das wahr? Plant er heimlich den Absprung? Oder gehört das Ganze nur zum romantischen verbalen Rahmenprogramm einer harmlosen Liebelei? Wie konnte es passieren, dass Sie nichts davon mitbekommen haben? Waren Sie so blind? Oder ist er ein exzellenter Schauspieler?
Obwohl Sie in dieser Situation genug damit zu tun haben, Ihren Schmerz und Ihre offenen Fragen zu sortieren, stehen Sie unter dem Druck, Entscheidungen treffen zu müssen. Wie reagieren Sie? Den Mann sofort konfrontieren? Schweigen und abwarten, ob sich die Affäre von selbst erledigt? Beziehungsgespräche führen? Eheberatung? Trennung? Was ist mit dem Vertrauen in Ihren Mann?
Auch wenn es oft scheint, als sei die betrogene Ehefrau nur ein passives Opfer: Von diesen Optionen wird das 10:1-Verhältnis entscheidend beeinflusst!
Angenommen, Sie gehören zu den 10 Prozent ...
Besetzen wir das Kopfkino neu. Stellen Sie sich vor, Sie sind die Geliebte und warten darauf, dass Ihr Geliebter sich von seiner Ehefrau trennt. Eines Abends eröffnet er Ihnen, er habe genau das vor. Alles sei geklärt, er habe mit seiner Frau über die Trennung gesprochen, einem Neuanfang stünde nichts im Wege.Bei ca. 3 Millionen Geliebten in Deutschland wären Sie immerhin eine von 300.000 Frauen. Angesichts der Dunkelziffer, die doppelt so hoch liegen dürfte, stehen Ihre Chancen noch besser. Wie fühlt es sich an? Ist es ein Sieg? Ein filmreifes Happy-End?
Beziehungspsychologen kennen das »Prinzip Absprungfrau«, bei dem die Geliebte erst dann zur Haupt-Partnerin aufsteigt, wenn die Ehefrau sich aktiv für eine Trennung entscheidet. Ein zweifelhafter »Sieg«, denn in diesen Fällen trifft der Mann keine Entscheidung, sondern wechselt lediglich als Reaktion auf die Trennung in die offenen Arme der Zweitfrau. Rein statistisch ist dies in ca. 50 Prozent aller Fälle so. Um bei dem offiziellen Beispiel zu bleiben: Von 300.000 Geliebten werden 150.000 nur deshalb zur Partnerin, weil die Ehefrau sich zurückzieht.
Wer hat nun gewonnen? Die Geliebte, die nie wissen wird, ob ihr Partner aus Liebe oder nur aus Bequemlichkeit zu ihr kam? Der Mann, weil er die Trennung nicht zu verarbeiten braucht, sondern in eine neue Beziehung wechseln kann? Oder die Ehefrau, die einen Befreiungsschlag vollzogen und Rückgrat bewiesen hat?
Dieser Artikel hat 3 Seiten. Lesen Sie auch . . .Seite 1: Wenn Träume wahr werden: Der Geliebte als neuer Partner
Seite 2: Geschafft: Neuanfang mit einem gebrauchten Mann
Seite 3: Die Frage aller Fragen: Ist es wirklich Liebe?
















