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SEITE 10: Nie mehr Zweite sein – von der Geliebten zur Liebe
von der Geliebten zur Liebe

Falle Nr. 9: Zuviel des Guten

Große romantische Gesten, ständige Kontaktsuche und übertriebenes Betüddeln und Verwöhnen sind typisch für Schattenbeziehungen. Schließlich muss die Heimlichkeit durch große Gefühlsbekundungen kompensiert werden. Muss sie das wirklich? Nein, sagt Prof. Dr. Gerti Senger, im Gegenteil. Die überdimensionierte Zuwendung drückt mitnichten Liebe und Verbundenheit aus, sondern vielmehr die Mängel der Schattenliebe, denn all der Aufwand kann ja nicht darüber hinwegtäuschen, dass es keine »echte« Nähe zwischen den beiden Beteiligten gibt.

Gerti Senger: »Eine Überdosis an Einsatz ist fast immer ein Zeichen dafür, dass zwei Menschen entweder nicht gleichwertig sind oder dass die Kommunikation nicht funktioniert.« Heißt: Ein Paar, das wirklich harmoniert, spürt sehr genau, ob einer der beiden zuviel oder zu wenig tut. Nur eine zu kompensierende Disharmonie erzeugt den Wunsch, überdimensionale Zuwendungen an den Tag zu legen. Das gilt für echte Liebesbeziehungen ebenso wie für heimliche Schattenlieben und sogar Freundschaften.

Überprüfen Sie Ihr eigenes Verhalten. Werden Sie ungeduldig oder gar hibbelig, wenn sich Ihr heimlicher Geliebter mal ein paar Tage nicht bei Ihnen meldet? Fragen Sie sich, ob er sich zurückziehen will? Macht sich ein unbehagliches Gefühl in Ihrer Magengrube breit? Rechnen Sie mit Problemen, Konflikten, Trennung? Werden Sie wütend, launisch, unkonzentriert? Spüren Sie den Drang, schon nach einem Tag Funkstille eine SMS zu schreiben? Wie fühlt sich dann das nächste Lebenszeichen an? Entspannt, schön, stressfrei? Oder eher wie eine überfällige Erlösung?

Oder umgekehrt: Macht er Ihnen Vorwürfe, wenn Sie einen Tag lang das Handy aus lassen und keine Mails lesen, weil Sie arbeiten, bei Freunden sind oder sich einfach mal in Ruhe entspannen wollen? Endet jede Mail, jede SMS mit »ich liebe Dich«? Reden Sie häufig darüber, wie sehr Sie sich zueinander hingezogen fühlen? Gibt es eine dramatische, tränenreiche Vorgeschichte, wie Sie beide sich gefunden haben, die Sie sich regelmäßig erzählen und blumig ausschmücken? Sehen Sie in jedem noch so kleinen Zufall gleich ein schicksalhaftes Zeichen? Sind Sie überzeugt, in Ihrem Geliebten einen Seelenverwandten gefunden zu haben, und dass lediglich ein ungnädiges Schicksal verhindert, dass Sie beide als echtes Liebespaar zusammenkommen können?

Dann tänzeln Sie mit einem Fuß bereits über der »Überdosis-Falle«. Kommen Sie von diesem Höhenflug runter, so schnell wie möglich. Natürlich freut sich jeder über Aufmerksamkeiten, Zärtlichkeiten, Blumen, Geschenke, liebe Worte, auch das bedeutsame »ich liebe Dich«. Aber bitte nicht täglich und als LKW-Ladung, sondern wohldosiert, sparsam, damit sie etwas Besonderes bleiben.

Wenn die übertriebenen Zuneigungsbekundungen schon zur Sucht geworden sind und in Ihrer Schattenbeziehung die Kommunikation prägen, fragen Sie sich bitte: Was wollen Sie damit kompensieren? Fehlende Zuneigung als Kind? Ein schlechtes Gewissen? Die Angst, dass Ihre heimliche Liebe schon bald zu Ende gehen wird, weil Sie im Grunde nichts verbindet? Oder trösten Sie sich nur darüber hinweg, dass Sie gar keine echte Beziehung leben, es sich aber so anfühlen soll? Gehen Sie der Sache auf den Grund, bevor sich die überdimensionierten Gesten verselbständigen und den klaren Blick auf die Realität versperren!

Dieser Artikel hat 11 Seiten. Lesen Sie auch . . .

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Seite 10: Falle Nr. 9: Zuviel des Guten
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