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SEITE 4: Nie mehr Zweite sein – von der Geliebten zur Liebe
von der Geliebten zur Liebe

Falle Nr. 3: Abwehrmechanismen und Selbsttäuschung

»Eine Frau, die nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden.« »Diese Lösung ist im Augenblick ohnedies das Beste für mich.« »Natürlich ist das alles sehr kompliziert. Aber im Leben ist nichts einfach.« »Er ist zwar verheiratet, aber er liebt nur mich. Seine Ehe ist für ihn Pflicht, mehr nicht.« Wieder einige typische Sätze, die Prof. Dr. Gerti Senger bei ihren Studien immer wieder begegnet sind. Diese Sätze klingen zwar lapidar, beinhalten aber eine enorme psychoaktive Wirkung, die Schmerz, Ängste und Schuldgefühle unterdrückt.

Aus nachvollziehbaren Gründen. Wir achten instinktiv darauf, dass nur Informationen in unser Bewusstsein gelangen, die keine Schmerzen hervorrufen. Bestimmte Erkenntnisse und Wahrheiten tun zu weh. Also stricken wir uns Schutzbehauptungen, die wir wie ein Mantra innerlich aufsaugen, sobald die unangenehmen Wahrheiten ans Licht zu drängen drohen.

Eine Ehefrau sagt sich: »Gut, er hat seine heimlichen Romanzen und Liebeleien. Aber er ist ein verlässlicher Ehemann, er würde mich niemals im Stich lassen. Also gestehe ich ihm seine kleinen Eskapaden zu und stelle keine Fragen.« Was so tolerant klingt, ist ein lupenreiner Selbsttäuschungs-Versuch. Statt den fremdgehenden Mann zu konfrontieren, meidet die Ehefrau ängstlich jede klärende Auseinandersetzung, steckt den Kopf in den Sand und klammert sich an die Vorstellung, dass es irgendwann wieder wie früher sein könnte.

Gerti Senger: »Diese Taktiken sind nur zur Hälfte erfolgreich. Die abgewehrten Schmerzen können oft die Persönlichkeit deformieren und unglückliche Beziehungen zementieren.« Damit beschreibt die erfahrene Therapeutin und Sexualforscherin das ganze Dilemma von Schattenbeziehungen. Je mehr Sie als Geliebte oder Ehefrau versuchen, die Situation rational schönzureden, intellektuell zu überhöhen oder die eigenen unterdrückten Empfindungen auf eine andere Person zu projizieren, umso enger wird die Bindung! Die destruktive Beziehung wird so lange analysiert, verdreht und entweder verharmlost oder überhöht, bis es scheinbar gute Gründe gibt, sie fortzusetzen.

Stellen auch Sie als Geliebte solche Mechanismen an sich fest? Wie ist es, wenn Sie an Ihren Geliebten denken? Freuen Sie sich? Wird das Gefühl in Ihrem Herzen warm, fröhlich und liebevoll? Oder macht sich ein unheilvolles Rumoren in Ihnen breit? Müssen Sie sich Ihre heimliche Beziehung »verkaufen«, um sich gut dabei zu fühlen? Belastet Sie der Gedanke, dass sich an Ihrem aktuellen Status niemals etwas ändern wird – es sei denn, Sie trennen sich und steigen aus? Fühlen Sie sich wirklich geliebt? Wie reagieren Ihre engsten Vertrauten und Freunde, wenn Sie mit ihnen über die verbotene Liebe sprechen? Können Sie das überhaupt? Oder sind Sie ganz allein mit Ihren Gedanken? Rutschen Sie manchmal in eine depressive Stimmung, aus der Sie sich nur schwer wieder herausziehen können?

Gerti Senger: »Hinter einer Depression steht oft Zorn. Er kann soviel Angst erzeugen, dass er mit einer Depression abgewehrt wird. In Schattenbeziehungen, in denen zum Beispiel der Geliebte außerordentlich viel für seine Schattenfrau tut, sie also dafür dankbar und froh sein müsste, ist eine Depression häufig der Deckmantel für eine abgewehrte Aggression gegenüber dem Mann, der sich letztendlich ja doch nicht öffentlich zu der Beziehung bekennt.«

Dies gilt für heimliche Geliebte ebenso wie für betrogene Ehepartner. Die Depression als Flucht vor Wut, Zorn und Hilflosigkeit kann gefährlich werden, weil sie die wichtigen, heilenden Gefühle unterdrückt und in selbstschädigendes Verhalten ummünzt. Statt dem fremdgehenden Ehemann, respektive dem Geliebten, klipp und klar die eigenen Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, spielt Frau die pflegeleichte Partnerin, vermeidet jeden Konflikt und hofft, auf diese Weise den Mann an sich zu binden. Hier spielen häufig Kinderängste eine Rolle. Scheidungskinder haben sehr früh verinnerlicht, dass derjenige, der auf den Tisch haut und eine Beziehung beendet, der »Böse« ist. Also vermeiden sie es, »böse« zu sein und machen gute Miene zum bösen Spiel.

Hier liegt einer der Gründe begraben, warum Frauen überhaupt erst in Schattenbeziehungen einwilligen und darin verharren! In einer Schattenbeziehung kann dieses Muster des »nicht böse sein Wollens« unbewusst derart auf die Spitze getrieben werden, bis es eskaliert – und zerbricht. Was zwar erst einmal wehtut, aber dann eine wohltuende, heilende Wirkung entfaltet. Weil nicht mehr die Schattenbeziehung, sondern die eigentliche Verletzung ins Blickfeld rückt. Gerti Senger: »Andernfalls bekommt die Person, die Ihre Abwehrhaltung ausgelöst hat, womöglich dieselbe Macht wie jene, auf die sie ursprünglich zurückzuführen ist.«

Dieser Artikel hat 11 Seiten. Lesen Sie auch . . .

Seite   1: Schattenbeziehungen: Zehn tückische Fallen, die Sie kennen sollten!
Seite   2: Falle Nr. 1: Hoffnung auf ein Happy End
Seite   3: Falle Nr. 2: Investitions-Irrtum
Seite   4: Falle Nr. 3: Abwehrmechanismen und Selbsttäuschung
Seite   5: Falle Nr. 4: Selbstkränkung und Kleinmachen
Seite   6: Falle Nr. 5: Angst vor dem wahren Leben
Seite   7: Falle Nr. 6: Bindung durch unvereinbare Merkmale
Seite   8: Falle Nr. 7: Abschiedssex
Seite   9: Falle Nr. 8: Falsche Dankbarkeit
Seite 10: Falle Nr. 9: Zuviel des Guten
Seite 11: Falle Nr. 10: Schuldgefühle und Abhängigkeit

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