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SEITE 3: Nie mehr Zweite sein – von der Geliebten zur Liebe
von der Geliebten zur Liebe

Falle Nr. 2: Investitions-Irrtum

»Jetzt habe ich schon soviel in diese Beziehung gesteckt. Da kann ich doch nicht einfach Schluss machen!« Wieder so ein typischer Satz, den Gerti Senger bei ihren Recherchen gefunden hat. Geäußert wird er nicht nur von heimlichen Geliebten, sondern auch von betrogenen Ehepartnern. Weshalb viele Ehefrauen ihren Mann nicht mit gepackten Koffern vor die Tür setzen, sondern durchhalten, sehr zum Verdruss mancher Geliebten.

Das Prinzip Re-Investment kennen wir aus der Wirtschaft. Wer investiert, will auch etwas zurückbekommen. Inklusive Zinsen. Was das mit Schattenbeziehungen zu tun hat? Gerti Senger nennt hier den Concorde-Skandal als Beispiel. Sie erinnern sich an das spektakuläre Überschall-Passagierflugzeug? Selbst zu dem Zeitpunkt, an dem klar war, dass dieser Flugzeugtyp unrentabel sein würde, hielt man an der Weiterentwicklung und dem Einsatz der Maschinen fest. Obwohl jeder einzelne Flug das Minus nur noch vergrößerte. Warum? Weil die Investitionen so hoch waren, dass es keiner wagte, das Projekt abzubrechen, die Notbremse zu ziehen und die Idee für gescheitert zu erklären.

So ähnlich läuft es in einer Schattenbeziehung ab, bei der keiner der Beteiligten den Mut aufbringt, »Stopp« zu sagen. Die investierten Gefühle, die erbrachten Opfer, der logistische und emotionale Aufwand, all das ist einfach viel zu aufwendig, um jetzt Schluss zu machen. Wenn selbst studierte Ökonomen solche Schwierigkeiten haben, ein zum Scheitern verurteiltes Projekt aufgrund zu hoher Investitionen rechtzeitig abzubrechen, wer könnte es da einer Geliebten, einer Ehefrau oder einem Schattenmann verübeln, wenn er den Ausstieg nicht findet?

Manche Ehe lebt - ebenso wie manche Schattenbeziehung - nur noch vom Glanz der früheren Investitionen. Der Sex ist längst nicht mehr so prickelnd wie am Anfang, die Heimlichkeit ist nicht mehr aufregend, sondern nur noch belastend, und immer wieder im Alltag lügen zu müssen, kann den Seelenfrieden auf Dauer gewaltig stören. So richtig viel zu sagen haben sich die ehemaligen Liebenden auch nicht mehr. Und wo sind all die Gemeinsamkeiten hin? Eine gemeinsame Weiterentwicklung findet nicht statt, die Beziehung stagniert. Um wenigstens einen Hauch der Anfangsromantik zu erzeugen, werden alte Geschichten wieder und wieder durchgekaut und in immer neuen Varianten erzählt, um die Erinnerung daran lebendig zu halten. Doch von Erinnerungen allein kann keine Liebe leben. Eine glückliche Beziehung braucht Perspektiven, Zukunft, aktives Leben, neue Impulse.

Fragen Sie sich: Halten Sie nur noch an der Verbindung fest, weil Sie so viel investiert haben? Dann sind Sie in die Investitionsfalle getappt. Sie verwechseln den tatsächlichen Wert Ihrer Schattenliebe (oder Ehe) mit der Höhe Ihrer Investitionen, d.h. mit der Zeit, der Energie und dem Gefühl, die Sie reingesteckt haben. Machen Sie sich diesen Unterschied bewusst!

Gerti Senger sagt: »Auch für eine Schattenliebe müsste es außer der Investitionsrechtfertigung noch eine andere Erklärung geben, um die heimliche Beziehung aufrechtzuerhalten. Entweder die Erkenntnis, dass Sie mehr Nähe und/oder Engagement ohnedies nicht wollen oder dazu gar nicht fähig sind oder die Schattensituation lässt für Sie doch eine realistische Hoffnung zu. Wenn keine Aussicht auf einen positiven Ertrag in der Zukunft da ist, sind die Investitionen der Vergangenheit für A und F*. Dann sollten diese Energien nicht zum Festhalten, sondern zum Loslassen mobilisiert werden.«

(* salopper Ausdruck in Österreich »für Arsch und Friedrich«, heißt soviel wie für die Katz, umsonst, sinnlos.)

Dieser Artikel hat 11 Seiten. Lesen Sie auch . . .

Seite   1: Schattenbeziehungen: Zehn tückische Fallen, die Sie kennen sollten!
Seite   2: Falle Nr. 1: Hoffnung auf ein Happy End
Seite   3: Falle Nr. 2: Investitions-Irrtum
Seite   4: Falle Nr. 3: Abwehrmechanismen und Selbsttäuschung
Seite   5: Falle Nr. 4: Selbstkränkung und Kleinmachen
Seite   6: Falle Nr. 5: Angst vor dem wahren Leben
Seite   7: Falle Nr. 6: Bindung durch unvereinbare Merkmale
Seite   8: Falle Nr. 7: Abschiedssex
Seite   9: Falle Nr. 8: Falsche Dankbarkeit
Seite 10: Falle Nr. 9: Zuviel des Guten
Seite 11: Falle Nr. 10: Schuldgefühle und Abhängigkeit

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