Seite empfehlen  |   Mitglieder Login » 
»

Seitensprung gestehen – Was genau gibt es zu beichten?
klassische Seitensprung-Fallen beim beichten

Seitensprung gestehen – Fallen beim Geständnis

zurückSeite 2/3weiter

Manche Seitenspringer wissen nach einer Nacht in fremden Armen nicht mehr, wo oben und unten ist. Hormonelle Höhenflüge, Schuldgefühle, Schmetterlinge, Reue, Egokick, Ängste – all das wirbelt munter durcheinander und lässt keinen klaren Gedanken zu. Geht es Ihnen auch so?

Dann holen Sie tief Luft und stellen Sie sich ein paar Fragen. Worum ging es bei dem Seitensprung: um einen einmaligen sexuellen Ausrutscher ohne emotionale Bedeutung? Oder um Verliebtheit mit Wiederholungsabsichten? Um ein Ventil für allgemeine Aggressionen, Stress oder sexuellen Frust? Oder sind Sie unzufrieden in der Partnerschaft, und der Seitensprung ist nur ein Symptom, nicht aber das eigentliche Problem?

Über diese Fragen nachzudenken, kann dabei helfen, nicht in eine der klassischen »Après Seitensprung«-Fallen zu tappen.

Falle Nr. 1: Schweigen, um den Partner zu schützen

Diesen Satz hört man immer wieder. Ein wahrer Kern steckt natürlich drin. Bei einem harmlosen sexuellen Ausrutscher sollte man seinen Partner nicht unbedingt mit einem verletzenden Geständnis behelligen. Harmlos heißt, die Sache ist abgeschlossen, es war safe Sex ohne gesundheitliche Risiken, und es besteht kein Kontakt mehr mit dem Seitensprung-Partner.

Wenn Sie aber nicht sicher sind, ob Sie aus Rücksicht oder Feigheit schweigen, fragen Sie sich: War es wirklich nur ein einmaliges Sex-Erlebnis? Oder geht da vielleicht noch mehr, und Sie möchten durch Ihr Schweigen nicht den Partner, sondern sich selbst schützen? Ihr Abenteuer ungestört ausleben und sich den unangenehmen Konsequenzen eines Geständnisses lieber nicht stellen, z.B. Beschimpfungen, Tränen, eventuell sogar einer Trennung? So nachvollziehbar und menschlich das wäre, aber zwischen rücksichtsvoll und feige besteht ein himmelweiter Unterschied. Ebenso wie zwischen spontanem One-Night-Stand und einem geplanten Seitensprung.

Falle Nr. 2: Beichte aus Schuldgefühlen

Wenn das Gewissen drückt, möchte man am liebsten mit der Wahrheit herausplatzen. Verständlich. Aber Vorsicht! Wenn Sie nur reden wollen, um sich besser zu fühlen, dann missbrauchen Sie bitte Ihren Partner nicht als seelischen Mülleimer. Sie würden ihm nämlich zur sexuellen Untreue auch noch Ihre Schuldgefühle aufbürden.

Fragen Sie sich: Warum spüre ich den Drang zu beichten? Geht es mir wirklich um Ehrlichkeit in der Beziehung – oder möchte ich mir nur Absolution erteilen lassen? In diesem Falle wäre es besser, die Dinge zu trennen. Also mit einem Therapeuten, Priester oder (verschwiegenen!) guten Freund über den Seitensprung zu sprechen, und mit dem Partner über Ihre Beziehung.

Der Vorteil bei Priestern und Therapeuten ist, dass beide unter Schweigepflicht stehen, während bei Freunden immer das Risiko besteht, dass der Mitwisser sich im falschen Moment verplappert. Außerdem kann es eine Freundschaft belasten, wenn man auf Dauer zum Geheimnisträger gemacht wird.

Falle Nr. 3: Verantwortung abschieben

Natürlich gehören immer zwei dazu, eine Beziehung erfüllend zu gestalten. Und wenn im Ehebett Flaute herrscht, sind dafür ebenfalls beide Partner verantwortlich. Aber! Daraus eine Umkehrlogik zu stricken und zu behaupten, an einem Seitensprung sei automatisch der betrogene Partner schuld, ist unfair und faktisch falsch. Leider wird genau diese Behauptung gerne von Seitenspringern strapaziert, die mit ihrer mangelnden Impulskontrolle und der Verantwortung für ihr Handeln nicht klarkommen und beides auf den Partner abwälzen möchten.

Es gilt also, die Kausalitäten sauber zu trennen. Läuft eine Beziehung sexuell auf Sparflamme, und leidet einer von beiden darunter, sollte der erste Schritt nicht gleich in fremde Arme führen, sondern auf den Partner zu. Schaltet der auf stur und lässt sich auf keinerlei »Wiederbelebungsversuche« des gemeinsamen Sexlebens ein, kann ein Seitensprung eine nachvollziehbare Alternative sein. Nur ist es in diesem Falle angebracht, das dem Partner auch mitzuteilen. Damit er weiß, woran er ist und für sich Konsequenzen ziehen kann. Vielleicht möchte er sich ja auch anderweitig orientieren? Oder Sie treffen eine neue Absprache, die regelmäßige Seitensprünge gestattet? Soviel Fairness muss einfach sein.

Wenn Ihnen an Ihrer Beziehung etwas liegt, dann verzichten Sie auf schuldbefreiende Alibis und übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Handeln. Ihr Partner wird Sie dafür respektieren und eher auf Sie zugehen, als wenn Sie sich in Ausreden verstricken oder als Opfer darstellen.

Falle Nr. 4: Seitensprung nachträglich legitimieren

Schuldgefühle lassen sich leichter ertragen, wenn man sie mit einer beziehungsfreundlichen Erklärung unterfüttert. Ein Klassiker ist die Aufrechnung: »Nun verzeih mir endlich und mach kein Drama draus. Ich würde dir umgekehrt einen Seitensprung auch nicht übel nehmen.«

Diese Großzügigkeit ist nur dann authentisch, wenn sie VOR dem Seitensprung gemeinsam vereinbart wurde. Im Nachhinein damit aufzuwarten, stellt eine lupenreine emotionale Erpressung dar. Man nennt das auch Inversargumentation. Sie ist deshalb so fies, weil sie dem Betrogenen jedes Recht abspricht, sich verletzt zu fühlen!

Natürlich kann es eine Überlegung wert sein, über Alternativen zur Monogamie nachzudenken. Diese Diskussion sollte aber nicht im wilden Fahrwasser eines Betrugs stattfinden, sondern einvernehmlich, liebevoll und unabhängig von potenziellen Außenbeziehungen.

Lieben Sie Ihren Partner? Dann stülpen Sie ihm nicht beim Geständnis gleich Ihre Erwartungen oder neu entdeckten Vorlieben über, sondern nehmen seine verletzten Gefühle ernst. Sie möchten ja auch ernst genommen und nicht als, pardon, hormongesteuerter Fremdgänger abgestempelt werden, oder?

zurückSeite 2/3weiter

Seite 1: Seitensprung beichten – oder lieber schweigen?
Seite 2: Seitensprung gestehen – Fallen beim Geständnis
Seite 3: Seitensprung und Geständnis als Chance

Unsere Mitglieder berichten über Ihre außerehelichen Affären und die Bandbreite der Gefühle, die damit verbunden sind Jetzt Seitensprung Erfahrungen lesen
pdf   Als PDF speichern    drucken  drucken    weiterempfehlen   versenden      kommentieren
Lustlosigkeit in der Ehe
lange Beziehungen und erfüllender Sex vertragen sich nicht
Wie ist es möglich, dass einst so viel Leidenschaft irgendwann nur noch Erinnerung ist, obwohl der selbe Mensch neben uns im Bett liegt? Gibt es ein Geheimrezept für guten Sex in Langzeitbeziehungen? Und wie ist das mit dem Seitensprung? Artikel lesen
Liebe gleicht einem Substitutionsgut
Liebe Wegwerfgesellschaft
Ist Liebe wirklich nur ein Gefühl? Ein Botenstoff-Cocktail, der uns die Illusion von Zusammengehörigkeit vermittelt? Woher wissen wir, ob wir einen Menschen tatsächlich lieben oder von einer ureigenen Sehnsucht getrieben werden? Artikel lesen
Kommentare
Benutzername    
Sie sind nicht eingeloggt. Geben Sie deshalb Ihren Nickname an.
Kommentareingabe
 


[Gast] Geliebte || 26.10.2011 00:26:17
Ich war über 6 Jahre lang Geliebte. Sie hat es nie erfahren und das ist gut so. Die Beiden sind über 25 Jahre verheiratet, Es ist eine andere, gewachsene und tiefere Liebe und weitaus mehr, als das sexuelle, und "ich mag dich" was er mit mir hatte. Sie ist glücklich mit ihm, er glücklich im Alltag/Leben mit ihr. Bis auf das eingeschlafene Sexualleben nach 25 Jahren. Ich kann auch nur "raten: schweigt wie ein Grab, wenn es nur das sexuelle ist, was eben nicht mehr stimmt. Bei einer Beichte wären beide jetzt getrennt, sie unglücklich, er unglücklich und ich weiß nicht, ob wir Beide überhaupt im Alltag glücklich geworden wären, steht auch in den Sternen. So jeden Tag zusammen, die Macken kommen dann erst raus. Schweigt besser, zumindest in einer langjährigen Beziehung
Indigo || 23.08.2011 10:13:42
Wenn es passiert ist und der Partner auf eine monogame Beziehung gehofft hat - Goldene Regel No.1:

schweig still wie ein Grab. Selbst wenn der Partner verzeihen kann.. der Stachel steckt und vergiftet die ganze Beziehung.

Wenn man aber schon seitlich springen muss, warum dann nicht den Sprung ins kalte Wasser und schluss machen?! Jaja..
[Gast] Nadine || 13.08.2010 14:17:43
Eins noch ICH HASSE FREMDGEHER.Dazu kann ich nur sagen Erbärmlich und Tschau
[Gast] Nadine || 13.08.2010 14:16:44
Ich finde man sollte immer erlich gegenüber dem partner oder die partnerin sein..manche können es verzeihen und bei den andren geht ds nicht..ich will nur ein sagen wer meint Fremd zu gehn sollte vorher mit dem partner chluss machen oder erst in einer bezehung gehn wen man sich aus getopt ..so bis dan
[Gast] U2-CanDo || 07.10.2009 14:37:38
bewundere die Paare, die mit dem Seitensprung offen umgehen können. Doch diese haben wahrscheinlich jeder seinen Seitensprungpartner an der Leine. Für einen spontanten bzw. einmaligen Ausstauch von Körperflüssigkeiten wäre ich bereit es meiner Partnerin zu verschweigen, sollten sich jedoch eine regelmäßige Affäre entwickeln, würde ich es ihr sagen, wenn mir noch meine Partnerin etwas bedeutet.
[Gast] Marla || 05.10.2009 17:42:34
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Geständnis tödlich für die Beziehung ist! Und selber möchte ich gar nicht wissen, ob oder was mein Partner nebenher so treibt...
[Gast] Evi || 05.10.2009 17:11:16
Entweder es geht nur um Sex und war eine einmalige Sache - dann macht es ohnehin keinen Sinn, den Partner mit einer ihn zutiefst verletzenden Wahrheit zu konfrontieren.

Falls Gefühle im Spiel waren und immer noch sind, sollte der betrügende Partner reinen Tisch machen...

Benachrichtige mich über weitere Kommentare. E-Mail-Adresse:
Umfrage: Seitensprung beichten oder nicht?
Soll man einen Seitensprung beichten oder ist es besser zu schweigen?
Ich kann lügen ohne rot zu werden

Meistens ist es klüger zu schweigen

Ich könnte mit der Lüge nicht leben

Es kommt auf die Situation an

Startseite  |   Wir über uns |  News |  Links |  Archiv |  Datenschutz  |  Kontakt  |   Impressum  |   RSS-Feeds abonnieren RSS-Feed abonnieren