Angst, mit dem falschen Partner zusammen zu sein? 10 Experten sagen Ihnen, woran Sie erkennen, dass Ihre Partnerwahl nicht optimal war.

Verwählt?! So erkennen Sie, dass Sie mit dem falschen Partner zusammen sind

Zusammen: ja. Aber glücklich: nein? Viele Menschen stecken in unbefriedigenden Beziehungen. Und viele Gebundene fragen sich, ob der aktuelle Partner wirklich der richtige ist. Vorübergehende Beziehungszweifel sind normal. Es gibt aber Anzeichen dafür, dass Sie tatsächlich die falsche Liebeswahl getroffen haben.

In diesem Artikel erfahren Sie

Knapp daneben ist auch vorbei

  • Jeder Vierte heiratet falsch, fand eine britische Studie heraus
  • Jede dritte Frau sagt nach der Trennung, dass sie bereits bei der Hochzeit wusste, dass sie nicht den Richtigen heiratet, lautet das Ergebnis einer amerikanischen Umfrage
  • 26 Prozent der Gebundenen würden ihre Beziehung aufgeben, wenn ihnen der Traumpartner begegnet, ergab eine Umfrage von seitensprung-fibel.de.

Anscheinend gehen also viele Menschen feste Beziehungen ein, obwohl ihnen ihr Bauchgefühl sagt, dass dieser Partner nicht der oder die Richtige ist. Warum heiraten also so viele Männer und Frauen jemanden, der offensichtlich gar nicht zu ihnen passt?

Erklärungen dafür gibt es viele, etwa diese:

  • Liebesblindheit: Am Anfang regnet's rote Rosen und der Himmel hängt voller Geigen – und ehe man sich's versieht, steckt man in einer festen Beziehung. Der gesamte Prozess der Verliebtheit sei durch emotionale Verwirrung geprägt, schreibt Paartherapeut Wolfgang Krüger in »Liebe, Macht und Leidenschaft«. Dadurch werde unser Bauchgefühl ausgehebelt, das uns eigentlich warnen sollte, wenn manches nicht unseren Erwartungen entspricht. Wir gehen nicht klug an die Partnerwahl heran, sondern lassen uns beeinflussen von Aspekten, die sich bei einer längeren Beziehung als nicht kompatibel erweisen.
  • Unbewusste Beziehungsmuster: Der Kopf sagt »es muss ein sensibler Mann sein«, der Bauch schreit »ich will einen starken Kerl«. Wer wird wohl gewinnen? Bei der Partnerwahl werden wir von einer Vielzahl fest verankerter Mechanismen geleitet – dabei spielen tief verwurzelte Beziehungsmuster eine wesentliche Rolle, glaubt Schicksals- und Partnerschaftsforscher Hermann Meyer. Bewusst (kopfmäßig) suchen wir jemanden, der Ähnlichkeit mit uns aufweist und uns Geborgenheit gibt. Unbewusst (Bauch) verlieben wir uns in den, der große Emotionen auslöst. Intuitiv entscheiden wir uns dann für den, der bei Betrachtung mit klarem Verstand die schlechtere Wahl wäre.
  • Kindheitserfahrungen: Papa war streng und despotisch, Mama überfürsorglich und ängstlich. Als Erwachsene wollen wir etwas ganz anderes haben. Dabei unterschätzen wir, dass unsere Eltern die ersten Menschen sind, mit denen wir eine Beziehung eingegangen sind. Diese Erfahrungen prägen uns und lenken unsere Partnerwahl. Manch einer sucht dann das Gegenstück (einen sensiblen Partner oder eine starke Frau), andere wählen die Kopie eines Elternteils.
  • Torschlusspanik: Ab einem gewissen Alter ticken die Uhren, beim einen lauter, beim anderen leiser. Wer mit Ende Dreißig noch Single ist, muss dem Uhrengedröhn womöglich Einhalt gebieten, indem er oder sie den nächstbesten Partner dingfest macht. Nach dem Motto »besser einen falschen Partner als gar keinen« wird dann ein Bund fürs Leben geschlossen, obwohl es an vielen Stellen hapert.
  • Zufall: Zufall ist ein weites Feld – und wirft die Frage auf, ob es überhaupt so etwas wie Unvorhersehbarkeit gibt, oder ob nicht doch immer mehr dahinter steckt. Zufall kann es aber sein, wenn plötzlich ein Kind unterwegs ist und man sich aus Verantwortungsgefühl entschließt, mit dem offensichtlich nicht perfekt passenden Partner eine Familie zu sein. Oder man gibt aus einer Laune heraus den zwiespältigen Gefühlen nach und zieht mit jemandem zusammen, bei dem man sich nicht 100 Prozent sicher ist.

10 Anzeichen, dass Sie den falschen Partner haben

Sind Sie unglücklich mit Ihrer Beziehung? Ob Sie bei der Partnerwahl danebengegriffen haben oder sich Ihr Traumtyp im Laufe der Beziehung als Reinfall entpuppt hat, können nur Sie selbst beurteilen. Wir können Sie jedoch dabei unterstützen, zu prüfen, ob Ihr aktueller Partner zu Ihnen passt – und überhaupt das Potenzial mitbringt, Sie glücklich zu machen. Welche subtilen Anzeichen Hinweis auf eine falsche Partnerwahl sein können, lesen Sie hier. Wir haben Expertenaussagen dazu aus 10 Büchern zusammengefasst:

1. Ihr Partner hält Sie hin – und Sie hecheln hinterher

Sie sind heiß und innig verliebt, leben aber im Leidensmodus. Weil Ihr Partner Ihnen immer wieder nur Zuneigungsbröckchen hinwirft, Sie hinhält und emotional verhungern lässt. Das steigert Ihre Sehnsucht ins Unermessliche. Sie gieren nach dem bisschen Aufmerksamkeit, der wenigen Leidenschaft, die Ihr Partner Ihnen schenkt. Klares Zeichen für Liebessucht – und den falschen Partner.

Gerade Frauen lieben liebend gerne und können förmlich süchtig danach werden, behauptet Julia Kathan. Sie haben einen extrem langen Atem, was Vertröstungen angeht, schreibt die Liebes-Coachin in Alles für ein bisschen Liebe. Sie geben emotional alles, versuchen den Partner mit ihrer Liebe zu ändern und geraten in einen Teufelskreis aus Nähe und Distanz. Wenn Ihr Partner dieses Spielchen auf Ihre Kosten forciert und immer wieder die Hoffnung in Ihnen nährt, dass alles doch anders, schöner, liebevoller werden könnte, ohne Ihnen jemals das zu geben, wonach Sie sich sehnen, dann ist dieser Partner sicherlich falsch.

2. Ihr Partner ist ein miserabler Autofahrer – und Sie sitzen daneben

Es gibt immer Warnzeichen, Signale, die uns hellhörig werden lassen sollten. Das meint Wolfgang Krüger. Selbst die Art, wie jemand Auto fährt etwa, erlaubt Rückschlüsse auf sein Beziehungsverhalten, schreibt er in Liebe, Macht und Leidenschaft. Denn wie rabiat sich jemand auf der Straße verhält, zeigt, wie sehr sein Machtwille ausgeprägt ist. Eine britische Studie hat herausgefunden, dass schlechte Autofahrer, also solche, die aggressiv die Straßen entern, rücksichtslos überholen und immer über die anderen Verkehrsteilnehmer schimpfen, auch schlechte Liebhaber sind. Und solche Partner sind gewiss falsch�

3. Ihr Partner ist sehr selbstsicher – und Sie auch

Die meisten Menschen wünschen sich eine lange, zufriedenstellende, sexuell glückliche Partnerschaft. Gerne auch ewig. Ein Kriterium für den richtigen Partner ist also, dass er Ihnen lange erhalten bleibt.

Dann sollten Sie mal schauen, ob Ihr Partner in puncto Selbstbewusstsein Ihnen ebenbürtig ist. Dies kann nämlich Hinweis darauf sein, dass Sie an den falschen Partner geraten sind. So könnte man Werner Bartens Kommentar auslegen. Zwei sichere und in sich ruhende Persönlichkeiten seien für uns zwar das perfekte Match in Hinblick auf Partnerschaft, schreibt er in Was Paare zusammenhält. Wer aber silberne oder goldene Hochzeit feiern wolle, der solle sich einen unsicheren oder ambivalenten Partner zulegen. Ist die derzeitige bessere Hälfte eher unsouverän und zweifelnd, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Ihnen wegläuft, gering. Und damit stehen die Chancen doch gut, dass Sie den Richtigen gefunden haben.

4. Ihr Partner arbeitet unbewusste Konflikte ab – und Sie sind sein Punchingball

Wer sich darauf verlässt, dass ihm das Schicksal irgendwann den passenden Liebeskandidaten vermittelt, wird immer wieder Reinfälle erleben, meint Hermann Meyer. Denn den ultimativ richtigen Partner gibt es nicht. Aber es gibt solche, die weniger geeignet sind als andere, schreibt Hermann Meyer in Jeder hat die Beziehung, die er verdient.

Denn: Unsere Partnerwahl wird durch das Unbewusste gesteuert. Wir tendieren zu einem bestimmten Partner, der dazu geeignet ist, uns Verdrängtes, Unbewusstes und Unerlöstes bewusst zu machen. Im besten Fall lernen wir durch den anderen, unsere verdrängten Baustellen anzugehen. Im weniger guten Fall bekämpfen wir im anderen das, was wir bei uns selbst ablehnen – und umgekehrt: Ihr Partner hat Sie unbewusst gewählt, weil Sie etwas verkörpern, was bei ihm ungelöst ist. Schafft er es, diese unbewussten Aufgaben für sich zu erledigen, ist alles gut. Benutzt er Sie als negative Projektionsfläche, an der er seine verdrängten Seiten abarbeiten kann, ist er sicherlich falsch für Sie.

5. Ihr Partner ist ein Muttersöhnchen – und Sie spielen die zweite Geige

Er ist selbstbewusst, lustig und jeden Sonntag bei seiner Mama. Kein Grund zur Panik, wenn Ihr Partner ansonsten Distanz zu seinen Erzeugern wahrt. Will heißen: erwachsen ist und sich von seinen Eltern abgenabelt hat. Frauen wollen erwachsene Männer betitelte der Paarexperte Roland Kopp-Wichmann einen Ratgeber, der erklärt, warum Männer sich von ihrer Kernfamilie lösen müssen, um beziehungsfähig zu sein.

Das ist einem Mann dann gelungen, wenn der Kontakt zu Mutter und Vater regelmäßig, aber souverän besteht, wenn er Entscheidungen alleine fällt und auch wirtschaftlich auf eigenen Beinen steht. Falls Ihr Partner jedoch bei jeder Gelegenheit zu Mutti rennt und sich von ihr in Ihr gemeinsames Leben hineinreden lässt – dann klingt das nicht nach erwachsen und deutet auf eine nicht optimale Partnerwahl hin.

Lesetipp: Warum manche Männer nie groß werden und woran man das Peter-Pan-Syndrom erkennt

6. Ihr Partner streitet niemals mit Ihnen – und Sie müssen Beziehungsärger einfach schlucken

Schöne, ideale Beziehungswelt: Zwei Menschen, die immer einer Meinung sind und niemals zoffen, leben glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage. Schnitt und Aus – so etwas gibt's im Kino, im wahren Leben gehören Probleme und eben auch Streit zum Beziehungsalltag. Wer niemals mit dem Partner streitet, Auseinandersetzungen stets meidet, muss nicht alles gut finden, er kann auch Unangenehmes verdrängen.

Das ist nicht gut, weiß John Gottman. Der amerikanische Psychologe hat die Streitkultur von Paaren erforscht und festgestellt: Wer gar nicht zankt, hat weniger von der Liebe. Und wer falsch streitet, riskiert gleich die ganze Partnerschaft, erklärt er in Die Vermessung der Liebe: Kritik und böse Kommentare, eine feindselige Haltung dem anderen gegenüber und mehr negative als positive Statements im Streitgespräch sind schlechte Zeichen. Wenn Ihr Partner sich sogar ganz entzieht, bei Unstimmigkeiten gleich abblockt und Probleme totschweigt, haben Sie womöglich die falsche Partnerwahl getroffen.

7. Ihr Partner schaut sich online mal um – und Sie nicht

In Zeiten der unbegrenzten Möglichkeiten kommt so manch einer ins Schwanken. Allerorten wird uns vorgegaukelt, wir müssten prüfen, ob wir die richtige Wahl getroffen haben – es kann schließlich sein, dass irgendwo auf dieser Welt jemand zu finden ist, der noch besser passt, als der aktuelle Partner.

Grundsätzlich seien wir heute nie zufrieden, schreibt die Journalistin Annabel Dillig in Diesen Partner in den Warenkorb legen. Alle, die sich in einer festen Beziehung befinden, sind den Verlockungen ausgesetzt – vor allem denen des Internets, das jederzeit eine unglaubliche Auswahl an potenziellen Partnern offeriert. Gegen nur mal schauen ist nichts einzuwenden. Aber wenn Ihr Partner sich bei Datingportalen anmeldet, dann hält er vielleicht doch online Ausschau nach Partneralternativen. Vor allem, wenn für Sie die Online-Suche nach interessanten Kontakten tabu ist, sollten Sie über richtig und falsch nachdenken.

8. Ihr Partner will Sie ändern – aber Sie sollen ihn lieben, wie er ist

»Zieh doch mal den hübschen Pulli an, die andere Frisur hat mir besser gefallen, schmatz nicht so« – je länger die Liebe, umso unverblümter die Kritik. Oft verschwimmen die Grenzen zwischen liebgemeinter Anmerkung und abwertender Abmahnung.

Letzteres liegt vor, wenn Ihr Partner ständig an Ihnen rummeckert und Sie es ihm niemals recht machen können. Ihr Partner müsse zwar nicht alles bei Ihnen einfach hinnehmen, er könne aber nur sein Verhalten ändern und damit Einfluss auf Ihres nehmen, schreibt Michael Mary in Der Beziehungs-Code. Das ist eine wechselseitige Sache, einseitige Anklagen und ständige Änderungsattacken zerstören die Liebe – und zeugen mitunter von einer falschen Partnerwahl.

9. Ihr Partner war gleich mit Ihnen im Bett – aber der Sex hat sich abgenutzt

Sex ist wichtig, Sex macht Liebe, Sex bringt Partner zusammen. So weit, so gut. Aber unser sexuelles Verlangen kann uns auch in die Irre führen. Christian Thiel beispielsweise mahnt, schneller Sex sei der häufigste Weg zu einer unpassenden Beziehung.

Und das erklärt er in Warum Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben so: Die meisten Menschen würden die Bindungskraft von Sexualität unterschätzen. Intimität und Hormone tragen effektiv dazu bei, dass sich bindet, was vielleicht gar nicht zusammenpasst. Sex stelle eine Nähe her, die trügerisch sei – und oft dafür sorge, dass wichtige Schritte des Kennenlernens übergangen werden, als da wären: reden, ausgehen, sich richtig beschnuppern. Wenn Sie mit Ihrem derzeitigen Partner sofort beim ersten Date intim geworden sind, kann das an der erotischen Anziehungskraft zwischen Ihnen liegen – allerdings sagt die nichts darüber aus, wie Sie sich als Paar im Alltag machen. Erstens nutzt sich die Anfangsleidenschaft ab, zweitens übertüncht sie die eigentlich wichtigen Beziehungsfaktoren. Vielleicht hat Sex Sie davon abgehalten, diesen Partner daraufhin zu prüfen, ob er wirklich zu Ihnen passt.

10. Ihr Partner zweifelt an Ihrer Beziehung – und übt damit Druck auf Sie aus

Man kann ja mal unzufrieden und auch genervt sein von der Beziehung. Wenn Ihr Partner aber ständig Ihre Partnerschaft infrage stellt, kann das tiefere Ursachen haben.

Es könne sich sogar um Emotionale Erpressung handeln, wie die amerikanische Psychologin Susan Forward in ihrem gleichnamigen Buch schreibt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Ihr Partner sehr bewusst sein Missfallen über Ihre Beziehung immer dann äußert, wenn er seinen Willen durchdrücken will. Gefühle können dann zu einer regelrechten Waffe werden, etwa, wenn Ihr Partner seine Zweifel als Auftakt für eine Trennungsdrohung benutzt. Das ist in keinem Fall »richtig«.

Fazit: Von der Angst, den Falschen erwischt zu haben – und dem Ausweg aus dem Unglück

Nur Sie können zu der Erkenntnis gelangen, dass Ihr Partner der falsche für Sie ist. Vertrauen Sie dabei Ihrem Bauchgefühl, aber schalten Sie auch den Kopf ein. Ein ungutes Gefühl allein macht noch keine Trennung und bisweilen hat die Angst, an den falschen Partner geraten zu sein, tiefere Ursachen. Ob Sie befürchten, etwas zu verpassen, wenn Sie sich an diesen Partner langfristig binden, ob Sie insgeheim Angst vor Zurückweisung haben und wie in einer Art Rückkoppelung die ganze Partnerschaft infrage stellen, können nur Sie beurteilen.

Falls sich die Hinweise neben Ihrem schlechten Gefühl mehren, dass Ihr Partner nicht der richtige für Sie ist, sollten Sie sich dies bewusst machen:

  • Sie müssen nicht an einer Beziehung festhalten, die Sie unglücklich macht – es gibt immer Alternativen.
  • Ihren Partner können Sie nicht ändern, Ihre Beziehung nicht umarbeiten. Sie können nur bei sich selbst etwas ändern.
  • Sie sind eine Hälfte der ganzen Beziehung – überlegen Sie auch, ob Ihr Partner meint, Sie seien der richtige Partner.
  • Manchmal ist der vermeintlich falsche Partner doch der richtige – oft erkennen wir erst im Nachhinein, welche Rolle bestimmte Menschen in unserem Leben spielen.

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