Nieder mit den Klischees – Christian Thiel klärt in »Wieso Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben« über Liebesirrtümer auf.

Junger Mann macht einer Frau schöne Augen

Anders, als wir denken: Bekannte Beziehungsirrtümer klug entlarvt

Beziehungen sind kompliziert – wissen Sie. Leidenschaft hat ein Verfallsdatum – tausendmal schon gehört. Und Sex wird überschätzt – klare Sache. Wenn auch Sie glauben, genügend über Sex, Liebe und Partnerschaft zu wissen, dann sollten Sie dieses Buch lesen, es könnte Sie eines Besseren belehren.

Christian Thiel räumt darin auf mit Fehleinschätzungen über die wichtigste Sache der Welt. Er ist sicher, dass die meisten von uns mit völlig falschen Vorstellungen an Liebesbeziehungen herangehen – weil sie es nicht besser wissen. Das meiste, was wir nämlich über Liebe wissen, sei bei näherer Betrachtung gar nicht richtig, behauptet der laut Klappentext dienstälteste Singleberater Deutschlands. Und tritt den Beweis für seine These an, indem er insgesamt 37 populäre Irrtümer über die Liebe, Sex, Beziehungen und Partnersuche aufdeckt.

Buchvorstellung: Wieso Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben

Darum geht´s:

Es gibt Fakten über unser Liebesleben. Und es gibt Annahmen darüber. Letztere sind für viele von uns der Weisheit letzter Schluss. Denn wir glauben verdammt gerne an all die Märchen über Liebe, die meisten von uns sind doch hartnäckige Anhänger von romantischen Glaubenssätzen. Nirgendwo sonst, moniert Christian Thiel, würden wir uns so viel Ignoranz gegenüber harten Tatsachen leisten wie in der Liebe. Ob es um Verliebtheit geht, Sex, um Langzeitpartnerschaften und Affären – überall kolportieren wir von Herzen gerne Irrtümer. Das Fatale daran, meint Thiel, sei, dass populäre Liebesmythen uns glauben lassen, in der Liebe gebe es nichts zu wissen und zu können. Wir sollen uns verlieben und dann klappt das schon. Dabei seien Wissen und Können wesentliche Komponenten der Liebeskunst, und da könnten wir noch jede Menge lernen, wenn wir uns die Fakten genauer anschauen. Genau das macht Thiel, indem er eine Vielzahl an Denkfehlern aufdeckt.

So ist der Inhalt strukturiert:

  • Ein Vorwort und ein Nachwort flankieren den Kern dieses Buches: Nämlich die 37 geläufigen Irrtümer über die Liebe.
  • Verteilt sind diese auf drei Kapitel: Unter »Sexualität« finden sich 14 Irrtümer, weitere 14 in »Partnerschaft« und die letzten 9 in »Partnersuche«. Jedem Kapitel ist eine kurze Einleitung vorangestellt, in dem das – nennen wir es mal: Grundproblem prägnant umrissen wird.
  • In einem informativen Anhang zählt Thiel die von ihm herangezogenen Quellen auf und erläutert zudem deren Relevanz.

Das steckt drinnen:

Auf einen Blick finden Sie hier die bekanntesten Irrtümer über die Liebe, aber auch etwas weniger verbreitete Falschannahmen. Thiel hat ausführlich recherchiert, schildert jedes Irrtum, wie es zustande kommt, wie es sich auswirkt und woher es kommt, dass wir daran festhalten. Dabei zieht er nicht nur Experten wie John Gottman zurate, er zitiert auch etliche Studien und Untersuchungen, um plausibel zu erklären, was es mit den Irrtümern aus wissenschaftlicher Sicht auf sich hat. Manches ist erstaunlich, anderes eher abgenudelt, aber viele Widerlegungen der Irrtümer sind wirklich verblüffend.

Ausführliche Beschreibung

Von vorne bis hinten: 37 bekannte und weniger bekannte Fehlannahmen über Liebe, Sex und Partnerschaft

Wir könnten jetzt natürlich alle Irrtümer, die Thiel in seinem Buch zusammenträgt, aufzählen. Tun wir aber nicht, denn das sollten Sie selber lesen. Aber wir sagen Ihnen, was allen 37 Fehlannahmen gemeinsam ist: Manche von ihnen sind unsterblich, viele werden von Generation zu Generation weitergeben und einige sind so etwas wie Allgemeinplätze. Und das macht sie so mächtig – viele von uns glauben nämlich unbewusst an irgendwelche Behauptungen, ohne diese jemals zu hinterfragen.

Ein Beispiel: Männer sind rational (bei Thiel Irrtum Nr. 34) – das ist für viele ein Fakt. Frauen sind impulsiv und emotionsgeladen, müssen ständig über ihre Gefühle reden und handeln in der Liebe kaum überlegt. Weil sie im Grunde ihres Herzens die totalen Romantikerinnen sind, die auf Blümchen und Komplimente stehen und schwach werden, wenn Mann die richtigen Knöpfchen drückt.

Stimmt ja gar nicht, erklärt uns Thiel. Männer sind die wahren Romantiker! Männer machen zwar oft nicht das, was Frauen so unter dem Begriff romantisch verstehen, sie denken aber total romantisch. Genauer gesagt: Eine romantische Liebesvorstellung zu haben, bedeutet nicht, mit roten Rosen zum Date zu erscheinen, es heißt, an die romantische Liebe, an die Liebe auf den ersten Blick zu glauben. Und genau das, erläutert Thiel, tun Männer viel eher als Frauen, wie eine großangelegte amerikanische Studie zum Beispiel gezeigt hat. Die romantische Ader zeigt sich bei Männern nur vollkommen anders als bei Frauen, die sich diesbezüglich schon mal gerne zur Ader lassen. Männer dagegen verfallen der als Traumfrau gefühlten Dame ihres Herzens mit Haut und Haaren – sieben Prozent aller Herren sagen der Angebeteten schon beim ersten Treffen »Ich liebe Dich«. Wenn das mal nicht total romantisch ist.

Frauen dagegen, so Thiel, hätten bei der Partnersuche 20 bis 200 Kriterien, die sie beim Mann anlegen – erfüllt er nicht ihre hohen Ansprüche, wird’s auch nichts mit den romantischen Gefühlen. Und die Männer? Hach, sind die süß: Ganze zwei Maßstäbe würden sie generell an Frauen anlegen, schreibt Thiel. Erstens: wie sie aussieht (sollte gut sein) und zweitens: ob er bei ihr gut ankommt (sollte der Fall sein).

Thiels Erklärung, warum Männer alles andere als rational seien, ist ebenso aufregend: Es liegt an der Zeit, die die Geschlechter damit verbringen, die Gefühle anderer zu analysieren! Mädchen sind von klein auf mit der emotionalen Seite des Lebens beschäftigt, sie werden ermutigt, sich mit dem Innenleben der anderen auseinanderzusetzen, üben sich bereits in der Sandkiste in konstruktiver Problemlösung, während Jungs sich eher mit praktischen Dingen wie der Funktionstüchtigkeit diverser technischer Geräte befassen. Das erklärt den Vorsprung und den Wissensüberschuss, den Frauen hinsichtlich emotionaler Zustände haben. Und den nutzen die Damen, um bei aller Romantik ziemlich rational vorzugehen.

Ein Kapitel für sich: Die Sache mit dem Sex

Sex nimmt einen breiten Raum ein bei den Irrtümern. Mit Sex fangen die meisten Beziehungen an, und ohne Sex hören die allermeisten auf: Intimer Körperkontakt ist wohl das Thema in der Liebe schlechthin. Und darum prädestinert für jede Menge Falschannahmen, Irrtümer und Humbug. Über Sex wird überall diskutiert, doziert und lamentiert. Zu wenig, zu viel, zu schlecht, zu hart, zu unbefriedigend, zu langweilig – wie soll der Sex denn nun sein?

Eine Erkenntnis: Wichtig ist zunächst einmal, wie Sie es gerne hätten. Jeder Mensch hat ein indivduell ausgeprägtes Sexbedürfnis, das wiederum von vielen Faktoren abhängig ist. Manch einer legt so gut wie keinen Wert auf sexuelle Aktivitäten, ein anderer kann ohne keinen Tag sein. Wenn dann zwei Partner aufeinander treffen, spielt es eine entscheidende Rolle, wie kompatibel auch auf lange Sicht diese sexuellen Bedürfnisse sind. Noch eine Erkenntnis: Gerade in längeren Beziehungen kommt dem Sex eine wesentliche Bedeutung zu. Und die können wir beeinflussen. Etwa, indem wir uns von allerlei Irrglauben befreien. Zum Beispiel von diesem:

Irrtum Nummer 9: Mit Sex kann man keine Probleme lösen

Konflikte kann ein Paar nicht durch Sex bereinigen. Die Partner müssen daüber reden. So weit die Annahme, die viele von uns vertreten. Manchmal wird Körperkontakt in Krisenzeiten sogar verunglimpft als Problemunterdrückung und Lösungsverweigerung, weil Sex darüber hinwegtäuschen kann, was alles nicht stimmt. Dabei ist das ziemlich weit von der Realität entfernt: Sex kann sehr wohl zur Lösung von Beziehungsproblemen beitragen! Und zwar in ganz erheblichem Maße.

Viele Untersuchungen haben sich mit der Wirkung der Hormone befasst, die uns während des Geschlechtsaktes durchströmen. Der Forscher Liebling ist dabei Oxytocin, auch als Kuschelhormon bekannt. Es sorgt nicht nur dafür, dass wir uns richtig gut fühlen, unseren Sexpartner danach ganz dufte finden und Bindungsbereitschaft zeigen. Oxytocin macht auch kompromissbereiter, verständnisvoller und sanfter. Genau der Mangel dieser Eigenschaften führt in Partnerschaften ja oft dazu, dass Auseinandersetzungen eskalieren. Sex kann da helfen: Nach dem Sex seien die Chancen, einen Konflikt zu bereinigen, erheblich höher, schreibt Thiel. Zwar sei Sex kein Allheilmittel für Beziehungsprobleme, regelmäßig eingesetzt könne er aber in der Partnerschaft dazu beitragen, den gefürchteten Teufelskreis »viele Probleme – kein Sex« zu durchbrechen.

Fazit: Das bringt die Lektüre

  • Sie sind neugierig und wollen mehr über Liebe, Sex und Partnerschaft wissen – und das in unterhaltsamer, aber trotzdem gehaltvoller Form?
  • Haben Sie so Ihre Erfahrungen gemacht und glauben, dass vieles von dem, was man über Liebe und Partnerschaften sagt, der Wahrheit entspricht?
  • Stecken Sie gerade in einer Sackgasse und brauchen neue Impulse, um mit Ihrer momentanen Liebessituation besser umgehen zu können?

Dann lesen Sie dieses Buch. Ein Rettungsversuch für die Liebe sei sein Sachbuch, schreibt Thiel. Denn der Liebe muten wir so unglaublich viel zu und nähren viele Gerüchte über dieses immens wichtige Thema.

Bei Thiel können Sie nachschlagen, sich Ihr Thema raussuchen und mal nachschauen, ob wahr ist, was Sie so glauben. Mit Thiels sachkundiger Unterstützung können Sie sich einen Reim machen auf viele mehr oder weniger irreführende Aussagen über Liebe. Das kann sowohl bei der Partnersuche als auch bei Beziehungskrisen eine wichtige Hilfestellung sein. Denn wer erkennt, dass es gar nicht so ist, wie es zu sein scheint, kann neue Ansatzpunkte finden, um an der eigenen, unbefriedigenden Situation etwas zu ändern. Dieses Buch kann also dabei helfen, dem Fatalismus in der Liebe zu entkommen und ihr und der eigenen Beziehung eine neue Wendung zu geben. Durch neues Nachdenken über alte Liebesmythen.

Hier geht es portofrei zum Buch

2 Minuten für die Wissenschaft

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