Der (fast) unvermeidliche Seitensprung: Sind auch Sie gefährdet?

Nahaufnahme einer Hand, die einen Ehering in eine Jeans-Tasche versteckt.

Wie wahrscheinlich ist IHR Seitensprung?

Keine Sorge, ein Seitensprung kommt natürlich nicht unvermutet wie ein Schnupfen oder eine Steuerprüfung über Sie. Er ist auch keine Schicksalsmacht, der Sie hilflos ausgeliefert sind. Doch es scheint tatsächlich »Typen« zu geben, bei denen das Fremdgehen häufiger vorkommt als bei anderen Menschen. Dies jedenfalls bestätigt die Autorin Anneli Rufus aus Los Angeles.

Sie arbeitete sich durch diverse Studien von Psychologen, sammelte Zahlen und errechnete daraus die Untreue-Wahrscheinlichkeit für bestimmte Menschentypen und Lebensumstände. Herausgekommen sind 15 Gründe, die einen Seitensprung unausweichlich zu machen scheinen.

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Seitensprung-Risiko: 15 Gründe, warum Sie vermutlich fremdgehen werden

Sie sind ein Mann und gehen damit zu 7 Prozent häufiger fremd, als wenn Sie eine Frau wären. »Bruce Elmslie«

Sie verdienen mindestens 40.000 Euro im Jahr und gehören zur Risikogruppe der Gutverdiener, die zu 150 Prozent häufiger fremdgehen als Geringverdiener »Janis Abrahams Spring«

Sie sind die Frau eines Nicht-Akademikers und deshalb rein statistisch um 3 Prozent fremdgeh-williger, als wenn Ihr Gatte einen Doktortitel hätte »Elmslie/Edinaldo«

Sie leben in einer Großstadt, wo die Untreue-Bereitschaft um 39 Prozent höher liegt als in ländlichen Gegenden»Judith Treas & Deirdre Giesen«

Sie mögen Internetpornos und zählen damit zur Fremdgeh-Gruppe, die zu 300 Prozent häufiger betrügt als Porno-Abstinenzler »Dollahite/Lambert«

Sie sind kein Kirchgänger und gleichzeitig mit 250 Prozent wahrscheinlicher ein Fremdgänger als jemand, der regelmäßig Gottesdienste besucht »Elmslie/Edinaldo«

Ihre Zwillingsschwester hat eine Affäre? Dadurch erhöht sich Ihr Seitensprung-Risiko um 250 Prozent, denn eine identische Untreue-Neigung ist bei eineiigen Zwillingen erwiesen »Lynne Cherkas«

Sie denken täglich an Sex mit fremden Partnern und erhöhen dadurch automatisch Ihre Seitensprung-Neigung um 22 Prozent »Mira Kirhsenbaum«

Sie finden Ihre Schwiegereltern nervig? Dann gehen Sie zu 24 Prozent wahrscheinlicher fremd, als wenn Ihnen die Eltern Ihres Partners sympathisch wären »Dollahite/Lambert«

Sie verbringen zu wenig Lebenszeit mit Ihrem Partner. Dadurch steigt Ihre Seitensprung-Wahrscheinlichkeit um 10 Prozent steigt »Robin Baker«

Sie sind Afroamerikaner oder afrikanischer Herkunft und gehen damit doppelt so oft fremd wie gebürtige Europäer. »Treas Giesen«

Sie haben Ihre Jugendliebe geheiratet? Dann begehen Sie zu 400 Prozent häufiger Ehebruch als jemand, der erst mit 30 oder später seine große Liebe findet »Atkins/Baucom«

Sie lebten mit Ihrem Partner schon viele Jahre lang in »wilder Ehe«, bevor Sie sich entschieden zu heiraten? Dann gehen Sie um 39 Prozent wahrscheinlicher fremd, als wenn Sie früher geheiratet hätten »Dollahite/Lambert«

Sie sind Akademiker? Dann sind Sie zu 175 Prozent leichter für einen Seitensprung zu begeistern als weniger gebildete Zeitgenossen »Atkins/Baucom«

Sie sind ein depressiver, unglücklicher Mann und neigen dadurch zu 13 Prozent häufiger zum Fremdgehen als ein Mann mit positiver Lebenseinstellung »Elmslie/Edinaldo«

Spaßige Zahlenspiele mit ernstem Hintergrund

Natürlich liest sich diese Zusammenstellung kurios. Weil praktisch jeder sich wiedererkennen und damit rein formal zum Seitenspringer deklarieren kann. Bewegen wir uns weg von abstrakten Statistiken und werden konkret. Als aufgeklärter, beziehungsfähiger Mensch wissen Sie sicher, dass hinter einem Seitensprung andere Ursachen stehen als Doktortitel oder nicht besuchte Gottesdienste.

Der Unterschied zwischen uns aufrecht gehenden Primaten und anderen Lebewesen ist, dass wir unsere Triebe kontrollieren – und nicht umgekehrt. Wir sind also fähig, mit unserem freien Willen eine Entscheidung darüber zu treffen, in welchem Bett wir am Ende des Abends landen.

Leider (oder glücklicherweise?) besitzen wir auch etwas, das Sehnsuchtsphantasie heißt. Ein lustvolles Kopfkino, das zwar überhaupt nicht lebensnotwendig ist, uns aber höchst anregende Sexphantasien mit einem fremden Partner beschert.

Genau diese erotischen Phantasien sorgen manchmal trotz aller guten Vorsätze und Treueversprechen dafür, dass das »Nein« zum Seitensprung nicht über unsere Lippen kommen will. Weil die Lustphantasien Erfüllung fordern und im Rausch der Hormone oder der blitzartigen Verliebtheit alle Konsequenzen unwichtig erscheinen lassen. Auch das macht uns menschlich: die Fähigkeit zur sexuellen Hingabe, zur Leidenschaft, zur unvernünftigen, rauschhaften Lust. Es wäre ebenso arrogant wie ungesund, zu behaupten, das sei grundsätzlich verwerflich und müsse unterdrückt werden!

Was, wenn der Seitenprung tatsächlich passiert ist?

So erheiternd die genannten Seitensprung-Gründe auch klingen, als Handwerkszeug zur Beziehungsarbeit sind sie gänzlich ungeeignet. Im Ernstfall bekommen sie den schalen Beigeschmack eines verharmlosenden Alibis. Nach dem Motto »ich bin Akademiker, lebe in Berlin und verdiene 120.000 Euro, also konnte ich gar nicht anders.« Für den betrogenen Partner klänge das wie Hohn.

Sofern Sie nicht zu den beneidenswerten Paaren gehören, die für diesen Fall bereits klare Absprachen getroffen haben, wird sich diese Situation im ersten Moment ungewohnt und fremd anfühlen. Geben Sie Ihrer Beziehung genug Zeit, diese Gefühle durchzuleben. Das gilt für beide: Seitenspringer und Betrogene. Wichtig ist, dass Sie die Verbindung nicht verlieren. Reden Sie. Und versuchen Sie, das ohne allzu dramatische Szenen zu tun – auch wenn es schwer fällt. Je mehr Drama Sie hineinbringen, umso länger wird es dauern, bis Sie den Seitensprung verarbeitet haben. Machen Sie nicht den Fehler, sich an allgemeinen Regeln oder gesellschaftlichen Standards festzuhalten. Nur Sie und Ihr Partner können wissen, was gut für Sie ist.

Ein Seitensprung muss nicht das Ende der Beziehung bedeuten, und ganz gewiss ist er kein Indiz dafür, dass Ihre langjährige Liebe erloschen ist! Wenn Sie es wollen, kann ein Seitensprung die Initialzündung zur Weiterentwicklung Ihrer Beziehung sein. Das Aufarbeiten der Gründe, die zur Untreue geführt haben (und damit sind nicht die genannten gemeint!), kann ein neues, starkes Wir-Gefühl freisetzen und Ihrer Beziehung eine Qualität verleihen, mit der Ihnen kein noch so großes Fremdgeh-Risiko mehr etwas anhaben kann ...

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