Wertvolle Denkanstöße, die Ihnen dabei helfen, die Kontrolle über Ihr Leben zurückzuerlangen

Schattenbeziehungen: Zehn tückische Fallen, die Sie kennen sollten

Sie sind eine Schattenfrau und nicht mehr glücklich in Ihrer heimlichen Beziehung? Dann sollten Sie diesen Text lesen, er könnte Ihnen die Augen öffnen. Nicht nur, weil Sie darin wertvolle Denkanstöße finden, die Ihnen dabei helfen, die Kontrolle über Ihr Leben zurückzuerlangen – Sie werden auch verstehen, wie Sie überhaupt erst in diese Lage geraten konnten.

Die Themen dieses Beitrags:

Falle Nr. 1: Hoffnung auf ein Happy End

»Immer, wenn wir Schluss gemacht haben, war es nicht wirklich. Bei jedem Bruch habe ich die Hoffnung gehabt, dass es noch einmal gut wird.« Diesen Satz zitiert Gerti Senger als typische Aussage einer Geliebten, die in einer Schattenbeziehung festhängt. Es ist menschlich, an ein harmonisches Ende glauben zu wollen. Selbst in einer Situation, die widersprüchlicher nicht sein könnte.

Einerseits wurde die Schattenbeziehung begonnen, um dem gefühlsarmen Alltag oder einer erkalteten Ehe zu entfliehen – jedenfalls von einem der Beteiligten. Andererseits sehnen die heimlichen Liebenden sich nach genau diesem Zustand: Zweisamkeit, Alltag, Stabilität. Wie geht das zusammen? Gar nicht. Genau aus diesem Widerspruch entspringt die Hoffnung, die Schatten- und Dreiecksbeziehungen über Jahre hinweg aufrecht erhält.

Die betrogene Ehefrau spürt genau, dass etwas faul ist, doch sie schweigt aus Angst vor Konfrontation oder Veränderung und hofft darauf, dass alles von allein irgendwie gut werden wird. Die heimliche Geliebte sehnt sich nach einer echten Beziehung, obwohl diese strikt ausgeschlossen ist und hofft, dass das Unmögliche eines Tages doch geschieht. Die ständigen Trennungen und Versöhnungen kosten viel Kraft, doch sie sorgen auch für den emotionalen Kick, der wie eine Droge wirkt und die Fortsetzung der Schattenbeziehung ermöglicht.

Auch der männliche Geliebte hofft. Darauf, dass er weiterhin die beiden Elemente seines Doppellebens ohne allzu große Verletzungen und Gewissensbisse vereinbaren kann. Darauf, dass er weder von seiner Ehefrau noch von seiner Geliebten verlassen wird. Weil in vielen Fällen das Beziehungsdreieck der einzige Zustand ist, der eine erkaltete Ehe stabilisiert. Wäre die Geliebte als ausgleichendes Element nicht mehr vorhanden, würde die Fortsetzung der Ehe sich schwieriger gestalten. (Lassen Sie diesen Satz auf sich wirken, liebe heimliche Geliebten: Durch Ihre Zuwendung stabilisieren Sie die Ehe Ihres Schattenmannes!)

Selbst eine glückliche »Zweite Geige« hofft. Einerseits darauf, dass die Schattenliebe für lange Zeit so unkompliziert und lustvoll bleibt wie zu Beginn. Andererseits darauf, dass ein schmerzfreies Loslassen möglich ist, sollte dem nicht so sein. Nur um festzustellen, dass dies schon nach wenigen Monaten nicht mehr möglich ist, weil die Heimlichkeit, die sexuelle Leidenschaft und der hohe Dramafaktor der Schattenliebe eine spezielle Bindung erzeugt haben, die nur schwer zu lösen ist.

Und noch eine irrationale Hoffnung schweißt die Schattenfrau an ihren Geliebten. Sie hofft, dass die Entscheidung für eine vermeintlich unverbindliche Schattenliebe sie vor den Verletzungen schützt, unter denen zeitgleich die Ehefrau des Schattenmannes zu leiden hat: Vertrauensbruch, Betrogenwerden, Unsicherheit, Eifersucht, Zukunftsängste, Ohnmachtsgefühle. Die Geliebte hofft, durch eine heimliche Schattenliebe diesen Gefahren aus dem Weg zu gehen, indem sie eine echte Zweitbeziehung vermeidet. Auch diese Hoffnungen zerschlagen sich, spätestens dann, wenn der Geliebte sich einer weiteren Schattenfrau zuwendet oder sich entscheidet, zu seiner Frau zurückzukehren. Unerfüllbare Hoffnungen auf allen Seiten. Diese Hoffnungen können aus Angst vor Verletzungen oder Veränderungen so übersteigert und dramatisiert werden, dass daraus Tagträume werden. Gerti Senger empfiehlt Schattenfrauen, betrogenen Ehefrauen und Geliebten, den folgenden Gedankengang täglich ins Bewusstsein zu holen: »Leben ist Veränderung. Wachstum und ständiges Zupacken. Die Voraussetzung dafür ist Loslassen. Wenn Sie sich dazu nicht aufraffen, haben Sie nicht die Hände frei, um zu nehmen, was Ihnen zustünde und was Ihnen das Leben bieten könnte. Vorausgesetzt, Sie lassen los und flüchten nicht mehr in die Scheinwelt Hoffnung machender und betäubender Tagträume, liegt das Leben in Ihrer Hand.«

Falle Nr. 2: Investitions-Irrtum

»Jetzt habe ich schon soviel in diese Beziehung gesteckt. Da kann ich doch nicht einfach Schluss machen!« Wieder so ein typischer Satz, den Gerti Senger bei ihren Recherchen gefunden hat. Geäußert wird er nicht nur von heimlichen Geliebten, sondern auch von betrogenen Ehepartnern. Weshalb viele Ehefrauen ihren Mann nicht mit gepackten Koffern vor die Tür setzen, sondern durchhalten, sehr zum Verdruss mancher Geliebten.

Das Prinzip Re-Investment kennen wir aus der Wirtschaft. Wer investiert, will auch etwas zurückbekommen. Inklusive Zinsen. Was das mit Schattenbeziehungen zu tun hat? Gerti Senger nennt hier den Concorde-Skandal als Beispiel. Sie erinnern sich an das spektakuläre Überschall-Passagierflugzeug? Selbst zu dem Zeitpunkt, an dem klar war, dass dieser Flugzeugtyp unrentabel sein würde, hielt man an der Weiterentwicklung und dem Einsatz der Maschinen fest. Obwohl jeder einzelne Flug das Minus nur noch vergrößerte. Warum? Weil die Investitionen so hoch waren, dass es keiner wagte, das Projekt abzubrechen, die Notbremse zu ziehen und die Idee für gescheitert zu erklären.

So ähnlich läuft es in einer Schattenbeziehung ab, bei der keiner der Beteiligten den Mut aufbringt, »Stopp« zu sagen. Die investierten Gefühle, die erbrachten Opfer, der logistische und emotionale Aufwand, all das ist einfach viel zu aufwendig, um jetzt Schluss zu machen. Wenn selbst studierte Ökonomen solche Schwierigkeiten haben, ein zum Scheitern verurteiltes Projekt aufgrund zu hoher Investitionen rechtzeitig abzubrechen, wer könnte es da einer Geliebten, einer Ehefrau oder einem Schattenmann verübeln, wenn er den Ausstieg nicht findet?

Manche Ehe lebt - ebenso wie manche Schattenbeziehung - nur noch vom Glanz der früheren Investitionen. Der Sex ist längst nicht mehr so prickelnd wie am Anfang, die Heimlichkeit ist nicht mehr aufregend, sondern nur noch belastend, und immer wieder im Alltag lügen zu müssen, kann den Seelenfrieden auf Dauer gewaltig stören. So richtig viel zu sagen haben sich die ehemaligen Liebenden auch nicht mehr. Und wo sind all die Gemeinsamkeiten hin? Eine gemeinsame Weiterentwicklung findet nicht statt, die Beziehung stagniert. Um wenigstens einen Hauch der Anfangsromantik zu erzeugen, werden alte Geschichten wieder und wieder durchgekaut und in immer neuen Varianten erzählt, um die Erinnerung daran lebendig zu halten. Doch von Erinnerungen allein kann keine Liebe leben. Eine glückliche Beziehung braucht Perspektiven, Zukunft, aktives Leben, neue Impulse.

Fragen Sie sich: Halten Sie nur noch an der Verbindung fest, weil Sie so viel investiert haben? Dann sind Sie in die Investitionsfalle getappt. Sie verwechseln den tatsächlichen Wert Ihrer Schattenliebe (oder Ehe) mit der Höhe Ihrer Investitionen, d.h. mit der Zeit, der Energie und dem Gefühl, die Sie reingesteckt haben. Machen Sie sich diesen Unterschied bewusst! Gerti Senger: »Auch für eine Schattenliebe müsste es außer der Investitionsrechtfertigung noch eine andere Erklärung geben, um die heimliche Beziehung aufrechtzuerhalten. Entweder die Erkenntnis, dass Sie mehr Nähe und/oder Engagement ohnedies nicht wollen oder dazu gar nicht fähig sind oder die Schattensituation lässt für Sie doch eine realistische Hoffnung zu. Wenn keine Aussicht auf einen positiven Ertrag in der Zukunft da ist, sind die Investitionen der Vergangenheit für A und F*. Dann sollten diese Energien nicht zum Festhalten, sondern zum Loslassen mobilisiert werden.«

(* salopper Ausdruck in Österreich »für Arsch und Friedrich«, heißt soviel wie für die Katz, umsonst, sinnlos.)

Falle Nr. 3: Abwehrmechanismen und Selbsttäuschung

»Eine Frau, die nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden.« »Diese Lösung ist im Augenblick ohnedies das Beste für mich.« »Natürlich ist das alles sehr kompliziert. Aber im Leben ist nichts einfach.« »Er ist zwar verheiratet, aber er liebt nur mich. Seine Ehe ist für ihn Pflicht, mehr nicht.« Wieder einige typische Sätze, die Prof. Dr. Gerti Senger bei ihren Studien immer wieder begegnet sind. Diese Sätze klingen zwar lapidar, beinhalten aber eine enorme psychoaktive Wirkung, die Schmerz, Ängste und Schuldgefühle unterdrückt.

Aus nachvollziehbaren Gründen. Wir achten instinktiv darauf, dass nur Informationen in unser Bewusstsein gelangen, die keine Schmerzen hervorrufen. Bestimmte Erkenntnisse und Wahrheiten tun zu weh. Also stricken wir uns Schutzbehauptungen, die wir wie ein Mantra innerlich aufsaugen, sobald die unangenehmen Wahrheiten ans Licht zu drängen drohen.

Eine Ehefrau sagt sich: »Gut, er hat seine heimlichen Romanzen und Liebeleien. Aber er ist ein verlässlicher Ehemann, er würde mich niemals im Stich lassen. Also gestehe ich ihm seine kleinen Eskapaden zu und stelle keine Fragen.« Was so tolerant klingt, ist ein lupenreiner Selbsttäuschungs-Versuch. Statt den fremdgehenden Mann zu konfrontieren, meidet die Ehefrau ängstlich jede klärende Auseinandersetzung, steckt den Kopf in den Sand und klammert sich an die Vorstellung, dass es irgendwann wieder wie früher sein könnte. Gerti Senger: »Diese Taktiken sind nur zur Hälfte erfolgreich. Die abgewehrten Schmerzen können oft die Persönlichkeit deformieren und unglückliche Beziehungen zementieren.« Damit beschreibt die erfahrene Therapeutin und Sexualforscherin das ganze Dilemma von Schattenbeziehungen. Je mehr Sie als Geliebte oder Ehefrau versuchen, die Situation rational schönzureden, intellektuell zu überhöhen oder die eigenen unterdrückten Empfindungen auf eine andere Person zu projizieren, umso enger wird die Bindung! Die destruktive Beziehung wird so lange analysiert, verdreht und entweder verharmlost oder überhöht, bis es scheinbar gute Gründe gibt, sie fortzusetzen.

Stellen auch Sie als Geliebte solche Mechanismen an sich fest? Wie ist es, wenn Sie an Ihren Geliebten denken? Freuen Sie sich? Wird das Gefühl in Ihrem Herzen warm, fröhlich und liebevoll? Oder macht sich ein unheilvolles Rumoren in Ihnen breit? Müssen Sie sich Ihre heimliche Beziehung »verkaufen«, um sich gut dabei zu fühlen? Belastet Sie der Gedanke, dass sich an Ihrem aktuellen Status niemals etwas ändern wird – es sei denn, Sie trennen sich und steigen aus? Fühlen Sie sich wirklich geliebt? Wie reagieren Ihre engsten Vertrauten und Freunde, wenn Sie mit ihnen über die verbotene Liebe sprechen? Können Sie das überhaupt? Oder sind Sie ganz allein mit Ihren Gedanken? Rutschen Sie manchmal in eine depressive Stimmung, aus der Sie sich nur schwer wieder herausziehen können?

Gerti Senger: »Hinter einer Depression steht oft Zorn. Er kann soviel Angst erzeugen, dass er mit einer Depression abgewehrt wird. In Schattenbeziehungen, in denen zum Beispiel der Geliebte außerordentlich viel für seine Schattenfrau tut, sie also dafür dankbar und froh sein müsste, ist eine Depression häufig der Deckmantel für eine abgewehrte Aggression gegenüber dem Mann, der sich letztendlich ja doch nicht öffentlich zu der Beziehung bekennt.«

Dies gilt für heimliche Geliebte ebenso wie für betrogene Ehepartner. Die Depression als Flucht vor Wut, Zorn und Hilflosigkeit kann gefährlich werden, weil sie die wichtigen, heilenden Gefühle unterdrückt und in selbstschädigendes Verhalten ummünzt. Statt dem fremdgehenden Ehemann, respektive dem Geliebten, klipp und klar die eigenen Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, spielt Frau die pflegeleichte Partnerin, vermeidet jeden Konflikt und hofft, auf diese Weise den Mann an sich zu binden. Hier spielen häufig Kinderängste eine Rolle. Scheidungskinder haben sehr früh verinnerlicht, dass derjenige, der auf den Tisch haut und eine Beziehung beendet, der »Böse« ist. Also vermeiden sie es, »böse« zu sein und machen gute Miene zum bösen Spiel.

Hier liegt einer der Gründe begraben, warum Frauen überhaupt erst in Schattenbeziehungen einwilligen und darin verharren! In einer Schattenbeziehung kann dieses Muster des »nicht böse sein Wollens« unbewusst derart auf die Spitze getrieben werden, bis es eskaliert – und zerbricht. Was zwar erst einmal wehtut, aber dann eine wohltuende, heilende Wirkung entfaltet. Weil nicht mehr die Schattenbeziehung, sondern die eigentliche Verletzung ins Blickfeld rückt. Gerti Senger: »Andernfalls bekommt die Person, die Ihre Abwehrhaltung ausgelöst hat, womöglich dieselbe Macht wie jene, auf die sie ursprünglich zurückzuführen ist.«

Falle Nr. 4: Selbstkränkung und Kleinmachen

Typische Geliebten-Aussage: »Ich habe zuviel Druck gemacht, zuviel gefordert, ihn verärgert. Ich hätte ihn nicht mit meinem Schmerz konfrontieren dürfen. Er will mir ja nicht weh tun. Wenn ich mich anders verhalte, kann ich unser Liebesglück wieder herstellen.« Übersetzung: Wenn ich mich verbiege, bin ich liebeswert, andernfalls nicht. Würde ein Außenstehender so etwas zu Ihnen sagen, Sie würden ihm den Vogel zeigen, oder?

Umso absurder ist es, dass sich viele Schattenfrauen freiwillig mit solchen Gedanken quälen und sich klein machen. Selbstkränkung schmerzt mindestens so sehr wie Kränkungen, die von Dritten zugefügt werden.

Distanziert sich der männliche Geliebte, weil er sich einer anderen Nebenfrau oder wieder seiner Ehefrau zuwendet, geht das Kopfkino erst richtig los, und die emotionale Lösung wird nachhaltig verhindert. »Was hat sie, was ich nicht habe?« »Die versteht ihn nicht so, wie ich es kann.« »Wir sind doch füreinander bestimmt, wie kann er mich einfach so ersetzen?«

Kreist Ihr Denken und Fühlen in dieser Art und Weise um Ihren Geliebten? Haben Sie das Gefühl, ständig etwas tun zu müssen, damit Ihre heimliche Beziehung weitergeht und funktioniert? Durch diese fortlaufende Selbstkränkung machen Sie sich selbst wertlos und bedeutungslos. Irgendwann ist Ihr Selbstwertgefühl so winzig, dass Sie unter der Fußmatte Fallschirmspringen können.

Ganz ähnliche Fragen beschäftigen auch manche betrogene Ehefrau. Sie und die Schattenfrau sind in diesem Punkt oft Leidensgenossinnen. Vor allem dann, wenn der männliche Hauptdarsteller der Dreiecksbeziehung es schafft, beiden Frauen das Gefühl zu vermitteln, etwas ganz Besonderes zu sein und gleichzeitig immer wieder Signale sendet, dass sie sich noch mehr anstrengen müssten, um seine Zuneigung zu verdienen. Ambivalenz als Bindungsmittel. Die Ehefrau versucht, durch »Wohlverhalten« die Gunst des Mannes zurückzugewinnen, während die Geliebte genau das Gleiche versucht, um sich unentbehrlich für ihn zu machen. Das Leben genießen kann keine von beiden, sogar wenn das Beziehungsdreieck zerbricht. Die Selbstzweifel dauern an, auch wenn die Schattenliebe längst beendet ist.

Gerti Senger rät: »Schauen Sie nicht voller Selbstabwertung nach rückwärts. Visualisieren Sie eine positive, befriedigende Welt in der Lebensform, für die Sie sich entschieden haben. Die Falle einer rückwärts gerichteten Selbstabwertung ist eine Energieblockade. Sie macht es unmöglich, Kraft wieder ins eigene Leben zu investieren!«

Falle Nr. 5: Angst vor dem wahren Leben

»Wenn ich nicht ständig für ihn da sein hätte müssen, hätte ich auf jeden Fall Karriere gemacht. Aber ich war ja nicht frei. Nicht einmal dazu, dass ich einen eigenen Freundeskreis und sinnvolle Interessen entwickeln hätte können. »Es war seltsam. Ich habe mich bei allen Vorstellungsgesprächen ganz ungeschickt verhalten. Einmal war ich zu pampig, ein anderes Mal viel zu linkisch. So bin ich in Wirklichkeit gar nicht.«

So beschreiben zwei Frauen in Prof. Dr. Gerti Sengers Buch Schattenliebe, (ersch. 1997 im Amalthea Signum Verlag, Wien), wie sie sich selbst während der heimlichen Beziehung erlebt haben. Blockiert, voller Angst vor Veränderung und vor dem Alleinsein. Halbherzige Versuche, aus der Schattenliebe bzw. der Beziehungsdreieck auszubrechen, werden unbewusst selbst sabotiert. Durch unprofessionelles Verhalten bei Bewerbungsgesprächen, durch selbst verursachte Verkehrsunfälle (!), durch Selbstverletzungen und sogar durch vom Zaun gebrochene, völlig überflüssige Streits mit besten Freunden. Durch diese »Selbstverstümmelungs-Maßnahmen« wird die Schattenbeziehung gefestigt, weil der heimliche Geliebte die einzige vermeintliche Vertrauensperson bleibt. Dieses von außen betrachtet konfus wirkende Fehlverhalten ist das Ergebnis ständiger Angst. Gerti Senger hat Angst als zentrales Element in Schattenbeziehungen ausgemacht.

Auch Ehefrauen neigen zum unbewussten Selbstboykott durch Angst. Beispiel Ulrike. Als sie mit 35 heiratete, gab sie ihren Beruf als Geschäftsführerin einer IT-Firma auf, um ganz für ihren Mann und die geplanten Kinder da sein zu können. Ihr Mann warnte sie davor und gab ihr zu verstehen, dass ein beruflicher Komplett-Ausstieg in diesen Zeiten gefährlich sein könnte und sie sich das noch einmal überlegen sollte. Ulrike verstand das falsch und wertete diese Aussage als versteckte Drohung, dass er womöglich keine Lust auf Familie und Vaterpflichten habe. Ausgelöst wurde diese Fehlinterpretation durch Ulrikes tiefsitzende Verlustangst. Statt den Rat ihres Mannes zu beherzigen, klammerte sie sich noch stärker an die Rolle als Hausfrau und künftige Mutter. Sie versuchte, ihren Mann in die Rolle des Ernährers zu manövrieren. Die irrationale Angst, ohne Ehemann dazustehen, war stärker als die Angst vor beruflichen Nachteilen.

Nur drei Jahre später erfuhr sie, dass ihr Mann eine heimliche Geliebte hatte, und zwar bereits seit Anbeginn der Ehe. Statt die Situation zu klären oder kurz entschlossen zu gehen, harrte Ulrike aus, vergrub sich immer mehr in die Rolle der opferbereiten Ehefrau und hoffte sieben Jahre darauf, dass ihr Gatte die Schattenliebe beendete. Was er auch tat – aber nicht aus Liebe zur Ehefrau, sondern weil er sich in eine andere Schattenfrau verliebt hatte. Nach zehn unglücklichen Ehejahren machte Ulrike ihrem Mann bitterste Vorwürfe, weil sie ihre Karriere für ihn geopfert hatte. In der nachfolgenden Therapie stellte sich heraus, dass das eine glatte Selbsttäuschung war. Ulrike musste akzeptieren, dass sie schon seit ihrem Studium unter fürchterlichen beruflichen Selbstzweifeln und Versagensängsten leidet und unbewusst der harten Konkurrenz in der IT-Branche aus dem Weg ging, indem sie sich in die Ehefrauen-Rolle flüchtete.

Ein ähnliches Fluchtverhalten vor der Realität legen viele Schattenfrauen an den Tag, die sich vor allem fürchten, was das »echte Leben« definiert: Nähe, intensive Gefühle, Konsequenzen, Aufrichtigkeit, Konflikte, Glück, Trennungen. Nicht in einer heimlichen, sicheren Seifenblase, sondern echt. Dieses echte Alltags-Erleben kann dauerhaft ausgeblendet werden, in dem die Schattenliebe als Fluchtburg zweckentfremdet wird!

Gerti Senger: »Empfehlenswert ist diese Strategie nicht. Das Leben in Abhängigkeit vom geheimen Geliebten kann zu einem Persönlichkeitsabbau führen, zu dem es nicht gekommen wäre, hätte sich die Schattenfrau ihren Ängsten gestellt und Herausforderungen an ihre Autonomie angenommen.«

Falle Nr. 6: Bindung durch unvereinbare Merkmale

»Ich kann mich mit meinem Partner nicht öffentlich sehen lassen, das gäbe einen Skandal!« »Würde ich mich mit meiner Geliebten zeigen, wäre ich meinen Job los.« »Wenn jemand wüsste, was mein Geliebter beruflich macht, würde mich das gesellschaftlich vernichten.« Diese Sätze stammen ausnahmsweise nicht aus den Studien von Gerti Senger, sondern aus einem einschlägigen Internetforum.

In diese Falle tappen Frauen ebenso häufig wie Männer. Sie suchen sich einen Liebeskandidaten, der optisch, beruflich oder anderweitig so aus dem Rahmen fällt, dass er im sozialen Umfeld des Betreffenden schon fast als Freak bezeichnet würde – sofern er dort je in Erscheinung träte. Genau das vermeidet der bzw. die Geliebte konsequent und führt die Beziehung im Schatten der Heimlichkeit. Keine gemeinsamen Auftritte bei Partys oder Geschäftsessen, keine gemeinsamen Freunde. Niemand weiß von der Beziehung. Als Grund für die Heimlichtuerei müssen immer wieder die Unzulänglichkeiten des/der Geliebten herhalten.

Die brutale Wahrheit: Es geht gar nicht um die Unzulänglichkeiten des Partners, sondern um die eigenen. Der/die Geliebte tendiert dazu, sich an Menschen zu binden, die überhaupt nicht ins eigene Leben passen und ihnen in vielen Fällen nicht ebenbürtig sind. Das Unterbewusstsein sucht nach Partnern »Zweiter Wahl«, um die eigenen Minderwertigkeitsgefühle damit kaschieren zu können. Plakatives Beispiel: Ein Mann, der ein Problem mit seiner Figur hat, sucht sich eine deutlich korpulentere Geliebte, um sich neben ihr schlank zu fühlen. Klingt primitiv, ist aber leider genau das Muster dieser Falle. Eine junge Jurastudentin, die weder Studium noch Staatsexamen bewältigt und gleichzeitig aus allen Nebenjobs gefeuert wurde, sucht Trost bei einem verheirateten und wegen Betruges verurteilten ehemaligen Geschäftsmann. Warum? Weil ihr eigenes Scheitern dann weniger belastend wirkt.

Sie glauben, so berechnend kann kein Mensch sein? Da haben Sie Recht – diese »Berechnung« findet unbewusst statt. Sie fühlt sich an wie Verliebtheit und ist gerade deshalb eine so heimtückische Falle. Denn das unbewusste Beginnen und anschließende bewusste Verheimlichen der Beziehung inklusive der damit verbundenen psychologischen Nutzeffekte sorgt für Schuldgefühle. Diese verhindern eine Trennung.

Gerti Senger »Die Anziehungs- und Abstoßungskräfte halten sich die Waage. Für einen totalen Bruch ist zu wenig Ablehnung da, für ein eindeutiges Ja zu wenig Begeisterung. Der angeblich falsche Partner ist also insofern der Richtige, weil er persönliches Wachstum und Reifung nicht herausfordert.«

Falle Nr. 7: Abschiedssex

Unzählige Trennungsversuche, Aussprachen und »letzte Gespräche« mit Schattenlieben enden mit leidenschaftlichem Sex. Gerade Frauen erliegen gerne der Illusion, dass ein letzter Liebesakt als Heilsbringer wirkt und alles gut werden lässt. Ist Ihnen das auch schon passiert? Dann sind Sie in die Abschiedssex-Falle getappt.

Hinter diesem Sex steckt kein gegenseitiges Begehren mehr, sondern ein zutiefst menschliches Bedürfnis, das mit Erotik gar nichts zu tun hat. Die körperliche Intimität lässt Schmerz, Trennungsgedanken oder andere negative Gefühle kurzzeitig verschwinden. Je stärker der Trennungsschmerz, umso lustvoller der Abschiedssex und der Wunsch nach Wiedervereinigung. Jedes Mal. Manche Schattenlieben steigern sich in eine Spirale hinein, in der sich heftige Differenzen und noch heftigerer Versöhnungssex abwechseln. Eine Trennung wird hier langsam aber sicher unmöglich. Wie wollen Sie sich von Ihrem Geliebten trennen, wenn Sie genau wissen, dass es das letzte Gespräch, den letzten Kuss, den letzten tiefen Blick in seine Augen nie geben wird, weil Sie ohnehin wieder übereinander herfallen?

So etwas kann böse ausgehen und in ungesunder Abhängigkeit enden. Wenn Sie sich bereits in dieser Falle befinden, hilft Ihnen nur eines: Strikte Kontaktsperre. Verzichten Sie auf »klärende Aussprachen« und ähnliche Abschlussrituale. Sie dienen nur als Alibi für den betäubenden Abschiedssex. Und wenn Sie ganz ehrlich zu sich selbst sind, wissen Sie das bereits. Wenn Sie sich trennen wollen, dann tun Sie es und fangen Sie sofort damit an, indem Sie jeglichen Versuch, ein letztes Treffen anzuberaumen, im Keim ersticken. Keine sehnsuchtsvollen SMS oder Mails, kein »Weißt du noch?«, nichts dergleichen mehr.

Wichtig zu wissen: Auch eine betrogene Ehefrau kann in die Abschiedssex-Falle tappen! So kommt es, dass eine fast beendete Ehe plötzlich durch Nachwuchs wiederbelebt wird, sehr zum Erstaunen der Geliebten, die jahrelang an das Märchen der sexlosen Ehe geglaubt hat.

Falle Nr. 8: Falsche Dankbarkeit

»Paula hat mir alles zu verdanken. Ihren Wohlstand, ihren Geschmack und ihren Lebensstil. Sie darf nie vergessen, wo ich sie hergeholt habe. Daran erinnere ich sie jedes Mal, wenn sie von einer Trennung redet. Sie schuldet mir Dank.« Prof. Dr. Gerti Senger stellte in ihren Studien fest, dass vor allem verheiratete Männer dazu neigen, ihren heimlichen Geliebten solche Dankbarkeits-Fallen aufzustellen. Die Frauen treten arglos hinein – und hängen fest.

Dabei muss es sich nicht gleich um ehemalige Prostituierte handeln, wie im Eingangsbeispiel. Der verheiratete Firmenchef, der seiner jüngeren Geliebten bei ihrer Karriere behilflich ist, arbeitet manchmal mit ähnlichen Mitteln, um die Schattenfrau an sich zu binden. Oder der Chefarzt, der die Medizinstudentin im Schongang durch den anstrengenden Alltag eines Klinikums schleust, damit sie die Praktika und Prüfungen möglichst stressfrei übersteht. Wendet sich die Geliebte dann einem anderen Mann zu, kann es der verheiratete Geliebte kaum fassen. Warum bleibt die Schattenfrau nicht aus lauter Dankbarkeit ein Leben lang bei ihm? Der verletze Stolz und die gekränkte männliche Eitelkeit brechen sich in Form spitzer, ätzend scharfer Herabwürdigungen Bahn – oder in handfesten Racheakten. Wer es schafft, einer Geliebten berufliche Vorteile zu ermöglichen, kann diese schließlich auch jederzeit wieder rückgängig machen oder ins Gegenteil verkehren!

Das Fiese: Es funktioniert. Viele Schattenfrauen fühlen sich tatsächlich verpflichtet, die Beziehung weiterzuführen, obwohl sie längst anderweitig verliebt sind. Gerti Senger: »Uns saßen viele Frauen und Männer gegenüber, von denen einer lebenslangen Dank einklagte und der andere das Gefühl hatte, seinen Dank schon abgestattet zu haben.«

Falls Sie sich in dieser Falle befinden: Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Bindung nicht auf Liebe, sondern auf Verpflichtungsgefühl basiert, und beenden Sie die Beziehung. Wer sich immer wieder auf Dankbarkeit beruft, klebt in der Vergangenheit fest. Das erzeugt irgendwann Aggressionen, weil es einen lebendigen, zukunftsorientierten Dialog verhindert. So weit sollten Sie es nicht kommen lassen.

Und falls Sie gerade darüber nachdenken, mit einem Vorgesetzten eine heimliche Affäre zu beginnen: Lassen Sie es! Trennen Sie unbedingt Berufliches und Privates. Kein noch so guter Sex ist es wert, dass Sie sich deshalb Ihr Liebes- und Berufsleben verbauen! Wenn schon Schattenliebe, dann bitte weit, weit weg von allem, was nach Arbeit riecht.

Falle Nr. 9: Zuviel des Guten

Große romantische Gesten, ständige Kontaktsuche und übertriebenes Betüddeln und Verwöhnen sind typisch für Schattenbeziehungen. Schließlich muss die Heimlichkeit durch große Gefühlsbekundungen kompensiert werden. Muss sie das wirklich? Nein, sagt Prof. Dr. Gerti Senger, im Gegenteil. Die überdimensionierte Zuwendung drückt mitnichten Liebe und Verbundenheit aus, sondern vielmehr die Mängel der Schattenliebe, denn all der Aufwand kann ja nicht darüber hinwegtäuschen, dass es keine »echte« Nähe zwischen den beiden Beteiligten gibt.

Gerti Senger: »Eine Überdosis an Einsatz ist fast immer ein Zeichen dafür, dass zwei Menschen entweder nicht gleichwertig sind oder dass die Kommunikation nicht funktioniert.« Heißt: Ein Paar, das wirklich harmoniert, spürt sehr genau, ob einer der beiden zuviel oder zu wenig tut. Nur eine zu kompensierende Disharmonie erzeugt den Wunsch, überdimensionale Zuwendungen an den Tag zu legen. Das gilt für echte Liebesbeziehungen ebenso wie für heimliche Schattenlieben und sogar Freundschaften.

Überprüfen Sie Ihr eigenes Verhalten. Werden Sie ungeduldig oder gar hibbelig, wenn sich Ihr heimlicher Geliebter mal ein paar Tage nicht bei Ihnen meldet? Fragen Sie sich, ob er sich zurückziehen will? Macht sich ein unbehagliches Gefühl in Ihrer Magengrube breit? Rechnen Sie mit Problemen, Konflikten, Trennung? Werden Sie wütend, launisch, unkonzentriert? Spüren Sie den Drang, schon nach einem Tag Funkstille eine SMS zu schreiben? Wie fühlt sich dann das nächste Lebenszeichen an? Entspannt, schön, stressfrei? Oder eher wie eine überfällige Erlösung?

Oder umgekehrt: Macht er Ihnen Vorwürfe, wenn Sie einen Tag lang das Handy aus lassen und keine Mails lesen, weil Sie arbeiten, bei Freunden sind oder sich einfach mal in Ruhe entspannen wollen? Endet jede Mail, jede SMS mit »ich liebe Dich«? Reden Sie häufig darüber, wie sehr Sie sich zueinander hingezogen fühlen? Gibt es eine dramatische, tränenreiche Vorgeschichte, wie Sie beide sich gefunden haben, die Sie sich regelmäßig erzählen und blumig ausschmücken? Sehen Sie in jedem noch so kleinen Zufall gleich ein schicksalhaftes Zeichen? Sind Sie überzeugt, in Ihrem Geliebten einen Seelenverwandten gefunden zu haben, und dass lediglich ein ungnädiges Schicksal verhindert, dass Sie beide als echtes Liebespaar zusammenkommen können?

Dann tänzeln Sie mit einem Fuß bereits über der »Überdosis-Falle«. Kommen Sie von diesem Höhenflug runter, so schnell wie möglich. Natürlich freut sich jeder über Aufmerksamkeiten, Zärtlichkeiten, Blumen, Geschenke, liebe Worte, auch das bedeutsame »ich liebe Dich«. Aber bitte nicht täglich und als LKW-Ladung, sondern wohldosiert, sparsam, damit sie etwas Besonderes bleiben.

Wenn die übertriebenen Zuneigungsbekundungen schon zur Sucht geworden sind und in Ihrer Schattenbeziehung die Kommunikation prägen, fragen Sie sich bitte: Was wollen Sie damit kompensieren? Fehlende Zuneigung als Kind? Ein schlechtes Gewissen? Die Angst, dass Ihre heimliche Liebe schon bald zu Ende gehen wird, weil Sie im Grunde nichts verbindet? Oder trösten Sie sich nur darüber hinweg, dass Sie gar keine echte Beziehung leben, es sich aber so anfühlen soll? Gehen Sie der Sache auf den Grund, bevor sich die überdimensionierten Gesten verselbständigen und den klaren Blick auf die Realität versperren!

Falle Nr. 10: Schuldgefühle und Abhängigkeit

»Wenn ich meinen Mann verlasse und mit meinem Freund neu anfange, würden mich meine Schuldgefühle niemals glücklich werden lassen. Ich kann mich nicht trennen.« »Ich kann meine Frau niemals verlassen. Meine Schuldgefühle würden mich umbringen.« »Wenn ich meine Frau verlasse, tut sie sich etwas an, damit könnte ich nicht leben.« Schuldgefühle und die daraus resultierende Handlungsunfähigkeit bilden das finsterste Kapitel der Schattenliebe.

Laut Prof. Dr. Gerti Senger ist Schuld das große Thema unseres Lebens, ob nun mit oder ohne Schattenliebe. Jeder von uns kennt das, was man »Schuldkonflikt« nennt. Auch wenn der Kopf ganz klar sagt, dass es keinen Grund für Schuldgefühle gibt – man spürt sie dennoch und sie können einen wirklich fertig machen. Je irrationaler, umso zermürbender.

Manche Schattenlieben werden durch Schuldgefühle systematisch vergiftet. Die Heimlichkeit, die Lügen, das Gefühl, niemals aufrichtig zueinander stehen zu können und zu dürfen, all das bindet negative Energie und erzeugt ein lähmendes »Schuld-Monster«, das allgegenwärtig ist. Gerade Frauen, deren Charakter normalerweise aufrecht und integer ist, geraten in höchste Gewissensnot, wenn sie länger als ein paar Monate in einer Schattenliebe leben und das Lügen quasi zur Normalität wird. Sie verstoßen täglich gegen ihre ureigenen Prinzipien und Überzeugungen - das hält keine Liebe auf Dauer aus. Leider schwächen Schuldgefühle so sehr, dass irgendwann die Kraft zur Trennung fehlt. Ein gutes Selbstwertgefühl hängt damit zusammen, ob jemand in Übereinstimmung mit seinen Werten lebt. Werden diese permanent auf den Kopf gestellt, leidet auch das Selbstwertgefühl der Schattenfrau.

Ein Teufelskreis, der umso belastender wird, wenn Kinder im Spiel sind. Kinder verfügen über feine Antennen, was zwischenmenschliche Konflikte angeht. Die ungeheure Spannung und Ambivalenz zwischen Schattenliebe und geheucheltem Familienleben stellt Kinder vor ein Paradoxon und kann sie nachhaltig traumatisieren. Eine Trennung wäre hier eine wesentlich verträglichere Lösung als jahrelanges Lügenspiel und Scharade.

Besonders perfide ist es, Schuldgefühle bei einem Partner oder Geliebten bewusst zu triggern, um ihn an sich zu binden. Drohungen wie: »Wenn du mich verlässt, bringe ich mich um!« kommen nicht nur in schlechten Filmen, sondern leider auch in manchen Dreiecksbeziehungen vor. Auch beliebt: »Wenn du gehst, siehst du deine Kinder niemals wieder. Willst du ihnen wegen so einer albernen Affäre den Vater nehmen und ihr Leben zerstören? Ist dir das deine kleine Gespielin wirklich wert?« Mit diesen Sätzen hat manche Ehefrau schon einen Mann dazu gebracht, jahrelang zwischen Ehe und heimlicher Schattenfrau zu pendeln, statt klar Position zu beziehen. Leidtragende in diesem Spiel ist die Geliebte, die wartet und hofft. Meist vergeblich. Mit so starken »Schuld-Monstern« im Hintergrund steht ein Neuanfang unter gar keinem guten Stern. Gerti Senger empfiehlt Schattenfrauen dringend, den Fokus weg von der Schattenliebe und auf die eigene Biografie zu richten: Gerti Senger: »Wenn Sie in eine Schattenliebe verstrickt sind und Ihre Entscheidungen und Handlungen immer wieder von irrationalen Schuldgefühlen beeinträchtigt werden, müssen diese nicht zwangsläufig in der Gegenwart liegen und auch nicht ein Hinweis auf falsches Handeln sein! Damit Sie die Last eines schlechten Gewissens nicht unnötig ein Leben lang drückt, lohnt sich die Mühe, den eigentlichen, tief verborgenen Grund dafür notfalls mit fachlicher Hilfe aufzuspüren!«

Nun kennen Sie die zehn gefährlichsten Fallen einer Schattenliebe. Tipp: Lesen Sie sich diese Texte in zeitlichem Abstand einige Male durch und lassen Sie sie auf sich wirken. Manche Groschen benötigen eine Weile, um fallen zu können. Sobald Sie diese Fallen und ihre Tücken verinnerlicht haben, sind Sie bereit für den nächsten Schritt: zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Wie Sie die Schritte aus dem Schatten schaffen können und sich Ihre Freiheit zurückerobern, darum geht es bei unserem nächsten Special Raus aus dem Schatten: Mit 10 Schritten in die Freiheit!

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