Fremdgehen lässt sich vorhersagen – Studie enthüllt Untreue-Faktoren

Ehemann stört das aueßereheliche Techtelmechtel

15.03.2018: Kann man vorhersehen, ob der Partner irgendwann einmal fremdgehen wird? Ja, meinen Psychologen der Florida State University. Sie untersuchten in einer Studie, ob man Untreue im Vorfeld ahnen kann. Ihr Ergebnis: Fremdgehen wird durch bestimmte Faktoren wahrscheinlicher. Und diese kann man frühzeitig erkennen.

»Der hatte einen Seitensprung? War ja klar!« Ja, es gibt diese Schwerenöter und gefrusteten Menschen, bei denen es kaum jemanden verwundert, wenn er oder sie fremdgeht. Auch dass Menschen, die sich lautstark über zu wenig Sex und zu viel Streit in ihrer Partnerschaft beschweren, eher zu Seitensprüngen und Affären bereit sind, halten die meisten von uns wohl für vorhersehbar. Aber dass die Wahrscheinlichkeit für einen Seitensprung bei Menschen mit einem erfüllten Sexleben in ihrer Partnerschaft um einiges höher ist, verblüfft dann doch.

3 ½ Jahre Untersuchungen im Zeichen der Untreue

Aber genau das hat das Forscherteam unter anderem herausgefunden. Für ihre Studie begleiteten die amerikanischen Psychologen 233 frisch verheiratete, heterosexuelle Paare über dreieinhalb Jahre lang. Dabei dokumentierten sie bestimmte Verhaltensweisen der Paare, intime Details zu der Beziehung, die Zufriedenheit und das Treueverhalten. Die gesammelten Daten analysierten die Psychologen und ermittelten so, was Beziehungen haltbar macht. Aber vor allem fanden sie heraus, welche Faktoren die Untreuewahrscheinlichkeit erhöhen.

Guter Sex und viel Erfahrung = höhere Untreuewahrscheinlichkeit

Demnach gehen jüngere Frauen und Männer eher fremd, wenn sie mit ihrer Beziehung unglücklich sind. Allerdings fanden die Forscher auch heraus, dass Paare mit einem guten Sexleben erstaunlicherweise häufiger zur Untreue neigen. Dies führen die Experten darauf zurück, dass diese Menschen grundsätzlich eine positivere Einstellung zu Sex haben und deswegen erotischen Versuchungen gegenüber aufgeschlossener sind als solche, die sich mit einem bescheidenen Sexleben zufriedengeben.

Außerdem ermittelten die Forscher, dass weniger attraktive Frauen ihren Partner nicht nur eher betrügen als sehr attraktive Damen, sondern sich auch mit größerer Wahrscheinlichkeit selbst betrügen lassen.

Eine weitere Schlussfolgerung aus den Untersuchungen ist, dass die sexuelle Vorgeschichte der Partner ein Faktor ist, der bei Untreue ins Gewicht fallen kann: Männer, die vor der Ehe viele sexuelle Kurzzeitpartnerinnen hatten, gehen öfter fremd. Bei Frauen ist es umgekehrt: Diejenigen, die kaum sexuelle Erfahrungen vor der Ehe sammelten, lassen sich häufiger auf einen Seitensprung ein.

Wenig Aufmerksamkeit für andere und Entwertung = gut für dauerhafte Liebe

Für ihre Untersuchungen nahmen die Forscher vor allem zwei psychologische Prozesse ins Visier: Aufmerksamkeitsentzug und evaluative Abwertung. Beide beeinflussen Menschen, wenn es darum geht, eine andere Person als potenziellen Liebespartner in Betracht zu ziehen.

Unter Aufmerksamkeitsentzug versteht man die Fähigkeit, einem attraktiven Menschen keine Aufmerksamkeit zu schenken, sie also als anziehende Person und damit potenziellen Partner erst gar nicht wahrzunehmen. Die evaluative Abwertung bezeichnet die Tendenz, die Attraktivität einer Person herabzusetzen, sie sich also sozusagen „hässlich zu denken“ und damit die Versuchung abzuwehren.

Um herauszufinden, wie diese psychologischen Prozesse genau ablaufen, legten die Forscher den Paaren Bilder von sehr schönen Männern und Frauen sowie Bilder von durchschnittlich attraktiven Menschen vor. Dabei zeigte sich: Wer den Blick schneller von Fotos mit besonders attraktiven Personen abwendete, hatte eine fast 50 Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit, untreu zu werden. Wer die Bilder länger betrachtete, neigte dagegen eher zum Fremdgehen. Die Probanden, die zudem die Attraktivität potenzieller romantischer Partner abwerteten, hatten auch ein geringeres Untreuerisiko und damit bessere Chancen auf eine lange Partnerschaft.

Unbewusste Tendenz zur Untreue

Vorsätzlich legte natürlich keiner der Probanden die untersuchten Verhaltensweisen an den Tag. Vieles läuft laut Psychologen unbewusst ab, keiner durchleuchtet sein sexuelles Vorleben oder analysiert die benannten Faktoren, bevor er oder sie fremdgeht. Genau hier liegt der Ansatzpunkt den Forschern zufolge: Wer sich vor Augen führt, welche Risikofaktoren für Untreue er selbst oder sein Partner mitbringt, kann sein Verhalten besser einschätzen – und unter Umständen Untreue vorbeugen, bevor sie entsteht.

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