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Eine Zweitbeziehung kann viele Vorteile mit sich bringen
Zweitbeziehung, Glück oder Unglück?

Um Bedürfnisse auszuleben, muss man sie kennen!

Klassisches Beispiel: Eine Frau, die nicht weiß, dass sie im Grunde ihres Herzens polyamor veranlagt ist, führt – weil es sich so gehört – eine monogame Ehe. Sie liebt ihren Mann und erfüllt mit Hingabe alle Erwartungen an die Rolle der Ehefrau, Mutter und Partnerin. Ist gesellschaftlich und beruflich anerkannt, steht sozusagen glänzend da. Jahrelang. Fühlt sich dabei auch »ganz okay«. Nur manchmal auf diffuse Weise unglücklich.

Sie kümmert sich nicht darum, spürt dem Gefühl nicht nach. Bis ein Mann in ihr Leben tritt, der in jeder Hinsicht anders als der Gatte ist. Er bringt etwas in ihr zum Klingen, das bisher in einer Art Dornröschenschlaf lag. Sie fühlt sich plötzlich lebendig, wach, vollständig. Dann geht alles sehr schnell. Verlieben, Schmetterlinge, Sex, nach einer Weile Liebe.

Moment Mal: Liebe? Ja, Liebe. Denn um nichts anderes geht es hier. Die Frau, deren Werte und Normen plötzlich in Frage gestellt werden, muss sich selbst gegenüber eingestehen: Da ist Liebe. Keine schnöde Affaire, kein animalischer Sexrausch, auch keine Konkurrenz für den Ehemann, sondern eine unabhängige, wahrhaftig empfundene Liebe. Und nun? Darf das sein? Kann das sein?

Ja, liebe Leserinnen und Leser: Es kann. Und es darf. Und wenn es sich so anfühlt, sollte es ausgelebt werden!

Warum eine Zweitbeziehung nichts abartiges ist

Ein Partner ist keine Bedürfnis-Erfüllungs GmbH. Dennoch projizieren wir – bewusst oder unbewusst – all unsere Erwartungen, Sehnsüchte und Wünsche auf einen einzigen Partner, und der soll es dann richten. Unabhängig davon, ob er das überhaupt kann oder will. Gefährlich, und ziemlich egoistisch!

Kühne These: Wäre es nicht viel sinnvoller und LIEBEvoller, einen Menschen um seiner selbst Willen zu lieben und die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse ein wenig eigenverantwortlicher und reflektierter anzugehen? Dann bliebe dem Partner mehr Luft zum Atmen, die Beziehung wäre freier, weniger zweckmäßig – und falls ein zweiter Partner gewisse Bedürfnisse erfüllen kann, die in der Erstbeziehung unberücksichtigt bleiben, umso besser! Die Argumente für eine solche Zweitbeziehung sind einleuchtend:

  • weniger Erwartungen und Druck gegenüber dem Erstpartner
  • Erweiterung des eigenen Erlebnis- und Empfindungshorizonts
  • Neue geistige und sexuelle Impulse, die auch die Erstbeziehung bereichern können
  • Ganzheitliches Ausleben aller Persönlichkeitsfacetten
  • Ausgeglichenheit und Zufriedenheit im Alltag, was ebenfalls der Erstbeziehung zugute kommt

Klingt das alles ganz nach Ihrem Geschmack?

Dann kommen wir zum alles entscheidenden Punkt: Gleichberechtigung und Offenheit. Hand aufs Herz: Würden Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin die selben Freiheiten zugestehen?

Polygamisten in aller Welt bewundern die Franzosen für ihre berühmten »offenen Ehen« bei denen Mann und Frau ganz offiziell Nebenbeziehungen, Affären und Seitensprünge pflegen, ohne dass dadurch der Haussegen schief hängt. Kling nach Rotwein-Romantik, Pariser Bohème und schummrig beleuchteten Altbauwohnungen an der Seine, oder? Ein Aspekt wird dabei jedoch gerne vernachlässigt: Die Sache ist häufig eine Mogelpackung, selbst wenn sich beide Eheleute einig sind und ihre jeweiligen Außenbeziehungen tolerieren.

Der Klassiker: Ein verheirateter Mann pflegt mit Billigung seiner Gattin eine Zweitbeziehung mit einer jüngeren Geliebten. Diese jedoch darf keinesfalls ihrerseits ein Liebes- und Sexleben führen, sondern sollte dem Liebhaber exklusiv zur Verfügung stehen. Ganz nach dem Muster der Mätressen im 18. Jahrhundert.

Die Sache mit der Exklusivität

Von Freiheit und Gleichberechtigung kann dabei nur die Rede sein, wenn die Geliebte sich freiwillig dazu entschließt, auf ihr eigenes Beziehungsleben zu verzichten und weiß, woran sie bei ihrem Geliebten ist. Leider ist das selten der Fall.

Weitaus häufiger wird sie im Unklaren über ihren Status gelassen. Der Liebhaber schürt Hoffnungen auf eine zukünftige Partnerschaft, redet seine bestehende Ehe schlecht, beschwört die Zusammengehörigkeit mit der Geliebten und hält diese mit Versprechungen (»Ja, ich trenne mich, sobald der Jüngste Abitur hat«) hin. Bleibt die angekündigte Trennung aus, weint sich die Geliebte in manchen Fällen sogar an der Schulter der Ehefrau aus und resigniert. Das ist übrigens etwas, das uns die Franzosen voraushaben: Frauensolidarität. Geliebte und Ehefrauen zerfleischen sich nicht vor Eifersucht, sondern befreunden sich manchmal sogar hinter dem Rücken des Mannes.

Eine liebevolle, ehrliche Zweitbeziehung ist etwas anderes. Weil es nicht um gesellschaftlich anerkannte Rollenmuster oder egoistisches Besitzdenken geht, sondern um Liebe.

Dieser Artikel hat 3 Seiten. Lesen Sie auch . . .

Seite 1: Leben mit Zweitbeziehung: Affäre oder ideale Partnerschaft?
Seite 2: Um Bedürfnisse auszuleben, muss man sie kennen!
Seite 3: Was unterscheidet eine Zweitbeziehung von einer Affäre?

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