Und oh Wunder, diese Superfrau kommt geradewegs auf Sie zu! Ihre Begleiterin steht zwar unverändert neben Ihnen, doch sie könnte auch auf dem Mond sein. Die Unbekannte beginnt mit Ihnen zu flirten, ignoriert dabei Ihre Partnerin und wird immer eindeutig-zweideutiger in ihrer Körpersprache. Puh. Dann gesellt sich ein weiterer Gast hinzu, die spannungsgeladene Situation löst sich auf.
An dieser Stelle entscheidet sich, wie es weitergeht. Sie können sich freundlich von der Kollegin verabschieden, ihre Partnerin in den Arm nehmen und augenzwinkernd zu ihr sagen: »Boah Schatz, hast du die gesehen? Also, ich kenne sie ja nicht, aber das Outfit macht mich schon ziemlich geil. Du würdest darin allerdings noch umwerfender aussehen.« Schon ist die Situation entschärft. Sie reden über Klamotten, vielleicht über sexuelle Phantasien, aber nicht über Eifersucht und gewiss nicht über eine potenzielle Nebenbuhlerin – weil es unter diesen Umständen keine geben kann.
Oder Sie tun, als wäre nichts passiert und beschließen, die Kollegin bei nächster Gelegenheit nach ihrer Privatnummer zu fragen. Sollte Ihre Begleiterin zu Recht nachfragen, ob die Erektion in ihrer Hose ein Modegag ist oder vielleicht doch mit der Dame zusammenhängt, dann spielen Sie die Situation herunter, bezeichnen Ihre Frau als grundlos eifersüchtig und legen damit den Grundstein zu einer Beziehungskrise. Denn genau so beginnt das, was man neudeutsch »Mate Poaching« nennt, also das gezielte Anbaggern von liierten Freunden, Kollegen und Bekannten.
Wenn Sie denken, bei der flirtwütigen Kollegin handele es sich um eine Ausnahme, dann halten Sie sich fest: Rund 87 Prozent aller gebundenen deutschen Männer gaben in einer aktuellen Studie an, schon mindestens einen solchen Baggerversuch erlebt zu haben!
Dieser Artikel hat 4 Seiten. Lesen Sie auch . . .Seite 1: Wildern in fremden Beziehungen: Partnerklau und Mate Poaching
Seite 2: Was ist so reizvoll an vergebenen Partnern?
Seite 3: Liegt der Ursprung des Mate Poachings in der Steinzeit?
Seite 4: Was tun: Nachgeben oder standhaft bleiben?















