Ja, es kann. Und es gibt genau zwei Menschen, die darüber Auskunft zu geben imstande sind: den Mann und seine Geliebte. Weder Ehefrau noch Freunden, Familie oder Arbeitskollegen steht hierüber ein Urteil zu.
Zwei Menschen lernen sich kennen, verlieben sich und stellen fest, ja, da entsteht Liebe. Dass die äußeren Bedingungen alles andere als günstig für eine Beziehung sind, hat mit dieser Verbindung grundsätzlich nichts zu tun. Mit ihrer »Lebbarkeit« natürlich schon.
Falls Sie nach objektiv messbaren Kriterien suchen, an denen Sie ablesen können, ob es sich nun um Liebe oder ein Strohfeuer handelt – vergessen Sie’s. Die gibt es nicht. Es gibt jedoch Indizien, die Ihnen zeigen, dass es KEINE Liebe ist!
Der Unterschied zwischen Liebe und Habenwollen
Gleicht Ihre Affäre einer Achterbahnfahrt? Glücksgefühle und Tränen wechseln sich ständig ab? Ihre Auseinandersetzungen drehen sich nicht um konkrete Probleme, sondern um große Gefühle, Missverständnisse und Grundsatzfragen? Beinhaltet Ihr Vokabular viele Superlative und verzweifelte Liebesschwüre? Strapazieren Sie in diesem Zusammenhang Begriffe wie Seelenverwandtschaft und Schicksal?Dann erleben Sie ein beziehungstechnisches Naturgesetz in praktischer Anwendung: je wackliger die emotionale Basis, umso größer das Bedürfnis, jede Menge heiße Luft, Drama und Pseudo-Konflikte zu inszenieren. Das vermittelt Leidenschaft, man spürt sich – ist aber keine Liebe. Sondern deutet auf Besitzanspruch, Eitelkeit, Projektion, emotionale Abhängigkeit, Manipulation und Misstrauen hin.
Liebe benötigt nichts von alledem. Das bedeutet nicht, dass Liebe immer harmonisch und konfliktfrei wäre, im Gegenteil! Doch in der Tiefe Ihres Herzens wissen Sie selbst im Streit, dass Sie sich Ihrem Geliebten zugehörig fühlen, ihn annehmen, mit allem, was zu ihm gehört, inklusive Ehefrau und Familie.
Es ist Liebe. Und nun?
Hier lautet die Frage, wie wichtig Ihnen eine Beziehung ist – und welchen Preis Sie und Ihr Geliebter dafür zu bezahlen bereit sind.Manchmal scheint der Preis zu hoch. Ein Mann, der nach 30 Ehejahren noch aufrichtige Liebe für seine Frau empfindet, aber gleichzeitig seine Geliebte von ganzem Herzen liebt, steckt in der Klemme. Eine Entscheidung ist hier schlicht unmöglich.
So bitter es klingt, aber: In diesem Fall wäre der größte Liebesbeweis, den eine Geliebte erbringen kann, den Geliebten loszulassen und abzuwarten, was die Zukunft bringt. Vielleicht trennt sich das Ehepaar einige Monate später? Vielleicht brennen Sie übermorgen zusammen durch? Vielleicht raufen sich die Eheleute wieder zusammen? Vielleicht stellen Sie fest, das Sie gar keine Partnerschaft mit Ihrem Geliebten möchten? Vielleicht entscheiden sich alle Beteiligten für eine offene Beziehung? Vielleicht bleiben Sie Freunde?
Für Liebe gibt es zwar kein Echtheitszertifikat, aber einen klaren Indikator: Sie wird gelebt. Welche Bezeichnung und Ausdrucksform Sie dafür finden, ist zweitrangig.
Dieser Artikel hat 3 Seiten. Lesen Sie auch . . .Seite 1: Wenn Träume wahr werden: Der Geliebte als neuer Partner
Seite 2: Geschafft: Neuanfang mit einem gebrauchten Mann
Seite 3: Die Frage aller Fragen: Ist es wirklich Liebe?
















