Sie begründet ihre Thesen damit, dass die Institution Ehe ein von Menschen geschaffenes Konstrukt sei, das allein aufgrund der traditionellen Verpflichtung zur Monogamie unnatürlich sei. Um häusliche Harmonie und ein ausgeglic henes Miteinander leben zu können, sei es notwendig, dass der Ehemann (und nur der!) sich regelmäßig anderweitig sexuell vergnüge.
Was in den Ohren notorischer Fremdgänger und Seitensprung-Agenturen wie Musik klingt, hört sich für überzeugte Mongamisten und Feministinnen an wie ein Alptraum. Stimmt es wirklich, dass eine monogame Ehe automatisch defizitär sein muss?
Verheiratet und fremd: Ehepaare kennen sich nicht gut genug
Einer Forsa-Umfrage zufolge erwarten 80 Prozent aller fremdgehenden Männer eheliche Treue von ihren Frauen. Für 45 Prozent aller Männer und Frauen ist ein Seitensprung sogar unverzeihlich. Dem gegenüber steht eine andere Forsa-Umfrage: 57 Prozent aller Männer und 66 Prozent der befragten Frauen geben an, mit ihrem aktuellen Partner während der gesamten Beziehung noch kein einziges Mal ganz offen über sexuelle Phantasien und Wünsche gesprochen zu haben.Und weil das unglaublich ist, noch einmal ganz langsam: Über die Hälfte aller Paare tauschen sich niemals über ihre sexuellen Präferenzen aus!
Es sind also im schlimmsten Falle zwei Menschen miteinander verheiratet, die völlig unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse und damit auch verschiedene Treuevorstellungen haben, ohne das voneinander zu wissen. Ein Auseinanderdriften der sexuellen Intimität ist hier nahezu vorprogrammiert. Bei solch schweigsamen Paaren bringt oft erst das Drama um einen Seitensprung die Diskussion ins Rollen, und falls es zu spät ist, auch den Scheidungsanwalt ans Telefon.
Wäre es da nicht ratsam, rechtzeitig über diese Themen zu sprechen? Am besten bevor beide vor den Traualtar treten? Schließlich wird über Kinderwünsche, Wohnort oder Hauskauf ebenso intensiv diskutiert. Wäre es nicht wichtig, sich vor dem Ja-Wort gut genug zu kennen, um zu wissen, ob in puncto Monogamie Einigkeit herrscht, statt dies nur stillschweigend zu vermuten?
Dieser Artikel hat 3 Seiten. Lesen Sie auch . . .Seite 1: Verheiratet zu sein, ist nicht leicht – oder doch?
Seite 2: Warum wir schwach werden: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger
Seite 3: Der Mythos vom Erkalten der Ehe














