Wenn Sie ab und zu mal einen heißen Seitensprung im Traum erleben, vielleicht mit Ex-Partnern, mit Schauspielern, Unbekannten oder gar mit einer heimlichen Flamme aus dem Büro, dann kennen Sie auch das merkwürdige Gefühl am nächsten Morgen.
Sexträume, besonders die »verbotenen« mit lustvoll erlebtem Fremdgehen, wirken beinahe so intensiv nach wie ein echter ONS. Da sind Lust, Schuldgefühle, Verwirrung, Euphorie, das ganze Programm. Kein Wunder. Unser Gehirn verarbeitet Traumerlebnisse ebenso wie real Erlebtes, also reagiert auch unser Nervensystem unmittelbar auf die Träume. Das erklärt, warum wir während lebhafter Träume lachen, weinen, Schmerz empfinden und sogar ejakulieren können, obwohl wir doch nur still und friedlich im Bett liegen.
Die gute Nachricht: Falls Sie vom Fremdgehen träumen, heißt das nicht, dass Sie kurz davor sind, Ihren Partner zu betrügen, sondern dass Sie etwas Neues über sich erfahren werden. Der »traumhafte« Sex hat in den allermeisten Fällen gar nichts mit echter Erotik zu tun. Er bildet lediglich eine Metapher für Botschaften aus den tieferen Schichten Ihrer Seele.
Diese Interpretation ist nicht neu. Schon gemäß der konventionellen Freud’schen Traumdeutung aus dem Jahr 1900 bedeuten sexuelle Handlungen im Traum nichts Lustvolles. Im Gegenteil: Je heißer der Sex, desto unerotischer die Deutung. Die moderne Traumdeutung ist da schon etwas lebensfroher. Doch auch hier dreht sich die Interpretation nur teilweise um das Thema Sex.
Warum haben Sexträume (fast) nichts mit Sex zu tun?
So unterschiedlich die Traumdeutungs-Ansätze sind, in diesem Punkt herrscht Einigkeit: Sexträume deuten meist auf nicht-sexuelle, essentiell wichtige Lebensthemen hin. So wird der im Traum vollzogene Geschlechtsverkehr mit einem Unbekannten häufig mit einer unbewussten Sehnsucht nach inniger, freundschaftlicher Nähe zu einem anderen Menschen interpretiert, der keinesfalls der Beziehungspartner ist. Falls Sie öfter vom expliziten Geschlechtsverkehr mit anderen Partnern träumen, dann könnte das ein Signal Ihrer Seele sein, dass Ihnen ein guter Freund oder eine gute Freundin im Leben fehlt.Handelt es sich nicht um einen lustvollen Liebesakt im Traum, sondern um aggressive Sexspiele ohne Zärtlichkeiten, vielleicht mit BDSM-Requisiten oder gar an der Grenze zu grotesken Rollenspielen und Gewalt, die Sie im echten Leben niemals genießen könnten, dann weist Sie dieser Traum auf unerkannte emotionale oder mentale Nöte hin. Die quälend erlebte Sexualität im Traum symbolisiert hier Seelenqualen, die Sie eventuell im täglichen Leben nicht wahrhaben wollen oder unbewusst verdrängen.
Psychotherapeutin Ortrud Grön (84) geht sogar noch weiter uns sagt: »Sexuelle Träume haben nur selten etwas mit anderen Menschen zu tun. Sie sind auch kein Zeichen für sexuelle Bedürfnisse, vielmehr ringen im Träumenden die weiblichen und männlichen Anteile der Persönlichkeit miteinander.« Das, was wir im Traum als zwischenmenschliche Sexbegegnung erleben, ist also eine Begegnung mit uns selbst!
Was aber, wenn der Sexpartner im Traum jemand ist, den wir kennen? Jemand, zu dem wir eine emotionale Beziehung haben? Eine unerfüllte alte Liebe? Ein Ex? Ein heimlicher Schwarm? Oder genau das Gegenteil: ein Mensch, den wir so wenig mögen, dass wir ihm nicht mal die Hand geben würden, geschweige denn, mit ihm ins Liebesnest sinken?
Beginnen wir mit der zweiten Variante: Traumsex mit unsympathischen Menschen.
Suchen Sie nach Frust, Angst, Neid und Wut
Sie träumen vom Sex mit Ihrem extrem nervigen Chef oder Ihrer Chefin? Das heißt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht, dass Sie scharf auf den Boss sind. Sondern dass Sie unerkannte Konflikte mit dem Thema Autorität und Fremdbestimmung zu bewältigen haben. Ihr Boss muss übrigens damit nicht einmal aktiv etwas zu tun haben! Fragen Sie sich, was der hierarchisch höher positionierte Mensch für Sie repräsentiert. Eine Autorität? Oder eher eine Witzfigur, auf die Sie Ihre negativen Gedanken projizieren können?Der geträumte Seitensprung mit einem unsympathischen Vorgesetzten kann auch darauf hindeuten, dass Sie sich beruflich ausgenutzt fühlen, unterbezahlt, ausgebremst, vielleicht auch gemobbt. Haben Sie das Gefühl, Sie verdienten den Chefposten viel eher als dieser unqualifizierte Wicht? Oder – und hier finden Sie eine Brücke zu Ihrer Beziehung – fühlen Sie sich Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin beruflich unterlegen? Gibt es finanzielle Probleme oder Unausgewogenheiten, über die Sie aber nicht sprechen?
All das kann hinter der Chef-Metapher stecken. Was es im Detail ist, wissen nur Sie. Und die Antwort kommt im wahrsten Sinn des Wortes im Traum zu Ihnen.
Dieser Artikel hat 2 Seiten. Lesen Sie auch . . .Seite 1: Traumdeutung Fremdgehen
Seite 2: Traumsex mit heimlichen oder vergangenen Lieben















