Warum haben wir Sex haben – Gründe für die schönste Nebensache der Welt

Frau und Mann blicken sich tief und intim in die Augen

Die Lust am Liebemachen: 10 gute Gründe, miteinander Sex zu haben

Warum haben wir eigentlich Sex? Ist es der Trieb, der uns dazu bringt, sind’s die Hormone, ist es die Liebe oder vielleicht sogar Berechnung? Viele Forscher glauben, dass Menschen aus simplen Gründen Sex haben. Eine US-Studie beweist das Gegenteil: Es gibt hunderte verschiedene Gründe für die schönste Nebensache der Welt.

Wir stellen Ihnen hier 10 der häufigsten und schönsten Gründe »warum wir Sex haben« vor

Weil man sich kaum näher sein kann

Berührungen sind für einen Menschen etwas sehr Wichtiges und das beste Mittel, dem Partner seine Liebe zu zeigen. Denn: Zärtlichkeiten im Gefühl der Nähe und Geborgenheit auszutauschen, setzt einen bunten Cocktail an Glückshormonen frei. Wenn zwei Menschen miteinander Sex haben, dann schenken sie einander auf intimste Weise große Glücksgefühle. Und das macht das Erleben zu etwas ganz Besonderem. Diese Art sich zu »beglücken«, sich gegenseitig etwas Gutes zu tun und sich zu verwöhnen, führten befragte Paare, gleich welchen Geschlechts, als einen der wichtigsten Gründe an, miteinander Sex zu haben.

Weil es Spaß macht

Es geht um die schönste Nebensache der Welt. Sex zu haben ist pures Vergnügen. Da ist man sich in der Frauen- und Männerwelt einig. (Männer: Platz 3; Frauen: Platz 2). Im Normalfall kostet Sex nichts und bedarf keiner großen Planung. Alles, was man dafür braucht, sind zwei Menschen, die einander begehren, aufeinander Lust haben und miteinander schlafen wollen. Gute Voraussetzungen übrigens auch für ein ganz spontanes aufregendes Abenteuer, das dem grauen Alltag mal wieder etwas Farbe verleiht.

Weil Erregung Erlösung verlangt

Wenn etwas die Libido angeregt hat, dann will sie ein Mensch auf befriedigt wissen. Es lässt uns rast- und ruhelos werden, wenn die Zeichen für die sexuelle Begierde auf Sturm stehen, aber Flaute in Sachen Befriedigung angesagt ist. Und dabei ist nicht automatisch der sexuelle Höhepunkt maßgeblich. Durchaus kann auch der Weg als Ziel betrachtet werden. Als optimal empfinden es jedoch die meisten Paare, die miteinander Sex haben, auch gemeinsam den Höhepunkt zu erleben.

Weil es nicht nur im Magnetismus Anziehungskraft gibt

Den/die will ich! Immer wieder schweifen die Augen zur Person der Begierde. Es handelt sich um den Auswählten der eigenen Lust. Irgendetwas ist da, was die Libido befeuert und das Begehren erwecktausgelöst durch eine ganz bestimmte Person. Wenn die Lust sich derart auf ein Individuum richtet, ist sie in aller Regel viel stärker als ein unbestimmter, auf keinen bestimmten Menschen bezogener Hunger auf Sex. Die personifizierte Lust steht bei Männern wie Frauen an vorderster Stelle.

Weil ich meinen Partner liebe

Sex ohne Liebe ist möglich – und wird gerade bei Seitensprüngen oder Affären häufig praktiziert. Liebe ohne Sex findet man jedoch eher selten. Zieht man allgemeine, sehr romantische Beschreibungen des sexuellen Akts wie »miteinander verschmelzen« und »eins werden« heran, wird deutlich, welchen besonderen Stellenwert Sex in einer Liebesbeziehung hat. Es ist der Wunsch zu spüren, ganz besonders miteinander verbunden zu sein. Wieder sind sich alle männlichen und weiblichen Befragten einig: Liebe ist ein wundervoller Grund miteinander zu schlafen. Allerdings genießen gerade nach einer Trennung auch viele das eine oder andere pure erotische Kontakte. Schließlich hat auch Sex ohne Liebe durchaus seinen Reiz.

Weil mich die Abenteuerlust gepackt hat

Das intime Miteinander ist ein riesiger Spielplatz der Erotik, mit viel Platz für lustvolle Phantasien. Und die werden nicht zuletzt durch die Medien tagtäglich neu angeregt. In Magazinsendungen oder Talkshows werden die unterschiedlichsten Spielarten der Erotik vorgestellt, diskutiert, kaum etwas bleibt außen vor. Und wer noch mehr sehen will, findet es garantiert im Internet. Das weckt die Neugier und bestärkt die Lust auf eine Expedition ins »Reich der Lüste«. »Ist das etwas für mich?«, »Wie fühlt sich das wohl an?«, »Das muss ich unbedingt erleben!« ... Es lohnt sich durchaus, einmal über den Rand der eigenen Bettkante hinauszusehen und Neues auszuprobieren. Allzu einseitige Ernährung ist ja schließlich auch nicht gesund – und ein bisschen Abwechslung auf dem erotischen Speiseplan kann nicht schaden. Wer sich Spaß, Neugier und Experimentierfreude im Liebesleben bewahrt, kann viel für sein körperliches, aber auch seelisch Gleichgewicht tun.

Weil Sex gesund ist

Der menschliche Körper mit all seinen Funktionen ist ein Wunderwerk der Natur. Und beim Sex schüttet er jede Menge Hormone aus, die uns signalisieren sollen: Weiter so, das ist gut! Ein ganz natürlicher Prozess, der zur Erhaltung unserer Art beiträgt und dafür sorgt, dass wir immer wieder neu Lust auf Sex bekommen. Zudem wirken die beim Sex ausgeschütteten Endorphine schmerzlindernd oder können Schmerzen für kurze Zeit sogar ganz ausschalten. Genaugenommen ist der Satz »Schatz, heute nicht, ich hab Migräne« also eigentlich kontraproduktiv. Oxytocin hemmt außerdem die Wirkung des Stresshormons Cortisol und regt die Bildung von weißen Blutkörperchen an. Diese sind die körpereigene Gesundheitspolizei und stärken das Immunsystem. Ein weiterer schöner Nebeneffekt von Sex ist, dass man dabei in einer Stunde – je nach Aufwand – etwa 360 Kilokalorien verbrennt. Wer sich reuelos einen Hamburger gönnen mag, könnte vor oder nach dem Besuch des Fastfood-Restaurants also ein Schäferstündchen einplanen, anstatt eine dreiviertel Stunde durch den Wald zu rennen. Keine schlechte Alternative, oder?

Weil ich einen Orgasmus haben will

»Der Orgasmus wird beim Sex überbewertet.« Stimmt diese Behauptung? Für die Männer und Frauen in der Umfrage scheint das nicht zuzutreffen. Der sexuelle Höhepunkt ist für beide Geschlechter ein Top-Ten-Argument. Fakt ist, wenn man den Weg zum »Gipfel der Lust« bewusst geht, wird auch der Höhepunkt unvergesslich werden. Vielleicht sollte man also eher sagen: »Die Kopulation ist nur ein Teil dessen, was zu einem grandiosen Orgasmus verhilft. Das Drum und Dran hat einen nicht weniger großen Einfluss. Deswegen ist bereits der Weg das Ziel.«

Weil ich Trost brauche

Manchmal ist man traurig, deprimiert, einfach nicht gut drauf. Gründe hierfür gibt es die verschiedensten. Aber gerade, wenn man Streit mit seinem Partner hatte und deshalb die Stimmung im Keller ist, stellt sich die Frage: Kann einem dann nach Sex zumute sein? Wie verhält sich das mit der »sexuellen Versöhnung«? Will ich wirklich mit jemandem schlafen, mit dem ich mich gerade gezofft habe? Wird mir das helfen, kann es mich über das Vorgefallene hinwegtrösten? Klar sollte sein: Sex löst keine Probleme und vertreibt Traurigkeit nur temporär. Trotzdem können die beim Sex ausgeschütteten Glückshormone, die Niedergeschlagenheit betäuben, oder das Glücksgefühl nach einem überstandenen Streit potenzieren. Warum also nicht diesen Umstand nutzen. Schaden kann es jedenfalls nicht. Das finden auch die Männer und Frauen unserer Umfrage.

Weil wir ein Kind haben wollen

Nur Platz 55 in der Befragung nach den Gründen, warum man Sex miteinander haben möchte, belegt der Wunsch nach einem Kind. Und das zeigt noch einmal, was wir aus eigener Erfahrung am besten wissen: Sex dient schon lange nicht mehr nur der Fortpflanzung, sondern wir finden unzählige andere Gründe dafür, unsere Lust auszuleben. Wer also nicht oder noch nicht an Nachwuchs denkt, »ver«hüte sich vor spaßbedingtem Leichtsinn – und wer einen Kinderwunsch in sich trägt, lasse nichts unversucht. Dann kann die schönste Nebensache der Welt dazu beitragen, wunschlos glücklich zu sein.

2 Minuten für die Wissenschaft

Mehr zum Thema: das könnte Sie auch interessieren

    Buchrezensionen: Fundierter Rat zum Thema

  • Die Psychologie der Intimität So geht wahre Intimität: Sex ist mehr als lustvoller Körperkontakt
  • Fünf Männer für mich Annette Meisl berichtet ausführlich von ihren Exkursionen in die Polygamie und wie frau es anstellt, fünf Männer zu lieben
  • Das Ende der Liebe Sven Hillenkamp beleuchtet in seinem Buch sehr anschaulich die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten der unendlichen Möglichkeiten
  • Schmutzige Gedanken Die Amerikanerin Kayt Sukel beleuchtetin Ihrem Buch die neurobiologische Seite von Liebe, Sexualität und Beziehungen
  • Weitere Bücher