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Warum wird die Monogamie zur Verhandlungsmasse in einer Beziehung erklärt?
Blonde Frau mit einem Finger vor dem Mund

Der Seitensprung: Tabu oder das Recht zur sexuellen Selbstbestimmung?

Er kommt in den besten Beziehungen vor: der Seitensprung. Und vielleicht wird er sogar langsam salonfähig. Die Nachbarin tut es, der Arbeitskollege prahlt damit, die beste Freundin ist betroffen und leidet darunter. Überall, nicht nur in der Promi-Welt, sondern auch in unserem ganz persönlichen Umfeld wird fremdgegangen. Bei dieser Allgegenwärtigkeit von Seitensprüngen stellt sich natürlich schon die Frage: Ist Fremdgehen ein absolutes No-Go oder doch das persönliche Recht auf sexuelle Selbstbestimmung?

Kann man sich überhaupt sexuell auf einen einzigen Partner festlegen?

Auch wenn man es in der ersten Verliebtheit gerne glaubt: Wer eine Beziehung eingeht, hat Glück und Zufriedenheit nicht automatisch gepachtet. Treue ist unterm Strich nur so lange praktikabel, wie sich beide damit wohl fühlen. In sexuell toleranten Beziehungen sind Seitensprünge deshalb auch kein wirkliches Thema – jeder Partner gesteht dem anderen zu, bei Bedarf auch einmal von fremden Tellern zu naschen. Dennoch ist der Prozentsatz solcher offenen Beziehungen im Vergleich zu monogamen, auf Exklusivität ausgerichteten Partnerschaften extrem gering. Seitensprünge und Affären gelten in unseren Breitengraden immer noch als Tabu, für religiöse Menschen gar als Sünde – auch wenn Statistiken eine klare Sprache sprechen: Fast jeder Deutsche geht mindestens einmal in seinem Leben fremd. Auch Seitensprung-Portale wie Lovepoint, First Affair oder C-Date zeigen, dass enorm viel Interesse in Hinblick aufs Fremdgehen besteht. Fakt ist: Die Welt um uns herum ist bei weitem nicht so monogam, wie sie den Anschein macht.

Kann denn Liebe Sünde sein?

»Man kann nur einen Menschen wirklich lieben«, sagen viele Verfechter exklusiver, auf Treue ausgerichteter Partnerschaftsmodelle. Die Monogamie wird damit zur Verhandlungsmasse einer Beziehung erklärt. Aber ganz so einfach ist es auch nicht: Gefühle, Triebe und erotische Bedürfnisse lassen sich nicht so leicht kanalisieren. Es sind nicht nur Männer, die Liebe und Sex voneinander trennen können – auch Frauen suchen gelegentlich außerhalb ihrer Beziehung ein erotisches Abenteuer. Kann man also wirklich nur einen Menschen lieben und begehren? Und wenn nein – warum lässt sich der Mensch dann dazu bewegen, sein Begehren, seine Gefühle und Zuneigung auf einen Partner zu beschränken? Ist es nicht genauso problematisch, seine Bedürfnisse zu verleugnen, nur weil man sich der ewigen Treue verpflichtet fühlt?

»Dass meine Lebensgefährtin und ich ziemlich unterschiedlich ticken, weiß ich schon, seit wir zusammen sind. Gerade in Sachen sexueller Freizügigkeit gehen unsere Vorstellungen von Partnerschaft weit auseinander«, erzählt Rainer (46). »Treue ist für Claudia sehr wichtig, das hat sie klar signalisiert. Ich hingegen vertrete da einen wesentlich toleranteren Standpunkt. Als mit ihr alles noch prickelnd, neu und aufregend war, habe ich mich durch die Treue nicht eingeschränkt gefühlt. Da wollte ich ja nur sie. Irgendwann ist aber die Lust auf fremde Haut wieder erwacht, und ich habe Claudia mit einer Arbeitskollegin betrogen. Danach hat mich das schlechte Gewissen geplagt. Ich habe mich mit mir selbst auseinandergesetzt, und mir ist bewusst geworden, dass ich trotz allem diese Freiheit brauche.» So wie Rainer geht es vielen Betroffenen – die Gratwanderung zwischen persönlichen Freiräumen und den Bedürfnissen und Wünschen des Partners ist oft schwierig.

»Ich weiß nicht, ob meine Entscheidung, mich heimlich sexuell auszuleben, richtig war. Moralisch gesehen würden mich wohl viele Menschen dafür verurteilen«, meint Rainer. »Andererseits bin ich wieder glücklich, und das wirkt sich auch auf meine Beziehung zu Claudia aus. Mir ist bewusst, dass ich sie betrüge und es sie wahnsinnig verletzen würde, kämen meine Affären ans Tageslicht. Andererseits glaube ich, wären wir nicht mehr zusammen, hätte ich diesen Weg nicht genommen.«

Wenn das partnerschaftliche Treuegelübde dafür sorgt, dass sich einer der Beteiligten selbst untreu wird, besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf. Denn wer ständig gegen seine auch erotischen Bedürfnisse und Wünsche lebt, wird unzufrieden – und überträgt letztenendes seinen Unmut auf den Partner. Das ist Gift für jede Beziehung. Ob es richtig ist, sich die eigenen Wünsche in heimlichen Affären zu erfüllen, liegt im Auge des Betrachters. Stabile, gut funktionierende Beziehungen vertragen unter Umständen auch klare, offene Worte und eine kritische Prüfung des gegenseitigen Treueversprechens.

Eigene Bedürfnisse oder der Schutz des Partners: Was geht vor?

»Ich weiß eigentlich gar nicht, wie ich zum Thema Seitensprung stehe. Es beschäftigt mich, weil ich weiß, dass mein Freund Marcel kein Kind von Traurigkeit ist», erzählt Steffi (42). »Ich bin fast schon davon überzeugt, dass er auf seine sexuelle Selbstbestimmung nicht verzichtet und auch mir schon fremdgegangen ist. Ich spreche das Thema aber bei ihm nicht an, denn ansonsten leben wir sehr glücklich miteinander und er zeigt mir oft, dass er mich liebt. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Mit dieser Einstellung kann ich ziemlich gut leben, und das meine ich ganz ehrlich.« Ist Schweigen also Gold, wenn es um das Thema Seitensprung geht? Viele Psychologen raten, bei unbedeutenden One-Night-Stands oder kurzen Affären die Beziehung gar nicht mit einer Beichte zu belasten, nur um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen. Gibt es jedoch tiefer liegende, schwerwiegende Probleme in der Beziehung, die für den Seitensprung verantwortlich sind, besteht Redebedarf.

Wir werden von unseren Eltern dazu erzogen, die Wahrheit zu sagen. Im Falle eines Seitensprungs stellt sich jedoch die Frage, ob man nicht besser genießt und schweigt. Die Entscheidung ist natürlich auch abhängig von der Bedeutung, die man dem Seitensprung beimisst. Wenn man von Schuldgefühlen geplagt wird, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man die Verantwortung für sein Tun übernehmen muss. Sich selbst durch eine Beichte zu »entlasten« und den Partner damit gefühlsmäßig zu »belasten« muss also nicht die beste Lösung sein. Andererseits ist es genauso unehrlich und schädlich für die Liebe und die Beziehung, wenn man nur aus einem falsch verstandenen Pflichtbewusstsein treu ist. Wahre Treue beginnt ja genau hier – bei der Treue zu sich selbst. Wer sexuell selbstbestimmt leben und Außenbeziehungen pflegen möchte, dem nützt es weder, dieses Verlangen dem Partner zuliebe zu unterdrücken, noch sollte der Weg in die Heimlichkeit gewählt werden. Betrug und Selbstbetrug sind gleichermaßen destruktiv. Hier gilt es: Karten auf den Tisch und reden. Vielleicht plagen den Partner ja gerade zufällig ähnliche Gedanken?

Sicher ist es schwer, schon zu Beginn einer Partnerschaft genau dieses Thema auf den Tisch zu bringen – sinnvoll wäre es allemal. Denn eines ist klar: Was wir in der ersten Verliebtheit empfinden, das Gefühl, nun endlich den einen Menschen gefunden zu haben, mit dem man exklusiv zusammen sein, dem man immer treu sein möchte, hält vermutlich doch nicht ewig. Gut ist es, sich schon früh mit dem individuellen Verständnis von Treue auseinanderzusetzen. Was bedeutet es für mich, treu zu sein, was bedeutet es für meinen Partner? Ist Treue automatisch gleichzusetzen mit Monogamie und sexueller Exklusivität? Kann ich meinem Partner treu sein, auch wenn ich mir gelegentlich einen Seitensprung gönne? In fast allen Beziehungen werden diese Fragen irgendwann akut. Und intakte Beziehungen halten die Beschäftigung mit diesem Thema auch aus.

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Gabi || 05.11.2013 16:46:39

Ich möchte sagen, dass ich froh bin in einer Zeit zu leben, wo sowohl Mann als auch Frau auch in sexueller Hinsicht frei und selbstbestimmt sind, nicht a la Mittelalter, wo eine andere Instanz sagte, was gut & richtig ist! Wer glücklich und erfüllt ist seine Liebe zu teilen, der sollte es auch tun.

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