Auch emotional gehen Männer und Frauen unterschiedlich mit dem Seitensprung um: Während betrogene Männer sich nach einer kurzen Phase des Aufbrausens recht schnell mit der Tatsache abfinden, sich auf ihren gekränkten männlichen Stolz zurückziehen und dort ihre Wunden lecken, können Frauen richtig lange toben und ausrasten. Sie reagieren mit loderndem Zorn, brennenden Hassgefühlen und Wutausbrüchen, die immer wieder aufflammen und sich über Monate hinziehen können. Der vielbeschworene Zorn einer betrogenen Frau hat es in sich.
Erste Hilfe für den weiblichen Stolz: Die Wut muss raus!
Natürlich gibt es immer Gründe für den Seitensprung. Beim gemeinsamen Reflektieren lässt sich dieser auch garantiert ausfindig machen und, wenn beide es wollen, ausräumen. Doch eine Frau, die gerade vom Seitensprung ihres Partners erfahren hat, will davon nichts wissen. Beziehungsarbeit? Eigenverantwortung? Vernünftiges Gespräch? Gemeinsam reflektieren? Pffh, du mich auch, du Arsch.Nein, der Zorn über die massive Kränkung und den Vertrauensbruch will ausgelebt sein. Und das ist gesund so! Nur wer die Wut über den Seitensprung zulässt, kann später konstruktiv mit dem Thema umgehen. Zorn und Wut sind therapeutisch ungemein wertvolle Gefühle. Nun gibt es über das Ausleben verschiedene Ansichten. Die Klischeebilder sind bekannt: hysterische Frauen, die ihren untreuen Partner öffentlich outen und niedermachen, Autoreifen zerschlitzen, Armani-Anzüge mit der Nagelschere shreddern, Raritäten aus seiner Plattensammlung bei ebay versteigern oder von seinem Handy aus eine 0137er Nummer wählen und es dann eingeschaltet im Gulli versenken. Abgesehen von der zivil- und strafrechtlichen Relevanz können solche Aktionen sehr befreiend sein.
Als Fremdgänger bleibt einem da nur eins übrig: abwarten, leerlaufen lassen und dann das Gespräch mit dem Partner suchen. Der Gang zum Anwalt oder andere Gegenmaßnahmen sind ungefähr so sinnvoll, wie eine Abrissbirne mit einem Wattestäbchen aufhalten zu wollen.
Rache-Sex: Vögeln gegen den Schmerz
Frauen sind im Post-Feminismus-Zeitalter hart im Nehmen geworden. Sie stehen beruflich ihren Mann, managen manchmal Familie, Kariere und Gefühlshaushalt gleichzeitig und schaffen es dabei auch noch, optisch in Form zu bleiben. Jede Menge Selbstbestätigung also. Alles ist perfekt. Und trotzdem übernachtet der Gatte eines Tages zwischen den Schenkeln irgendeiner Nebenbuhlerin: Diese Erkenntnis kann selbst eine souveräne Traumfrau aus dem Gleichgewicht bringen.Ganz gleich, ob der Mann eine Affäre oder nur einen One-Night-Stand hatte, das sexuelle Selbstwertgefühl der betrogenen Partnerin ist erstmal im Keller. Wie bekommt Frau es dort wieder heraus? Natürlich durch guten Sex. Und zwar mit jemandem, der garantiert will, ohne langes Werben und Flirten. Zum Beispiel mit einem Kollegen, von dem Frau weiß, dass er schon lange scharf auf sie ist. Einer Jugendliebe, die nur auf einen Anruf wartet. Oder einem ehemaligen Ferienflirt, der zufällig auf Geschäftsreise in der Stadt ist. Plötzlich erinnert Frau sich wieder an all die Gelegenheiten, die sie aus Loyalität zum Partner ungenutzt verstreichen ließ.
Aber auch das WWW bietet viele Möglichkeiten, um jemanden mit gleichen Absichten kennenzulernen. Es war noch nie so einfach, ein erotisches Abenteuer über das Internet zu finden. Man muss nur eine der vielen Internetseiten wie z.B. www.lovepoint.de oder www.firstaffair.de anklicken. Diese speziellen Portale - im Fachjargon Seitensprung-Agenturen genannt - haben sich auf die Vermittlung »Seitensprungwilliger« spezialisiert, und bieten Ihren Kunden eine große Auswahl an Gleichgesinnten.
Wichtig: Beim Rache-Sex geht es nicht um Liebe, genauso wenig wie es beim Reifenschlitzen um Hass gegenüber der Autoindustrie geht. Sondern ums Begehrtwerden, um das Gefühl, »was du kannst, kann ich schon lange«. Um weiblichen Stolz. Der Mann der Stunde erfährt gleich zu Beginn des Treffens, dass er »nur« Seelen- und Sextröster ist, nicht der neue Traummann. Frauen sind in diesem Punkt ehrlicher als Männer, die in vergleichbaren Situationen gerne um den heißen Brei herumreden und die Illusion von emotionaler Verbundenheit schaffen.















