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Bordellbesuche – Sex gegen Bares
Im Kopf des Freiers

Vorsicht Falle – Freier mit Beschützerinstinkt

Die Anfängerinnenmasche haben sich geschäftstüchtige Prostituierte und Bordellbesitzer ausgedacht. Eine junge Prostituierte tauscht ihr Revier für ein paar Wochenenden mit einer Kollegin in einer anderen Stadt, wo sie noch unbekannt ist, setzt sich an den Tresen und wartet. Auf Freier mit viel Geld und vergleichsweise hohem moralischen Anspruch.

Die mit mädchenhaftem Augenaufschlag vorgetragene Story: »Ich bin neu hier, studiere Architektur, kenne niemanden und brauche dringend Geld. Ich bin sooooo schüchtern, du bist mein allererster Kunde.« Wahlweise wird die Geschichte durch ein krankes Kind, einen bösen Ex-Mann oder eine pflegebedürftige Mami ergänzt. Und tatsächlich, die Freier schmelzen dahin und öffnen ihre Brieftasche. Die Illusion, keiner »Nutte«, sondern einer unverdorbenen Anfängerin zu begegnen, törnt ungeheuer an und weckt den Mann im Mann. Natürlich ist die Dame keineswegs unerfahren und läuft dank der »Hilfsbereitschaft« des Freiers in Minutenschnelle zu großartiger Form auf. Das rechnet sich: »Und wieviel nimmt man denn für sowas, ich kenn die Preise noch gar nicht«, fragt die vermeintliche Studentin unschuldig. Der Freier möchte nicht als knauserig gelten und bezahlt freiwillig mehr als nötig. Ist ja für den guten Zweck. So kommt die Dame mit ihren »ersten Kunden« locker auf über tausend Euro Umsatz pro Schicht.

Natürlich gibt es da noch das andere Freier-Klientel. Unscheinbare Herren, denen mitnichten an einer romantischen Sexbegegnung liegt, sondern am Gegenteil. Auch das ist Alltag in deutschen Bordellen: Männer, die eine Frau erniedrigen und benutzen, ohne sich mit den emotionalen Konsequenzen befassen zu müssen. Hier geht es um Macht, nicht um Sex. Besonders dramatisch ist diese Situation im deutsch-tschechischen Grenzgebiet, wo z.T. per Zwangsprostitution »all inclusive« angeboten wird, d.h. alle Praktiken und Altersklassen. Die Hilfsorganisation Karo e.V. prangert diese Menschenrechtsverletzungen an. Doch öffentliche Diskussionen darüber sind nicht erwünscht, weil schlecht fürs Geschäft. Sex gegen Geld, lautet der Deal. Und harte, frauenverachtende Unterwerfungspraktiken gehören dabei ebenso zum Standard wie die freundliche rein-raus-Nummer.

Gewaltfreie Alternativen, die Spaß machen

Um auf die Hydra-Statistik zurück zu kommen: Geschätzte 3 von 4 Männern nehmen im Laufe ihres Lebens die Dienste einer Prostituierten in Anspruch. Es handelt sich also um eine große Nachfrage auf Männerseite - und damit um ein umsatzträchtiges Marktpotenzial. Deshalb haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Alternativen etabliert, die den klassischen Bordellen irgendwann den Rang ablaufen könnten, weil ihnen jede Nähe zur »Halbwelt« fehlt. Allen voran die zahlreichen Internetportale wie Lovepoint, First Affair oder C-Date die sich auf diese Marktnische speziallisiert haben.

Hier können sich Männer und Frauen zum Adult-Dating, Seitensprung oder Casual-Sex anmelden und dort Gleichgesinnte treffen. Realkontakte sind ausdrücklich erwünscht und können virtuell gut vorbereit werden. Im Gegensatz zur Prostitution findet hier eine einvernehmliche Begegnung statt, bei der es nur um Sympathie und Sex geht. Nicht um Geld. Man tauscht Bilder und Eckdaten aus, chattet über persönliche Vorlieben und sexuelle Wünsche, gerne auch mit Webcam, und bei Gefallen trifft man sich. Gewerbsmäßige Prostituierte sind gem. AGBs ausdrücklich ausgeschlossen und dürfen solche Plattformen nicht zur Kundengewinnung nutzen.

Auch Swingerclubs können Paaren, die ihr Sexleben aufpeppen wollen, eine schöne Abwechslung bieten und stellen eine echte Alternative zum Seitensprung oder Bordellbesuch dar. Seriöse Swingerclubs erkennt man u.a. daran, dass sie ihren Gästen nur paarweise den Zutritt gewähren, um eine vertrauensvolle Atmosphäre und ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen zu schaffen. Außerdem sind Prostituierte dort nicht zu finden, sondern ausschließlich Privatleute. Zum Vergleich: Unseriöse »FFK-Clubs« arbeiten wie Bordelle, werden fast nur von Männern besucht, beschäftigen Prostituierte als Personal, und der Sex kostet Geld.

In einem guten Swingerclub dagegen fließt Sekt, aber niemals Geld. Abgesehen vom Eintritt natürlich. Es geht um Spaß und sexuelle Begegnungen in einem vertrauenswürdigen Rahmen. Eine Frau, die also z.B. scharf auf den besten Kumpel ihres Ehemannes ist, kann diese Lust bei gegenseitigem Gefallen im abgesicherten Modus eines Swingerclubs ausleben, statt heimlich fremdzugehen. Umgekehrt kann ein verheirateter Mann seine Sexphantasien mit einer anderen Frau im Freundes- oder Bekanntenkreis genießen. Diese Konstellation kommt relativ häufig vor, weshalb in Swingerclubs eine familiäre, herzliche Atmosphäre herrscht. Viele Paare treffen sich dort regelmäßig mit befreundeten Paaren, um den »Seitensprung im abgesicherten Modus« auszuleben, neue Sexpartner kennenzulernen - und vielleicht neue Anregungen für den Sex im Ehebett zu bekommen.

Ob virtuelle Plattform oder Swingerclub: Bei diesen Alternativen ist Sex keine Ware, sondern eine einvernehmliche, spielerische sexuelle Begegnung. Man tut sich gegenseitig gut, kann neue Praktiken mit neuen Partnern ausprobieren, ohne finanzielle Interessen, Machtgefälle oder Zuhälter im Hintergrund.

Ein ungepudertes, unparfümiertes Fazit: Die mannstolle, zufriedene Profi-Hure, die aus lauter Nettigkeit freundschaftliche Kontakte zu Freiern unterhält, ist eine Illusion. Eine Begegnung zwischen Freier und Hure ist eine zweckbezogene Gewaltbeziehung. Bezahlte Gewalt zwar, nicht strafbar gem. StGB und dank allerlei schönfärbender Mythen gesellschaftlich akzeptiert, aber es bleibt Gewalt gegen Frauen.

Dieser Text soll natürlich niemandem den Spaß am Bordellbesuch verderben. Wer für sich darin einen Weg sieht, sich sexuell auszuleben, kann das tun. Doch es gibt einen Indikator, der als kleine Entscheidungshilfe dienen könnte: Auf virtuellen Plattformen und in Swingerclubs wird nicht nur genussvoll gevögelt und geblasen, sondern auch laut und herzhaft miteinander gelacht. In Bordellen ist auch allerhand zu hören, aber kein Lachen...

Dieser Artikel hat 2 Seiten. Lesen Sie auch . . .

Seite 1: Prostitution – Sex als Ware
Seite 2: Vorsicht Falle – Freier mit Beschützerinstinkt

Ob auf der Reeperbahn oder im nächsten Dorf – überall findet man Menschen, die ihren Körper für Geld anbieten. Ebenfalls gibt es natürlich diejenigen, die für körperliche Nähe zahlen. Ist die »käufliche Liebe« ein Thema für Sie? Jetzt abstimmen
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ballonpiekser || 01.04.2015 08:01:09

Danke! Danke fr diesen Artikel. Es herrscht zum Teil groes Leid auf Seiten der Prostituierten, und viele Freier wissen davon nicht oder verschlieen die Augen.

Die Zahlen von Hydra glaube ich nicht. berhaupt ein schrger Verein, wollen sie doch lieber Einstiegshilfen statt Ausstiegshilfen vermitteln und haben sich gegen Kondompflicht, Pflicht zur Gesundheitsuntersuchung und gegen hrtere Gesetze gegen Menschenhandel eingesetzt. WTF

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Nymphe || 18.01.2010 01:47:44

Nunja. Das ist die typische Schwarzer-Totschlagargumentation: Eine Sexarbeiterin, die behauptet, ihren Beruf gern auszuben, belgt entweder ihr Gegenber oder sich selbst. Vielen Dank fr das Gesprch.

Ich persnlich lache gern und oft mit meinen Gsten. Aber ich verga: Das ist ja alles nur Teil der Inszenierung.

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fan || 07.12.2009 20:53:46

Es ist was es ist: Ein Handel mit der menschlichen Sinnlichkeit, welches insbesonders ein groes Problem im Zusammenhang mit Menschenhandel darstellt:

Nach Schtzungen der Vereinten Nationen werden allein in Europa jhrlich 500.000, meist osteuropische, Frauen und Mdchen verschleppt und zur Prostitution GEZWUNGEN. Der Jahresumsatz, der mit Frauenhandel gemacht wird, wird auf rund zehn Milliarden Euro geschtzt.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot... und es sind die Freier, die das Geschft durch ihre Bedrfnisse am Laufen halten...

Und noch ein paar Fakten: Quelle: Marco F. Rotlicht-Insider
ber die Hlfte der Sex-Arbeiterinnen in Deutschland sind Migrantinnen, in Hamburg bis zu 70%
Der Lwenanteil des Geldes fliet in die Taschen der Zuhlter. Einem Zuhlter bringt eine Prostituierte jhrlich im Durchschnitt 107.000 Euro ein.

@Sina
Wenn es Dir Spa macht, umso besser. Es ist immer von erfllender Spa mit Beruf zu verbinden. Dennoch vetrete ich die Meinung, dass Deine Einstellung und berzeugung eine Ausnahme in diesem Geschft darstellt.

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Sina || 07.12.2009 19:16:07

Ich lasse mich eigentlich meistens auf meine Kunden ein..wenn ich etwas sage, dann meine ich es auch tatschlich, wenn ich komme ist es echt. Die Konsequenz davon ist natrlich, dass ich nicht ber alle witze lache, nicht massenhaft Komplimente mache, und manchmal auch nicht komme und nicht so tue als wre ich. Spass macht es mir aber definitiv.
Ich kann und will nicht Schauspielern. Ob das unprofessionell ist- vielleicht. Aber fr mich bedeutet professionalitt auch, dass ich auf mich selbst achte und mich so verhalte wie sonst auch, denn lgen und unaufrichtigkeit belasten mich. Aber jede/r hat natrlich den eigenen Weg, wie man am liebsten arbeitet.

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Wolfi || 06.12.2009 05:22:12

FKK-Clubs sind Bordelle. Und dioe Frauen sind dort nicht angestellt, sondern Selbstndige.

Und im Bordell wird auch hetzhaft gelacht...

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