Unser kleines ABC des Online-Datings bringt wichtige Fakten auf den Punkt

Glatzköpfiger Mann mit einer Blume an der Nase

Schlimmer geht immer?! Besser auch: mit dem kleinen ABC des Online-Datings

Online-Dating ist romantisch, aufregend und sehr aussichtsreich – wenn Sie es richtig anstellen. Unser kleines ABC des Online-Datings bringt wichtige Fakten auf den Punkt. Lesen Sie hier, was gar nicht ankommt und wie erfolgreiches Chatten geht. Vorab eine kleine Gebrauchsanweisung: Sie können das hier von A bis Z studieren, es überfliegen oder nach Schlagwörtern suchen. Hauptsache, Sie sind bestens informiert. In jedem Fall sollten Sie sich überlegen, was Sie im Internet suchen und was Sie finden wollen. Und zwar, BEVOR Sie sich ins Online-Dating stürzen*.

*Alle Anregungen ohne Gewähr. Das ABC des Online-Datings erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und so manches ist mit einem Augenzwinkern verfasst. Viel Spaß beim Lesen!

A wie Anschreiben
Erster Schritt, wird zur Kontaktaufnahme verfasst. Das Anschreiben sollte gut und persönlich formuliert sein. Attraktive Frauen bekommen in der Regel 20 Zuschriften, und diese lesen sie erstmal, bevor sie das dazugehörige Profil anschauen. Nutzen Sie Ihre Chance, schon im Anschreiben eine persönliche Duftmarke zu setzen. Siehe hierzu auch O wie Orthografie.

B wie Beuteschema
Sollte man unbedingt beachten, sowohl das eigene Beuteschema, als auch das der potenziellen Bekanntschaft. Sucht diese laut Profiltext einen sportlichen Biker zum gemeinsamen Radeln, sollte der Sportmuffel mit Filmsammelfimmel besser die Finger davon lassen. Allerdings lohnt es sich, die Jagdgründe auszuweiten, vgl. dazu auch X wie xenophil.

C wie Chatten
Neudeutsch für »virtuell plaudern«. Bei richtiger Anwendung sehr gute Kennenlernmethode. Kann zu D wie Date führen. Oberstes Gebot: Richtig dosieren! Dreiwortsätze sollten Sie ebenso vermeiden wie lange Monologe. Stichwort Kommunikation: Stellen Sie Fragen, antworten Sie, lesen Sie genau hin, sorgen Sie dafür, dass Sie mit Ihrem Chatpartner ins Gespräch kommen. Beim Chatten begegnen sich Seelen in ihrer reinsten Form, nämlich der Sprache. Mittels derer, sofern gut eingesetzt, kann man sich online unverfälscht kennenlernen und eine enorme Spannung aufbauen. Wichtig: Bloß keine Ungeduld, Antwort abwarten, kann auch mal dauern. Merke: Ausgiebiges Chatten ist KEINE Zeitverschwendung!

D wie Date
Erst chatten, dann daten. Ersteres bitte nicht zu kurz, sonst kann Letzteres enttäuschend sein. Ein besonders neuralgischer Punkt ist nämlich der Wechsel vom Online-Kontakt zur direkten Begegnung – ein sinnvoller Chat kann das nachfolgende erste Date erfolgversprechend machen. Das Gegenteil ist auch möglich, Wahrscheinlichkeit liegt bei 50:50.

E wie Ehrlichkeit
Gute Sache, hehre Tugend: Aber beachten Sie hier Verhältnismäßigkeit. Sprich: Machen Sie sich nicht schlechter als Sie sind, liefern Sie nicht zu viel Input, überfordern Sie nicht mit Details. Zuviel Information kann erschlagen, L wie Lügen ist schlecht. Wichtig ist, dass Sie sich authentisch darstellen. Keine will beim ersten Date herausfinden, dass Sie nur ein Bein haben. Aber über Ihr Sexleben können Sie auch später noch plaudern.

F wie Foto
Oft wichtiger als der Rest, ein schönes Bild schlägt unter Umständen alle Worte.

  • Regel Nummer 1: Stellen Sie nur 1 Foto ein.
  • Regel Nummer 2: Suchen Sie ein gutes Foto, lassen Sie es vom Profi machen.
  • Regel Nummer 3: Keine Selfies, schon gar nicht vorm Badezimmerspiegel!
  • Regel Nummer 4: Hund, Katze, Maus, Sportequipment, coole Accessoires, Sonnenbrillen und Siegeszeichen haben auf dem Bild nichts zu suchen.
  • Regel Nummer 5: Auch wenn Sie damals super aussahen – alte Fotos sind ein No-Go.

Geheimtipp von Amaryllis26, der Autorin von Lust auf Fikken?: 3 Fotos mit Kumpel auswählen, online auf hotornot.com stellen und das nehmen, das am besten bewertet wird.

G wie Geilheit
Wird männlichen Onlinedatern oft unterstellt: Die sind ja nur scharf auf Sexkontakte. Andere Behauptung: Frauen kriegen reihenweise obszöne Anfragen, versaute Kommentare und unmoralische Angebote. Stimmt nicht. Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus – wer im P wie Profiltext doppeldeutig und anzüglich auftritt, kriegt eventuell enstprechende Kontaktanfragen. Der Rest bleibt in der Regel von Schweinkram eher verschont.

H wie Humor
Tolle Eigenschaft, unerlässlich fürs Flirten, online aber schwierig. Witze von der Stange, pseudocoole Sprüche, 80 Prozent Smileys oder Comedyterror sind NICHT lustig. Merke: Wahrer Humor ist subtil und ergibt sich. Manchmal auch nicht, dann lieber auf Spaß und Co. verzichten.

I wie Interesse
Interesse bekunden User in der Regel über A wie Anschreiben bzw. Antworten. Aber immer langsam mit den jungen Pferden: Auch wenn das Internet das schnellste und direkteste Medium ist, kann sich die Kontaktanbahnung verzögern.

  • Grund 1: Frauen bekommen mehr Anfragen als Männer, kann also etwas dauern, bis Sie wahrgenommen werden.
  • Grund 2: Nicht jede/r ist allzeit online bereit, es gibt so was wie Jobs, Hobbys oder andere Verpflichtungen.
  • Grund 3: Frauen nehmen sich gerne Zeit – ist der erste Kontakt unerquicklich, sind Sie vielleicht der nächste auf der Liste. Aber Vorsicht: »Kein Interesse« heißt wirklich kein Interesse...

J wie Jammern
Ergänzung zu A wie Anschreiben, E wie Ehrlichkeit und P wie Profiltext. Dort absolutes No-Go: Nölen über alte Beziehung, Klagen über seltene Antworten, Heulen über böse, böse Frauen – Jammern in jeglicher Form ist strengstens untersagt. Denn Onlinedating soll Spaß machen, wer rummeckert oder sich in Liebesselbstmitleid suhlt, macht sich sehr (!) unattraktiv.

K wie Kapitulation
Synonym für Aufgeben, resignierendes Nachgeben. Beim Online-Dating angebracht, wenn

  • a) eine Frau nach Ihrem Anschreiben kein I wie Interesse bekundet, wenn
  • b) sich nach Wochen gar nichts tut,
  • c) Sie die Lust verlieren,
  • d) Sie Ihre Liebe gefunden haben. Dabei empfiehlt es sich, nicht gleich anderweitig weiterzuchatten – genießen Sie dann erstmal offline.

L wie Lügen
Gleichauf mit Täuschung, Unwahrheit, Schwindel, umgangssprachlich: Verarsche. Haben bekanntlich verdammt kurze Beine, fliegen spätestens beim ersten D wie Date auf. So richtig fette Lügen zumindest. Dazu gehören: Falschangaben über Größe und Gewicht, Alterschummeleien im 5-Jahresbereich, Rumkriegkomplimente, Gesinnungsvortäuschungen (»Ich suche auch jemanden zum Heiraten.«).

M wie Mühe
Muss man sich nicht geben...mit dieser Einstellung sind laut Datefachfrau Amaryllis26 die Beiträge von 95 Prozent aller Onlinedater zu erklären. Argument für fortgeschrittenen Unfleiß: Dating-Portale sind ja eh Resterampe (siehe unten). Dorthin begeben sich nur chronisch Unvermittelbare und komische Kauze. »Dann muss ich mich ja auch nicht mehr anstrengen, die Mühe lohnt sich nicht, hier krieg ich ja sowieso im besten Fall den Trostpreis.« FALSCH: Mühe lohnt sich absolut! Vor allem, weil sich eben offensichtlich so viele gar keine Mühe geben, da stechen Sie hervor, indem Sie sich an-streng-en.

N wie Nickname
Der Deckname, unter dem Sie auftreten, sollte gut gewählt sein. Wollen Sie draufgängerisch, romantisch oder witzig rüberkommen, dann basteln Sie sich ein entsprechendes Pseudonym. »Christian78« kann jeder, »geile6nummer« ist vermessen, »hasenpupsi« lächerlich. Tiernamen (Bär, Frosch, Affe), Lebensmittel (Bier, Suppe, Fruchtzwerg) oder Körperteile (Schwanz, Nase, Finger) gehen gar nicht. Gut sind Eigenschaften (Zauberkuesse), Inhalte (Lesfleurdumal), Romantik (NachtamMeer).

O wie Orthografie
Orthografie bedeutet Rechtschreibung und heißt nichts anderes als: Schreiben Sie möglichst fehlerfrei, vermeiden Sie Buchstabendreher, halten Sie sich an Grammatikregeln. Wer einfach nur in die Tasten haut, liefert lieblose Botschaften, die schlecht ankommen. Das weiss doch jeds Kind! Aber wissen die auch, dass Umfragen zufolge schlechte Grammatik und Rechtschreibfehler zu den größten Abtörnern beim Online-Dating gehören? Nicht nur, dass Rechtschreibpatzer zu Missverständnissen führen können, sie zeigen auch, wie wenig M wie Mühe sich der Dater gibt. Und das lässt Rückschlüsse auf seine Person zu.

P wie Profiltext
Fast jedes Dating-Portal gibt Usern die Möglichkeit, sich mit einem Text zum Foto vorzustellen. Wer bin ich, wen suche ich und wofür – diese Fragen sollten damit beantwortet werden. Anderes Wort für Profiltext: sprachliche Visitenkarte. Profiltexte gibt es vom 1-Wort-Statement bis zum ungefilterten Bewusstseinsstrom. Wenn es einen Profiltext überhaupt gibt: Amaryllis26 zufolge hat ungefähr jedes fünfte Männerprofil gar keinen Text. Die Chance für alle anderen, sich mit einem Profiltext positiv abzuheben.

  • Schlecht: Über das Schreiben von Profiltexten schreiben, Gegenfragen à la »Was soll ich über mich schreiben?«, Negativlisten, abgenudelte Sprüche, Verweis auf Blogg, viele Adjektive, J wie Jammern.
  • Gut: Konkrete Vorschläge wie »Samstag ist Beachparty... wer geht mit?«, Aussagen über die eigene Person, geheimnisvolle Andeutungen. Zusammen mit siehe F wie Foto unschlagbare Kombination.

Q wie Qualität
Pimp Your Profile – fangen Sie doch schon mal damit an! Amaryllis26 macht mit ihrem Buch »Lust auf Fikken?« vor, wie schlampig das Vorgehen vieler Onlinedater ist und was jeder dagegen machen kann. Sie plädiert für eine Qualitätsoffensive im Online-Dating, regt die Vergabe eines deutschen Dating-Preises an und will eine Dating-Olympiade ins Leben rufen. Wollen Sie sich qualifizieren? Dann nichts wie ran an!

R wie Resterampe
Oft als generalisierende Bezeichnung für Onlinedater missbraucht. Wirkt abschreckend auf viele, der Irrglaube herrscht vor, nur wer im wahren Leben keine Chance auf die Liebe hat (weil häßlich, doof, unerfahren), versucht es im Internet. Ist aber nicht belegt. Im Gegenteil: Erfahrungsberichte zeigen, dass Online-Dater cool, neugierig und offen sind. Also ziemlich attraktiv.

S wie Standardtext
Komparativ von: Einfallslosigkeit, Superlativ von: Lieblosigkeit. Frauen hassen Standardtexte und Frauen erkennen Standardtexte. Daran beispielsweise, dass diese achtlos zusammengeklöppelt und inhaltlich fehlerhaft bis dämlich sind. Besonders schlecht: Copy & Paste bei der Konkurrenz.

Top 3 der übelsten Standardtexte:

  • Schönes Pic :-)
  • Hey ;)
  • Ich lass mal nen lieben Gruß da

T wie Tatsachen
Monatlich sind über 8 Millionen User auf Online-Dating-Portalen aktiv. Jedes dritte Paar lernt sich heute im Internet kennen. Die große Liebe kann man hier ebenso finden wie den unverbindlichen Seitensprung. Auch für heimliche Romanzen ist das Internet der Hotspot: Fast jeder dritte Deutsche wählt dafür am liebsten Online-Dating-Portale. Und der Fremdflirt ist besser als sein Ruf: Aus jedem fünften Fremdflirt entsteht eine ernsthafte Beziehung. Überzeugt?!

U wie Unfug
Kommt bisweilen zwangsläufig zustande. Vom N wie Nickname über F wie Foto bis P wie Profiltext findet sich allerhand Schrott auf Dating-Portalen. Wer es nicht ernst meint mit der Suche, sollte damit nicht hinterm Berg halten. Neugierde, Testläufe und Spaßhaben sind legitim, Verarsche auf Unfugbasis ungebührlich. Wird außerdem oft schnell entlarvt.

V wie Vorlagen
Vorlage = Kopie = laaaaangweilig. Kann jeder, klingt wie alle, ist nicht attraktiv. Auch wenn Ihnen der ein oder andere dufte Spruch oder Profiltext unterkommen sollte, sollten Sie ihn nicht 1 zu 1 übernehmen. Intelligenter: Vorlagen anschauen, andere Profile lesen, Infos sammeln – und anders besser schreiben. Devise: Vorlagen nutzen viele als Vorlage.

W wie Warten
Nochmal zur Verinnerlichung: Frauen bekommen mehr Kontaktanfragen als Männer. Da kann es mal dauern, bis die Dame auf Ihr Anschreiben antwortet. Vielleicht ist sie auch gerade am Arbeitsplatz, bei den Eltern oder muss aufs Klo? Üben Sie sich in Geduld, bombardieren Sie die Frau nicht sofort mit Sätzen wie »Keine Lust? Okay, dann noch viel Glück bei der weiteren Suche.« Atmen Sie tief durch, bewahren Sie die Ruhe und schauen Sie morgen noch mal, ob eine Nachricht da ist.

X wie xenophil
Aus dem Griechischen, heißt: Fremden gegenüber aufgeschlossen. Bedeutet frei auf Online-Dating übertragen: Seien Sie offen und mutig, legen Sie Schablonen besser ab, schreiben Sie auch mal jemanden an, der auf den ersten Blick nicht der absolute Traumpartner ist. Argument: Auf hübsche, schlanke, blonde, kluge, sexy Frauen z. B. stehen die meisten – die Gefahr ist groß, dass Sie der x-te Dater sind, der bei der Dame vorstellig wird. Das minimiert Ihre Chancen. Wagen Sie sich auch an interessante (!) Profile heran, die etwas ungewöhnlicher sind.

Y wie Yeah
Stammt aus dem Englischen, umgangssprachliche Slangversion von Yes (Ja). Motivierender Ausruf bei erfolgreichem, spannendem Online-Dating. Wenn es dort gefunkt hat, ist das Grund zur Freude. Und der sollten Sie Ausdruck verleihen. Denn viele wissen noch gar nicht, welch fantastische Kontaktbörse das Internet bei richtiger Handhabung ist (vgl. hierzu T wie Tatsachen). Haben Sie diese Erfahrung gemacht, berichten Sie davon: Niemand muss sich heute dafür schämen, einen Partner im Internet gefunden zu haben. Seien Sie stolz darauf, ein Up-to-Date-User zu sein, der das Netz nutzt, um die Liebe zu suchen und zu finden – Yeah!

Z wie Zicken
Substantiv, feminin für: weibliche Ziege, umgangssprachlich abwertend: zickige weibliche Person. Gibt’s natürlich auch im Internet. Erkennbar an: Bissigen Kommentaren, arroganten Statements, fiesen Absagen. Sollten Sie als Mann lieber meiden. Guter Rat: P wie Profiltext ganz genau lesen und nur Frauen anschreiben, die Sie auch wirklich interessieren. Bei zickigem Gehabe gleich aussortieren und weiter geht’s.

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