FINDEN SIE HERAUS, WIE GUT SIE DAS ABC DES CASUAL-DATINGS BEHERRSCHEN

Sexy Frau auf rotem Hintergrund mit einer knappen Hotpant, verwegen in die Kamera schauend.

Das ABC des Casual Datings

Casual Dating ist einer der meist gegoogelten Begriffe in Deutschland. Was nicht heißt, dass all die Internet-User die Bedeutung nachschlagen müssten, sondern dass der Wunsch nach unkomplizierten Dates viele Menschen verbindet. Virtuell wie auch real belebt Casual Dating die Grauzone zwischen fester Beziehung und One-Night-Stand. Ob Dauersingle oder frisch getrennt, wer auf Spaß zu zweit nicht verzichten will, datet zwanglos, ohne Verpflichtungen – und ohne Stress. Wie das funktioniert und wo die versteckten Gefahren beim Casual Dating lauern, verraten wir Ihnen hier!

»A« wie Aufrüschen: Selbst in Großbanken wird inzwischen Casual Friday praktiziert. Was nicht heißt, dass man Fondsmanager in ausgeleierten Jogginghosen antrifft. Es bedeutet, dass Krawatte, Kostüm und Jackett im Schrank bleiben dürfen. Was für Banker gilt, können Sie für sich auch in Anspruch nehmen. Ziehen Sie sich so an, dass Sie sich wohl fühlen. Verkleiden Sie sich nicht! Und eine Bitte an die Frauen: Die 80er Jahre sind schminktechnisch vorbei. Wenn Sie also nicht grade auf eine Mottoparty gehen, dann halten Sie sich mit Make-up zurück. Sommersprossen sind süß, und kleine Pickel haben wir alle mal. Kein Grund, sich zuzukleistern. Casual heißt unkompliziert. Smokey Eyes und Lipgloss reichen für ein Casual Date vollkommen. Verschwenden Sie auch keine Zeit damit, in letzter Minute ein neues Outfit zu kaufen. Was nützen Ihnen Schuhe, die zwar schick aussehen, aber nach einer Stunde fürchterlich drücken? Nehmen Sie sich lieber etwas mehr Zeit für die Körperpflege. Schließlich wissen Sie nie, wie der Abend endet!

»B« wie Beuteschema: Natürlich hat jeder einen bestimmten optischen Typ, auf den er anspringt. Haar- oder Hautfarbe, Figur, Gesichtszüge, Hände, Bewegungen... Doch das Leben ist bunt. Hand auf’s Herz, auch bei Ihnen gab es schon Zufallsbekanntschaften, die scheinbar nicht ins Beuteschema passten und sich dennoch als Glückstreffer entpuppt haben, oder? Genau deshalb lassen wir uns auch mal auf eine untypische Begegnung ein. Zumindest im Reallife. Virtuell sind wir da viel kritischer. Leider. Das allzu gründliche Aussieben von Neukontakten kann in Datingforen nach hinten losgehen. Warum? Weil dabei der Kribbelfaktor wegzensiert wird. Wir werten Profile aus, studieren Fotos und lesen zwischen den Zeilen der »über mich«-Texte. Vor lauter Ausfiltern und Bewerten vergessen wir, worum es eigentlich geht: um eine unkomplizierte, nette Verabredung. Seien Sie kein ängstlicher Buchhalter, der alles Unbekannte wegstreicht, sondern lassen Sie sich mal auf etwas Neues ein!

»C« wie Casual Dating: Ob der Kontakt nun gezielt via Community oder zufällig in der Kneipe entsteht: Machen Sie keine Wissenschaft daraus. Setzen Sie sich nicht unter Leistungsdruck. Am einfachsten lernen Sie Gleichgesinnte in Dating-Communities kennen. Vorteil: Sie brauchen nicht groß zu erklären, was Sie wollen, denn wer sich hier anmeldet, sucht dasselbe wie Sie. Entsprechend unmissverständlich und detailliert sind die Mitglieder-Profile gestaltet. Vermeiden Sie bei Ihrer Selbstbeschreibung bitte allzu verkäuferische Sprüche. Bleiben Sie authentisch. Wenn Ihre Lieblings-DVD im Moment »Das Beste aus der Muppetshow« ist, dann schreiben Sie das hin. Und pfeifen Sie drauf, ob der Rest der Welt gerade auf Vampir- und Werwolfgeschichten steht. Apropos individuell: Wie weit ein Casual Date geht, dafür gibt es keine festen Regeln. Ob Sie sich nur nett unterhalten wollen, zusammen auf eine Tattoo-Convention gehen oder auf direktem Wege ins Hotelbett fallen – fast alles ist möglich. Ausgehen, Sport, Freundschaft, Sex. Nur eines ist ausgeschlossen: eine feste Beziehung.

»D« wie Diskretion: Angenommen, Ihr Date von letzter Woche schreibt Ihnen eine nette Mail und bedankt sich ausführlich für den tollen Abend. Sie wollen Ihrem besten Kumpel davon erzählen und leiten ihm der Einfachheit halber die Mail direkt weiter... Vorsicht! Auch wenn Sie sich damit nicht direkt strafbar machen (das Briefgeheimnis gilt für E-Mails nur in Sonderfällen), indiskret und unfair ist es allemal. Das Weiterreichen von privaten Informationen und Kommunikationsinhalten sollte bei Casual Dating Kontakten tabu sein. Auch beim Gespräch! Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, über etwaige gemeinsame Bekannte, Kollegen oder virtuelle Freunde zu tratschen. Die Welt ist kleiner, als Sie denken. Außerdem findet es Ihr Gegenüber garantiert nicht witzig, wenn Sie sich über andere Dates auslassen. Wer lässt sich schon gerne vergleichen? Zeigen Sie also Stil und behalten Sie Ihre Dating-Anekdoten und Geheimnisse für sich. Sie wissen doch: Der wahre Genießer schweigt.

»E« wie Eifersucht: Ganz bitteres Gefühl. Kennen Sie es? Dann überlegen Sie sich ganz genau, ob Sie mit der typischen Casual Dating Non-Exklusivität umgehen können. Beispiel. Sie erleben ein phantastisches Date. Sie fühlen sich super wohl, unterhalten sich stundenlang, verstehen sich toll und beschließen den Abend mit gutem Sex. Natürlich gaaaaanz zwanglos. Aber insgeheim spielen Sie schon mit dem Gedanken an ein Wiedersehen. Eine Woche später begegnen Sie Ihrem Date zufällig in einer Kneipe, eng umschlungen und knutschend mit einem anderen Datingpartner. Die beiden nehmen Sie nicht einmal zur Kenntnis. Wie fühlt sich der Gedanke für Sie an? (Und nein, das ist keine fiktive Situation, sondern kommt in deutschen Großstädten relativ häufig vor.) Versetzt Ihnen das Bild einen Stich? Fühlen Sie sich austauschbar, unsicher? Dann trösten Sie sich: Sie sind mit Ihrem Bedürfnis nach Exklusivität nicht allein und werden garantiert auch Gleichgesinnte treffen. Nur nicht beim Casual Dating.

»F« wie Fotos: Es liegt in unserer Natur, schöne Augenblicke festhalten zu wollen. Leider hat die Natur vergessen, uns den korrekten Umgang mit Digitalkameras und virtuellen Fotoalben zu erklären. Und so landen immer wieder kompromittierende Schnappschüsse in öffentlichen Fotogalerien. Von Nacktfotos in fremden Handys mal ganz zu schweigen. Wenn Sie das dringende Bedürfnis überkommt, Ihr Date zu fotografieren oder Paarfotos von sich zu knipsen, dann behandeln Sie diese Fotos bitte diskret. Zeigen Sie sie nicht herum, und achten Sie darauf, dass Ihr Date keine peinlichen Momentaufnahmen von Ihnen macht. Ganz übel sind Handyvideos, die beim Sex mitgeschnitten werden. Auch wenn es Ihnen schmeichelt, dass Ihr Date Sie so scharf findet: Unterbinden Sie das »Shooting« bitte und löschen Sie die Aufnahme. Oder wollen Sie, dass Nachbarn, Kunden oder Ihr Chef das Werk zu sehen bekommen?

G wie Gewalt: Eine ausgefallene Variante beim Casual Dating heißt: gespielte Gewalt. Besonders Frauen scheinen sich derzeit für solche Rollenspiele zu begeistern. Es kann Ihnen passieren, dass Sie statt ins Kino oder in die Sushi-Bar zum Date in einen nächtlichen Park gebeten werden. Und dass sich die Dame keine Blumen von Ihnen wünscht, sondern eine etwas härtere Gangart der »Kommunikation«. Die Palette der Wünsche reicht von harmlosen Dominanzspielchen und Rangeleien ohne Sex bis zur gespielten Vergewaltigung. Sie finden, das klingt verlockend? Dann gehen Sie bitte kalt duschen. Ganz kalt. Denn solche Angebote sind gefährlich und können Sie die Existenz kosten. Vielleicht handelt es sich um eine Falle, Sie werden gefilmt und haben es danach mit Erpressern zu tun? Vielleicht finden Sie sich ruckzuck mit Handschellen der weniger spaßigen Art auf einem Polizeirevier wieder? Selbst wenn die Dame echt sein sollte und »nur spielen« will: Lassen Sie es. Solche Spezialdates gehören nicht in die Rubrik Casual. Wenn Sie sich an so einem Spielchen versuchen möchten, bitte nur mit jemandem, den Sie bereits kennen, und dem Sie vertrauen können.

»H« wie Herzschmerz: Sie mögen eigentlich keine lockeren Kontakte, sondern sehnen sich nach der nächsten großen Liebe? Dann sind Casual Dates nichts für Sie. Auch nicht aus Neugier. Der Begriff Casual funktioniert wie eine Teflonschicht für’s Herz. Ernsthafte Bindungen und tiefer gehende Gefühle sind ausgeschlossen. Zwar kommt es ab und zu tatsächlich vor, dass sich zwei Menschen bei einem unverbindlichen Date begegnen, ineinander verlieben und auf das Abenteuer einer richtigen Beziehung einlassen. Diese Fälle sind in etwa so häufig wie der berühmte 6er im Lotto. Falls Sie auf Partnersuche sind und nur zur Überbrückung ein wenig Spaß haben möchten, ist die Zwanglosigkeit beim Casual Dating genau richtig. Achten Sie darauf, diese beiden Gefühlsbereiche sauber zu trennen, auch aus Fairness Ihren Dates gegenüber. Und bleiben Sie offen für alles. Schließlich wissen Sie nie, wann und wo Ihre neue Liebe Ihnen begegnet...

»I« wie Impulsiv: Casual Dates können wie kleine Urlaube vom Alltag sein. Es gibt keinerlei gemeinsame Verpflichtungen. Also genießen Sie Ihren Mini-Urlaub! Tun Sie Dinge, die Sie sonst nicht tun würden. Fahren Sie spontan mit der S-Bahn in einen entlegenen Stadtteil, wo keiner von Ihnen bisher war. Steigen Sie auf den Bungee-Turm beim Volksfest und wagen Sie einen Tandemsprung. Baden Sie im Stadtpark-Brunnen, obwohl es verboten ist. Veralbern Sie Passanten. Besuchen Sie ein exotisches Lokal und bestellen Sie etwas von der Speisekarte, das Sie im Leben noch nie probiert haben. Gehen Sie auf die Kartbahn und liefern Sie sich mit Ihrem Date ein heißes Rennen. Nehmen Sie einen Absacker in der Karaokebar, greifen Sie zum Mikro und singen Sie schaurig-schräg mit, bis Ihr Date vor Lachen nicht mehr kann... Das Leben ist zu kurz, um immer nur cool zu sein!

»J« wie Jagdtrieb: Casual Dating ist kein Sport, sondern soll Spaß machen. Dennoch werden manche regelrecht süchtig danach. Das schnelle Erfolgserlebnis und der Thrill bei immer neuen Begegnungen produzieren körpereigene Drogen, z.B. hohe Endorphinausschüttungen. Die leichte Verfügbarkeit von Kontakten und die hohe Kandidatendichte auf Casual-Dating-Plattformen verleiten dazu, immer mehr und in immer kürzeren Abständen zu daten. Wenn Sie diese Tendenz bei sich feststellen, nehmen Sie Ihren Jagdtrieb in Revision. Es könnte sein, dass Sie nicht mehr Casual, sondern zwanghaft daten. Ist das so? Dreht sich Ihre Wochenplanung größtenteils um Dates? Halten Sie es nicht länger als zehn Tage ohne Date aus? Dann legen Sie eine mehrwöchige Pause ein, damit der Endorphinrausch bei Ihnen nicht zu einem Suchtverhalten führt. Sie verderben sich sonst selbst den Spaß!

»K« wie Konkurrenz: ... belebt das Geschäft. Es spricht nichts dagegen, auch mal ein Casual Date mit zwei oder drei Datingpartnern zu vereinbaren – vorausgesetzt, alle sind einverstanden. Spielen Sie das Szenario vor dem Treffen in Gedanken und anschließend im Dialog mit den Beteiligten durch. Trauen Sie sich, dabei auch explizit das Thema Casual Sex ins Spiel zu bringen. Es muss ja nicht gleich ein Gruppensex-Abenteuer in allen Details geplant werden. Aber wenn die Chemie stimmt und es bei allen knistert, warum es nicht einfach mal drauf ankommen lassen?

»L« wie Location: Sie können an jedem Ort der Welt daten – Hauptsache, die Atmosphäre ist locker genug, dass Sie sich wohl fühlen. Ob Kino, Kneipe, Schwimmbad, Hotel, Skihütte oder Ausflugsdampfer. Mit einer Ausnahme: das heimische Wohnzimmer sollte für Casual Dates Sperrgebiet sein. Warum? Weil Sie dort nicht mehr casual, sondern sehr, sehr privat sind. Zu privat, um unverbindlich bleiben zu können. Teilen Sie Ihren persönlichen Bereich nur mit jemandem, der Ihnen viel bedeutet und mit dem Sie echte Freundschaft oder Liebe verbindet. Und verlegen Sie Casual Dates dorthin, wo das Leben außerhalb Ihrer vier Wände tobt!

»M« wie Menschenkenntnis: Zur Beruhigung: Axtmörder, Psychos oder Heiratsschwindler sind vergleichsweise selten in Dating-Communities. Seien Sie dennoch nicht zu vertrauensselig. Gerade weil beim Casual Dating keine tiefer gehenden Verbindungen geknüpft werden, sondern der Dialog recht oberflächlich bleibt, können Sie sich nie sicher sein, ob Ihr Gegenüber »echt« ist. Was ist Fassade, und was authentisch? Knifflig. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl, achten Sie auf Zwischentöne und ziehen Sie zum Selbstschutz in Gedanken eine Linie zwischen unverbindlichem Spaß beim Daten und tiefgehendem, seelisch bedeutsamen Austausch, den Sie mit engen Freunden führen. Dann können Sie ein Casual Date aus vollem Herzen genießen.

»N« wie Nachtleben: Alkohol gehört für viele zu einem Date wie das Kondom zum One-Night-Stand. Lassen Sie es trotzdem nicht allzu sehr krachen und trinken Sie nur soviel, dass Sie noch Herr über Ihre Artikulation und Umgangsformen sind. Nicht nur wegen des sexuellen Hemmungsverlustes. Sondern weil Sie sonst auch ungewollt zu gesprächig werden könnten und vielleicht Dinge ausplaudern, für Sie die sich am nächsten Tag ins Hinterteil beißen. Wenn Sie mit Ihrem Date um die Häuser ziehen und Freunden begegnen, tun Sie nicht so, als sei Ihre Begleitung unsichtbar, sondern stellen Sie sie korrekt und höflich vor. Wenn Sie das unterlassen, können Sie darauf wetten, dass Ihnen eine heimliche Affäre angedichtet wird! Betrachten Sie ein Casual Date nicht als etwas Unanständiges oder Verbotenes, sondern wie einen neuen Bekannten, mit dem Sie einen schönen Abend verbringen wollen.

»O« wie One-Night-Stand: Er ist »offiziell« nicht vorgesehen, gehört aber natürlich bei vielen Casual Dates zum Repertoire. Aus verständlichen Gründen. Bei einem nächtlichen Streifzug auf der Suche nach einem One-Night-Stand wissen Sie nie, wer Ihnen begegnet. Bei einem geplanten Casual Date hingegen lässt sich bereits bei der virtuellen Kennenlern-Kommunikation herrlich flirten, die prickelnde Atmosphäre mit kleinen erotischen Anspielungen aufladen und ein One-Night-Stand in allen phantasievollen Farben planen – natürlich ohne das ganz direkt auszuformulieren. Ein schönes Spiel! Wenn Sie sich gut dabei fühlen, lassen Sie sich ruhig drauf ein. So eine virtuelle erotische Bugwelle im Reallife auszuleben ist großartig, und wenn Sie beide sich einig sind, gibt’s hinterher auch keinen emotionalen Kater.

»P« wie Partyalarm: Sie sind auf eine Party eingeladen, wollen aber nicht alleine hingehen? Ein Casual Date wäre ideal. Fragen Sie Ihre potenzielle Begleitung vorher, ob sie mit dem gesellschaftlichen Umfeld einverstanden ist. Einen schüchternen Banker auf eine Gothicparty mitzubringen kann schief gehen, und eine Metal-Gitarristin als Begleitung zur Weihnachtsfeier einer Anwaltskanzlei belebt zwar die Konversation ungemein, kann aber anstrengend werden, wenn die Dame sich nicht wohl fühlt und Sie beide sich nicht einfach verdrücken können. Zwanglose Partys ohne Dresscode, die nicht mit Ihrem Berufsleben verknüpft sind, eignen sich besser für Casual Dates.

»Q« wie Quasi-Beziehung: Wie jetzt, es heißt doch: entweder casual oder Beziehung? Richtig. Doch weil die Gefühle nun mal machen, was sie wollen, entwickeln sich beim wiederholten Casual Dating mit dem selben Partner gelegentlich auch Quasi-Beziehungen. Vertrackte Sache: Er denkt, es ginge nur um Spaß, sie träumt sich jede Nacht in seine Arme. Er datet fröhlich mehrere Frauen, sie vergeht vor Eifersucht und Sehnsucht. Natürlich merkt er das irgendwann. Doch es schmeichelt seinem männlichen Ego, so begehrt zu werden, also tut er, als merke er nichts und datet die Frau weiterhin. Sie wiederum denkt, wenn sie lange genug durchhält und cool bleibt, wird er merken, was sie für ein Hauptgewinn ist und sich in sie verlieben. Ein Rat an die Herren der Schöpfung: Wenn Sie spüren, dass eine Datingpartnerin sich in Sie verliebt hat (und ja, das spüren Sie!), spielen Sie nicht mit ihr, sondern beenden Sie die Sache. Es sei denn, Sie haben sich ebenfalls verliebt. Dann legen Sie aber bitte auch die Karten auf den Tisch.

»R« wie Rachesex: Dass insbesondere Frauen sich gerne mal zu Rachesex hinreißen lassen, um es einem fremdgehenden Ehemann oder einer fremdgehenden Ehefrau heimzuzahlen, ist ja bekannt. Eine Lightversion davon ist das Rache-Date. Natürlich schreibt kein Mensch in sein Profil »bin sauer und suche Partner für Rache-Date«. Im Gegenteil, die Kontaktanbahnung gestaltet sich unauffällig, freundlich und fühlt sich gut an. Doch spätestens beim Date lassen sich Aggression und Wut nicht verheimlichen. Wenn Sie sich bei einem ein Casual Date merkwürdig fühlen und den Eindruck gewinnen, Ihr Gegenüber hege zornige Hintergedanken, dann liegen Sie richtig. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten. Die bequeme wäre, unter einem Vorwand das Date zu beenden und zu gehen. Oder (wenn Sie neugierig sind und es wissen wollen) fragen Sie nach. Vielleicht eröffnen Sie damit ein richtig gutes Gespräch über Beziehungen, Wut und Rachegedanken!

»S« wie Spontansex: Sex kann die Krönung eines Casual Dates sein. Seien Sie also darauf vorbereitet. Dass Kondome Pflicht sind und deshalb in Jacken- und Hosentaschen verteilt sein müssen, wissen Sie natürlich. Aber wissen Sie auch, was Sex alles auslösen kann? Beim lustvollen körperlichen Kontakt werden so genannte Bindungshormone ausgeschüttet. Sie verursachen dieses bittersüße Gefühl nach dem Sex, wenn man allmählich zur Besinnung kommt und glaubt, sich verliebt zu haben. (Ja, das passiert auch Männern!) Nun sind diese Hormonausschüttungen nicht bei jedem identisch. Es gibt also Menschen, die können Sex haben und danach zur Tagesordnung übergehen, während andere nach einem One-Night-Stand Bindungswünsche entwickeln. Zu welcher Gruppe gehören Sie? Wenn Sie es nicht wissen, verzichten Sie auf den krönenden Abschluss, sonst wird aus Ihrem Date nachträglich ein Liebesdrama. Unverbindlicher Spontansex macht nur dann Spaß, wenn beide ihre Gefühle im Griff haben!

»T« wie Tabu: Ein Casual Date ist keine Eheberatung. Sie finden, der Satz klingt unsinnig? Von wegen. Eigentlich sollte er als Begrüßungsbanner über dem Login-Feld stehen. Denn immer wieder geben sich verheiratete Männer und Frauen bei Dating-Plattformen als Singles aus. Der getäuschte Datingpartner staunt nicht schlecht, wenn beim Essen aus dem vermeintlich lockeren Date plötzlich ein Gespräch über sexlose Ehen, Schulden oder eine frigide Gattin wird. Im Vorfeld verhindern lassen sich solche Non-Casual Dates leider nicht. Aber sobald Sie merken, was läuft: Verabschieden Sie sich. Was gehen Sie die Eheprobleme anderer Leute an? Behalten Sie bitte umgekehrt auch Ihre etwaigen Beziehungsprobleme für sich. Solche Gespräche führen Sie mit Ihrem besten Freund. Für ein Casual Date ist das zu schwere Kost. Es gibt so viele andere, schöne Themen - und so viele echte Singles!

»U« wie Unverbindlich: Ein negativ besetztes Wort. Dabei bezeichnet es beim Casual Dating etwas Konstruktives. Nämlich, dass Sie und Ihre Datingpartner sich nichts schulden. Ein heikler Punkt ist deshalb das berühmte Bettgeflüster. Sie kennen das: Man ist so richtig in Stimmung, und zwischendurch rutscht einem dann eine exklusiv wirkende Sympathiebekundung raus. Falls Ihnen Ihr Date ein »du bist der Größte, ich will nie wieder einen anderen« ins Ohr stöhnt: Nehmen Sie das bitte nicht ernst. Und verwechseln Sie es nicht mit einer Liebeserklärung! Ihr Date wird das auch nicht tun. Wenn Sie also im Eifer des Gefechts genüsslich Süßholz raspeln wollen, tun Sie’s und genießen Sie die Wirkung. Das ist ja das Tolle am Casual Dating: Alle Beteiligten wissen, dass sie zu nichts verpflichtet sind.

»V« wie Verlieben: Sich zu verlieben dauert weniger als eine Sekunde. Sie können sich in einen unbekannten Sitznachbarn im Flugzeug verlieben, in einen Rockstar, in einen Taxifahrer. Es kann überall passieren. Theoretisch auch bei einem Casual Date. Nun haben wir ja gelernt, dass genau diese Gefühle nicht vorgesehen sind. Aber was, wenn es Sie erwischt? Erstmal keine Panik. Verlieben bedeutet nicht die große Liebe, sondern ist erstmal »nur« ein kribbelndes Gefühl. Genießen Sie das Date. Wenn Sie mögen, fühlen Sie gaaaaaanz vorsichtig vor, ob es Ihrem Gegenüber ebenso geht. Vielleicht finden Ihre Schmetterlinge ja dort ebenso fröhlich flatternde Artgenossen? Wenn ja: Jackpot. Aber seien Sie nicht traurig, wenn das nicht der Fall ist. Verliebtheit muss – im Gegensatz zu echter Beziehungsliebe – nicht auf Gegenseitigkeit beruhen. Freuen Sie sich, dass Ihr Herz sich so spontan für jemanden begeistern kann und daten Sie weiter. Neues Date, vielleicht auch neue Schmetterlinge?

»W« wie Wiedersehen: Mehrere Casual Dates mit dem selben Datingpartner sind ungefähr so paradox wie mehrere One-Night-Stand mit dem selben Sexpartner. Trotzdem kann sich aus einem Einzeldate eine Dauerfreundschaft entwickeln. Die Gratwanderung zwischen zwangloser Freundschaft und Affaire inklusive heißem Sex ist allerdings nur etwas für emotional stabile Menschen. Wie weit möchten Sie sich öffnen? Gewähren Sie sich gegenseitig Zugang zu Ihrer Privatsphäre? Daten Sie weiterhin andere Partner? Wie ist das mit der Eifersucht? Wenn aus einem Casual Date regelmäßige Treffen werden, sollten Sie diese Fragen stellen und sich darüber austauschen, um sicherzugehen, dass Sie beide dasselbe wollen.

»X« wie X-rated: Sie wollen ein Casual Date direkt mit Sex verbinden? Dann konfrontieren Sie Ihr Gegenüber nicht erst beim Treffen damit. Geben Sie Ihrem Datingpartner vorher einen Hinweis. Natürlich brauchen Sie nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Schlagen Sie doch mal beiläufig eine X-rated Location, also einen »eindeutigen« Treffpunkt vor. Ein Pornokino, einen Sexclub, oder wie wär’s mit einem Besuch in der Pärchensauna? An der Reaktion werden Sie feststellen, ob ihr Datingparter dafür offen ist. Wenn Sie Ihr Anliegen locker und witzig rüberbringen, kann es gut sein, dass die Reaktion positiv ausfallen wird. Und wenn nicht: Respektieren Sie ein Nein und versuchen Sie Ihr Glück woanders.

»Y« wie Yachtclub: Sie sind steinreich? Super. Nur spielt das beim Casual Dating keine Rolle. Ob Sie in Geld schwimmen oder Flaute auf dem Konto herrscht: Geld und Einkommensverhältnisse gehören zu den Tabuthemen beim entspannten Dating-Smalltalk. Jeder zahlt für sich, kleinere Einladungen oder Mitbringsel sind erlaubt. Doch Prahlerei oder übertriebener Luxus haben nichts bei einem Casual Date zu suchen. Das Jammern über Geldnot ebenso wenig. Über dieses Thema können Sie sich mit Ihren Vertrauen austauschen, aber nicht mit Datingpartnern. Übrigens, ein Date gegen Bezahlung ist kein Dating mehr, sondern lupenreine Prostitution!

»Z« wie Zurückweisung: Angenommen, Ihr Date steht nach sieben Minuten auf und erklärt, dringend die Koikarpfen im Gartenteich füttern zu müssen. Ihre Hilfe beim Futterverteilen wird dankend abgelehnt. Autsch. Keine Sorge, das bedeutet nicht, dass Sie ein lausiges Date sind. Es hat halt nicht gepasst. Vielleicht hatte Ihr Date völlig andere Vorstellungen von Ihnen? Vielleicht auch Kopfschmerzen? Oder wirklich hungrige Kois im Teich? Nehmen Sie so einen Korb nicht persönlich. Wenn Sie Gewissheit möchten, fragen Sie per Mail oder telefonisch nach, aber ohne Druck. Schließlich steht es Ihnen umgekehrt auch frei, ein Date jederzeit ohne große Erklärungen zu beenden, falls Sie sich nicht wohl fühlen. Natürlich höflich und freundlich. Es könnte ja sein, dass Sie sich noch einmal über den Weg laufen und dann bestens harmonieren!

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