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SEITE 4: Raus aus dem Schatten – 10 befreiende Schritte
von der Geliebten zur Liebe

Schritt 3: Aussprache oder kaltes Ende?

Plötzlich ist Funkstille. Er ist Ihrem Wunsch nach Veränderung zuvorgekommen und rührt sich nicht mehr. Ruft nicht mehr zurück, beantwortet keine Mails oder SMS, ist abgetaucht. Anrufen können Sie ihn nicht, schließlich darf seine Frau nichts von Ihrer Existenz wissen. Was ist los? Ist es nun zu Ende? Ist ihm etwas zugestoßen? Oder ist alles ganz harmlos, und er ist nur auf einen neu entdeckten Planeten gereist, auf dem es keine Datenleitungen gibt?

Natürlich spüren Sie mit Ihrem Bauchgefühl bereits, was Herz und Kopf noch nicht wahrhaben wollen: Die Schattenliebe gibt es nicht mehr. Ohne Streit, ohne klare Ansage, einfach so. Vielleicht sind Sie insgeheim froh, dass es vorbei ist. Vielleicht leiden Sie wie ein Hund. Vielleicht wechselt auch beides im Minutentakt?

Eine Schattenliebe folgt anderen Regeln und Mustern als eine normale Beziehung. Die Gefühls-Achterbahn zwischen Liebesglück und Herzschmerz, die Sie bereits so gut kennen, sie prägt auch das Ende. Eine Schattenliebe ist durch nichts geerdet als ein paar gestohlene Stunden, guten Sex und romantische Phantasien ohne Ziel und Zukunft. Es wäre also völlig absurd, so etwas wie Konventionen oder Fairness beim Schlussmachen erwarten zu wollen. Gehen Sie davon aus, dass es keine zufriedenstellende »Klärung« geben wird, die Ihnen weiterhilft oder offene Fragen beantwortet. Auch wenn das hilfreich und wünschenswert wäre.

Prof. Dr. Gerti Senger sagt hierzu: »Schweigen tut mehr weh als ein respektvolles Abschiedsgespräch darüber, was Sie gemeinsam erlebten. Dabei fließen zwar reichlich Tränen, dem scheidenden Paar bleibt aber so viel positive Energie erhalten, dass ein neuer Start für jeden leichter wird.« Diese Energie fehlt bei einem kalten Ende. Statt dessen verfallen Sie ins Grübeln, verheddern sich in Fragen und Spekulationen.

Auch die betrogene Ehefrau in einem Schattenliebe-Dreieck muss sich mit der Frage beschäftigen, ob sie eine Aussprache braucht oder nicht. Angenommen, die Affäre ist beendet. Beide Eheleute entschließen sich zu einer Paartherapie – ergebnisoffen, d.h. mit Option auf Trennungsbegleitung oder Neuanfang. In dieser Zeit darf selbstverständlich kein Kontakt zur Geliebten gehalten werden. Ob der Schattenmann ihr dies nun mitteilt oder stillschweigend abtaucht, ist weniger eine Frage der Höflichkeit als des Rückgrats. Natürlich zeugt es von Größe, wenn ein Mann den Mumm hat, den Frauen in seinem Leben reinen Wein einzuschenken. Doch leider tun es viele eben nicht. Sie servieren Halbwahrheiten, mit denen sowohl Ehefrau als auch Geliebte leben können. Mehr oder weniger.

Wenn Sie eine der beiden Frauenrollen bekleiden: Versuchen Sie, sich von der Fixierung auf eine Aussprache zu lösen. Sie werden diese im Zweifelsfalle nicht bekommen. Starten Sie maximal zwei Versuche, ihn zu einer Aussprache zu bewegen. Wenn er abblockt oder nicht reagiert, dann lassen Sie es gut sein und kümmern Sie sich um sich selbst. Und bitte versuchen Sie nicht, die Ehefrau des Geliebten zu involvieren. Der Gedanke an Rache (nichts anderes steckt hinter diesem Wunsch) mag kurzfristig guttun, aber er bringt Sie nicht weiter. Es geht um Sie. Die Ehe Ihres Geliebten geht Sie nichts an.

Machen Sie sich bewusst: Das Verweigern einer Aussprache ist ein letzter aggressiver Akt, ein Machtinstrument. Ein Mann, der das tut, will Ihnen nichts Gutes, denn er zwingt Sie ein letztes Mal in die erniedrigende Position des Opfers. Wollen Sie das sein, ein Opfer? Nein? Na also. Bleiben Sie nicht dort, indem Sie um eine Aussprache betteln oder bis zum Sankt Nimmerleinstag darauf warten, dass er von sich aus damit anrückt! Dadurch erzeugen Sie nur noch mehr Bindung, statt sich zu lösen. Führen Sie das entscheidende Gespräch im Kopf, spielen Sie alle denkbaren Optionen durch. Wenn es Ihnen hilft, schreiben Sie Briefe oder Mails an den Mann, schicken Sie diese aber keinesfalls ab. Führen Sie ein kleines Ritual durch, bei dem Sie den unwiderruflichen Cut visualisieren, indem Sie z.B. Fotos oder Briefe zerreißen und in einen Fluss werfen oder verbrennen.

Und falls Sie diejenige sind, die sich aus der Schattenliebe zurückziehen will: Zeigen Sie Charakterstärke und stellen Sie sich einer fairen Aussprache.

Dieser Artikel hat 11 Seiten. Lesen Sie auch . . .

Seite   1: Liebe im Schatten: Mit 10 Schritten in die Freiheit!
Seite   2: Schritt 1: Selbstvertrauen aufbauen
Seite   3: Schritt 2: Handeln statt passiv bleiben
Seite   4: Schritt 3: Aussprache oder kaltes Ende?
Seite   5: Schritt 4: Ereignisbrüche annehmen und Resilienz entwickeln
Seite   6: Schritt 5: Aktives Sorgenmanagement
Seite   7: Schritt 6: Trost suchen und finden
Seite   8: Schritt 7: Aufarbeiten statt verdrängen
Seite   9: Schritt 8: Alleinsein ohne Einsamkeit
Seite 10: Schritt 9: Humor als Rettungsanker
Seite 11: Schritt 10: Versöhnung

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pentaton || 01.05.2016 14:24:13

Von Zeit zu Zeit lese ich Artikel zum Thema der Schattenliebe, da ich selbst Betroffene war - 7 Jahre lang. Die Beziehung war eine Aneinanderreihung von Abschieden, die ich betrieben habe. Wie unschwer zu errechnen ist, bin ich viele Male umfgefallen, aber mit jedem Mal wurde es mir ernster. Und als ich dann so weit war, meiner Wege gehen zu wollen, endgültig, da passierte Folgendes: Also, ich mit den besten Wünschen meinen Langzeitgeliebten verabschiedet, traurig aber erleichtert - da meldet sich dieser und teilt mir mit, seine Frau habe eine E-Mail entdeckt und sei beim Anwalt gewesen und er habe auch einen Termin - Ich war platt, jetzt, da ich den Absprung unwiederruflich geschafft hatte, nahm die Geschichte eine Wendung? Mein Geliebter bat mich, hörbar unter Schock, ihm Ruhe und Zeit zu lassen für das, was da jetzt auf ihn zukommen würde. Mein Mitgefühl für ihn war, wie so oft, geweckt und ich sorgte mich, wie es ihm denn ergehen würde bei dem Kampf und was wohl auf mich zukommen würde etc etc etc. Und was soll ich sagen? - Er hat sich einfach nicht mehr gemeldet. Wenn ich das schreibe, kann ich das heute noch nicht wirklich fassen. Er hat sich einfach nicht mehr gemeldet. Ich brauchte Monate, bis mir klar war, dass da keine Information mehr kommen würden. Es brauchte Monate, bis ich akzeptierte, dass das ein Mensch mit mir machte, dem ich vertraut hatte. Das war die schlimmste Zeit in meinem Leben. Aber auch die heilsamste Lektion. Ich empfand es als unnötige Grausamkeit und sehe das heute noch so. Schattenliebe über einen längeren Zeitraum als eine Nacht - davon rate ich jedem ab.

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Sheila || 11.11.2014 19:02:30

Ich möchte mich auch aus dem Schatten befreien. Im Augenblick ist bei uns Funkstille und ich bin froh darüber. Auch ich habe die große Hoffnung, dass es da draußen 'einen' für mich gibt,
Aber erst wenn die Wunden aus dem jahrelangen Schattendasein verheilt sind.

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Brigitte || 07.03.2014 12:57:14

Vielen Dank für diesen wirklich hilfreichen Artikel.
Ich habe es gerade geschafft mich aus meinem Schattendasein zu befreien. Ich habe rigoros die Beziehung beendet, es tut s..weh, doch es ist absolut richtig mein Handeln.
Ich war dabei mich selbst zu verleugnen, jetzt will ich wieder zurück ins Leben will und werde es schaffen.
Vielleicht gibt es ja irgendwo den "Richtigen" meine Hoffnung ihn doch noch zu finden ist noch immer da.
Allerdings erst wenn meine inneren Wunden verheilt sind und ich wieder für eine neue Beziehung bereit sein kann.

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Doris || 08.07.2011 21:24:59

meine Affaire geht nun schon 14 Monate und am Anfang hatte er zeitgleich noch eine 2 Freundin die( als es schon aus war) der Ehefrau auf meinem Wunsch hin beichtete.So erist nun frei aber das war ein Trugschluß er wollte auf einmal nur Freundschaft mit mir, das hielt 3 Monate dann war er wieder entflammt,seit 6 Monaten haben wir tägliche Telefongespräche und wegen der Entfernung(400km) gab es ein paar Treffen letztes >WE habe ich ihn spontan besucht, seine Frau ging an die Tür
ich wußte das sie auch da ist und ich sagte ihr wer ich bin,sie war erleichtert und sehr freundlich zu mir und es kamen viele unschöne Geschehnisse ans Tageslicht, so das sie mir leid tat und ich ihr wohl ebenso, in zwischen sind wir in lockeren Kontakt, den Mann hat sie verlassen
und ich habe seinen Ärger auf mich gezogen und auch keinen Kontakt mehr. ich bin froh über meinen Schritt, das war ich ihr schuldig sie hatt es nur geahnt und er hatte ständig gelogen

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