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Wann siegt das Herz über den Kopf?
Entscheidung - Herz oder Verstand?

Kopf oder Herz: Wenn nicht sein kann, was nicht sein darf

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Wenn man einen Menschen trifft und Liebe empfindet, gibt das noch keinerlei Aufschluss über die Qualität der Basisbeziehung. Wohl aber über die eigenen Wünsche und Sehnsüchte. Die moralische Keule zu schwingen und voreilige Kopfentscheidungen zu treffen, wäre daher grundverkehrt.

Es ist aber leider auch bequem, weshalb viele es bereitwillig tun. Kommt dann noch ein Ultimatum des Partners à la »sie oder ich, entscheide dich«, wird es eng ums Herz, und der Kopf gewinnt. Nur um nach einer Weile festzustellen, dass Liebe so nicht funktioniert. Die Affäre ist beendet oder läuft heimlich mit Schuldgefühlen weiter, die Partnerschaft scheint oberflächlich gekittet, doch in der Tiefe schwelt es. Der Liebende fühlt sich unverstanden und zweifelt. Was also tun?

Um den großen Oscar Wilde zu zitieren: »Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.« Genau hier befindet sich ein Knick in unserem kollektiven Wertesystem. Eigenliebe gilt als eitel, die aufopfernde Hingabe an einen anderen Menschen dagegen wird goutiert. Das Problem: Wer sich nicht gestattet, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse wichtig zu nehmen, delegiert diesen Job unbewusst an den Partner. Wodurch ein ungeheurer Erwartungsdruck entsteht. »Ich liebe dich, also hast du gefälligst die Pflicht, mich glücklich zu machen, und zwar nur mich!«

Wohin das führt, ist klar: Aus der Liebesbeziehung wird eine Bedürfnis-Erfüllungs-GmbH, in der die Luft zum Atmen fehlt. Und die hat mit Liebesglück nun gar nichts zu tun, sondern bewirkt genau das Gegenteil: Sie verlangt geradezu nach einer Außenbeziehung, mit der die versachlichten Sehnsüchte ausgelebt werden können. Hier greift die Defizit-Theorie also. Allerdings markiert sie kein Beziehungsdefizit, sondern ein persönliches. Wenn das der Fall ist, lassen sich Kopf und Herz unmöglich in Einklang bringen. Da hilft nur die Reise nach innen. Ohne Mitspracherecht von Beziehungspartner, Außenpartner oder wohlmeinenden Freunden. Ja, das ist egoistisch, aber notwendig. Falls es wirklich Liebe ist, die da lodert und strahlt und nicht nur ein wilder Tanz der Hormone, dann will sie einen Weg finden, gelebt zu werden. Vorausgesetzt, sie ist stark genug dazu.

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Seite 1: Zwischen zwei großen Lieben entscheiden
Seite 2: Echte Liebe oder nur Bedürfnis-Erfüllung
Seite 3: Kopf oder Herz: Wenn nicht sein kann, was nicht sein darf
Seite 4: Außenbeziehung - Entscheidung in aller Heimlichkeit?
Seite 5: Ehrlichkeit als Liebesbeweis macht frei

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