WARUM AKZEPTIEREN FRAUEN DIE ROLLE DER GELIEBTEN?

Die Rolle der Geliebten: Gründe für eine Affäre

Liebe Damen, das Folgende wird Ihnen nicht gefallen. Doch hier soll klar formuliert werden, worum in vielen Gesprächen zum Thema nur diplomatisch gekreist wird: die Gefallsucht mancher Geliebten, die bis zur Selbstaufgabe gehen kann. Vielleicht verstehen dann einige Herren das Verhalten ihrer Geliebten besser.

Grund Nr. 1: Frauen, die auf ihre eigene Coolness reinfallen

Für dieses Problem ist es unerheblich, ob der Seitensprung nun über eine Kontaktanzeige, Seitensprung-Agentur oder per Zufallsbekanntschaft im Alltag entstanden ist. Auch spielt es keine Rolle, ob die Geliebte Single oder liiert ist. Das Ergebnis ist dasselbe. Die Geliebte, die sich nicht mehr mit der Rolle als Sexgefährtin arrangieren kann, leidet unermesslich. Denn sie hält das, was da so wehtut, für die große Königskinder-Liebe. Dabei steckt in vielen Fällen etwas anderes dahinter, nämlich ein latenter »Hab mich lieb«-Komplex, der während der Kindheit erworben und im Erwachsenenalter durch die Rolle als Geliebte aktiviert wird. Mit katastrophalen Folgen!

Interessanterweise sind oft Frauen betroffen, die man im Alltag als starke, intelligente Persönlichkeiten erlebt. Hier wird der schlafende Komplex über beruflichen Erfolg befriedigt. Nun ist es ja gesund und richtig, sich über Erfolge zu freuen. Doch bei Frauen mit einem beschädigten Selbstwertgefühl wird dieses hierdurch nicht nur gestärkt, sondern aufgebaut und definiert. Noch erfüllender ist die Bestätigung, wenn es sich um zwischenmenschliche »Erfolge« handelt, in diesem Falle um einen Sieg im Konkurrenzkampf mit der Ehefrau des Geliebten.

Auch wenn zu Beginn nie die Rede von einer Beziehung war: Besitzt die Geliebte ein beschädigtes Selbstwertgefühl, läuft es früher oder später auf die Frage »sie oder ich« hinaus. Garantiert! Zur Rolle der Geliebten gehören nämlich weibliches Selbstbewusstsein und ein Paar breite Schultern, und genau das fehlt in dieser Konstellation.

Grund Nr. 2: Männer, die anschmiegsame Damen bevorzugen

Breite Schultern und Selbstbewusstsein braucht eine Geliebte also, um mit der Rolle als unsichtbare Sex-Gespielin klarzukommen. Mal ehrlich, liebe Herren: Gefällt Ihnen das? Oder suchen Sie eher nach einer Affäre, die Sie hemmungslos bewundert? Verehrt? Anhimmelt? Ihnen die Bestätigung liefert, die vielleicht in der Ehe fehlt? Dann werden Sie bei der Suche nach einer Geliebten unbewusst genau die Damen herauspicken, die zwar cool und souverän wirken, doch früher oder später »schwach werden« und mehr von Ihnen wollen. Weil das die ultimative Bestätigung für ein männliches Ego darstellt.

Treffen diese beiden Faktoren zusammen, beginnt die Katastrophe. Von außen scheint es, als hätte sich die Geliebte in den vergebenen Mann verliebt und träume von einer Beziehung mit ihm. Wohlgemerkt, so scheint es!

In Wahrheit passiert bei weiblichen Geliebten mit instabilem Selbstwertgefühl Folgendes: Sie träumen nicht wirklich von einer echten Beziehung. Sie möchten vielmehr hypothetisch die Traumfrau für ihn sein. Heimlich soll er sich nach ihr verzehren, sich verlieben, auf Knien die große Liebe schwören usw. Die Schlüsselfrage dieser Frauen lautet nicht »Haben wir eine Chance auf eine echte Beziehung?« sondern »Schaffe ich es, diesen Mann so für mich einzunehmen, dass er in ein Gefühlsdilemma gerät?«

Natürlich laufen diese Prozesse unbewusst ab. Kaum eine Frau würde das so für sich formulieren. Nein, es fühlt sich an wie große, verzehrende Liebe. Und das ist das Fatale daran! Denn eine Geliebte in dieser Situation versteht sich selbst nicht mehr. Sie weiß natürlich, dass eine Beziehung nicht in Frage kommt, versucht aber dennoch alles, um doch noch die ersehnte Bestätigung zu erhalten. Entwickelt immer tiefere, schmerzhaftere Gefühle und verliert Stück für Stück ihre Souveränität. Weil die ersehnte Bestätigung ausbleibt. Was da schmerzt, ist in solchen Fällen keine Liebe, sondern das gequälte Selbstwertgefühl der Geliebten!

Natürlich könnte die Geliebte ihre Liebesaffäre beenden und sich den Schmerz einfach ersparen. Was das Gesündeste wäre. Oder der Geliebte erkennt den Ernst der Lage und zieht die Reißleine. Doch weil zu diesem Spiel nun einmal zwei gehören, geschieht das nicht. Sondern das Leiden beginnt. Ein Leiden, aus dem beide einen Lustgewinn ziehen. Wobei Frauen mit beschädigtem Selbstwertgefühl in der Geliebtenrolle deutlich mehr leiden als Männer, die sich ein bisschen verlieben. Wer sich »nur« verliebt, entliebt sich auch wieder. Aber ein tief verwurzeltes, weibliches Unzulänglichkeitsgefühl, das durch die Zurückweisung getriggert wird, lässt sich kaum ertragen.

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