Darf man sich in den Mann einer anderen verlieben?

Verliebt in einen verheirateten Mann

Keine Frage: Aus der Sicht einer Frau ist ein verheirateter Mann natürlich ein vergebener Mann. Ein Verhältnis würde die Beziehung zerstören, die Betrogene kann eine solche Affäre deshalb nicht hinnehmen. Doch für die Geliebte stellt sich die Konstellation ganz anders dar: Ein vergebener Mann ist nicht unbedingt glücklich, vielleicht hat er sich schon seit Jahren danach gesehnt, aus der Beziehung auszubrechen. Schlampe, Luder oder Flittchen – solche und ähnlich unschöne Bezeichnungen sind daher aus der Sicht der Geliebten überhaupt nicht gerechtfertigt.

Ganz im Gegenteil: Zu einem Verhältnis gehören schließlich zwei Menschen und der Mann ist in aller Regel mehr als nur der passive Part. Gerade Männer zwischen 30 und 40 haben besonders häufig Affären – aus einem ganz einfachen Grund: 36 Prozent aller 35-jährigen deutschen Männer sind verheiratet, dazu kommen viele, die in einer wilden Ehe ohne Trauschein leben. Die Zahl der Singles ist daher begrenzt, viele Frauen aber sind auf der Suche nach einem Partner mit dem sie glücklich werden können. In einer Umfrage hat die Online-Vermittlungsagentur Elitepartner herausgefunden, dass ein Drittel aller Deutschen sich nicht davon abschrecken lassen, dass ein möglicher Partner derzeit in einer Beziehung ist. So beginnt denn auch schon jede fünfte Langzeit-Partnerschaft, während einer der beiden Partner noch in einer anderen Beziehung ist.

Wer sich in einen verheirateten Mann verliebt, stellt sich viele Fragen: Wird der Traummann sich von seiner Ehefrau trennen und will ich das überhaupt? Bleibt es bei einer Affäre oder ist ein Happy End möglich?

Die Themen dieses Beitrags:

Warum verlieben sich Frauen in verheiratete Männer?

Die Gründe dafür, dass es für Frauen mit zunehmendem Alter immer »normaler« wird, verheiratete Männer nicht einfach nur als Tabuobjekt zu sehen, sind vielfältig. Zum einen ist die Erwerbsbiografie von Frauen heute wesentlich anders als noch vor 15 oder 20 Jahren. Viele Frauen sind gut ausgebildet und wollen nach dem Studium zunächst arbeiten. Der Wechsel des Wohnortes gehört dabei schon fast zum Pflichtprogramm, viele Frauen schlagen so erst kurz vor oder nach ihrem 30. Geburtstag Wurzeln. Der Kinderwunsch wird bis dahin zurückgestellt, irgendwann jedoch beginnt die biologische Uhr zu ticken – wer jedoch keinen Partner hat, muss den passenden Mann erst noch finden.

Als Vater kommt natürlich kein »Berufsjugendlicher« in Frage, vielmehr stehen Werte wie Verantwortlichkeit und Verlässlichkeit im Vordergrund für einen möglichen Vater. Aus diesem Grund wirkt ein Mann, der bereits Ehemann und vielleicht sogar Vater ist, sehr attraktiv – er hat schließlich schon einmal diese Verantwortung übernommen. Warum sollte er es nicht noch einmal tun, aber dieses Mal mit mir? Diese Fragen stellen sich viele Frauen, die eine heimliche Affäre begonnen haben, ohne damit bewusst eine Beziehung zerstören zu wollen. »Wenn er wirklich glücklich wäre, würde er sich ja gar nicht auf mich einlassen«, diesen Gedanken hat schon so manche Geliebte gehegt.

Ein weiterer Grund für die Sehnsucht nach einem verheirateten Mann sind Denkmuster, die fest im menschlichen Unterbewusstsein verankert sind. Das Streben nach etwas, das von vielen begehrt wird, verspricht besondere Befriedigung, wenn man es tatsächlich bekommt. Ein Mann ist da keine Ausnahme: Wer den Traumtypen erobert, der bereits in einer Beziehung ist und womöglich noch von anderen Frauen begehrt wird, steigert sein Selbstbewusstsein deutlich. Dass es gleichzeitig besonders schwierig ist, einen solchen Mann an sich zu binden, darüber machen sich die meisten Frauen zunächst einmal keine Gedanken.

In diesem Punkt unterscheiden sich Frauen übrigens deutlich von Männern, darauf jedenfalls deuten die Ergebnisse einer Studie aus den USA hin. Darin wurde Frauen und Männern ein imaginärer Traumpartner präsentiert, der genau zu den Eigenschaften passte, nach denen die jeweilige Person gesucht hat. Trotzdem fühlten sich nur knapp 60 Prozent der Single-Frauen zu Singles hingezogen, ein vergebener Mann wirkte hingegen auf 90 Prozent besonders attraktiv. Bei Männern spielte der Beziehungsstatus der Frau dagegen keine Rolle.

Liegt es daran, dass ein verheirateter Mann beweist, dass er kein Problem mit einer festen Bindung hat? Anders als ein Single, der allein durchs Leben geht und auf keinen Partner Rücksicht nehmen muss, hat beispielsweise ein verheirateter Mann immerhin schon einmal den Schritt über die Schwelle der Beziehung gewagt. Wie es innerhalb der Partnerschaft aussieht, weiß man als Außenstehende natürlich nicht – trotzdem reicht die positive Assoziation aus, um den verheirateten Mann besonders attraktiv wirken zu lassen. Wenn die Frau dann auch noch eine spezielle Beziehung zu ihrem Vater hatte und sich nie wirklich von ihm lösen konnte, ist sie oft besonders anfällig für diese ganz besondere Form der Beziehung: Zunächst ist es noch eine Affäre, insgeheim jedoch verspricht sich die Geliebte mehr – keine einfache Situation für die Beteiligten.

Wo die Liebe hinfällt – Zwischen Ehrlichkeit und Schuldgefühlen

Was in der Theorie recht einfach klingt, ist in der Praxis jedoch oft mit großen Problemen verbunden. Ein verheirateter Mann als Objekt, auf das man die eigenen Sehnsüchte richtet – das kann funktionieren, häufig ist es aber schon nach kurzer Zeit viel schwieriger als gedacht. Am Anfang geht es meistens um die Leidenschaft: Eine gemeinsame Nacht, vielleicht sogar ein Wochenende zu zweit. Für ihn ist es ein Ausbruch aus dem Alltag einer Beziehung, die schon viele Jahre besteht; die »Neue« ist da natürlich wesentlich aufregender.

Dabei geht es gar nicht darum, dass der Mann einer Geliebten bewusst etwas vormachen will. Ganz im Gegenteil, die Gefühle können durchaus echt sein, ob sie jedoch besonders tiefgründig sind, ist eine ganz andere Frage. Für die Geliebte stellt sich indessen die Frage, wie weit sie gehen darf. Zwar sind die Moralvorstellungen in der Gesellschaft heute nicht mehr so streng wie noch in den 50er oder 60er Jahren, trotzdem ist vor allem der Ehebruch noch mit einem gewissen Tabu verbunden. Wenn dann auch noch Kinder im Spiel sind, geht es gar nicht um gesellschaftliche Zwänge. Was würde denn passieren, wenn aus der heimlichen Affäre am Ende mehr wird?

Natürlich enden Dreiecksbeziehungen nicht immer damit, dass alle Beteiligten hinterher traurig und wütend sind. Manchmal ist sogar die Ehefrau des Mannes gar nicht ganz traurig, wenn eine Affäre zum Ende der Beziehung führt. Selten wird eine Ehe nur von einer Seite als nicht mehr intakt angesehen. Beichtet der Mann nun seine Affäre , kann dies durchaus eine befreiende Wirkung haben; aus der anfänglichen Demütigung entsteht so die Chance auf einen Neubeginn.

Wer sich in einen vergebenen Mann verliebt, kann so etwas jedoch nicht von vornherein wissen, daher muss jede Frau für sich selbst einige wichtige Fragen beantwortet. Dazu zählt natürlich, wie weit sie gehen will und was sie sich von der Beziehung verspricht; ist es die Suche nach dem Kick oder ist sie gerade über die unverbindliche Natur der Beziehung froh? Wenn es dagegen so ist, dass für sie eine feste Bindung das wichtigste Ziel ist, während er nicht mehr als eine leidenschaftliche Affäre will, sollte man als Frau die Beziehung so schnell wie möglich beenden. Obwohl es leichter gesagt als getan ist, tut man sich selbst damit einen großen Gefallen. Vielleicht wird er seine Meinung irgendwann einmal ändern, dazu darf sie es ihm nicht zu leicht machen und als heimliche Geliebte zur Verfügung stehen, um so wenigstens ein bisschen Ersatz für die mangelnde Bindung zu haben.

All diese Punkte muss jede Frau natürlich für sich allein beantworten. Allgemeine Ratschläge sind schwierig, schließlich geht es immer zuerst um die individuelle Situation. Besonders kritisch wird es nur, wenn die Geliebte die Frau oder Freundin des Mannes kennt und vielleicht sogar mit ihr befreundet ist. Solche Fälle gehen fast nie gut aus. Eine rationale Entscheidung über das Ende einer Beziehung ist kaum noch möglich, wenn zu viele persönliche Gefühle im Spiel sind.

Ich habe eine Beziehung zerstört – Wie gehe ich mit Schuldgefühlen um?

Gefühle sind wichtige Informationsträger unserer emotionalen Verfassung und sind daher sehr wichtig. Von Schuldgefühlen können wir uns lösen indem wir lernen unsere Gefühle ernst zu nehmen. Nicht jeder hat Schuldgefühle, aber jeder Mensch empfindet die »Grundgefühle«: Angst, Aggressionen, Schmerz, Freude und Liebe. Verbieten wir uns nur eines dieser Gefühle zu leben, dann fehlt uns das Gefühl der Freude und Liebe.

Schuldgefühle verarbeiten

Eine Beziehung zerstören , das war sicher nicht das Ziel der Geliebten. Ist es trotzdem passiert, so sollte man sich ein wenig Zeit für sich selbst nehmen und darüber nachdenken, ob man wirklich Schuldgefühle haben sollte und wenn ja, wie man diesen begegnet.

Mit dem neuen Partner reden

Wer seine Frau oder Freundin für eine Geliebte verlässt, zeigt damit unbewusst, dass dieses Verhalten in der Zukunft wieder vorkommen kann. Als Frau sollte man sich darüber klar sein und mit dem neuen Partner von vornherein reden.

Die eigene Liebe analysieren

Natürlich ist es besonders schwer, rational über Gefühle nachzudenken, einen Versuch ist es trotzdem wert. Wer meint, dass seine eigene Liebe etwas einmaliges ist, muss keine Schuldgefühle haben – schließlich ist der neue Partner etwas ganz Besonderes und man kann ihm etwas geben, was seine Ehefrau nicht konnte. Aber bleibt es auch dann noch besonders, wenn man zusammen den Alltag erlebt?

Nicht nur über sich selbst nachdenken

Wer selbst Schuldgefühle hegt, sollte sich darüber bewusst werden, dass zu einer Beziehung immer zwei Menschen gehören. Als Geliebte war man sicher ein wichtiger Teil davon, trotzdem hat der Mann bewusst ein Verhältnis gehabt, das er auch von sich aus hätte beenden können.

Praktisch handeln

Wenn ein vergebener Mann seine Beziehung beendet hat, gibt es häufig nichts mehr zu retten. Praktisches Denken fällt in solch einer Situation nicht leicht, trotzdem sollte man sich Mühe geben, den Alltag zu meistern. Vor allem dann, wenn er Vater ist, sollten die Kinder nicht unnötig unter der Trennung ihrer Eltern leiden. Vernünftige Besuchsregeln können dazu ein wichtiger Schritt sein.

Erste Hilfe für Betrogene: 5 Tipps fürs weitere Beziehungsleben

Ihr Partner hat Sie betrogen? Sie fühlen sich schlecht und wissen nicht, wie Sie sich als betrogener Partner verhalten sollen? Was richtig oder falsch ist, kann Ihnen keiner eindeutig sagen! Wichtig ist, was Sie für richtig oder falsch betrachten. Lesen Sie unsere 5 Tipps, wie Sie eine Lösung finden können.

Die Kinder schützen

Wenn Kinder im Spiel sind, ist eine Affäre des Partners besonders dramatisch. Es wird kaum gelingen, dass man als Eltern vor den Kindern so auftritt, als sei nichts passiert, während man gleichzeitig nicht weiß, wie es mit der eigenen Beziehung weitergeht. Für Kinder sollte es daher so etwas wie spezielle Schutzzonen geben; feste Zeiten oder Tage, an denen die Eltern gemeinsam mit den Kindern unterwegs sind und sich Zeit für sie nehmen.

Für sich selbst sorgen

Als Betrogene fühlt man sich häufig in erster Linie als Opfer, da der eigene Partner sich hemmungslos in eine Affäre gestürzt hat. Wer seine Gefühle zu sehr nach außen dringen lässt, macht die Sache oft nur noch schlimmer. Achtet man als Betrogene dagegen darauf, eigenständig zu sein, stärkt man damit das eigene Selbstbewusstsein und wirkt gleichzeitig souverän und sexy – sowohl für den eigenen Partner als auch, wenn es denn schon so weit ist, für andere.

Zeit lassen

Dieser Punkt ist mit dem vorherigen Ratschlag eng verbunden. Wer besonders eigenständig auftritt, hat es zugleich in der Hand, dem Partner Zeit zu geben. Das unterstreicht zum einen die Souveränität, zum anderen bringt es den Partner oft dazu, wirklich darüber nachzudenken, was er getan hat. Ab einem gewissen Zeitpunkt jedoch sollte die Toleranz enden, andernfalls besteht die Gefahr, dass er sich an die Dreiecksbeziehung gewöhnt und überhaupt keine eindeutige Entscheidung treffen muss.

Chance in der Krise

Eine Affäre ist oft nur ein sichtbares Zeichen für tieferliegende Probleme. Hat man sich als Frau schon einmal darüber Gedanken gemacht, ob es solche Probleme in der Beziehung gibt? Obwohl man das Opfer ist, kann man eine solche Krise auch als Chance begreifen, wenn man die Beziehung tatsächlich weiterführen will.

Hilfe von außen

Ein Paartherapeut oder eine andere außenstehende Person kann eine unverzichtbare Hilfe sein, sowohl bei einem Neuanfang als auch bei einer endgültigen Trennung. Dabei sollte man auf jemanden zurückgreifen, der tatsächlich ein Außenstehender und damit unparteiisch ist – Personen aus dem gemeinsamen Freundeskreis sind in dieser Rolle meistens überfordert, da sie mit einem der beiden Partner mehr als mit dem anderen befreundet sind.

Unsere meistgelesenen Ratgeber ...

Verlaufen – Seitensprung gesucht? Wir haben es im Laufe der Jahre aufgegeben, Suchende aufhalten zu wollen. Hier geht es zum Vergleich der TOP-Fremdgeh-Portale

2 Minuten für die Wissenschaft