Weihnachten: kein Fest der Liebe für die Geliebte

Traurige Geliebte, die die Weihnachtszeit alleine verbringen muss

Geliebte Weihnachtszeit – wenn am Heiligabend die Ehemänner die Ehemänner spielen

Geliebte sein ist 365 Tage im Jahr eine Herausforderung. Aber eine bestimmte Zeit hat es ganz besonders in sich: Weihnachten. Denn am Fest der Feste gehört der Ehemann nach Hause, um an Heiligabend den guten Gatten zu spielen und mit seiner Frau und den Kindern zu feiern. Schwer ist das zu ertragen, für viele Geliebte wird Weihnachten zu einer Geduldsprobe. Damit daraus keine Leidensphase wird, widmen wir diesen Beitrag all jenen Frauen, die einen vergebenen Mann lieben.

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Oh du (un-) geliebte Weihnachtszeit

Eine lapidare SMS, eine kurze E-Mail, im besten Fall ein heimlicher Anruf – an Weihnachten sind das für viele Geliebte die höchsten der Gefühle. Denn dann hängt ein großes Muss über allem: Weihnachten ist das Fest der Familie, und genau dort soll der Geliebte, der im wirklichen Leben ja gerne mal Familienoberhaupt ist, dann sein. Während er spätestens am 24. Dezember die Rolle des ehrwürdigen Ehemannes einnimmt, wird es für viele Menschen – laut GeWiS für etwa drei Millionen in Deutschland – wieder ein ziemlich einsames Weihnachtsfest. Denn die Person, die einem anscheinend am meisten bedeutet, ist nicht da.

Gerade zu Weihnachten wird vielen Geliebten ihre absurde Situation bewusst: Sie lieben einen Mann, den sie sich mit einer anderen Frau teilen müssen. Ein trauriges Dasein, denn Weihnachten gehört der rechtmäßigen Frau an seiner Seite – die Geliebte hat da kaum etwas zu melden. Ein Zustand, der ein extrem hohes Leidenspotenzial aufweist – nicht nur an Weihnachten. Aber dann ganz besonders. Geliebte müssen sich das ganze Jahr über unterordnen, müssen nachsichtig sein, Verständnis haben und sich in Verzicht üben. Denn der Geliebte hat ja so seine Pflichten, wer kann ihm absprechen, dass er Weihnachten mit seiner Familie verbringt? Zumindest die Kinder brauchen ihn, er ist es seinem Nachwuchs schuldig, an den Feiertagen voll und ganz anwesend zu sein.

Buchcover: Die Geliebe – Was es heißt die Andere zu sein von Maja Langsdorff Dieses Ausgeklammertsein aus der Welt des geliebten Mannes müssten und würden die meisten Geliebten notgedrungen hinnehmen, weiß Maja Langsdorff. Die Journalistin schreibt in Die Geliebte, jede Frau, die heimlich liebe, befände sich zumindest phasenweise im Wartezustand. Das Los der modernen Geliebten sei keine Niete – sondern eine Option auf den fortgesetzten Wartestand. An Weihnachten wird das ganz besonders offensichtlich.

Nicht nur zur Weihnachtszeit: die namenlose Affäre des Ehemannes

Denn dann wird die Geliebte oft zu dem, was ihr rechtmäßig zuzustehen scheint: Die namenlose Affäre, die Verschwiegene, die Heimliche. Am Fest der Liebe bleibt für sie oft wenig übrig, sie muss zurückstecken, schließlich hat sie keine gesellschaftlich legitimierten Ansprüche.

Die Geliebte – verspottet, in den Schatten gestellt, verantwortlich gemacht für die Untreue eines eigentlich treuen Mannes, verdammt zu ewigem Leid: Eine beharrliche Aufopferung für den Mann, der Ihr doch vielleicht nie ganz gehören und ihr eher irgendwann das Herz brechen wird. Immer auf Abruf bereit, stellt sie sich selbst in den Hintergrund, vernachlässigt ihre Freunde, damit sie jederzeit bereit ist, wenn der Anruf endlich kommt.

Geliebte verkaufen nicht selten ihre Seele, lieben und hoffen, dass dieser Mann sich endlich zu ihnen bekennt. Geliebte kennen diese Achterbahn der Gefühle. Dazu gehört auch ein unbändiger Hass auf die Frau, die ihn in all den Jahren nie unterstützte und ihn trotzdem ganz für sich hat – ein ungerechtes Weltbild, zumindest einseitig. An Weihnachten wird der ansonsten bisweilen besänftigte Ärger zu kalter Wut.

Kennt keine Feiertage: Das Leid einer Geliebten

Sie möchten endlich zur Ruhe kommen, denn ihr ganzes Leben ist auf ihn fixiert und wird von ihm gesteuert. An diesen besonderen weihnachtlichen Feiertagen versinken Sie, gehen in sich. Sie lassen die Jahre Revue passieren, erinnern sich an unvergessliche Erlebnisse, an die Tage, wo das Glück nur so aus ihnen herausplatzte. Aber auch an die vielen einsamen Tage voller Verzweiflung und Traurigkeit. Und dann ist er da: ein brennender Schmerz, der so tief ist, dass er Ihnen die Luft zum Atmen raubt. »Wird er sich jemals für mich entscheiden, seine Familie verlassen, eine gemeinsame Zukunft mit mir aufbauen?«

Die Geliebte leidet an der Entscheidungsunlust des vergebenen Mannes, den Versprechungen, den vielen Wenns und Danns, die zuversichtlich stimmen, und aus denen die Geliebte Hoffnung schöpft. Jede neue Lüge, jede Ausrede und jedes Ausweichmanöver stürzen sie jedoch in einen tiefen Abgrund. Dann beginnt wieder das Warten, das Hoffen und das vergebliche Sehnen nach dem Ende dieses Zustandes – am besten mit Happyend.

Die einzige Quelle, aus der Sie noch Kraft schöpfen, sind seine Worte, die schönen gemeinsamen Stunden, in denen er Ihnen Hoffnung gibt, dass es doch eine Zukunft für Ihre Liebe gibt. An diesen Strohhalm klammern sie sich verzweifelt, um bloß zu überleben und nicht im Kummer zu ersticken. An Weihnachten, dieser emotional so aufgeladenen Zeit, wird es Ihnen vielleicht besonders bewusst, in welch sonderbarer Lage Sie sich befinden. Sie schenken Ihrem Geliebten Ihre Zeit, Ihre Liebe, Ihre Geduld – und was bekommen Sie dafür?

Richtig frohes Fest: Weihnachtsgeschenke für Geliebte

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Geschenke. Doch was haben Sie als Geliebte zu erwarten?

Sie sind die starke Schulter, an der er sich ausweinen kann. Sie haben das Verständnis für seine Lage. Sie geben ihm neues Selbstwertgefühl. Sie warten auf ihn. Sie setzen ihn nicht unter Druck oder nehmen ihn in die Pflicht. Und Sie schenken ihm all Ihre liebende Geduld, denn Sie harren an seiner Seite aus, auch wenn er immer wieder Gründe anführt, warum er sich jetzt noch nicht von Frau und Kindern trennen kann. Dabei müssen Sie den Kraftakt aufbringen, zu ignorieren, dass keine Entscheidung treffen zu können (oder zu wollen), auch eine Entscheidung ist – und zwar eine, die Sie als Geliebte mit Ihrem Zeitkonto ausgleichen müssen.

Wir finden, es wird Zeit, dass Ihnen das honoriert wird. Und zwar mit passenden Geschenken.

  • Keine Ausreden mehr: » Also, wenn das Haus endlich abbezahlt ist, dann kann ich mich trennen!« »Dienstag ist schlecht, da muss ich zum Fußballspiel meines Sohnes...« Solche und ähnliche Sprüche sollten Sie sich zukünftig schenken. Tun Sie Ihrer Geliebten einen Gefallen und basteln Sie nicht ständig an Ausreden herum. Halten Sie Ihr nicht vor, dass Sie ja so gerne wollen, aber einfach nicht können. Das hat die Frau an Ihrer unbekannten Seite wirklich nicht verdient.
  • Echte Perspektiven: Irgendwann fängt irgendwo irgendwie die gemeinsame Zukunft an? Versprechen aus dem Reich der Fantasie will niemand auf dem Gabentisch vorfinden – Ihre Geliebte schon gar nicht! Die sehnt sich vermutlich eher nach wirklichen Perspektiven. Falls Sie Ihr diese tatsächlich schenken wollen, ist Weihnachten sicherlich ein guter Anlass, um gute gemeinsame Aussichten als Präsent zumindest im übertragenen Sinne zu überreichen.
  • Zeit: Jaja, die Zeit: Von der hat Ihre Geliebte oft mehr, als ihr lieb ist – und zwar Zeit ohne Sie. Zum Fest der Liebe könnten Sie ja auch einfach mal tief in Ihre Freizeittasche greifen und Ihr gemeinsame Unternehmungen offerieren. Wie wäre es denn mit einem Jour-fixe im neuen Jahr oder einfach etwas mehr Verlässlichkeit? Wie Sie das ehetechnisch bewerkstelligen, kann Ihnen niemand verraten. Nur soviel: Machen Sie rechtzeitig ein schönes Schleifchen drum...

Fazit: Das größte Geschenk ist Ehrlichkeit!

Geliebte verhungern oft am ausgestreckten Arm. Denn sie hinken der Hoffnung hinterher, auch wenn diese längst schon mit fliegenden Fahnen davongelaufen ist. Begraben wollen Geliebte ihre Wünsche jedoch nicht, sich von der Sehnsucht nach Happyend verabschieden schon gar nicht.

Ehrlichkeit ist sicherlich das größte Geschenk, das man einer Geliebten zu Weihnachten machen kann. Noch ein viel wertvolleres Geschenk ist es jedoch, wenn Geliebte ehrlich zu sich selbst sind und sich selbst zugestehen, die Situation aufrichtig zu betrachten. Denn viele Frauen, die einen vergebenen Mann lieben, leiden besonders darunter, dass sie hingehalten werden und sich ewig an der Hoffnung festkrallen, dass irgendwann aus der heimlichen Liebe eine legitime Beziehung wird. Statistisch gesehen passiert das übrigens nur in einem von zehn Fällen – dann nämlich verlässt der Mann seine Ehefrau für die Geliebte. In den verbleibenden neun Fällen bleibt alles beim Alten. Buchcover: Seelenband – Die Geschichte einer Geliebten zwischen Herz und Verstand von Stephanie Urbat-Jarren Und die Geliebte bleibt alleine mit ihrem Kummer – Stephanie Urbat-Jarren beschreibt dieses stille Leiden einer Geliebten sehr eindrücklich in Seelenband. Sie will damit Frauen, die leidend und hoffend im Schatten stehen, Mut machen, aus der Opferrolle herauszukommen. Denn diese haben sie der Autorin zufolge selbst gewählt, und sollten den vergebenen Männern zeigen, dass sie mit ihrer Unentschlossenheit der Geliebten am meisten zumuten. Liebe sollte nämlich kein »was wäre wenn«, kein »vielleicht« oder »irgendwann« kennen. Liebe sollte hier und jetzt sein. Und eigentlich, liebe Geliebte, ist es kein Mann der Welt wert, sich für ihn »kapputt zu lieben«.

Weihnachten hin oder her – eines hat jede Geliebte verdient: Aufrichtigkeit. Denn sie opfert Zeit, Liebe, Hoffung und Verständnis für den Glauben an die Leidenschaft.

In diesem Sinne: Wir wünschen allen Geliebten in der kommenden Weihnachtszeit viel Kraft, die schwierige Situation zu überstehen und wenig Gedanken an die Männer zu verlieren. Außerdem wünschen wir ihnen die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die sie nicht ändern können, den Mut, Dinge zu ändern, die sie ändern können und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Fröhliche Weihnachten den Geliebten in der ganzen Welt!

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