Neidische Geliebte: Warum Eifersucht bei Affären eine Rolle spielt, auf was Geliebte eifersüchtig sind und welche Gegenargumente es gibt, erfahren Sie hier.

Eifersüchtige Geliebte, weil ihr Geliebter mit der Ehefrau telefoniert

Geliebte sein: Wie geht man mit der Eifersucht auf die Ehefrau um?

Geliebte kennen das Gefühl, immer an zweiter Stelle zu stehen, ständig auf den Geliebten warten zu müssen und in Ungewissheit zu leben. Eifersucht spielt da eine große Rolle, denn die Rivalin hat eines voraus: Sie ist die offizielle Partnerin des Geliebten. Wir beleuchten Situationen, in denen Sie als Geliebte besonders eifersüchtig sein könnten und liefern Argumente, die dagegen sprechen, sowie 8 Regeln, die Ihnen das Leben als Geliebte leichter machen könnten.

»Wer sich auf eine Affäre mit einem gebundenen Partner einlässt, eröffnet ein Rivalitäts-Szenario, ob er will oder nicht. Er betritt ein fremdes Territorium, das ihm nicht gehört und auf dem er keine Recht zu beanspruchen hat. Er begeht Hausfriedensbruch auf sexuellem Gebiet. Sexualfriedensbruch.«

Ulrich Clement, »Wenn Liebe fremdgeht«

In diesem Artikel erfahren Sie ...

Susanne M. (43 Jahre) ist seit zwei Jahren mit einem verheirateten Mann zusammen. Sie ist nicht blindlings in diese Affäre hineingestolpert, schon als sie ihren Geliebten kennenlernte, wusste sie, dass er Ehefrau und drei Kinder hat.

Trotzdem kam die Liebe, bei ihm auch. Zunächst war es wie ein Rausch, leidenschaftlich angetrieben davon, dass Susanne und ihr Geliebter eigentlich etwas Verbotenes machten, wenn sie sich trafen. Gerade die Tatsache, dass Susannes Geliebter manchmal nur spontan eine halbe Stunde für ein Treffen erübrigen konnte, machte die Affäre aufregend. Susanne genoss das Gefühl, allzeit bereit zu sein für ihren Geliebten. Sie verzehrte sich nach ihm, gerade weil er unerreichbar schien. Doch nach fünf Monaten kam die Ernüchterung. Plötzlich war es nicht mehr aufregend, immer auf den Geliebten zu warten, nie zu wissen, wann er auftauchen würde. Und Susanne fand sich in der Rolle der unglücklichen Zweitfrau wieder, die allabendlich alleine mit einer Rotweinflasche vor dem Fernseher saß, in der Hoffnung, dass ihr Geliebter es doch noch schaffte, bei ihr vorbeizukommen.

In diesen Momenten traf Susanne ein Gefühl, dass sie in einer Affäre nie vermutet hätte. Und es traf sie mit voller Wucht: Sie war rasend eifersüchtig auf die Ehefrau ihres Geliebten.

Vom Liebesrausch zur Ernüchterung

Vielen Geliebten geht es so. Erst lassen sie sich von der Leidenschaft treiben, dann hängen sie fest in einer Affäre, die Beziehungscharakter bekommt. Aber die Geliebte muss dabei immer zurückstecken und hat eigentlich keine Ansprüche. Eine belastende Situation, die nicht gerade gut fürs Ego ist. Das meinen Karin Müller und Henri Guttmann. Affären seien nichts für Zartbesaitete, sagen die Autoren von Hallo, ich liebe Ihren Mann. Das Nervenkostüm werde arg auf die Probe gestellt, eine heimliche Liebschaft koste vor allem die Geliebte immens viel Kraft.

Zudem habe die Geliebte rein statistisch gesehen schlechte Karten: Nur die wenigsten Fremdgeher verlassen ihre Ehefrauen, schreiben Müller und Guttmann, auch wenn sie dies beteuern und behaupten, sehr unglücklich in ihrer Ehe zu sein. Das traute Heim vermittele trotz allem eine gewisse Sicherheit, weswegen es untreue Ehemänner nur selten aufgeben. Studien belegen außerdem: Wer seinen Ehepartner nicht innerhalb der ersten drei Monate für den Affärenpartner verlässt, wird es höchstwahrscheinlich nie tun. Pech für die Geliebte – und mitunter Auftakt für einen langen Leidensweg, bei dem intensive Emotionen wie Einsamkeits- und Verlassenheitsgefühle, Wut und vor allem Eifersucht auf die Ehefrau extrem werden können.

6 Phasen einer Affäre

Das Fatale dabei: Affären beginnen meist harmlos, bemerkt Gerti Senger, Autorin von Schattenliebe – nie mehr Zweite(r) sein. Kaum jemand ließe sich mit voller Absicht darauf ein, über Monate oder sogar Jahre als heimliches Verhältnis neben dem Eheleben herzuhalten. Senger, die sich als Psychotherapeutin seit nahezu 20 Jahren mit Schattenliebe befasst, schreibt, längere Schattenbeziehungen hätten einen typischen Verlaufszyklus, deren Stationen einer seelischen Talfahrt gleichen:

1) Phase: Leidenschaft

Sie schlittern mit einem verheirateten Mann in einen Seitensprung, den sie zunächst für einen Ausrutscher halten. Man trifft sich wieder, begegnet sich regelmäßig – dann ist da wieder dieser Funke, die Versuchung, es noch einmal zu tun. Im Taumel der Leidenschaft seien beide bereit, für ihre Lust einen hohen Preis zu zahlen, schreibt Senger. Geheimhaltung und Vertuschung nämlich, was für den untreuen Ehemann bedeutet: Er muss seine Frau belügen, sich plausible Ausreden einfallen lassen. Und für die Geliebte: Sie muss warten und Rücksicht nehmen auf die Situation ihres Affärenpartners.

2) Phase: Rückzug

Von Beginn an wurde mit offenen Karten gespielt, Ihr Geliebter hat Ihnen nichts vorgemacht, immer wieder gesagt »Ich kann mich nicht trennen, erwarte nichts von mir«. Sie sind damit einverstanden, wissen ja Bescheid. Aber dann kommt die Sehnsucht und die Hoffnung: Es ist doch so schön, warum sollte nicht doch eine richtige Beziehung daraus werden? Nun kommt laut Senger die Phase, in der die Geliebte darunter leidet, dass der Mann, mit dem sie so leidenschaftliche Stunden erlebt, in einer Welt lebt, zu der sie keinen Zutritt hat. Man kann sich nichts gemeinsam aufbauen, langsam stellt sich Ernüchterung ein.

3) Phase: Isolation

Sie l(i)eben von Augenblick zu Augenblick, die Zeit, die Sie mit Ihrem Geliebten verbringen, ist gestohlene Zeit, irgendwann ist der Zauber des Verbotenen verflogen. Das Warten und die Sehnsucht hätten nun nicht mehr diese sexuell erregende Qualität, schreibt Senger. Es belastet und verstört, die Geliebte gibt immer mehr hinein als der Mann, der zuhause nach wie vor sein warmes Nest hat. Währenddessen befindet sich die Geliebte in einem Schwebezustand und harrt darin aus – auch wenn dies viele Opfer kostet.

4) Phase: Idealisierung

Nun beginnt sich die Abhängigkeitsschraube zu drehen, erklärt Senger. Der Geliebte idealisiert seine Geliebte, die wiederum richtet ihr gesamtes Verhalten nach dem Mann ihrer Träume aus. Liebeskummer, Hoffnung, Eifersucht, Verzweiflung – beide werden in dieser Phase mit heftigen, oft widersprüchlichen Gefühlen konfrontiert. Die Geliebte meint dann oft, ohne diese heimliche Beziehung nicht mehr leben zu können, und akzeptiert dafür die ganzen Qualen, die sie auf sich nehmen muss.

5) Phase: Abbau

Selbstwertzweifel, Verlustgefühle bis hin zu Depressionen – das erwartet die Geliebte häufig in dieser fortgeschrittenen Affärenphase, behauptet Senger. Die Geliebte will, dass Schluss mit der Heimlichtuerei ist, will raus aus dem Schatten, nicht mehr unglücklich sein. Viele Geliebte würden dann versuchen, sich zu trennen, so Senger. Der verheiratete Liebhaber setzt aber alles daran, das zu verhindern. Plötzlich ist der Sex wieder berauschend, seine Aufmerksamkeiten bemühter. Der Geliebte ist zwar noch immer nicht bereit, sich zur Affäre zu bekennen, aber seine Motive, sich nicht zu trennen, stellt er im besten Licht dar, um die Toleranz der Geliebten zu erzwingen. Die Geliebte reagiert dann bisweilen mit Trotz, ruft bei ihm zuhause an oder fährt an seinem Haus vorbei. Die vermeintliche Leichtigkeit ist hinüber, die Affäre zur Belastung geworden, der keiner ein Ende setzen kann.

6) Phase: Skandal

Die Affäre geht über einen längeren Zeitraum, mittlerweile ist die Ehefrau alarmiert. Das seltsame Verhalten ihres Mannes, die vielen Überstunden, die Nervosität, wenn sein Handy klingelt – all das weckt Vermutungen. Die Ehefrau wird misstrauisch, beobachtet ihren Mann eingehender, kontrolliert Taschen und Handy. Die Hinweise auf eine Affäre sind erdrückend und es kommt zur Aufdeckung. Für die Geliebte, behauptet Senger, sei dies der Königsweg in eine Befreiung. Denn sobald das heimliche Liebesverhältnis ein offenes wird, muss der Geliebte eine Entscheidung treffen.

Immer zweite Geige spielen: 3 Umstände, die bei Geliebten die Eifersucht fördern

Egal, in welcher Phase Sie sich befinden: Ein beträchtliches Eifersuchtspotenzial gibt es immer. Je nachdem, wie stark Ihre Gefühle sind, müssen Sie quälende Hoffnung und ernüchternde Verzweiflung ertragen. Dabei wissen Sie, wer Ihre Rivalin ist, können aber schlecht gegen sie ankämpfen. In den seltensten Fällen genießt eine Geliebte ihren Status als heimliche Zweitfrau. Die Journalistin Maja Langsdorff schreibt in Die Geliebte, ein Happy-End für ein außereheliches Verhältnis sei die Ausnahme. In der Regel würde sich die verbotene Liebe in mehreren Phasen einschleifen und zum eisig-heißen Dauerzustand werden. Diese drei Umstände machen ihr zufolge das Leben als Geliebte besonders hart:

Warten

Ihr Leben als Geliebte ist vor allem durch eines geprägt: Sie warten. Zunächst einmal darauf, dass Ihr Geliebter sich Zeit freischaufelt. Als Ehemann ist er eingespannt, Sie sind ein Nebenher, ein Verhältnis, das Ihr Geliebter geheimhält. Warten müssen Sie auch auf eine Entscheidung darüber, wie es weitergeht. Auch hier sind Sie der Teil, der in erster Linie im Hintergrund abwarten muss, wie Ihr Geliebter die heikle Situation lösen kann, beziehungsweise: lösen will.

Hoffen

So rational Sie auch an die Affäre herangehen, Hoffnungsgefühlen werden Sie doch haben, wenn Sie sehr verliebt sind. Gerti Senger meint, in den ersten Phasen der Affäre werde der Blick für die Realität getrübt, Sie werden von Ihren Emotionen getäuscht und fühlen sich durch Treffen und Lippenbekenntnisse Ihres Geliebten darin bestärkt, dass die Affäre Chancen hat, zur echten Beziehung zu werden. Wenn Ihr Geliebter Sie immer wieder hinhält, Ihnen Versprechungen macht und eine baldige Trennung in Aussicht stellt, kann sie zu einer großen Seelenbelastung werden.

Machtlos sein

Was können Sie eigentlich tun, um sich aus dieser Situation zu befreien? Natürlich können Sie Ihrem Geliebten ein Ultimatum stellen, ihn so zu einer Entscheidung zwingen. Oder Sie gehen zur Ehefrau und beichten die Affäre. Damit riskieren Sie aber deren Ende. Sie können sich natürlich auch mit dem Dasein als heimliche Zweitfrau begnügen und versuchen, das Schöne an Ihrer Affäre zu genießen. Aber das ist beinah übermenschlich, denn je länger diese Liaison geht, umso stärker wird die Bindung – und Ihre Machtlosigkeit. In jedem Fall steht für Sie mehr auf dem Spiel, wenn Sie versuchen, Kontrolle über die Affäre zu gewinnen: Sie könnten den geliebten Mann ganz verlieren.

Still leiden: Warum die Geliebte eigentlich nicht eifersüchtig sein darf

Wer verlassen oder betrogen wurde, dem wird Trauer und Wut zugestanden. Schließlich ist ihm Unrecht geschehen, er wurde hintergangen. Auch Eifersucht gehört zu den Emotionen, die man bei rechtmäßig Gebundenen billigt, wenn nicht gar erwartet. Aber darf eine Geliebte eifersüchtig sein? Sie weiß in der Regel, worauf sie sich einlässt und hat moralisch gesehen keine Ansprüche auf den Geliebten – im Gegensatz zur Ehefrau, deren Status geregelt ist.

In Affären kann Eifersucht zum großen Problem werden. Denn wenn sich eine heimliche Liebschaft einspielt, erhebt so manch einer Besitzansprüche an den anderen – laut Oliver Schott, Autor von »Lob der offenen Beziehung«, Kern der modernen Treueauffassung. Wir möchten den Geliebten in irgendeiner Form besitzen, und ihn nicht mit anderen teilen – das geht uns zu sehr ans Selbstwertgefühl.

Eifersucht ist ein Gefühl, wir können es nicht bewusst steuern, werden davon überwältigt. Denn sie liegt als Emotion tief verankert in uns selbst. Eifersucht ist Ausdruck großer Verlustangst, der Leidensfaktor kann wahnsinnig hoch, der Auslöser dagegen ziemlich banal sein: Eifersucht braucht keine triftigen Gründe. Wie alle Gefühle hat auch Eifersucht meist mehr mit uns selbst zu tun als mit anderen.

80 Prozent der Deutschen sind irgendwann einmal eifersüchtig, ermittelte Wolfgang Krüger in einer Umfrage. In »Aus Eifersucht kann Liebe werden« schreibt der Paartherapeut, das sei normal, Eifersucht könne zeigen, dass unsere Liebe in Gefahr sei. Zunächst sei Eifersucht ein Warnsignal, wenn die Liebesbeziehung bedroht ist. Eine starke Neigung zur Eifersucht sei aber immer Folge eines zu geringen Selbstbewusstseins, oder einer zu großen Abhängigkeit vom Partner.

6 Gründe, warum Sie eifersüchtig auf die Ehefrau sein können – und 6 Argumente dagegen

Als Geliebte haben Sie nicht nur damit zu kämpfen, dass Sie sich der Ehefrau unterlegen fühlen. Sie müssen auch mit der Tatsache umgehen, dass sie das hat, was Sie sich sehnlich wünschen: den Mann Ihrer Träume. Und da Eifersucht sich immer im Bereich des Irrationalen bewegt, kommen Sie selbst mit rationalen Erklärungen kaum gegen Ihre Empfindungen an. Hier sind 5 Gründe warum Sie eifersüchtig sein könnten – und Argumente, warum Sie es nicht sein sollten:

Die Ehefrau hat immer die besseren Karten

Ein paar Jahre Ehe, ein gemeinsames Haus, Kinder und der Freundeskreis – all dies sind Faktoren, die die Bindung Ihres Geliebten an die Frau ausmachen. Dagegen kommen Sie als heimliche Geliebte kaum an. Klar, mit Ihnen hat er mehr Spaß, besseren Sex und weniger Zoff. Aber wenn es hart auf hart kommt, kann Ihre Rivalin ihre Position als langjährige Ehefrau in den Ring werfen. Und dagegen sind Sie machtlos. Zumal der moralische Faktor hinzukommt: Sie stehen im Fall der Fälle als die Böse da, die der Ehefrau den Mann ausgespannt hat. Kein Wunder, dass Sie manchmal vor Eifersucht schäumen.

Kein Grund, eifersüchtig zu sein: Ist es denn wirklich so? SIE glauben, dass die Ehefrau bessere Chancen hat, ihren Mann zu halten, als Sie, dass er sich trennt. Das ist Ihre Sicht der Dinge, Sie kennen ja nicht die ganze Wahrheit. Versetzen Sie sich in die Lage der Ehefrau: Sie weiß vielleicht noch nicht, dass ihr Mann sie betrügt, wähnt sich in Sicherheit und ahnt nicht, dass die Beziehung auf der Kippe steht. Ist das tatsächlich eine bessere Position? Zudem steht ganz nüchtern betrachtet für die Ehefrau deutlich mehr auf dem Spiel, als für Sie: eine langjährige Partnerschaft mit vielen Bindungen, die bei einer Trennung gekappt werden. Sie sind erst seit Kurzem im Rennen, falls Sie verlieren sollten, bricht nicht Ihre ganze Welt zusammen.

Die Ehefrau teilt mit Ihrem Geliebten den Alltag

Jeden Morgen neben dem anderen aufwachen, abends mit ihm vor dem Fernseher sitzen und am Wochenende gemeinsame Freunde besuchen – so gerne würden Sie das alles mit Ihrem Geliebten erleben. Dürfen Sie aber nicht, Sie müssen sich mit dem Wenigen bescheiden, das für Sie abfällt. Natürlich macht Sie das eifersüchtig, und Sie beneiden die Ehefrau, dass sie so nah dran ist an Ihrem Geliebten und all das hat, was Ihnen verwehrt bleibt. Obwohl Sie es sich so sehnlich wünschen.

Kein Grund, eifersüchtig zu sein: Aha, die Tatsache, dass die Ehefrau tagein, tagaus in alltäglicher Routine gefangen ist, macht Sie eifersüchtig. Dann verkennen Sie die Realität. Denn Paarexperten zufolge ist es gerade der Beziehungsalltag, der Paare auseinandertreibt und ihre Liebe bedroht. Zum Alltag gehören neben all den schönen gemeinsamen und intimen Erlebnissen auch banale Dinge wie der Haushalt. Den fair zu stemmen, ist für viele Paare eine Herausforderung, die ihr Liebesleben stark beeinträchtigt. SIE dagegen sind frei davon, müssen nicht mit Ihrem Geliebten herumstreiten, wer den Müll runterbringt oder wann wieder geputzt werden muss. Sie können ganz souverän darüber hinwegsehen und sich die schönen Momente des Zusammenseins herauspicken!

Die Ehefrau lebt schon seit Jahren mit Ihrem Geliebten zusammen

Ach, wäre es doch schön, die Affäre in trockenen Tüchern zu haben und Erinnerungen aus den letzten gemeinsamen Jahren horten zu können. Die Ehefrau war schon X-Mal mit Ihrem Geliebten auf Reisen, teilt mit ihm kostbare Erlebnisse und wichtige Erfahrungen. Sie dagegen haben noch eine junge Vergangenheit mit Ihrem Geliebten und die Zukunft ist ungewiss. Darum beneiden Sie die Ehefrau für all die Beziehungsjahre mit Ihrem Geliebten, die sie Ihnen voraus hat.

Kein Grund, eifersüchtig zu sein: Zwei bis drei Jahre geben Psychologen einer Beziehung höchstens – dann ist es mit der Leidenschaft vorbei. Je mehr Zeit ins Land geht, umso mehr Einsatz erfordert es, eine Partnerschaft aufregend zu gestalten. So ist das also ganz unromantisch betrachtet: Die vielen Jahre, auf die Sie eifersüchtig sind, haben vielleicht dazu geführt, dass der Lack ab ist und die Beziehung nur noch so vor sich hindümpelt. Sie sind der beste Beweis dafür, wie es um die Ehe bestellt ist. Wäre diese glücklich und intakt, dann würden Ihr Geliebter wohl kaum in Ihrer Affäre stecken, oder hätte sie zumindest zügig beendet. Freuen Sie sich, dass Sie keine Beziehungsaltlasten mit sich herumschleppen, genießen Sie die emotionale Jungfräulichkeit Ihrer Affäre, anstatt die Ehefrau dafür zu beneiden, dass sie auf viele (unglückliche) Jahre zurückblickt.

Die Ehefrau lebt schon seit Jahren mit Ihrem Geliebten zusammen

Mit Ihnen verbringt er ab und an ein paar aufregende Stunden, ist aber immer unter Zeitdruck und achtet peinlichst auf Verhütung. Wo Sie auf ein langes Liebesspiel hoffen, werden Sie mit einem Quickie abgespeist. Die Angst davor, dass seine Frau hinter sein Verhältnis kommt, liegt mit Ihnen im Bett – was kurzzeitig die erotische Spannung in die Höhe treibt, aber spätestens »danach« einen schalen Geschmack hinterlässt. Denn so fantastisch der Sex mit Ihrem Geliebten auch sein mag, eines haben Sie immer im Hinterkopf: Er wird in die Arme seiner Ehefrau zurückkehren, nachts wird sie neben ihm liegen. Dabei ist es das, wonach Sie sich verzehren: ihm nahe zu sein, die Intimität in vollen Zügen zu genießen. Was Sie schier rasend macht vor Eifersucht, ist Ihr Kopfkino. Immer wieder und wieder stellen Sie sich vor, wie Ihr Geliebter mit seiner Frau schläft, sie in den Arm nimmt, sie küsst und streichelt. Vor allem, wenn er nach einem Date mit Ihnen ins ach-so-traute Heim zur Ehefrau zurückkehrt.

Kein Grund, eifersüchtig zu sein: Guter Sex lebt von Spontanität, von Distanz, vom Reiz des Neuen. All das kann nur eine bieten: nämlich Sie. Das Sexleben der meisten Paare nutzt sich mit den Jahren ab, verkommt zu einer spaßbefreiten Gelegenheitspflicht, das belegen Umfragen. Stellen Sie sich mal vor (sofern Sie es nicht ohnehin selbst schon in einer langen Beziehung erlebt haben), wie eintönig Sex im Alltag wird. Da ist dann wenig Leidenschaft, das Liebesspiel wird zum reinen Geschlechtsverkehr. Kaum etwas, um das man langjährige Paare beneiden kann, bei denen Sexfrust fast schon Standard ist. Und der ist bekanntlich ein Hauptauslöser dafür, dass jemand fremdgeht, denn was ein Partner zuhause nicht hat, sucht er woanders. Sie erfüllen also ein Bedürfnis Ihres Geliebten, gleichen einen Mangel aus und geben ihm das, was er von seiner Frau nicht bekommt. Was Ihnen besonders zu schaffen macht – dass Sie nicht Exklusivrechte auf seine sexuellen Aktivitäten haben – ist gerade das, was Ihre Affäre so reizvoll und aufregend macht. Nämlich dass Sie sich des anderen nicht voll und ganz sicher sind. Falls Sie denken, seine Lebenspartnerin sei im Vorteil, dann stellen Sie sich mal genüsslich vor, wie fade der Sex sein muss, zumal Ihr Geliebter sich (wenn überhaupt) vielleicht einfach nur aus schlechtem Gewissen zu Körperkontakt mit seiner Frau hinreißen lässt. Und dabei an Sie, Ihren heißen Körper und Ihre aufregenden Erotikspiele denkt. Was ist das schon gegen Ihre leidenschaftlichen Sextreffen?

Die Ehefrau hat mit Ihrem Geliebten gemeinsame Kinder

Kinder wollten Sie schon immer, es fehlte nur bisher der richtige Mann dazu. Den meinen Sie jetzt gefunden zu haben. Er hat nur gleich zwei Nachteile: Er ist verheiratet und hat schon Kinder. Ein Quell großer Eifersucht ist, dass Ihre Rivalin diejenige ist, die eine Familie mit Ihrem Geliebten gründete, bevor Sie überhaupt die Chance dazu hatten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder ein Motiv für Ihren Geliebten sein könnten, sich nicht zu trennen. Oder Sie immer wieder in Ihre außerehelichen Schranken zu verweisen. Denn neben der Ehefrau sind es auch die Kinder, die Ihren vom schlechten Gewissen geplagten Geliebten oft dazu bringen, Sie zu versetzen.

Kein Grund, eifersüchtig zu sein: Neben dem Alltag sind Kinder laut Wolfgang Krüger eine der großen Belastungsproben für Beziehungen. Viele scheitern daran, dass das Familienleben alles andere als harmonisch ist. Meinungsverschiedenheiten über die Erziehung und die große Betreuungsfrage führt oft zu massiven Konflikten. Also sind Sie eifersüchtig darauf, dass die Ehefrau Ihres Geliebten auf die lieben Kleinen aufpasst, während Sie sich mit deren Papi vergnügen? Das müssen Sie wirklich nicht, denn so schön gemeinsame Kinder auch sind und so sehr sie verbinden: Sie zapfen Beziehungen auch ordentlich Saft ab. Auf all das können Sie doch gut und gerne verzichten.

Die Ehefrau kann Ihre Affäre zerstören – und kommt damit gut weg

Fliegt Ihre Affäre auf, schlägt die Stunde der Ehefrau. Dann kann sie ihre Machtposition voll ausspielen, Ihrem Geliebten drohen, ihm eine Frist setzen oder den Kontakt mit Ihnen verbieten. Auch wenn Ihre Liebe jetzt noch heimlich ist, könnte es Sie fuchsen, dass die Ehefrau so offensichtlich am längeren Hebel sitzt. Scheinbar locker kann Sie Ihnen den Geliebten wegnehmen und Ihre Liebe zerstören, denn Sie hat alle Druckmittel in der Hand. Und was fast noch schwerer wiegt für Ihre Eifersucht: Die Ehefrau heimst dafür womöglich noch die Bewunderung anderer ein und wird als moralisch überlegen angesehen. Denn sie hat sich ja nichts zu Schulden kommen lassen. Anders dagegen Sie: Sie müssen mit Häme rechnen, denn Sie waren es ja, die in eine bestehende Beziehung eingedrungen sind.

Kein Grund, eifersüchtig zu sein: Wer wem in moralischer Hinsicht überlegen ist, ist ohnehin Ansichtssache – aber fänden Sie es schön, wenn Sie wüssten, dass Ihr Mann Sie betrogen hat und die Geliebte nur verlässt, weil Sie Druck auf ihn ausüben? Ja, glauben Sie denn, es ist leicht, eine Partnerschaft auf so einer Basis fortzuführen? Die Ehefrau mag zwar als Siegerin vom Platz zu gehen, aber eigentlich ist sie zu bemitleiden. Jede dritte Beziehung scheitert nämlich nach einer Affäre, und nahezu die Hälfte aller Fremdgeher ist Wiederholungstäter. Düstere Aussichten sind das für die Ehefrau. Sie dagegen müssen vielleicht durch eine Phase des Liebeskummers, aber danach sind Sie frei für eine neue Beziehung.

Fazit: Besser umgehen mit der Affäre – 8 Regeln für Geliebte

Sorgen Sie dafür, nicht die Opferrolle für sich zu pachten. Auch wenn Sie sich »aus Versehen« in einen vergebenen Mann verliebt haben, mussten Sie mit Komplikationen rechnen. Sie sind kein Opfer, Sie haben sich auf die Affäre eingelassen, in gutem Glauben zwar an einen für Sie guten Ausgang, aber im Vollbesitz Ihrer Gefühlswelt. Wer sich als Opfer fühlt, glaubt, nichts an der Situation ändern zu können. Wer in dieser Rolle stecken bleibt, gibt die Kontrolle aus der Hand und schafft so schlechte Voraussetzungen für eine positive Aufarbeitung und damit für die nächste Beziehung.

Sexualtherapeut Ulrich Clement stellt in seinem Buch Wenn Liebe fremdgeht acht Regeln für Geliebte auf, die Ihnen dabei helfen können, gut mit einer Affäre umzugehen:

  • Mischen Sie sich nicht in die Ehe Ihres Geliebten ein!

    Ihr Geliebter ist nunmal in festen Händen, und das hat Gründe. So schlimm kann die Ehefrau nicht sein, sonst wäre Ihr Geliebter ja nicht mehr bei ihr. Er kann Ihnen alles erzählen – sein Verhalten ist viel aufschlussreicher. Also nehmen Sie nicht alles für bare Münze, was er über sein Unglück berichtet, und halten Sie sich mit Stellungnahmen zurück. Seine Ehe geht Sie eigentlich nichts an.

  • Gehen Sie davon aus, dass Sie nicht alles über die Ehe Ihres Geliebten wissen!

    Die Beziehung ist schon lange kaputt, Sex gibt es nicht mehr und eigentlich ist Ihr Geliebter auf dem Absprung. Glauben Sie so etwas nur bedingt, Ihr Geliebter wird seine Beziehung in schlechterem Licht darstellen, als sie tatsächlich ist. Einmal, um Sie bei der Stange zu halten, dann auch, um sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Denn je unglücklicher er die Ehe schildert, umso berechtigter scheint sein Ausbruch durch die Affäre mit Ihnen.

  • Stellen Sie keine Ansprüche, egal, was Ihr Geliebter versprochen hat!

    Wer verliebt ist, verspricht allerhand – dass er sich bald trennen wird, nur mit Ihnen glücklich werden kann und immer für Sie da ist. Vielleicht meint Ihr Geliebter das auch so, wenn ihm diese Bekenntnisse über die Lippen kommen. Daraus können Sie aber keine Ansprüche ableiten. Denn Ihr Geliebter ist verheiratet, im Zweifelsfall stehen Sie immer hintenan, damit müssen Sie rechnen. Versuchen Sie, sich nicht auf Basis seiner Beteuerungen Hoffnungen zu machen.

  • Stellen Sie sich nicht über seine Ehefrau!

    Mit Ihnen ist alles aufregender, schöner, geiler – das mag so sein. Aber jede neue Liebschaft hat einen Reiz, den eine langjährige Partnerschaft nicht mehr haben kann. Bilden Sie sich also nichts darauf ein und aalen Sie sich nicht in einem Überlegenheitsgefühl. Denn Ihre Affäre steht auf einem ganz anderen Blatt.

  • Rechnen Sie mit allem, wenn die Affäre aufgedeckt wird!

    Die Affäre ist aufgeflogen, nun bricht eine neue Zeit an: Machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie nicht einschätzen können, wie es weitergeht. Vielleicht werden Sie Ihren Geliebten eine Zeitlang nicht sehen, vielleicht wird er Ihre Affäre beenden, sich vielleicht aber auch von seiner Ehefrau trennen. In jedem Fall müssen Sie jetzt geduldig und verständnisvoll sein – denn nur dann haben Sie eine Chance, dass Ihre Beziehung irgendwie weitergeht. Versuchen Sie darum auch, sich auf ein Affärenende vorzubereiten.

  • Überlegen Sie, ob es als Geliebte nicht besser ist!

    Ihre Affäre ist aufregend, Sie müssen sich nicht mit dem Alltag herumschlagen, können Treffen genießen – vielleicht ist das ja viel besser, als alles andere? Gerade weil Sie kein offizielles Paar sind, können Sie eine außergewöhnliche Leidenschaft zelebrieren. Eben weil Sie nicht belastet sind durch die üblichen Nebenwirkungen einer Partnerschaft harmoniert es so gut zwischen Ihnen. Bedenken Sie dies, wenn Sie mit Ihrer Rolle als Geliebte hadern.

  • Machen Sie Ihre Selbstachtung unabhängig von der Entscheidung Ihres Geliebten!

    Möglich ist, dass sich Ihr Geliebter nach langem Hin und Her doch für seine Ehefrau und gegen Sie entscheidet. Er wird seine Gründe dafür haben – und Sie tragen keine Schuld. Es hat nicht sollen sein, sagen Sie sich das, aber nehmen Sie das bittere Ende der Affäre nicht als Beweis dafür, dass Sie etwas falsch gemacht haben oder nicht attraktiv genug waren. Nehmen Sie die Niederlage mit Würde.

  • Machen Sie Ihre Affäre zu einer schönen Erinnerung!

    Falls es vorbei sein sollte, verteufeln Sie nicht alles, was war. Sie hatten gute Zeiten mit Ihrem Geliebten, gehen Sie respektvoll mit den Erinnerungen um, sonst schaden Sie in erster Linie sich selbst. Dazu gehört auch, dass Sie sich nicht rächen, indem Sie anderen intime Details aus Ihrer Affäre erzählen, im Bemühen, Ihren Ex-Geliebten schlecht zu machen. Das wird Sie nur tiefer in die Trauer treiben und Sie davon abhalten, die Affäre gut zu bewältigen.

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