Die weibliche Lust am Seitensprung: Was genau treibt Frauen zum Fremdgehen?

Geheimes Treffen ´einer verheirateten Frau mit ihrem Geliebten im Hotel

Die Flucht in heimliche Affären: Warum Frauen aus ihrer Ehe ausbrechen

Es hält sich erstaunlich hartnäckig, das Klischee der einsamen Ehefrau, die in einer erkalteten Beziehung neben ihrem Mann her lebt und vom Ritter auf dem weißen Pferd träumt, auf dass er ihr Dasein wieder mit Lust und Leidenschaft füllen möge.

Bis er eines Tages tatsächlich in ihr Leben tritt. Im Webzwo-Zeitalter allerdings nicht hoch zu Ross, sondern häufiger in digitaler Form, beispielsweise als Bekantschaft in einer Seitensprung-Börse. Plötzlich sind sie wieder da, die Schmetterlinge, die verschüttete Romantik. Das aufregende Gefühl, einem lange vermissten Seelenverwandten begegnet zu sein, der da am anderen Endes Kabels sitzt und schöne Worte schreibt. Schon nach einem kurzen Dialog mit dem Unbekannten spürt sie neue Energie, fühlt sich weiblich, aus einem Dornröschenschlaf erwacht, das erotische Prickeln ist überwältigend.

Ja, natürlich gibt es diese stereotypen Geschichten. Doch die Gründe für weibliches Fremdgehen sind keineswegs so banal und schematisch, wie man(n) sie sich gerne zusammenreimt. Ein Seitensprung oder eine Affäre ist für liierte Frauen nicht zwangsläufig motiviert durch sexuelle Defizite, mangelnde Zuwendung durch den Ehemann oder allgemeinen Lebensfrust. Nein, die Gründe dafür, dass Frauen aus einer monogamen Beziehung ausbrechen, sind viel komplexer und berühren tiefe Gefühlsebenen. Sexuelle Erfüllung ist dabei nur eines von vielen Elementen.

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Wie Frauen Fremdgehen: Je älter,umso kalkulierter

Was lange Zeit nur eine Spekulation war, kam jüngst durch den Vergleich verschiedener Umfrage-Ergebnisse ans Licht: Je älter eine Frau ist, umso kalkulierter geht sie fremd. Während jüngere Frauen bei einem Seitensprung nicht nur den Kopf, sondern auch bereitwillig ihr Herz verlieren und bereit sind, für den Geliebten alle Zelte hinter sich abzubrechen, sind Frauen ab 40 imstande, beim Fremdgehen ihre fünfeinhalb Sinne beieinander zu halten. Der Seitensprung bedeutet nicht zwingend eine aufwühlende Erfahrung, sondern kann durchaus ein diskretes, privates Schmankerl sein, von dem niemals jemand erfährt. Was durchaus nachvollziehbar ist, schließlich hat frau in dieser Lebensphase mehr zu verlieren als manche Zwanzigjährige. Heißt das nun, dass nur jüngere Frauen zu intensiven Gefühlen beim Fremdgehen fähig sind? Natürlich nicht. (Am Rande bemerkt: Frauen ab 40 sind sogar zu erheblich intensiverem sexuellen Empfinden in der Lage als ihre jüngeren Geschlechtsgenossinnen!)

Mit steigendem Lebensalter wachsen auch der Erfahrungsschatz und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Eine erfahrene Frau wird demnach nicht von Gefühlswallungen und überschießender Lust fremdgesteuert, sondern umgekehrt: Sie trifft eine bewusste Entscheidung, sich dem Rausch der Gefühle hinzugeben – oder eben nicht. Es sei denn, der Seitensprung ist Teil eines größeren Selbstfindungsprozesses. Dann beginnt ein komplizierter Prozess mit ungewissem Ausgang.

Fremdgehen als Teil der Selbstfindung? Britta berichtet über Ihren Wendepunkt in Ihrem Leben

Britta hat diesen Prozess durchlaufen und kennt ihn in allen Phasen. Sie ist 43, Immobilienkauffrau, seit 16 Jahren verheiratet, zwei Söhne im Alter von 13 und 11 Jahren. Britta bezeichnet ihre Fremdgeh-Erfahrung als Wendepunkt in Ihrem Leben. Um es vorwegzunehmen: Es gibt ein Happy-End. Doch dahin war es ein langer Weg.

Britta: »Ich mag mich nicht als Fremdgängerin bezeichnen, obwohl ich rein formal natürlich genau das bin. Ich habe meinen Mann fast ein Jahr lang mit einem Liebhaber betrogen. Doch das eigentliche Fremdgehen stand dabei nicht im Vordergrund. Im Gegenteil, der Sex mit meinem Mann ist nach all den Jahren immer noch aufregend und erfüllend, da kann kein One-Night-Stand mithalten.«

Die Seitensprung-Fibel: Was schon mal das Vorurteil Nr.1 widerlegt, welches Frust im Ehebett als häufigsten Grund für das Fremdgehen definiert. Und wie ging es weiter?

Britta: »Ich sah in meinem Liebhaber zuerst nur einen Freund. Wir lernten uns auf einer Messe kennen. Er ist ebenfalls verheiratet. Er war ein Mann, mit dem ich ganz offen über Träume, Sehnsüchte und Lebensziele reden konnte. Allmählich kristallisierte sich heraus, dass wir vieles gemeinsam haben, und es entstand eine gefühlsmäßige Verbindung auf vielen Ebenen, schleichend, langsam. Es war nicht das blitzartige Verlieben, wie man es so oft von Affärenpartner hört, sondern ein sanftes, harmonisches Kennenlernen. Sogar mein Mann mochte ihn.«

Die Seitensprung-Fibel: Ein typischer Fall, wie Beziehungspsychologen bestätigen. Frauen gehen viel häufiger mit einem guten Freund fremd als mit einer Zufallsbekanntschaft. Weil es eben nicht »nur« um Sex geht, sondern um eine emotionale Verbindung.

Britta: »Nach einigen Wochen, in denen wir regelmäßig gemailt, telefoniert und uns immer wieder getroffen haben, wusste ich, dass ich die sexuellen Unterströmungen nicht länger verdrängen konnte. Die Luft zwischen uns brannte, es war kaum auszuhalten. Ich machte den ersten Schritt und schrieb ihm, dass ich wahnsinnig scharf auf ihn sei. Dann brachen alle Dämme. Wir heizten uns gegenseitig auf, schrieben uns Liebesbriefe, phantasierten wie Teenager von gemeinsamer Zukunft. Bei Licht betrachtet völliger Unsinn, doch es fühlte sich toll an. Plötzlich schien es eine Chance zu geben, im Leben noch einmal neu anzufangen. Neue Liebe, neue Energie, neue Perspektiven. Dabei wusste ich die ganze Zeit, dass ich mir eine Illusion ohne jede Alltagstauglichkeit zusammenbastele und meinen Mann niemals verlassen würde! Als wir der sexuellen Anziehungskraft endlich nachgaben, war es schon zu spät, ich hing gefühlsmäßig drin. Der Sex war okay, nicht so grandios, wie er es aufgrund der emotionalen Bugwelle hätte sein können. Nein, es ging nicht um den Seitensprung an sich, ums Fremdgehen. Es ging um einen Traum, um das Gedankenspiel, mit einem anderen Mann noch einmal eine Beziehung einzugehen, aber ohne ernsthafte Absicht, das in die Tat umzusetzen.«

Die Seitensprung-Fibel: Tauchten während dieser Zeit niemals Schuldgefühle oder Gewissensbisse auf?

Britta: »Oh doch, aber ich spürte sie nicht wirklich. Dass ich zweigleisig fahren konnte, über so viele Monate hinweg, schockierte mich selbst. Mein Mann und ich hatten während dieser Zeit phantastischen Sex, waren uns nahe. Und dabei führte ich eiskalt ein Doppelleben. Immer wieder nahm ich mir vor, es meinem Mann zu sagen und diese sinnlose Liebelei zu beenden. Ich habe das Gespräch mit meinem Mann wieder und wieder in Gedanken durchgespielt. Und landete immer wieder bei der Frage nach dem Warum. Da blieb ich stecken. Denn die Antwort lautete, dass es nichts mit ihm zu tun hatte. Gar nichts. Nur, wie erklärt man das einem Mann? Es gab nichts, was er hätte tun können. Das war eine Solonummer meinerseits, ein Egotrip. Weder mein Mann noch der Affärenmann spielten dabei eine Rolle, es ging vor allem um mich. Als mir das klar wurde, bin ich aufgewacht, habe ich es beendet und das Gespräch mit meinem Mann gesucht.«

Die Seitensprung-Fibel: Beendet, das klingt so einfach. Wie beendet man nach einem Jahr so eine intensive Affäre?

Britta: »Ich sagte meinem Geliebten, dass ich ihn nicht mehr sehen möchte, weil ich nicht länger als Betrügerin leben wolle. Er fiel aus allen Wolken, war erst am Boden zerstört, dann aggressiv. Er beschimpfte mich erbittert und warf mir vor, ich hätte ihn nur benutzt. Paradoxerweise hat er recht, obwohl er umgekehrt dasselbe mit mir getan hat. Seine Frau erfuhr nie von unserer Affäre. Ja, ich habe ihn tatsächlich benutzt, unbewusst zwar, aber das Ergebnis ist das selbe. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt. Ich wollte noch einmal das ganz große Kopfkino, das Herzklopfen zu Beginn einer neuen Beziehung.«

Die Seitensprung-Fibel: Und welche Konsequenzen hatte die Erfahrung?

Britta: »Ich begriff, dass ich ungeheure Verlustängste hatte, was meinen Mann betrifft. Er ist der Mann, den ich von ganzem Herzen liebe, und mit dem ich zusammen sein will. Die Möglichkeit, dass er eines Tages nicht mehr da sein könnte, war für mich so furchteinflößend, dass ich sie schlichtweg verdrängt hatte. Im Untergrund war diese Angst aber aktiv. Sie war der wahre Grund dafür, dass ich mich in eine Affäre gestürzt habe. An genau diesem Punkt setzte ich im Gespräch mit meinem Mann an. Natürlich war er extrem verletzt und wütend. Wir beschlossen dann gemeinsam, eine Paartherapie zu machen und sind heute glücklicher zusammen als vor meiner Affäre.«

Warum Frauen anders fremdgehen als Männer

Verlustangst als Motiv für eine Affäre, das klingt absurd. Schließlich ist Betrug der sicherste Weg, eine monogame Ehe zu beschädigen, wenn nicht gar zu zerstören. Aber Britta hat erkannt, was viele fremdgehende Frauen noch nicht begriffen haben: Frauen betrügen häufig, um sich mit verborgenen Ängsten und wunden Punkten auseinandersetzen zu können. Männer hingegen betrügen, weil sie

  • guten Sex suchen und/oder
  • beim Seitensprung erwischt werden wollen
Auch Psychologin Konstanze Fakih sagt: »Während Männer mit ihrer Liebschaft gern im Kollegenkreis angeben, hängen Frauen ihre Eroberung nicht an die große Glocke.«

Ein weiterer Unterschied ist, dass Männer in puncto Selbstreflektion anders sind als Frauen. Während Frauen eine ausgeprägte Lust am Tiefschürfen verspüren, gehen Männer der Auseinandersetzung mit Ängsten lieber aus dem Weg. Affären und Seitensprünge sind da eine ideale Symptombehandlung. So ähnlich wie Schmerztabletten bei einer kariösen Backenzahnwurzel. Statt den Zahn behandeln zu lassen, werden die Schmerzen betäubt. Und heimlicher Sex ist ein hervorragendes Betäubungsmittel.

Frauen setzen sich manchmal bis zur Selbstzerfleischung mit ihren Lebensthemen auseinander, wollen Hintergründe verstehen, sich weiterentwickeln. Affärenpartner sind da ideale Spiegel oder Katalysatoren, mit denen diese Themen abgearbeitet werden können. Ist das Thema durch, erlischt meist auch schlagartig die vermeintliche Fremdliebe. Bei fremdgehenden Männern geht es eher um Selbstbestätigung, Egopolitur, schönen und unkomplizierten Sex. In beiden Fällen benutzen sich Fremdgänger und Affairenpartner gegenseitig. Auch wenn die weibliche Variante »hehrer« wirkt, sie ist es nicht. Es geht ums Ego. Die seltenen Ausnahmen, in denen aus heimlichen Geliebten echte Liebende werden, bestätigen die Regel.

Der Trend zur Affäre

Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, warum Frauen lieber Langzeitaffären als spontane One-Night-Stand leben. Die Gefühlsebene, nach der fremdgehende Frauen suchen, lässt sich nicht auf Knopfdruck erzeugen, sondern entsteht allmählich. Ob es nun um eine romantische Liebe geht oder wie in Brittas Fall um das Erkennen und Aufarbeiten einer Verlustangst, mit einem flüchtigen Bekannten ist dies unmöglich. So führen manche Ehefrauen jahrelange Affären, ohne andere Männer auch nur anzuschauen. Sie leben für diese Zeit eine lupenreine Bigamie. Mit allem, was dazugehört: Bindung, Zusammengehörigkeitsgefühl, Eifersucht auf Ehefrau oder Freundin des Geliebten. Expertenmeinungen zufolge spielt auch die Angst vor Geschlechtskrankheiten eine Rolle dabei. Ein fester Affärenpartner, mit dem man offen über Bluttests, Verhütung und Sexpraktiken sprechen kann, birgt weniger gesundheitliche Risiken als eine Partybekanntschaft.

Warum eine Affäre Frauen glücklich machen kann...

Britta gesteht, dass sie während der Affäre besseren Sex mit ihrem Mann hatte als zu monogamen Zeiten. Dies berichten viele Fremdgängerinnen. Kein Wunder: Eine Frau, die sich von einem heimlichen Liebhaber Zuwendung und den erotischen Kick holt, blüht auf. Sie fühlt sich großartig, spürt Energie und Lebensmut. Erwartungen, Sehnsüchte und Wünsche werden auf den Schattenmann projiziert, mit ihm (in Gedanken oder live) ausgelebt, ohne dass der Ehemann davon betroffen ist. Es mag zynisch klingen, doch in manchen Ehen fühlt sich der Mann einer Frau die fremdgeht sogar unbewusst entlastet. Er ist nicht mehr der hauptberufliche Glücklichmacher, sondern erlebt eine ausgeglichene, zufriedene Frau an seiner Seite, ohne dass er dafür etwas zu tun braucht.

Wohlgemerkt: in manchen Ehen ist das so. Eine vertrauensvolle Ehe, in der beide Partner in etwa gleich selbständig sind, kann genau das Gegenteil eintreten. Der betrogene Mann spürt, dass etwas faul ist, er spürt die neu entstandene Distanz zwischen sich und seiner Partnerin – wird jedoch von ihr bewusst getäuscht, und die Vertrauensbasis bröckelt.

... und manchmal sogar für besseren Sex sorgt

Let's face it: Ein Seitensprung ist immer eine Erweiterung des sexuelles Repertoires. Ob schön oder schrecklich, langweilig oder aufregend, das kommt auf den Einzelfall an. Doch eine Frau, die sich mit einem Affärenpartner sexuell austobt, kann danach nicht so tun, als habe es diese Erfahrungen nicht gegeben. Sie will auf das Gefühl nicht mehr verzichten – wovon automatisch auch der betrogene Ehemann profitiert. Leider verpufft dieser Effekt in dem Moment, in dem der Mann begreift, woher die neu erwachte sexuelle Aktivität seiner Frau rührt. Steht bei einer Affäre der Sex im Vordergrund, ist es daher ratsam, nicht zu lange mit einer Beichte zu warten, sondern das Thema gemeinsam aktiv in Angriff zu nehmen und die Affäre wieder zu beenden. Verglichen mit tiefschürfenden Selbsterkenntnis-Phasen sind sexuelle Defizite oder Probleme sehr leicht zu lösen. Der Fokus sollte hier ganz schnell weg vom Affärenmann und hin zum Sexleben im Ehebett gerückt werden, um dem Fremdgehen die Dramatik und die emotionale Sprengkraft zu nehmen.

Der Klassiker: Warum Affären häufig unglücklich enden

Bereits vor zwei Jahrzenzen führte die Autorin Karin Jäckel im Auftrag der Frauenzeitschrift »Für Sie« eine Studie mit 347 Fremdgängerinnen durch. Damit leistete sie Pionierarbeit, lange bevor es das Internet und die damit verbundene zweite sexuelle Revolution gab. In intensiven Gesprächen legten die Frauen ihre persönlichen Affären-Erfahrungen dar.

»Deprimierend und schmutzig«, lautete das einhellige Fazit der Fremdgängerinnen. Nicht nur, weil Schuldgefühle dem betrogenen Mann das Gewissen belasteten. Viel schwerer wog die Erkenntnis, dass der männliche Geliebte vor allem sexuelle Motive verfolgte. Heute mögen wir darüber lächeln und sagen: »Ja Mädel, was denn sonst?«. Für die damalige Zeit war diese Erkenntnis jedoch eine Sensation. Damals gehörten sexuelle oder emotionale Defizite in der Ehe noch zu den gesellschaftlichen Tabuthemen, auch über Sinn- und Lebensfragen verheirateter Frauen sprach man nicht. Zu den Motiven des weiblichen Fremdgehens gab es daher kaum konkrete Informationen, über dem Thema schwebte eine nebulöse Romantikwolke.

Auch wissen wir heute: Wenn weibliches Fremdgehen nicht mit Selbsterkenntnis und Weiterentwicklung endet, sondern mit einem großen Drama, ist der Grund dafür meist ein schwächelndes Selbstwertgefühl. Eine unsichere Frau, die sich von einem Affärenmann Bestätigung und Bewunderung holt, bewegt sich auf ganz dünnem Eis. Denn geht die heimliche Liebelei in die Brüche, fällt der vermeintlich gesteigerte Selbstwert blitzartig wieder in sich zusammen. Danach steht die enttäuschte Fremdgängerin nicht etwa wieder da, wo sie vor der Affäre befand, sondern an einem viel übleren Punkt ihres Lebens. Die positiven Gefühle, die durch den Fremdmann ausgelöst wurden, wirken wie eine Droge – und nun beginnt der kalte Entzug. Dabei spielt es kaum eine Rolle, auf welche Weise die Affäre bendet wurde. Ob nun der betrogene Partner dahinter kam, die hintergangene Ehefrau des Affärenmannes oder ob er selbst die Affäre beendet hat: es bleibt das Gefühl einer Zurückweisung.

Für Frauen mit intaktem Selbstwertgefühl ist dieser Schmerz zwar unangenehm, aber erträglich. Für Frauen der Marke »verletztes Reh« allerdings eine Katastrophe. Zurückgeworfen zu werden auf die eigenen unerfüllten Sehnsüchte, Ängste und Unsicherheiten, kann eine Depression auslösen, aus der frau sich kaum alleine herauskämpfen kann. Was tun? Sich an der Schulter des betrogenen Mannes ausweinen? Ganz schlecht, denn dieser zieht sich zu Recht erst einmal zurück. Dem Geliebten hinterherlaufen? Noch schlechter. So weit sollte sich keine Frau erniedrigen. Es alleine mit sich ausmachen? Das wäre der Königsweg, doch wenn das Selbstwertgefühl ohnehin schon im Keller ist, stehen die Chancen dafür eher schlecht. Hier sind soziale Notfall-Netzwerke gefragt, z.B. die beste Freundin, Geschwister oder andere Vertrauenspartner. Vertrauensvolle Gespräche sind wichtig, damit die Aufmerksamkeit wieder dorthin gelenkt wird, wohin sie gehört: die Frage, welche Funktion der heimliche Geliebte genau hatte.

Fazit: Männer sind anders, Frauen auch

Betrachtet man sich die Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Fremdgehen, fällt auf: So verschieden sind die Motive gar nicht. Für Männer wie Frauen geht es beim Seitensprung nicht primär um den fremden Menschen, um seine Persönlichkeit oder seinen Charakter, sondern um eine Rolle, die gerade vakant ist und mit ihm besetzt wird. Ob das nun die Rolle des heimlichen Sexpartners ist, des »emotionalen Entwicklungshelfers«, des Sexfreundes oder des Fluchthelfers aus einer unglücklichen Beziehung, macht am Ende kaum einen Unterschied. Fremdgehen bedeutet nicht, dass da plötzlich ein anderer Mensch der Mittelpunkt des eigenen Lebens ist. Statt sich in heimlicher Liebesromantik und Herzschmerz zu verlieren, wäre es also sinnvoll, genauer hinzuschauen, an welchen Punkten der Fremde so intensiv andocken konnte – und warum.

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