Seitensprung gestehen – Diese Fallen lauern beim Geständnis

Seitensprung beichten oder lieber schweigen?

Manchmal macht unsere Sprache es uns wirklich schwer. Beichten, das klingt nach finsterem Kirchen-Ambiente, nach Schuld und Sühne, nach Vorwürfen und Sündenfall. Dummerweise sind solche Assoziationen keineswegs als Entscheidungshilfe in Liebesfragen geeignet, sondern bewirken, dass wir uns noch schlechter fühlen. Also was tun?

Wer – geplant oder spontan – einen Seitensprung erlebt hat und vor der Frage steht, wie es mit der Partnerschaft weitergehen soll, befindet sich in einem emotionalen Ausnahmezustand. In solch einer Situation brauchen wir keine Klischeedenken oder Schuldzuweisungen, sondern zuerst einmal Klarheit über unsere Gefühle. Sind Sie jetzt gerade in einer ähnlichen Lage? Dann wissen Sie, dass Ihnen mit Moralpredigten und Vorwürfen nicht geholfen ist. Sie wollen wissen, was das Richtige für SIE ist.

Die Themen dieses Beitrags:

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Erster Schritt: Kommen Sie zur Besinnung!

Sie sind aufgewühlt. Scham, Stolz, Angst, Schuldgefühle und Verwirrung tanzen mit verrückt spielenden Hormonen, einem frisch polierten Ego, vielleicht sogar Verliebtheit. Vielleicht verspüren Sie das brennende Bedürfnis, Ihrem Partner brühwarm alles zu erzählen, damit die Fakten auf dem Tisch liegen. Schließlich wollen Sie kein Betrüger sein ... Stop.

Geht es Ihnen wirklich darum, ehrlich zu Ihrem Partner zu sein? Oder wollen Sie nur Ihr Gewissen erleichtern? Weil Sie die Verantwortung für Ihren Seitensprung lieber auf vier Schultern verteilen möchten, statt alleine damit klarzukommen? Bevor Sie mit der Tür ins Haus fallen, gönnen Sie sich 24 Stunden Bedenkzeit und analysieren Sie die Sachlage.

Haben Sie und Ihr Partner für den Fall des Fremdgehens eine Absprache getroffen? Herzlichen Glückwunsch, dann wissen Sie, was zu tun ist. Falls absolute Offenheit vereinbart ist, dann respektieren Sie das und reden Sie. Falls nicht, dann verarbeiten Sie das Erlebte allein, statt Ihren Partner damit zu behelligen. Machen Sie bitte nicht den Fehler, sich bei einem Kollegen oder Freund auszuweinen, das wäre egoistisch und unfair. Sie fühlen sich danach eventuell besser, doch Sie machen aus einem Freund auch einen Mitwisser – und bringen ihn beim nächsten Treffen im Beisein Ihres Partners in die missliche Lage, lügen zu müssen. Manche langjährige Freundschaft zerbricht am Loyalitätskonflikt einer Seitensprung-Lüge.

Die wichtigste Frage: Einmaliger Seitensprung oder bereits eine heimliche Daueraffäre?

Wenn Ihr lustvoller Fehltritt »nur« ein Seitensprung war und Sie den Sexpartner niemals wiedersehen, geschweige denn, das Erlebnis wiederholen, dann könnte es das Klügste sein, kein Sterbenswörtchen darüber zu verlieren. Falls die Möglichkeit einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten besteht (das kann trotz Kondom der Fall sein!) dann lassen Sie sich unbedingt testen und tauschen Sie keinesfalls Körperflüssigkeiten mit Ihrem Partner, bis Sie wissen, dass Sie gesund sind.

Ist es mehr als ein flüchtiger Seitensprung? Haben Sie Feuer gefangen, und aus dem Seitensprung könnte eine Daueraffäre werden? Oder wollen Sie das Erlebte mit anderen Partnern wiederholen? Dann hilft alles nichts, Sie werden ein Gespräch mit Ihrem Partner führen müssen – auch wenn Sie glauben, das Doppelleben eine Weile bewerkstelligen zu können. Eine Affäre, und sei sie noch so gut getarnt, zieht Energie aus der Hauptbeziehung. Ihr Partner spürt das ganz genau. Mit jeder betrogenen Nacht, mit jeder heimlichen Begegnung schwächen Sie Ihre Partnerschaft. Kommt dann eines Tages alles ans Licht, ist das ein sehr schwarzer, böser Tag. Nicht nur für Ihren Partner, den Sie über Wochen oder Monate hinweg angelogen haben (und vielleicht sogar sein berechtigtes Bauchgefühl in Abrede gestellt!), sondern auch für Sie. Das Leben ist kompliziert genug, also züchten Sie sich nicht noch ein Extra-Drama, wenn Sie mit Ehrlichkeit jede Menge Tränen und Schmerz vermeiden können!

Intime Details: Bitte nicht zu ausführlich!

Gerade Frauen bestehen häufig darauf, im Falle eines Seitensprunges Ihres Mannes alle sexuellen Details wissen zu wollen, weil dies angeblich beim Verarbeiten hilfreich wäre. Leider glauben Männer daran. Umso mehr wundern sie sich, wenn ihre Gefährtin mitten im Gespräch schockiert aufs Klo eilt und sich lautstark übergibt ...

Die Frage nach Details hat nichts mit Aufarbeitung zu tun, sondern entspringt einem unbewussten Kontrollbedürfnis. Mit den Einzelheiten dann tatsächlich konfrontiert zu werden, übersteigt die Nervenstärke der meisten Betrogenen. Beziehungsexperten raten deshalb einem geständigen Seitenspringer, bei Sex-Schilderungen nicht allzu plastisch zu werden und es bei Andeutungen zu belassen, auch wenn nach Details gefragt wird. Diese befeuern nur unnötig das Kopfkino und halten den Betrug in allen Einzelheiten wach. Ein ehrliches »ja, ich habe mit ihr geschlafen« ist konstruktiver für das Beziehungsgespräch als blumige Schilderungen darüber, wer wen wie oft in welchen Stellungen beglückt hat. Außerdem führen die Details zu weit weg vom Kern des Gesprächs: der Frage nach dem Warum.

Woher kam die Lust auf fremde Haut?

Jeder kennt die These, nach der eine angeblich frigide Partnerin einen Mann in die Arme von ONS treibt. Bitte strapazieren Sie dieses Klischee nicht, sondern spüren Sie der Frage nach dem Warum selbstverantwortlich nach. Es ist gut und richtig, wenn Sie sich über etwaige Defizite Gedanken machen, doch schieben Sie die »Schuld« an Ihrem Seitensprung nicht Ihrem Partner zu.

Vermissen Sie etwas, und der Seitensprung hat Sie mit der Erkenntnis konfrontiert? Dann kann er im günstigsten Falle sogar der Auftakt zu einem neu belebten Beziehungs-Sexleben sein! Wenn Sie auf der Suche nach Defiziten nicht fündig werden, kann das daran liegen, dass es in Ihrer Beziehung keine gibt. Entgegen landläufiger Vorurteile deutet ein ONS nicht zwingend auf Beziehungs-Defizite hin, sondern kann auch aus der Hitze des Augenblicks heraus entstehen. Wir sind Menschen, keine Maschinen. Auch als Partner einer erfüllten, glücklichen Beziehung können Sie in eine Situation geraten, in der es die Lust stärker ist als Ihre Ideale, Moral und Loyalität.

Die klassischen Seitensprung-Gründe

Paartherapeuten sehen als Seitensprung Gründe häufig die Neugier auf Sex mit einem fremden Menschen, langweiligen Sex innerhalb der Beziehung oder gar generelle Beziehungsmüdigkeit und natürlich den Wunsch, den eigenen Marktwert zu testen.

Gerade in langjährigen Beziehungen, wenn die Liebe des Partners selbstverständlich geworden zu sein scheint, möchte man es vielleicht noch mal wissen. Rausfinden, ob man noch knackig und sexy genug ist für ein spontanes Abenteuer. Die vielzitierte »günstige Gelegenheit« ist deshalb nur selten Ursache, aber fast immer Anlass für den Seitensprung.

Wenn es sich also nicht nur um einen zu vernachlässigenden erotischen Kontakt handelt, sondern um etwas, dass Sie in der Beziehung thematisieren wollen, dann reden Sie mit Ihrem Partner. Verwechseln Sie ihn aber dabei nicht mit einem Therapeuten! Es ist nicht die Aufgabe ihres Partner, Ihre Schuldgefühle zu lindern. Er hat vielmehr jedes Recht, eine Weile zu toben, stinksauer, verletzt und verwirrt zu sein, Sie zu beschimpfen oder Ihren DVD-Player aus dem Fenster zu schmeißen. Halten Sie es aus und warten Sie, bis sich die Wogen geglättet haben. Dann kann es mit Gesprächen weitergehen.

Wünschen Sie sich künftig öfter mal Sex mit einem fremden Menschen? Dann versuchen Sie herauszufinden, wie Ihr Partner dazu steht, und ob die Option einer offenen Beziehung besteht. Trennen Sie in diesem Gespräch aber unbedingt die beiden Themen. Ein Seitensprung als »Aufhänger« wäre gänzlich ungeeignet, weil er die Rollen festzementiert. Sie sind automatisch der böse Fremdgänger, und Ihr Partner das betrogene Opfer. Keine gute Basis für so ein sensibles Thema.

Haben Sie sich in den Seitensprung-Partner verliebt und zweifeln an ihrer bestehenden Beziehung? Dann sind Geständnis und Beziehungsgespräch unverzichtbar. Ihr Partner muss wissen, woran er ist. Außerdem sollten Sie seine feinen Antennen nicht unterschätzen. Wer sich fremdverliebt, strahlt so viele intensive, ungewohnte Vibes aus, die sich unmöglich ignorieren lassen. Je eher Sie Ihren Partner ins Bild setzen, umso fairer. Die Frage »Hast du eine/n Andere/n?« kommt bei einem Beziehungsgespräch ohnehin so sicher wie die nächste Strompreiserhöhung. Es wäre also sinnlos, hier zu lügen.

Was tun, wenn Kinder im Spiel sind?

Manche Ratgeber favorisieren das Modell der heilen Welt, in der Partnerschaftsprobleme unter den Teppich gekehrt werden. Mit der Begründung, Scheidungskinder entwickelten eine gestörte Beziehungsfähigkeit. Andere Therapeuten behaupten genau das Gegenteil und sagen, Kinder in einem künstlichen Familienklima voller verdrängter Konflikte und Heimlichkeiten aufwachsen zu lassen, forme sie zu konfliktunfähigen Erwachsenen mit Bindungsängsten.

Es könnte etwas dran sein. Kinder verfügen über eine hochsensible Metaebenen-Wahrnehmung und orten Dinge, von denen Erwachsene nichts mitbekommen. So mancher Achtjährige hat schon beim sonntäglichen Kuchenessen vor versammelter Verwandtschaft mit einer arglos geäußerten Frage die heimliche Affäre eines Elternteils auffliegen lassen! Und dadurch eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die mit Schlammschlacht und Scheidung endete.

So richtet unter Umständen die vermeintliche Rücksichtnahme eine viel größere Zerstörung an, als bei einem offenen Umgang mit dem Thema entstanden wäre. Weil das Kind das Gefühl vermittelt bekommt, schuld am Beziehungsende der Eltern zu sein. Wenn diese Erfahrung schmerzlich genug ist, wird es später nie wieder etwas offen aussprechen aus lauter Angst, diesen »Fehler« zu wiederholen. Wenn Sie es nicht so weit kommen lassen wollen, hilft nur ein Gespräch auf Augenhöhe mit Ihrem Partner. Benutzen Sie Ihre Elternrolle nicht als Ausrede, um sich Ihren Sehnsüchten nicht stellen zu müssen.

Lässt sich das Vertrauen reparieren?

Ja, das ist möglich. Soweit die gute Nachricht. Doch dazu gehört, dass Sie sich über Ihre Vorstellungen zum Thema Sex und Treue intensiv austauschen. Es geht dabei nämlich gar nicht um fremde Haut, sondern darum, welche Bedeutung Sie sexuellen Handlungen beimessen.

Körperliche Intimität bedeutet für jeden etwas anderes. Manche Menschen können problemlos mit nahezu beliebig austauschbaren Partnern Sex haben und sehen darin keinerlei Verrat an ihrem Partner. Andere erleben Sex als Paar-Privileg und Ausdruck tiefer Liebe zueinander. Als etwas, das sich unmöglich mit einer flüchtigen Bekanntschaft teilen lässt. Es handelt sich hierbei um völlig verschiedene Wertigkeiten. Wenn Sie als Paar zusammenbleiben wollen, müssen Sie prüfen, ob Ihre Wertigkeiten hier übereinstimmen.

Konzentrieren Sie sich in Ihren Gesprächen also nicht auf den Seitensprung, sondern vertrauen Sie sich Ihre Bedürfnisse und Gefühle in puncto Sex an. Je offener Sie darüber sprechen, umso nachhaltiger stabilisieren Sie Ihre Vertrauensbasis! Eines Tages werden Sie feststellen, dass der Betrug, der Sie im Moment noch rund um die Uhr beschäftigt, keine Bedeutung mehr für Sie hat ...

Zur Liebe gehört Ehrlichkeit

Niemand ist perfekt. Schwach werden kann unter bestimmten Umständen jeder. Ob der Seitensprung ein emotionaler Supergau oder eine wertvolle Erfahrung wird, das entscheiden keine gesellschaftlichen Konventionen oder Therapeuten-Ratschläge. Sondern allein Sie und Ihr Partner! Unter idealen Bedingungen kann ein Seitensprung sogar eine Chance auf Vertiefung und Weiterentwicklung der Beziehung sein. Dazu ist allerdings eine selbstkritische, offene Auseinandersetzung mit dem Seitensprung notwendig, die viel Interessantes, aber auch Unbequemes zutage fördern kann.

Seitensprung gestehen – Diese Fallen lauern beim Geständnis

Manche Seitenspringer wissen nach einer Nacht in fremden Armen nicht mehr, wo oben und unten ist. Hormonelle Höhenflüge, Schuldgefühle, Schmetterlinge, Reue, Egokick, Ängste – all das wirbelt munter durcheinander und lässt keinen klaren Gedanken zu. Geht es Ihnen auch so?

Dann holen Sie tief Luft und stellen Sie sich ein paar Fragen. Worum ging es bei dem Seitensprung: um einen einmaligen sexuellen Ausrutscher ohne emotionale Bedeutung? Oder um Verliebtheit mit Wiederholungsabsichten? Um ein Ventil für allgemeine Aggressionen, Stress oder sexuellen Frust? Oder sind Sie unzufrieden in der Partnerschaft, und der Seitensprung ist nur ein Symptom, nicht aber das eigentliche Problem?

Über diese Fragen nachzudenken, kann dabei helfen, nicht in eine der klassischen »Après Seitensprung«-Fallen zu tappen.

Falle Nr. 1: Schweigen, um den Partner zu schützen

Diesen Satz hört man immer wieder. Ein wahrer Kern steckt natürlich drin. Bei einem harmlosen sexuellen Ausrutscher sollte man seinen Partner nicht unbedingt mit einem verletzenden Geständnis behelligen. Harmlos heißt, die Sache ist abgeschlossen, es war safe Sex ohne gesundheitliche Risiken, und es besteht kein Kontakt mehr mit dem Seitensprung-Partner.

Wenn Sie aber nicht sicher sind, ob Sie aus Rücksicht oder Feigheit schweigen, fragen Sie sich: War es wirklich nur ein einmaliges Sex-Erlebnis? Oder geht da vielleicht noch mehr, und Sie möchten durch Ihr Schweigen nicht den Partner, sondern sich selbst schützen? Ihr Abenteuer ungestört ausleben und sich den unangenehmen Konsequenzen eines Geständnisses lieber nicht stellen, z.B. Beschimpfungen, Tränen, eventuell sogar einer Trennung? So nachvollziehbar und menschlich das wäre, aber zwischen rücksichtsvoll und feige besteht ein himmelweiter Unterschied. Ebenso wie zwischen spontanem One-Night-Stand und einem geplanten Seitensprung.

Falle Nr. 2: Beichte aus Schuldgefühlen

Wenn das Gewissen drückt, möchte man am liebsten mit der Wahrheit herausplatzen. Verständlich. Aber Vorsicht! Wenn Sie nur reden wollen, um sich besser zu fühlen, dann missbrauchen Sie bitte Ihren Partner nicht als seelischen Mülleimer. Sie würden ihm nämlich zur sexuellen Untreue auch noch Ihre Schuldgefühle aufbürden.

Fragen Sie sich: Warum spüre ich den Drang zu beichten? Geht es mir wirklich um Ehrlichkeit in der Beziehung – oder möchte ich mir nur Absolution erteilen lassen? In diesem Falle wäre es besser, die Dinge zu trennen. Also mit einem Therapeuten, Priester oder (verschwiegenen!) guten Freund über den Seitensprung zu sprechen, und mit dem Partner über Ihre Beziehung.

Der Vorteil bei Priestern und Therapeuten ist, dass beide unter Schweigepflicht stehen, während bei Freunden immer das Risiko besteht, dass der Mitwisser sich im falschen Moment verplappert. Außerdem kann es eine Freundschaft belasten, wenn man auf Dauer zum Geheimnisträger gemacht wird.

Falle Nr. 3: Verantwortung abschieben

Natürlich gehören immer zwei dazu, eine Beziehung erfüllend zu gestalten. Und wenn im Ehebett Flaute herrscht, sind dafür ebenfalls beide Partner verantwortlich. Aber! Daraus eine Umkehrlogik zu stricken und zu behaupten, an einem Seitensprung sei automatisch der betrogene Partner schuld, ist unfair und faktisch falsch. Leider wird genau diese Behauptung gerne von Seitenspringern strapaziert, die mit ihrer mangelnden Impulskontrolle und der Verantwortung für ihr Handeln nicht klarkommen und beides auf den Partner abwälzen möchten.

Es gilt also, die Kausalitäten sauber zu trennen. Läuft eine Beziehung sexuell auf Sparflamme, und leidet einer von beiden darunter, sollte der erste Schritt nicht gleich in fremde Arme führen, sondern auf den Partner zu. Schaltet der auf stur und lässt sich auf keinerlei »Wiederbelebungsversuche« des gemeinsamen Sexlebens ein, kann ein Seitensprung eine nachvollziehbare Alternative sein. Nur ist es in diesem Falle angebracht, das dem Partner auch mitzuteilen. Damit er weiß, woran er ist und für sich Konsequenzen ziehen kann. Vielleicht möchte er sich ja auch anderweitig orientieren? Oder Sie treffen eine neue Absprache, die regelmäßige Seitensprünge gestattet? Soviel Fairness muss einfach sein.

Wenn Ihnen an Ihrer Beziehung etwas liegt, dann verzichten Sie auf schuldbefreiende Alibis und übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Handeln. Ihr Partner wird Sie dafür respektieren und eher auf Sie zugehen, als wenn Sie sich in Ausreden verstricken oder als Opfer darstellen.

Falle Nr. 4: Seitensprung nachträglich legitimieren

Schuldgefühle lassen sich leichter ertragen, wenn man sie mit einer beziehungsfreundlichen Erklärung unterfüttert. Ein Klassiker ist die Aufrechnung: »Nun verzeih mir endlich und mach kein Drama draus. Ich würde dir umgekehrt einen Seitensprung auch nicht übel nehmen.«

Diese Großzügigkeit ist nur dann authentisch, wenn sie VOR dem Seitensprung gemeinsam vereinbart wurde. Im Nachhinein damit aufzuwarten, stellt eine lupenreine emotionale Erpressung dar. Man nennt das auch Inversargumentation. Sie ist deshalb so fies, weil sie dem Betrogenen jedes Recht abspricht, sich verletzt zu fühlen!

Natürlich kann es eine Überlegung wert sein, über Alternativen zur Monogamie nachzudenken. Diese Diskussion sollte aber nicht im wilden Fahrwasser eines Betrugs stattfinden, sondern einvernehmlich, liebevoll und unabhängig von potenziellen Außenbeziehungen.

Lieben Sie Ihren Partner? Dann stülpen Sie ihm nicht beim Geständnis gleich Ihre Erwartungen oder neu entdeckten Vorlieben über, sondern nehmen seine verletzten Gefühle ernst. Sie möchten ja auch ernst genommen und nicht als, pardon, hormongesteuerter Fremdgänger abgestempelt werden, oder?

Hier geht es zum Experten-Talk: Unter welchen Umständen sollte ich meinen Seitensprung für mich behalten?

Was Sie als Betrogene(r) auf keinen Fall tun sollten

  • Rachesex. Ganz schlechte Idee. Zerstört das, was von Ihrer Beziehung noch übrig ist.
  • Schnüffeln. Es sei denn, Sie wollen sich trennen und benötigen Klarheit. Doch als vertrauensbildende Maßnahme ist Spionage gänzlich ungeeignet
  • Totschweigen und zur Tagesordnung übergehen. Damit betäuben Sie den Schmerz und ziehen die Aufarbeitung endlos in die Länge
  • Den ONS-Partner aufsuchen und eine Szene machen. So verlockend der Gedanke auch ist, der Nebenbuhlerin eine Lasagne ins Gesicht zu drücken, behalten Sie Ihre Würde und lassen Sie es bleiben
  • Ständige Schuldvorwürfe. Natürlich hat Ihr Partner Mist gebaut. Aber es hilft Ihnen nicht weiter, wenn Sie das täglich zum Frühstück laut aussprechen
  • Voreilig verzeihen. Ein klassischer Selbstbetrug, der im Untergrund für Aggression und Misstrauen sorgt

Zwingen Sie sich zu nichts. Nehmen Sie sich Zeit, den Betrug zu verarbeiten. Lassen Sie alle Gefühle zu, die Sie spüren. Weinen Sie, toben Sie, schweigen Sie, werfen Sie die Lieblingsjeans Ihres Partners in den Müllschlucker, ziehen Sie für zwei Wochen zu Ihrer besten Freundin oder flüchten Sie sich in Ihre Hobbys. Tun Sie, was Ihnen gut tut. Dann stellen Sie sich die Frage, ob Sie mit der Tatsache leben können, dass Sie betrogen wurden. Können Sie Ihren Partner ansehen und aus tiefstem Herzen sagen, dass Sie ihn noch lieben und ihm wieder vertrauen möchten?

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