Affären entstehen nicht nur aus Problemen, sie sind auch immer ein Lösungsversuch

Ein untreues Paar vergnügt sich in einem Hotelzimmer

Warum wir ES tun: 8 Motive für eine Liebesaffäre

Erotisches Abenteuer, Seitensprung, One-Night-Stand, Dreiecksbeziehung: Liebesaffären entstehen aus den unterschiedlichsten Gründen. Oft sind sie Ausdruck von Problemen, die in der festen Beziehung oder Ehe bestehen. In vielen Fällen ist eine Liebesaffäre aber auch gleichzeitig der Versuch, diese Probleme zu lösen. Zum Beispiel, wenn der feste Partner die sexuellen Bedürfnisse nicht erfüllen kann oder will – und man sich aber dennoch nicht trennen will. Sich die fehlenden leidenschaftlichen Erlebnisse dann woanders zu holen, kann dann ein Ausweg sein.

Umso mehr, wenn beide Partner mit dieser Regelung einverstanden sind. In den meisten Fällen geschieht ein solcher Lösungsversuch aber auch ganz unbewusst – man ist sich gar nicht darüber im Klaren, welches Problem eigentlich zugrunde liegt. Und warum man in eine Liebesaffäre flüchtet. Wem daran gelegen ist, die Hauptbeziehung zu erhalten – trotz Affäre oder langfristig gesehen auch statt einer Affäre –, muss jedoch den Dingen auf den Grund gehen. Denn ist die Liebesaffäre erst einmal aufgedeckt, ist es wichtig, dass beide Partner verstehen, wie es dazu kommen konnte. Je klarer diese Zusammenhänge werden, desto größer ist auch die Chance, die bestehende Beziehung retten zu können und Verständnis für die Situation des anderen aufzubringen. Natürlich gibt es selten nur den einen Grund für eine Liebesaffäre. Häufig findet man eine Mischung aus mehreren der im Folgenden beschriebenen 8 Motive.

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8 Gründe, warum wir untreu werden

Die »Ich muss mal wieder was Neues erleben«-Affäre

Olle Kamelle oder sicherer Hafen? Langjährige Beziehungen bewegen sich oft auf den schmalen Grat zwischen beruhigender Stabilität und lähmender Langeweile. Vieles ist eingespielt, vieles ist gesagt, man kennt sich scheinbar in- und auswendig – und das ist einerseits ein schönes Gefühl. Denn es bietet Verlässlichkeit und Schutz, eine Oase im hektischen Alltag. Aber gerade wenn sich so gar nichts mehr tut in der Partnerschaft, wenn keine Entwicklung spürbar ist, wenn Langeweile Einzug hält – dann suchen sich viele Männer und Frauen Abwechslung und einen neuen Kick in einer Affäre. Der Wunschgedanke, der dahintersteckt: sich »draußen« das holen, was man zuhause nicht mehr bekommt – ohne die dennoch wertgeschätzte Ehe oder Beziehung aufgeben zu müssen. Eigentlich komisch: Aber viele versuchen es erst mit einem Seitensprung anstatt zunächst einmal auszuprobieren, wie sich in die eigene Beziehung frischer Wind bringen lässt.

Die »Ist eh schon alles egal«-Affäre

In der Beziehung läuft nichts mehr. Schon lange nicht. Die Luft ist raus und die Lust auch. Eigentlich lebt man nur noch nebeneinander her. Was einen noch zusammenhält, sind unsexy Dinge wie gemeinsame Schulden oder die Macht der Gewohnheit. Und eigentlich wartet man nur noch auf einen Anstoß von außen, irgendein Ereignis, eine Wendung des Schicksals, um aus der schal gewordenen Beziehung herauszukommen. Warum man nicht einfach selbst die Dinge in die Hand nimmt, Tacheles redet und einen Schlussstrich zieht? Oft aus Angst. Martin: »Die Liebe war schon längst weg. Sandra und ich, das lief einfach nur noch so aus Gewohnheit. Aber trotzdem hatte ich Angst, mich einfach zu trennen. Die Angst, plötzlich ganz alleine dazustehen, mit dem neuen Leben nicht zurechtzukommen, den schwerwiegenden Schritt vielleicht doch zu bereuen. Deshalb habe ich mich in eine Liebesaffäre gestürzt. Am Anfang war die heimliche Affäre sehr bereichend für mein Leben aber nach einiger Zeit war ich Hin- und Hergerissen, wollte dieses Doppelleben nicht mehr fortführen und habe die Affäre absichtlich auffliegen lassen.« Damit steht Martin nicht alleine da, gerade »Ist eh schon alles egal«-Affären werden meist kaum noch verheimlicht. Unbewusst möchte man sich erwischen lassen – damit endlich etwas passiert und vielleicht der langjährige Partner nun die Entscheidungen trifft, vor denen man selbst zurückschreckte. Diese Art der Liebesaffäre, wird sie erst einmal aufgedeckt, kann die Beziehung aufrütteln und beide Partner dazu zwingen sich mit der Beziehungssituation ehrlich und konstruktiv auseinander zu setzen. Gelingt der Prozess ist das eine hervorragende Basis für einen Neuanfang.

Die »Ich bin verliebt in die Liebe«-Affäre

Don Juan, Casanova, die ewigen Verführer, die an Erotik und Verliebtsein, an Lust und Leidenschaft hingegebenen literarischen Figuren haben ihre Entsprechung auch in der Wirklichkeit. In der modernen Psychologie ist der Begriff des Donjuanismus zwar veraltet, weil er sich ursprünglich nur auf ein übersteigertes sexuelles Verlangen – und damit die Bereitschaft zu schnellen Partnerwechseln und Affären – beschrieb. Tatsächlich verbirgt sich dahinter aber eine vielschichte narzisstische Störung, die zum Beispiel durch ungelöste Konflikte in der Kindheit zurückgeführt werden kann. Don Juans oder Dona Juañas haben Probleme damit, mit Stress und unangenehmen Gefühlen umzugehen, und nehmen Reißaus oder flüchten sich in imm erneuen Liebesabenteuer. Sie haben oft One-Night-Stands und mehrere Affären gleichzeitig, um sich zu beweisen und eine innere Leere oder ein geringes Selbstwertgefühl auszugleichen. Ihr Bild davon, wie ihr Verhalten andere beeinflusst, ist verzerrt, sie finden, ihr Gegenüber würde überreagieren, wenn er oder sie verletzt ist. Eine Beziehung zu einem Don Juan zu beenden, ist oft schwer, weil sie immer versprechen, sich zu ändern.

Die »Ich kann mich einfach nicht festlegen«-Affäre

Insbesondere Menschen, die notorisch fremdgehen, auch wenn in der Hauptbeziehung kein greifbarer Grund vorliegt, leiden möglicherweise unter Bindungsängsten oder sind ganz und gar bindungsunfähig. Auch die Ursachen hierfür liegen oft in der Kindheit. Bereits in den ersten drei Lebensjahren wird Bindungsfähigkeit gelernt – oder eben nicht. Wenn das System zwischen Bedürfnissen des Kindes – nach Zuwendung, Körperkontakt, Versorgung und Pflege – und dem Umgang der Eltern damit angemessen ist, entwickelt sich eine emotionale Bindungsfähigkeit, die sich auch im späteren Leben auswirkt. Viele Menschen haben diese gesunde Entwicklung aber nicht erlebt. Sie sehnen sich nach Nähe, doch wenn sie entsteht, können sie sie nicht ertragen. Frank: Jedes Mal, wenn es wirklich ernst wird, mache ich die Fliege, immer wieder beginne ich neue Beziehungen, aber wenn dann die Frage nach dem Zusammenziehen oder gar Heiraten auf den Tisch kommt, flüchte ich in Affären und tue alles dafür, um die Verbindlichkeit aus der Beziehung zu nehmen. Menschen, denen es so geht, sind oft sehr unglücklich. Hier kann eine therapeutische Begleitung durchaus sinnvoll sein.

Die »Ich habe was verpasst«-Affäre

Jung gefreit hat nie gereut – oder doch? Wer sich sehr jung bindet, vielleicht die erste Liebe heiratet und kaum oder keine erotischen Erfahrungen mit anderen gesammelt hat, stellt sich eines Tages unweigerlich die Frage: Wie hätte es sonst noch sein können? Muss es so sein, oder hat der Sex auch noch andere Facetten? Ina: Jens war mein erster Mann – und ist mein einziger geblieben. Bis Tim kam. Ein neuer Arbeitskollege. Er hat mich irgendwie total gereizt. Und auf einmal habe ich mich gefragt, wie das wohl wäre, mal mit einem anderen Mann ... Liebesaffären, die aus dem Gefühl begonnen werden, etwas verpasst zu haben, sind in vielen Fällen weniger bedrohlich für die Hauptbeziehung. Oft bleibt es bei einem One-Night-Stand oder einigen heftigen Flirts, und man kehrt euphorisiert in die bestehende Beziehung zurück. Allerdings besteht auch hier die Gefahr, dass das Neues so reizvoll wird, dass man die Hauptbeziehung plötzlich als langweilig und wertlos empfindet. Gut ist es, vorsichtig das Thema beim Partner anzusprechen – vielleicht gibt es eine Lösung wie zum Beispiel gemeinsame Besuche in einem Pärchen- oder Swingerclub.

Die »Ich bin am Verhungern«-Affäre

Der unbefriedigte – oder in der Partnerschaft zu kurz gekommene – Wunsch nach Nähe, Geborgenheit, Wärme und Zuwendung ist besonders bei Frauen ein häufiger Grund für Affären. Im Grunde wissen beide Partner, dass sie Probleme haben, wahrscheinlich schon monatelang, können oder wollen aber nicht darüber sprechen. Besonders Männer stecken gerne den Kopf in den Sand, verleugnen Beziehungsprobleme oder spielen sie herunter. Die Frauen fühlen sich dann alleingelassen und werden anfällig für eine Liebesaffäre. Viele der »Ich bin am Verhungern«-Affären beginnen im Internet – mit langen ausgiebigen Chats, Mails – und müssen nicht unbedingt Sex beinhalten. Trotzdem können sie sehr intensiv werden und deutlich von der Hauptbeziehung entfernen. Vor allem emotional, wenn die Affäre all die Zuwendung, das Verständnis und die Anteilnahme zeigt, die so lange vermisst wurden.

Die »Jetzt befreie ich mich selbst«-Affäre

Wer sich emotional abhängig und gefangen fühlt in seiner Beziehung, spürt deutlich die unangenehme Übermacht des Partners. Verlustängste einerseits paaren sich dann mit dem scheinbar widersprüchlichen Drang, die Ketten selbst zu sprengen. Ein als zu machtvoll erlebter Partner und die gemeinsam verbrachte Zeit wird irgendwann als erdrückende Nähe empfunden. Ein Seitensprung, die Flucht in eine Liebesaffäre wirkt dann wie eine innere Befreiung. Ein Trugschluss allerdings, denn Bindungsangst und gleichzeitige Unterwerfung an einen Partner sind ein latentes Persönlichkeitsproblem. Menschen, die als bindungsunfähig gelten, schlagen sich oft mit diesen widersprüchlichen Gefühlen herum. Allerdings führt ein Seitensprung dann nur ganz kurzfristig die gewünschte Befreiung herbei. Denn da die eigentlichen Ursachen der Angst vor Nähe nicht bekämpft werden, wird sich das Grundproblem auch mit einem neuen Partner oder einer Affäre nicht lösen. Wer immer wieder die Erfahrung macht, sich aus Angst vor zu viel Nähe nicht langfristig binden zu können oder wer aus diesem Grund nicht treu sein kann, dem kann eine therapeutische Beratung helfen.

Die »Wiederbelebung einer Toten«-Affäre

Seit Jahren lebt man zusammen und meistert gemeinsam den Alltag, hat Kinder großgezogen, den Stress mit den Eltern durchgestanden, heiße Phasen im Job gemeistert, ein Häuschen gebaut – und dabei ist die Erotik und Zeit für Zweisamkeit auf der Strecke geblieben. Eine Liebesaffäre wird da oft als Ausweg gesehen, um die eingeschlafenen Gelüste einmal wieder richtig zu beleben. Tanja: Ich habe mich im Alltag gefangen gefühlt – und mich gefragt, wo denn eigentlich noch der Spaß am Leben bleibt. Besonders, da bei uns auch im Bett kaum noch etwas lief. Die Affäre mit Jonas hat mir das Gefühl gegeben, doch noch begehrenswert zu sein. Er hat mich als Frau und nicht nur als Mutter meiner Kinder gesehen. Die »Wiederbelebungs«-Affäre soll das eigene Selbstvertrauen wieder aufbauen, die Enttäuschung mildern, dass das Leben im mittleren Alter nicht gerade prickelnd verläuft, und bestätigen, dass man noch erotisch interessant ist.

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