Ein Seitensprung kann romantische Euphorie aber auch quälende Gewissensbisse entfesseln. Die ehrliche Beantwortung dieser 10 Fragen hilft dabei, die Situation und anknüpfende Entscheidungen besser einschätzen zu können.

Fremdgegangen und nun? Diese 10 Fragen sollten Sie sich stellen

Wer einen Seitensprung hatte und nicht weiß, wie er damit umgehen soll, wird mit vielen Fragen konfrontiert. Bahnt sich da Liebe an, oder war es ein Ausrutscher? Lässt sich die eigentliche Beziehung so noch weiterführen, oder ist die Untreue der Anfang vom Ende? Kann man den Seitensprung gemeinsam bewältigen, oder muss man das mit sich selbst ausmachen und ihn verschweigen? Ein Richtig oder Falsch gibt es da mit Sicherheit nicht. Wer aber zu mehr Klarheit finden will, tut gut daran, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Wir stellen Ihnen 10 Fragen, deren Beantwortung Licht in Ihr Gefühlsdunkel bringen kann.

Für Fremdgeher: 10 Fragen für mehr Klarheit

Ihre Gefühle fahren Achterbahn. Endlich empfinden Sie wieder richtige Lust, haben Schmetterlinge im Bauch und können das nächste Treffen nicht erwarten. Dann ist da noch die andere Seite: Ihr schlechtes Gewissen quält Sie, Sie machen Dinge, die eigentlich gar nicht zu Ihnen passen, erfinden Ausreden für Ihre Verabredungen und verwischen verräterische Spuren. Und wie es jetzt weitergehen soll, wissen Sie nicht. Denn einfach zur Tagesordnung überzugehen erscheint Ihnen ebenso schwer wie Ihrem Partner alles zu beichten.

Was für ein Chaos! Und wie kommen Sie da wieder heraus? Andrew G. Marshall, Autor von »Wie kann ich dir jemals wieder vertrauen?« rät Menschen, die untreu geworden sind, ehrlich sich selbst gegenüber zu sein. Wenn Sie sich diese 10 Fragen schonungslos beantworten, kann das gelingen:

1. Habe ich Schuldgefühle, weil Fremdgehen moralisch verpönt ist?

»Das macht man doch nicht!« Auch wenn Untreue gang und gäbe ist, herrscht in unserer Gesellschaft Konsens darüber, wie ein Seitensprung zu bewerten ist. Er ist nicht richtig und vor allem ein Treuebruch, der allem widerspricht, was wir so unter gutem Beziehungsverhalten verstehen. Wie fühlen Sie sich jetzt? Schlecht, weil Sie die Ansichten über die Rechtmäßigkeit der Monogamie mit der Muttermilch aufgesogen haben und demzufolge auch glauben, es sei ein Fehler, dass Sie Ihren Partner betrogen haben? Dass Sie sich verliebt haben, Ihren Gefühlen gefolgt sind? Heute ist es schwerer denn je, herauszufinden, was man wirklich denkt und fühlt. Das meint auch der Journalist Friedemann Karig, der in Wie wir lieben von Paaren und ihrem Versuch, mit Treue offen umzugehen, berichtet. Moderne Liebe steht unter der Knute des Monogamiegedankens. Bei aller Freiheit, die wir heute haben, machen wir uns in Liebesdingen ganz unfrei, indem wir einfach den allgemeinen Kult um die Einliebe pflegen. Vielleicht gehören Sie ja auch zu denjenigen, die sich schlecht fühlen nach einem Seitensprung, nur weil sie der Meinung sind, sie sollten das tun? Dies ist eine sehr grundsätzliche Frage, der Sie in Ihrem eigenen Interesse genauer nachgehen sollten.

2. War es ein Ausrutscher – oder steckt doch mehr dahinter?

Wer niemals in Versuchung kommen kann, der werfe den ersten Stein? Sag niemals nie, wäre sicherlich als Spruch treffender, wenn es um Untreue geht. Kein Mensch auf dieser Welt kann für sich eine Treue-Garantie geben – das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der Wille, von jetzt auf ewig nur ein und dieselbe Person körperlich und geistig zu lieben und zu begehren, kann zwar ausgeprägt vorhanden sein. Aber bei der Umsetzung kommen dann eben noch andere Faktoren ins Spiel.

Zum Beispiel das Aphrodisiakum Zufall: Hat sich Ihr Seitensprung so ergeben? Ist die Bettgeschichte einem rauschenden Abend zu schulden, kam das Techtelmechtel zustande, weil Sie im entscheidenden Moment der Lust nachgegeben und alle moralischen Bedenken über Bord geworfen haben? Falls es sich bei Ihrem Fremdgehen so verhält, sollten Sie anders mit Ihrem Seitensprung umgehen, als wenn sich die Sache langsam, aber intensiv angebahnt hat. Einen Ausrutscher, diese Erfahrung macht Paartherapeut Wolfgang Krüger immer wieder, verzeihen viele Partner. Nach dem Motto »Kann ja jedem mal passieren«, sind den Umfragen Krügers zufolge etwa 80 Prozent der betrogenen Partner bereit, dem anderen zu verzeihen. Aber darum soll es hier ja nicht gehen, wie Ihr Partner die Sache verdaut, ist das eine. Aber horchen Sie doch mal in sich hinein: Welche Bedeutung hat der Liebesausbruch für Sie? Brauchen Sie so etwas womöglich, weil Sie nichts mehr genießen als das Gefühl, dass jemand Sie umwirbt, und dass Sie einen Fremden erobern? Dann könnten die Ursachen sehr viel tiefer liegen, als Sie jetzt vielleicht denken. Aber zu Ihrer Ehrenrettung muss man sagen, dass ein Seitensprung durchaus auch der Versuch sein kann, eine Beziehung, die nur noch so vor sich hindümpelt, aufzurütteln, das meint etwa Ulrich Clement. In Wenn Liebe fremdgeht erklärt er, oft sei eine Affäre der Versuch, aus einer unglücklichen Partnerschaft auszubrechen. Ist das vielleicht so bei Ihnen?

3. Was empfinde ich, wenn ich an meinen Seitensprungpartner denke?

Dann kommen wir gleich mal zu diesem enorm wichtigen Punkt: Wie steht es derzeit mit Ihren Gefühlen für die Person, mit der Sie fremdgegangen sind? Schämen Sie sich, dass es überhaupt passiert ist? Schüttelt es Sie innerlich, wenn Sie an den Sex zurückdenken, ist es Ihnen peinlich, was Sie gesagt und getan haben, in den heißen heimlichen Stunden? Ist für Sie der Gedanke, die betreffende Person wiederzusehen, furchtbar, weil Sie dann mit Ihrer Tat – die Sie doch irgendwie bereuen – konfrontiert werden? Und macht Ihnen die Vorstellung, dass der andere Forderungen stellen könnte, mehr von Ihnen will oder die Sache weitertreibt, Angst? Oder fängt Ihr Herz dann an zu pochen, regt sich das Begehren und empfinden Sie Sehnsucht? Oft lässt sich diese Frage nicht so eindeutig beantworten. Dennoch sollten Sie versuchen, Ihre Gefühle zu sortieren: Wie intensiv das, was Sie erlebt haben, ist, und welche Spuren es hinterlässt, wird in jedem Fall Auswirkungen auf den weiteren Verlauf Ihrer eigentlichen Beziehung haben.

4. Lüge ich, um mich selbst zu schützen oder meinen Partner zu schonen?

Ja, Sie müssen es tun. Bis zu einem gewissen Punkt zumindest müssen Sie lügen, Sachen erfinden, falsche Fährten legen und Unschuld heucheln – nämlich bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie klarer sehen, was Sie eigentlich wollen. Und an dem Zeitpunkt sind Sie womöglich noch lange nicht. Gerade dann ist es empfehlenswert, wenn Sie sich mal fragen, ob Sie lügen, weil Sie noch nicht mit der Wahrheit rauskommen, sich selbst ein wenig Bedenkzeit herausschinden wollen, bis Sie wissen, wie das mit Ihrer Affäre für Sie weitergehen kann? Oder bleiben Sie bei der Unwahrheit, weil Sie Ihren Partner vor dem Leid, das mit der Offenlegung Ihrer Untreue zwangsläufig kommen wird, zu bewahren? Tun Sie es aus Liebe oder eher aus Mangel an Liebe? Unwesentlich ist dieser Faktor keineswegs. Immerhin weist das Motiv für Ihre Schwindeleien darauf hin, wie ernst es Ihnen mit Ihrem Seitensprung ist – und im Umkehrschluss: wie wichtig Ihre Beziehung noch für Sie ist.

5. Fühle ich mich jetzt mies, weil ich Angst vor einer Trennung habe und nicht allein sein will?

Auch hier können wir gleich mal zum nächsten Aspekt kommen, nämlich diesem: Sagen Sie mal, rücken Sie nicht mit der Sprache raus, weil Sie mit Ihrer Beziehung zwar unglücklich sind, aber lieber so weitermachen, bis es zum Crash kommt, anstatt Konseuqenzen zu ziehen? Und das womöglich, weil für Sie die Vorstellung, wieder alleine zu sein, der Horror ist? So geht es etlichen Menschen, nicht ohne Grund stürzen sich viele in eine Übergangsbeziehung, um sich eine Trennung leichter zu machen. Ihre schlechten Gefühle – sofern diese vorhanden sein sollten – könnten auch daher rühren, dass es Ihnen ausschließlich um sich selbst geht: Sie haben echt keinen Bock darauf, so ein Theater mit Ausziehen, Sachen teilen, Freunde informieren usw. etc.pp. Und dann das Alleinsein, wieder neu anfangen – schon die Vorstellung stresst Sie extrem. Dann lieber jetzt die Klappe halten, den Seitensprung weiter verheimlichen und weiter im waren Nest hockenbleiben, bis sich wirklich eine Ausbruchgelegenheit ergibt. Haken Sie mal genauer bei sich nach, woher Ihre Gefühlen tatsächlich kommen – so kommen Sie Ihren echten Empfindungen besser auf die Spur.

6. Bin ich wirklich bereit, Verantwortung für meinen Seitensprung zu übernehmen?

Halt, Stopp! Bevor Sie jetzt womöglich gleich reinen Tisch machen wollen, müssen Sie hier noch Rede und Antwort stehen: Können und vor allem wollen Sie die volle Verantwortung für Ihre Untreue übernehmen? Lassen Sie uns das mal erläutern. Kommt Ihr Seitensprung ans Tageslicht, werden Sie mit vielem konfrontiert. Sie müssen den Liebesschmerz, die Wut, die Enttäuschung und die Vorwürfe Ihres Partners ertragen. Aber nicht nur das. Sie müssen zeigen, dass Ihnen viel an Ihrer Beziehung liegt und Sie müssen viel investieren, damit Ihr Partner Ihnen wieder vertraut. Das kann endlose Gespräche, Kontrollanrufe, Nachspionieren und andere unbequeme Folgen für Sie haben. Und Sie sollten sich darauf gefasst machen, dass man in diesem Fall oft als Täter herhalten muss – und die Schuldfrage damit zunächst geklärt ist. Zumindest aus Sicht Ihres Partners, der von Ihnen betrogen wurde. Können Sie das? Oder anders gefragt: Sind Sie fähig, womögliche Schuldzuweisungen zu ertragen und in voller Konsequenz die Verantwortung für die Untreue zu übernehmen? Haben Sie den Mumm, für Außenstehende als Täter dazustehen, den alle mit schrägem Blick anstarren, weil er »so etwas« getan hat? Oder stichelt da etwas in Ihrem tiefsten Inneren, dass Ihnen zuraunt: Ihr Partner hat durch sein Verhalten auch dazu beigetragen, dass es soweit kommen konnte. Halten wir uns hier an die Fiftiy-Fifty-Regel, die besagt, dass in jeder Beziehung zwei Menschen zu gleichen Teilen etwas beitragen, ist die Frage nach der Unschuld Ihres Partners wohl offen. Also nochmal nachgebohrt: Wie weit sind Sie bereit zu gehen, um hier Wiedergutmachung zu betreiben?

7. Kann ich nachempfinden, was ich meinem Partner »angetan« habe?

Für Sie hat die Sache nichts zu bedeuten, es war halt ein harmloser Seitensprung, kann jedem mal passieren, was ist auch schon dabei. Wenn Sie insgeheim so denken, hält es sich mit Ihrem Mitgefhl für die möglichen Liebesleiden Ihres Partners offensichtlich in Grenzen. Vielleicht ist für Sie das bisschen Untreue eigentlich nicht der Rede wert. Vielleicht glauben Sie von sich, noch nicht einmal eifersüchtig zu sein, sollte Ihre bessere Hälfte sich erotisch jemals anderweitig vergnügen. Womöglich finden Sie die Vorstellung reizvoll, dass Ihr Partner einen anderen begehrt und von diesem ebenfalls begehrt wird. Weil das ja zeigt, dass Sie mit Ihrem Partner eine attraktive Person an der Seite haben, nicht ein Mauerblümchen, das keinen abgekriegt hat, außer Ihnen. Oder vielleicht schlummert in Ihnen ein promisker Kern, der Hang zu offener Liebe, ein Bedürfnis nach multipler Leidenschaft, die sich nicht auf eine Person begrenzt? Dann haben Sie vermutlich eine etwas andere Einstellung als Ihr Partner – und damit wären wir bei des Pudels Kern. Wenn Ihre Ansichten über Liebe und Treue sehr weit von denen Ihres Partners auseinandergehen, werden Sie sicherlich nicht in Gänze nachvollziehen können, welches Gefühlschaos der Seitensprung bei Ihrem Partner auslösen kann. Und das macht es enorm schwierig, damit so umzugehen, dass es für Sie beide »gut« ist.

8. Kann ich mir eine Beziehung mit meinem Seitensprung vorstellen?

Achtung: Wenn Sie schon klipp und klar wissen, dass Ihr Seitensprung aus dem Moment geboren wurde und Sie nicht weiter interessiert, dann können Sie diese Frage getrost überspringen. Falls Sie aber doch dieses Kribbeln empfinden und nicht umhin können, sich in Tagträumen à la »Was wäre wenn« verfangen, dann lesen Sie weiter. Nun mal ganz auf Sie bezogen: Es gibt diese Menschen, die man extrem anziehend findet. Von denen man aber intuitiv spürt oder auch ganz klar weiß: das wird nie was. Der sexy Typ aus dem Vertrieb beispielsweise, der auf jeder Betriebsfeier große Töne spuckt und so witzig ist, dass jeder an seinem Tisch sitzen will. Oder etwa die Brünette von Gegenüber, die den weltschönsten Busen wie ein Trophäe vor sich herträgt, und auf die jeder aus der Nachbarschaft heiß ist. Vielleicht aber auch der Kumpel von Ihrem Partner, der flirtet, was das Zeug hält und Ihnen das Gefühl gibt, die attraktivste Frau der Welt zu sein – sie alle haben das Zeug dazu, Ihre erotischen Gefühle mächtig in Wallung zu bringen. Aber reicht das für mehr? Oder laufen Sie Gefahr, ins offene Messer zu laufen und dann schwer verwundet eine Bauchlandung hinzulegen, nachdem Sie Ihre derzeitige Beziehung dafür geopfert haben? Verliebtheitsgefühle sind eine sehr trügerische Angelegenheit, sie können Ihnen vorgaukeln, dass dies Ihr Traumpartner ist. Dabei erweist sich dieser bei etwas genauerem Hinschauen unter Umständen als Liebesniete mit Ansage. Denken Sie auch über so etwas nach.

9. Bin ich aus Trotz fremdgegangen, weil meine Beziehung nicht so gut läuft?

Sie lieben Ihren Partner – immer ein bisschen mehr als er Sie, glauben Sie. Kleine Aufmerksamkeiten gibt es schon lange nicht mehr, Sex ist ebenfalls Mangelware, und dass er Sie so richtig toll und anziehend findet, zeigt er Ihnen auch nie. Wie frustrierend! Und wie gemein, dass er aber mit der Frau seines Kumpels ungeniert flirtet, ihr sagt, wie gut sie aussieht und ständig an ihr rumfummelt. Verständlich, dass Sie sowas ärgert. Wenn dann noch ein Fünkchen Misstrauen hinzukommt, weil Sie innerlich doch nicht umhin können, zu mutmaßen, dass er es bisweilen recht doll treibt hinter Ihrem Rücken, ist einer kleinen Retourkutsche von Ihrer Seite Tür und Tor geöffnet. Ist das eventuell das Motiv dafür, dass Sie fremdgegangen sind? Wollten Sie Ihrem Partner auch mal so richtig eins auswischen, aber ohne, dass er es weiß? Nur so für Sie, zum Hausgebrauch, damit Sie sich wieder wohl fühlen in Ihrer Haut, weil Sie die Bestätigung von außen bekommen haben, dass Sie auch einen anderen haben könnten? Wir alle bevorzugen ein gutes Selbstbild, dass allen Ansprüchen genügt – darum ist diese Frage wohl diejenige, die am stärksten anfasst. Denn Sie sollten für sich aufrichtig klären, ob Sie (mal ganz bös gesagt) aus niederen Motiven untreu geworden sind, und anstatt im entscheidenden Moment der Versuchung zu widerstehen, »Sei´s drum gedacht« und sich bewusst in die Bettsache gestürzt haben. Das könnte dann bei der Bewältigung des Seitensprungs eine sehr gewichtige Rolle spielen…

10. Habe ich in früheren Beziehungen bereits ähnliche Erfahrungen gemacht?

Sorry, dass wir das so hart fragen müssen, aber: Können Sie einfach nicht treu sein? Ganz ohne moralische Wertung gesagt, gibt es Menschen, die nicht monogam leben wollen oder nicht können. Nicht weil sie böse oder unersättlich sind. Nicht weil sie die Gefühle anderer missachten und egoistisch für sich Rechte in Anspruch nehmen, die sie anderen niemals zugestehen würden. Sondern weil sie eine andere Auffassung von Liebe haben und die Ausschließlichkeit einer Beziehung nicht leben wollen. Oder zumindest nicht auf Dauer, für immer. Letztlich befinden wir uns alle in Zeiten, in denen serielle Monogamie praktiziert wird. Wir haben mehrere Partner, aber immer schön der Reihe nach. Wir machen uns also vielleicht mit dem Treueanspruch etwas vor, weil wir doch nur immer eine begrenzte Zeit treu sind. Das zumindest gilt für viele Menschen. Das ist das eine. Das andere sind die Menschen, die schon in anderen Beziehungen untreu wurden – und zwar immer dann, wenn die eigentliche Partnerschaft langweilig oder schwierig wurde. Gehören Sie zu diesen Menschen? Haben Sie schon in Ihrer letzten Beziehungen einen Seitensprung gehabt und diesen zum Anlass genommen, sich zu trennen? Oder schweigen Sie darüber bis zum heutigen Tag, haben sich aber mittels Ihrer Untreue peu à peu so entliebt, dass Sie endlich den Absprung geschafft haben? Dann müssen Sie Ihren jetzigen Seitensprung sicherlich anders bewerten, als wenn es der erste und einzige in Ihrer Liebeskarriere ist.

Fazit: Tipps vom Experten – Regeln für Untreue

Buße tun oder Ansprüche stellen, bereuen oder genießen, sich trennen oder die Beziehung verändern – manches kommt nach einem Seitensprung ganz von selbst, anderes nicht. Und das im Guten wie im Schlechten. Es ist und bleibt schwer, dem Phänomen Untreue mit Logik beizukommen. Trotzdem sollten Sie als derjenige, der den Partner betrogen hat, versuchen, Ihre Gefühle zu erforschen und zumindest ansatzweise zu verstehen, warum es für Sie zu diesem Seitensprung kam.

Der Paartherapeut Ulrich Clement mahnt in Wenn Liebe fremdgeht zu klugem, überlegtem und verständnisvollem Handeln. Sich selbst gegenüber, aber auch gegenüber dem Partner, der vielleicht noch nichts von Ihrem Seitensprung weiß.

  • Überlegen Sie, wie viel Sie Ihrem Partner offenlegen wollen – und ob eine Beichte wirklich das Beste für Sie beide ist.
  • Wenn Sie Ihren Seitensprung geheimhalten wollen, dann tun Sie dies mit aller Konsequenz.
  • Machen Sie nichts, was Sie nach der Affäre bereuen könnten.
  • Leugnen Sie nicht alles, wenn Ihr Seitensprung herauskommt. Aber erzählen Sie nur das, was Ihr Partner wissen muss.

 

Mehr zum Thema: Das könnte Sie auch interessieren

    Buchtipps

  • Lob der offenen Beziehung Oliver Schott's Sachbuch ist eine Einladung zum Nachdenken: nämlich darüber, was wir wirklich in Beziehungsfragen wollen
  • Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie
    Friedemann K. erkundet intelligent, was hinter unserer Treueverdrossenheit steckt und wie Alternativen zum Monogamiemodell aussehen können.