Einen Fremdflirt in Ehren kann kaum einer verwehren

Junge Frau flirte per Notebook online fremd

Warum wir trotz Beziehung fremdflirten und wo wir es tun

Ein heißes Lächeln, ein spritziges Wortgefecht, eine anzügliche E-Mail – haben Sie heute schon fremdgeflirtet? Jeder von uns liebäugelt von Zeit zu Zeit mit anderen Personen als dem eigenen Partner. Unsere Online-Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Toluna ergab, dass 46 Prozent der deutschen Internetnutzer schon einmal online fremdgeflirtet haben. Frischverliebte kurioserweise sogar doppelt so häufig wie Menschen in unglücklichen Beziehungen. Und 55 Prozent der Befragten glauben, das sei total normal und menschlich. Ist es das wirklich?

Ein interessierter Blick, ein intensives Lächeln und vielversprechende Körpersprache – die meisten Menschen flirten grundsätzlich gerne. Auch im Internet ist die hohe Kunst des subtilen Werbens längst zu einem Trend geworden. Erotische Mails, anzügliche SMS, zweideutige Posts – online frönen viele von uns der schönen Lust des Fremdflirtens. Womöglich ist Flirten eine der folgenreichsten Verhaltensweisen, die überall auf der ganzen Welt ähnlich praktiziert wird. Unser Gehirn nimmt im Bruchteil einer Sekunde das Gegenüber in allen Facetten wahr: Aussehen, Kleidung, Stimme, Auftreten, Geruch, Stimmung und Temperament. Erfolgt der Erotikcheck zur Zufriedenheit, wird geschäkert, was das Zeug hält – offline aber auch online.

Und dann kann sich so dies und das anbahnen. Muss aber nicht. Genau das ist der Reiz beim Flirten. Es weckt in uns die Ahnung schöner Liebesmomente, ohne gleich Beziehungsstress zu produzieren. Außerdem ist es Kick fürs Selbstbewusstsein und Balsam fürs Ego, zeigt ein heißer Flirt doch, was man auf dem Partnerschaftsparkett wert ist.

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Warum wir´s alle tun: Vom ganz normalen Flirten, Schäkern und Balzen

Buchcover: Schmutzige Gedanken. Wie unser Gehirn Liebe, Sex und Partnerschaft beeinflusst von Kayt SukelJede Beziehung beginnt mit einer Kontaktaufnahme. Ob offline oder auch online, vieles läuft dabei über unsere Wahrnehmung. Was uns an anderen anzieht, bleibt meist auch uns selbst ein Rätsel. Das folgt nämlich selten logischen Regeln. Kayt Sukel etwa bemerkt in Schmutzige Gedanken, dass sich Attraktion aus sehr vielen Komponenten zusammensetzt.

Flirten ist eine Möglichkeit, seine Vorzüge zu präsentieren und sich damit bei einem potenziellen Partner anzupreisen. Evolutionswissenschaftler glauben, dass Flirten ein Erbe aus Urzeiten ist. Uns kommt es wie ein amüsantes Erotikspiel vor, aus biologischer Sicht geht es aber mal wieder nur um das Eine: die Fortpflanzung.

Frauen mussten in grauer Vorzeit genau prüfen, welchen Partner sie auserkoren, schließlich gingen sie mit einer möglichen Schwangerschaft von jeher ein höheres Risiko ein als Männer. Drum entwickelte sich das Flirten als spielerischer Partnercheck sozusagen. Frauen testeten etwaige Kandidaten auf ihre Tauglichkeit, ohne gleich ihre Absichten zu verraten. Denn das hätte den Mann dazu animieren können, ihnen etwas vorzugaukeln. Die Männer wiederum hoben durch Balzen ihre Vorzüge hervor.

In der Neuzeit ist Flirten aber mehr als biologisches Vorspiel – denn es gehört zum Liebesgeplänkel einfach dazu. Und kann richtig gute Laune machen. Bestimmt kennen Sie das berauschende Gefühl nach einem zufälligen Flirt mit einem Unbekannten oder das Prickeln, wenn Ihnen jemand mit Blicken oder Worten vermittelt hat, dass er Sie attraktiv findet. So ermittelte auch eine britische Studie, dass Teile des Gehirns, die für Glücksgefühle zuständig sind, aktiviert werden, wenn wir mit einem Fremden Blickkontakt aufnehmen. Allerdings nur dann, wenn wir diesen attraktiv finden.

Flirtest Du noch oder betrügst Du schon?

Flirten ist eine schöne Sache. Aber darf man es auch tun, wenn man Freund oder Freundin hat oder in einer festen Langzeitbeziehung ist? Eine kanadische Untersuchung kommt zum Ergebnis: Frauen dürfen, Männer nicht. Die Forscher untersuchten in sieben Studien mit über 700 Personen, wie sich ein harmloser Flirt auf die Beziehung auswirkt. Das Resultat ist erstaunlich: Bei Frauen stärkte das kurze Schäkern die Partnerschaft, während die Männer danach schlechter über ihre Beziehung dachten.

Ob das Turteln trotz fester Bindung in Ordnung ist, scheint umstritten. Die Umfrage der Seitensprung-Fibel zum Online-Flirten ergab so auch, dass rund 29 Prozent der Befragten meinen, Flirts mit Dritten tun ihrer Beziehung eher gut als schlecht. Mehr als 70 Prozent allerdings glauben, Fremdschäkern schade ihrer Partnerschaft.

Und auch wenn sich demzufolge 44,4 Prozent nicht vorstellen können, nie wieder mit anderen Menschen flirten zu dürfen, nur weil sie einen Beziehungspartner haben, geben 55,6 Prozent an, sie würden für ihre Beziehung ganz auf Flirts verzichten. Und 79,4 Prozent behaupten, sie hätten ein Problem damit, wenn ihr Beziehungspartner fremdflirten würde.

Verständlicherweise. Denn ein heißer Flirt kann Auftakt zu viel mehr sein: In der Online-Umfrage der Seitensprung-Fibel gab jeder Fünfte der Befragten an, bei sich sei aus einem Fremdflirt schon einmal mehr geworden. Buchcover: Paare zwischen Versuchung und Vertrauen von Dr. Wolfgang Krüger

Aber wann beginnt untreue in einer festen Beziehung? Der Berliner Paartherapeut Wolfgang Krüger ermittelte in Interviews, dass für einige Untreue schon bei einer zarten Berührung oder einem tiefen Blick vorliege. In Das Geheimnis der Treue schreibt er, für 85 Prozent der von ihm Befragten sei ein Kuss auf den Mund Liebesbetrug, und satte 90 Prozent hielten heimliche SMS-Botschaften für eindeutige Untreuedelikte.

Wer tut´s wo: Vom Flirten online

Geflirtet wird eigentlich überall, wo Menschen aufeinandertreffen. Oftmals auch unbewusst. Es scheint zu unserem Verhaltensrepertoire zu gehören, spielerisch Kontakt zu potenziellen Partnern aufzunehmen, ganz gleich, ob man liiert ist oder Single. Voraussetzung dafür ist, dass man die Gelegenheit dazu hat. Und da gibt es die ein oder andere interessante Flirt-Location.

  • 34 Prozent aller Affären in Deutschland entstehen am Arbeitsplatz, das ergab eine Umfrage der Seitensprung-Fibel.de unter 1.224 Personen. Laut einer Forsa-Studie im Auftrag von Xing hat sich sogar fast jeder fünfte deutsche Arbeitnehmer schon einmal im Job verliebt. Im Büro scheint es also regelmäßig gewaltig zu knistern.
  • Aber auch das Internet ist mittlerweile auf Platz zwei der Orte vorgerückt, über die neue Affären gefunden werden. Jeder fünfte Seitenspringer sucht online nach diskreten Bettbekanntschaften, zum Beispiel über Seitensprung-Portale.
  • Kneipe, Disco, Café – auch hier trifft man auf Flirter. Es sind klassische Kontaktanbahnungsorte: Egal ob beim Abtanzen, After-Work-Chillen oder einem Volksfest – viele Menschen schätzen einen Fremdflirt beim Ausgehen als nette Abwechslung und harmloses Abenteuer. Eine Umfrage der Seitensprung-Agentur Lovepoint ergab, dass für mehr als die Hälfte (56 Prozent) der 1.325 Umfrageteilnehmer das Fremdflirten beim Oktoberfest-Besuch unbedingt dazugehört. Und jeder Dritte hatte auf der Wiesn sogar schon Sex mit einem Fremden.
  • Aber auch die Weihnachtsfeier ist oft der perfekte Ort, um ungezwungen mit den Kollegen zu flirten. Ein Drittel hatte schon mal einen Weihnachtsfeier-Flirt und knapp die Hälfte wäre einer Knutscherei nicht abgeneigt, so das Ergebnis einer ElitePartner-Umfrage.
  • Auch der Bekanntenkreis wird als erotische Spielwiese geschätzt: Nicht nur, dass viele Menschen hier einen Seitensprung finden, auch Fremdflirten ist unter Freunden angesagt. So ergab eine Umfrage von First Affair, dass Frauen mit Vorliebe den besten Kumpel ihres Freundes anflirten.

Hingucken, loslächeln, ansprechen: Was offline funktioniert, läuft online naturgemäß etwas anders ab. Denn wenn wir live über Gestik und Mimik eindeutige Signale senden können, wird es virtuell schon komplizierter. Das beginnt allein damit, dass es kein Zurück mehr gibt. Wer per E-Mail oder SMS Flirtsignale setzt, tut dies schriftlich und bisweilen recht explizit, wohingegen beim echten Zusammentreffen vieles der Interpretation des Gegenübers überlassen bleibt.

Wo es heiß hergeht: Top-Locations für Online-Fremdflirts

Das Internet – unendliche Weiten mit unzähligen Flirtoptionen. Virtuell kommen auch Schüchterne zum Zuge, wer in seiner Beziehung unglücklich ist, kann sich das Vermisste schnell mal per Chat-Quicky holen oder den Aufhübscher fürs angekratzte Erotikego. Zumal die Sache mit einem Klick wieder vorbei ist – die Anonymität im Netz ermöglicht es, dass man sich heimlich austoben kann.

Und wo tun´s die Deutschen online am liebsten? Die Seitensprung-Fibel hat es in ihrer Umfrage herausgefunden:

  • Online-Dating: Fast jeder dritte deutsche Internetnutzer wählt als Startpunkt für die heimliche Romanze am liebsten Online-Dating-Portale, etwa Singlebörsen, Flirt-Apps oder Portale für erotische Kontakte. Denn wer was Unverbindliches nebenbei sucht, wird garantiert in einer der Plattformen für gepflegtes Flirten fündig. Denn hier lässt sich ein Fremdflirt schnell und unkompliziert einfädeln.
  • Facebook: 23,5 Prozent flirten mit Vorliebe auf Facebook fremd. Kein Wunder bei der großen Auswahl und den vielen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Dabei sind Frauen und Männer nahezu gleichermaßen bei der Sache: 23 Prozent der Damen und 24 Prozent der Herren wagen den Fremdflirt im weltgrößten sozialen Netzwerk. Aber ACHTUNG: Wer auf Facebook fremdgeht ist schnell der Dumme. Eine Umfrage der der American Academy of Matrimonial Lawyers fand heraus, dass 66 Prozent der Seitensprünge, die über Facebook zustande kommen, irgendwann auffliegen.
  • E-Mail: Der Kontakt ist schon da, nun fehlen nur noch die richtigen Worte: Rund 18 Prozent der Befragten tüfteln daran gerne per E-Mail herum. Männer stehen eher auf diese Form des virtuellen Fremdschäkerns, nur 14,3 Prozent der Frauen tobt sich auf diese Art flirttechnisch aus.

Auf den weiteren Plätzen finden sich dann noch das Business-Netzwerke wie Xing (5,5 Prozent) oder die Social-Community Twitter (4,9 Prozent). Online wird demnach munter fremdgeflirtet. Was ja auch kein Wunder ist. Schließlich nutzen Millionen Menschen tagtäglich Internet oder Smartphone privat und beruflich – dass sich da auch neben der Beziehung der ein oder andere Flirt ergibt, scheint logisch.

Fazit: Flirten, bis der Partner kommt

Online oder Offline, bei Facebook oder im Supermarkt – geflirtet wird an allen erdenklichen Orten. Und das ist okay – solange man seinen aktuellen Partner damit nicht kränkt. Führt aber der Flirter anderes im Schilde oder peilt weitere Schritte an, dann wird womöglich doch eine Grenze überschritten. Vermutlich wird heute nicht mehr oder weniger fremdgeflirtet als in vorvirtuellen Zeiten. Aber anders und manchmal auch offensichtlicher. Denn heimliche Blicke in freier Wildbahn bekommt der Partner oft gar nicht mit, von anschließender näherer Kontaktaufnahme ganz zu schweigen.

Buchcover: Sex@mour: Wie das Internet unser Liebesleben verändert von Jean-Claude Kaufmann Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann hält darum auch vieles für möglich im Internet, diesem Supermarkt der Begierde. Die Distanz mache es Menschen zunächst einmal unheimlich einfach, schreibt er in Sex@mour. Man agiert aus der Ferne, geht beim Fremdflirten wenig Risiko ein – es sei denn, man lässt sich erwischen. Und gefahrlos ist es auch in anderer Hinsicht. Denn wenn es zu heftig wird, weil man ja doch liiert ist, ist mit einem Klick alles weg.

Auch wenn`s Spaß macht: Mit dem Fremdflirten sollten Sie es besser nicht übertreiben. Denn vielleicht ist ja auch Ihr/e Partner/in eine/r der vielen Deutschen, die Fremdflirten ab einem gewissen Punkt für Untreue halten – egal, ob digital oder virtuell.

Bei diesen Seitensprung-Agenturen flirten Frauen und Männer fremd:

  • Lovepoint.de– Die Kontaktagentur mit TÜV zertifiziertem Datenschutz
  • First Affair – Die Community für schnelle und spontane Treffen
  • C-Date – Die Plattform für unverbindliche Treffen

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