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Wir kennen uns jetzt fast auf den Tag genau 2 Jahre

Nie hätte ich gedacht, dass unser Verhältnis so lange andauern wird

Wir sind uns zum ersten Mal auf der Arbeit begegnet, ich wurde von meiner Arbeitskollegin vorbereitet, dass der Neue genau »mein exotischer Typ« sei. Und Sie hatte ohne Zweifel Recht. Als er unser Büro betrat und sich vorstellte, hatte ich sofort Herzklopfen. Wir sahen uns in die Augen. Meine Nervosität war sicher nicht zu übersehen. Da ich alleine im Büro war, kamen wir sofort ins Gespräch und tauschten Telefonnummern. Es war klar, dass wir uns wieder sehen wollten. Wie sich herausstellte, wohnte er bei mir um die Ecke.

Lisa, 36 Jahre [Originalphoto]

Als ich von der Arbeit zu Hause war, klingelte schon mein Telefon. Wir verschwendeten nicht viel Zeit und verabredeten uns noch für den gleichen Abend! Eine Stunde später war er bei mir. Ich wusste fast nichts über diesen Mann und lud ihn in meine Wohnung ein, ich war verrückt! Das Prickeln wurde zunehmend stärker, wir redeten bei einer Flasche Wein, hörten Musik und begannen, ein wenig miteinander zu flirten. Es verging nicht viel Zeit, dann fingen wir an, uns leidenschaftlich zu küssen und landeten anschließend in meinem Bett...

Ich war berauscht von dieser intensiven leidenschaftlichen Begegnung mit George. Ich lebte seit Jahren als Single, natürlich wollte ich ihn nach dieser Nacht wieder sehen. Er rief mich wieder an, wir trafen uns erneut in einer Bar. Diesmal erfuhr ich, dass er seit ein paar Wochen eine Freundin hatte. Ich war nicht gerade glücklich darüber, dennoch sagte ich mir, "er hat keine Kinder, keine Ehefrau, nur eine Freundin, die er noch nicht lange kennt." Ich räumte ihr nicht viele Chancen ein, für mich schien noch alles offen zu sein. So ließ ich mich bewusst auf dieses Dreiecksverhältnis ein, in der Hoffnung, er würde sich bald von ihr trennen und für mich entscheiden.

Wir trafen uns wieder und wieder

Er hatte ihretwegen zwar ein schlechtes Gewissen, konnte ihr aber auch nicht treu sein. Wir sahen uns ungefähr 2x die Woche. Ich begann süchtig nach ihm zu werden, meine Gier wurde stärker und stärker. Meldete er sich ein paar Tage nicht bei mir, wurde ich nervös, es ging mir schlecht, ich rauchte eine Zigarette nach der anderen. Ich konnte nichts mehr essen, war nicht mehr bei mir. Konnte ich eine Nacht mit ihm verbringen, war ich erstmal beruhigt, doch dieses Gefühl war nie von langer Dauer. Meine Sucht wurde immer unerträglicher, die Gedanken an die andere Frau quälend. Wenn ich bei ihm schlief, fand ich ihre Haare in seinem Bett. Ich schlich um sein Haus, nur um zu sehen, ob Licht bei ihm brannte. Es wurde äußerst demütigend. Dennoch gelang es mir nicht, diesem Dreiecksverhältnis ein Ende zu setzen. Ich schien gefangen. Für ihn schien die Situation kein großes Problem darzustellen. Er sprach zwar davon, sich eines Tages zwischen uns entscheiden zu müssen, doch ich solle ihn auf keinen Fall unter Druck setzen. Ansonsten würde die Entscheidung gegen mich ausfallen. Schön einfach hat er es sich gemacht und ich war unfähig, mich zu lösen. Damals - bis zu jenem Ereignis:

Irgendwann musste es passieren, es war der reine Alptraum. Ich traf ihn zufällig in einer Diskothek. Er war in Begleitung einer Frau. Ich nahm an, dass es sich um seine Freundin handelte. Ich sah den beiden beim Tanzen zu. Mir wurde sofort schlecht, ich dachte, ich müsse mich übergeben. Natürlich war es ihm sehr unangenehm, mir dort zu begegnen, entsprechend abweisend und kalt verhielt er sich mir gegenüber. Einfach respektlos. Ich war wütend und verletzt, sodass ich ihn auf der Tanzfläche in ein Streitgespräch verwickelte, ziemlich aggressiv wurde und er mich daraufhin einfach stehen ließ. Seiner Freundin hat von dem ganzen Vorfall wohl nichts bemerkt.

Ich verließ das Schlachftfeld

Ich verließ umgehend das Schlachtfeld und hatte nun wirklich die Nase voll. Der Gipfel der Demütigung war für mich erreicht. Ein paar Wochen der Sendepause vergingen. Kein Zeichen, kein Anruf, keine SMS. Ich dachte, ich hätte mich für immer von ihm befreit. Übers Internet hatte ich zum Glück einen anderen Mann ( Stefan ) kennen gelernt, mit dem ich hervorragend reden konnte, unsere Bekanntschaft war rein platonisch, ich war abgelenkt. Langsam, von Woche zu Woche verliebte ich mich in ihn. Er schien mir ein attraktiver, seriöser Mann, der an einer ernsthaften Beziehung interessiert war. Ich war voller Hoffnung auf eine neue Liebe und gleichzeitig erleichtert, dass mein Dreiecksverhältnis endlich beendet war. Nach ca. 6 Wochen eröffnete mir Stefan, dass er sein Herz doch nicht für mich öffnen könne und sich unsere Wege trennen würden. Ich war schockiert, war aufs Neue enttäuscht und verletzt und wurde trotzig.

Sofort schickte ich George eine SMS, es war Neujahr, ich nutzte diesen Vorwand. Er antwortete umgehend. Wir trafen uns sofort. Wir hatten Sex am Vormittag, es war berauschend wie immer, ich musste mich abreagieren, es hat mir gut getan.- Verliebt war ich nicht mehr in ihn, ich musste erst den Kummer mit Stefan verdauen. Außerdem wollte ich nicht in den alten Zustand der Abhängigkeit verfallen. Ich hatte den strengen Vorsatz gefasst, gut auf mich aufzupassen, keine Gefühle mehr zu investieren und nur die schönen Momente zu genießen. Also lies ich zu, dass wir uns ca. alle 2 Wochen zum Sex trafen, danach ging jeder wieder seine Wege. Wir redeten kaum über unsere Privatleben, ich stelle keine Fragen mehr, keine Gespräche mehr über seine Freundin, mit der er anscheinend immer noch zusammen war. Wahrscheinlich hatte ich cool und gelassen gewirkt, in Wirklichkeit aber hatte ich Angst, durch die Konfrontation mit der Wahrheit wieder zu leiden.

Eigentlich klappt es schon eine ganze Zeit lang, fast ein ganzes Jahr ganz gut. Wir treffen uns regelmäßig, es ist immer noch schön, fast inniger, vertrauter. Wir sind eingespielt, leben ein Schattenverhältnis, geheim. Ich habe mich daran gewöhnt, spiele die Rolle der Geliebten inzwischen ganz selbstverständlich. Außerdem behalte ich es mir vor, mich mit anderen Männern zu daten, in der Hoffnung, eines Tages einen Mann zu treffen, mit dem eine reale Beziehung lebbar wird. Manchmal habe ich Angst, dass aus der anfänglichen Leidenschaft Liebe entstehen könnte. Dann spüre ich die Schlinge um meinen Hals wieder enger werden, in solchen Momenten versuche ich mich mit anderen Flirts abzulenken.

Meine Rolle als Geliebte

Meine Rolle ist zweischneidig, einerseits weiß ich von meiner Rolle als Zweitfrau im Vergleich zu seiner Freundin. Ich bin immer noch unabhängig und autark, bin niemandem Rechenschaft schuldig. Dennoch gibt es natürlich Nachteile, ich habe Sehnsucht, ich würde gerne mit ihm mehr Zeit verbringen. Ich wünschte, wir könnten uns auf der Straße sehen lassen, Händchen haltend wie ein normales Paar durch die Straßen schlendern. Ich wünschte, ich könnte meine Gefühle offen zum Ausdruck bringen, ihm sagen, dass ich mich vertraut und glücklich fühle, wenn er bei mir ist.

Vielleicht hat alles seine Richtigkeit, vielleicht wären wir gar nicht für eine alltägliche Beziehung geeignet? Bis heute weiß ich es nicht. Herausfinden würde ich es dennoch gerne. Eines Tages. Und die vielen Fragen bleiben.

Vielleicht werden sie eines Tages beantwortet, es ist alles offen.

 

*Name wurde von der Redaktion geändert

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Kommentare
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Mila || 02.09.2012 22:00:48

Hallo Lisa,
Ich war 8 Monate Geliebte. Ich bin verheiratet, er auch, haben beide je zwei Kinder. 8 Monate war ich so unsagbar glücklich und dann beendete er unsere Beziehung. Beziehung weil es mehr als nur eine Affäre war. Ich leide, denn ich liebe ihn. Er und seine Frau möchten ihre Ehe retten. Keiner unserer Partner weiß, daß wir fremdgingen. Manchmal überkommen mich Gedanken und ich möchte aus Wut zu seiner Frau gehen, ihr alles erzählen, ihr unsere gemeinsamen Bilder, Mails usw zeigen.
Er fehlt mir. Gut das Du das so hinbekommst. Genieße die Momente mit ihm. Ich habe sie genossen, mich verliebt und jetzt?

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Senti || 26.04.2010 22:58:56

Ich lese alle Berichte und kann so mit fühlen, es ist so shön Geleibte zu sein und doch ist der Schmerz groß.

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