Ein bewährtes Modell ist das offene Gespräch auf neutralem Boden. Sie, Ihr Lebenspartner, Ihr Außenpartner und ggf. dessen Partner setzen sich zusammen. Ohne potenzielles Wurfgeschirr und zuknallbare Türen, dafür vielleicht mit einem Vorrat an Taschentüchern und Rotwein. Vor diesem Ortstermin sollten Sie Ihren Partner fairerweise vollumfänglich ins Bild setzen, damit alle am Tisch auf dem gleichen Informationsstand sind.
Dann heißt es zu dritt oder zu viert reden, ohne Zensur. Ausnahme: Das Thema Beziehungsdefizite. Es gehört nicht in diese Runde, sondern geht nur Sie und Ihren Partner etwas an. Derjenige, der sich fremdverliebt hat, muss klar äußern dürfen, was er möchte: eine, beide oder gar keine der Liebesbeziehungen weiterführen? Aus welchen Gründen? Auch Ihr Lebenspartner muss sich frei äußern dürfen, ohne dass Sie mit Ihrem Außenpartner eine Front bilden. Und der Außenpartner sollte Farbe bekennen: Wünscht er oder sie eine exklusive Beziehung? Eine Affaire? Oder ist die Liebe nicht so stark, und es geht nur um geordneten Rückzug?
Auch wenn schnell wirtschaftliche Themen ins Spiel kommen (»willst du etwa alles wegwerfen, was wir uns aufgebaut haben?«), konzentrieren Sie sich bitte auf Bauchgefühl und Herzenswunsch. Die Rahmenhandlung sollte nicht an oberster Stelle stehen.
Was ein wenig nach Außendienstmeeting klingt, ist eine hochemotionale Sache. Wenn man’s richtig macht. Denn hier werden alle Beteiligten mit ihren ureigenen Ängsten und Wünschen konfrontiert, die sie bisher vielleicht nicht so bewusst wahrgenommen haben. Ihr Partner lernt Sie von einer neuen Seite kennen und vielleicht lieben. Sie wiederum erkennen, dass Ihre Liebe nicht auf eine Person beschränkt ist und setzen sich damit auseinander, was das bedeutet.
Happy End für die Liebe
Fals Sie jetzt kalte Füße bekommen beim Gedanken an eine solche Konfrontation, sollten Sie den Begriff Liebe nochmal überdenken. Ist es eventuell doch nur eine kleine Nebenher-Verliebtheit, die im Verborgenen gelebt werden sollte? Kein Problem, aber dann strapazieren Sie nicht das Wort Liebe.Wenn es aber tatsächlich Liebe ist, die Sie mit Ihrem Lebenspartner und Ihrer Affäre verbindet: Leben Sie sie! Kneifen Sie nicht, sondern teilen Sie sich so authentisch wie möglich mit. Wenn Sie wollen, dass man Sie respektiert und ernst nimmt, dann stehen Sie zu Ihren Gefühlen und Wünschen. Auch das ist Liebe. Um es ganz kitschig zu sagen: Die Liebe ist es wert.
Seite 1: Zwischen zwei großen Lieben entscheiden
Seite 2: Echte Liebe oder nur Bedürfnis-Erfüllung
Seite 3: Kopf oder Herz: Wenn nicht sein kann, was nicht sein darf
Seite 4: Außenbeziehung - Entscheidung in aller Heimlichkeit?
Seite 5: Ehrlichkeit als Liebesbeweis macht frei














