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Seite 4: Der Weg in eine Dreiecksbeziehung
Dreiecksbeziehung

Das Märchen vom schützenden Schweigen

Seit einigen Jahren scheint eine ebenso bizarre wie destruktive Umgehensweise mit Affären hoffähig zu sein: das »respektvolle Fremdgehen«. Auch Buchautor Ulrich Clement surft auf dieser Welle und rät Fremdgängern, ihren Seitensprung zu verheimlichen, um den Partner nicht zu verletzen. Bei einem einmaligen Ausrutscher mag dieser Umgang der schonendste sein, doch bei einer langjährigen Affaire?

Wer sich mit mehr als einem Menschen seelisch verbunden fühlt, ihn begehrt, ihm vertraut und freundschaftliche Gefühle, vielleicht sogar Liebe für ihn empfindet, hat per se kein Problem. Im Gegenteil: Diese Liebe ist etwas wunderschönes, kostbares. Es passiert nicht allzu oft, dass wir jemandem begegnen, zu dem wir uns so intensiv hingezogen fühlen. Und es wäre ein Verbrechen, diese Gefühle abzuwürgen, nur aus einem falsch verstandenen »ich darf nicht« heraus.

Denn: Natürlich dürfen Sie lieben! Natürlich dürfen Sie begehren, wen Sie wollen! Erst durch die Heimlichkeit, die logistischen Einschränkungen und die ständige Heuchelei dem Partner gegenüber verkommt auch die schönste Seelenliebe recht schnell zu einer billigen Betrugsnummer. Schweigen schützt bei einem harmlosen One Night Stand vor Verletzungen, aber nicht bei einer heimlichen Affäre. Sondern es zerstört und vergiftet. Machen Sie sich das bitte bewusst.

Jeder, der schon einmal in dieser Situation war, kennt das latent suizidale, zerrissene Gefühl, zwischen zwei Menschen zu stehen und nicht mehr zu wissen, was das Richtige ist. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Wenn sich Ihr Affairenpartner wirklich anfühlt wie ein enger Vertrauter, ein Freund und Seelenpartner, dann fragen Sie sich bitte einmal: Möchten Sie diese Verbindung wirklich als heimliche Affaire »verheizen« und irgendwann abschreiben, wenn Sie vor dem großen Scherbenhaufen Ihrer Beziehung stehen? Oder möchten Sie diese Liebe leben? Ohne Lügen, mit dem Wissen und Einverständnis des Partners bzw. der Partner, sofern Sie beide liiert sind?

Die großen Frauenforen platzen beinahe vor Threads, in denen liierte und verheiratete Frauen sich über ihre Schattenmänner austauschen. Auf die regelmäßig gestellte Frage, warum sie denn ihrem Partner gegenüber nicht Farbe bekennen, schreiben fast alle den klassischen Satz, der einem emotionalen Offenbarungseid gleichkommt: »Das könnte ich ihm niemals antun, das würde ihn viel zu sehr verletzen!«

Falls Sie diesen Satz auch schon einmal strapaziert haben, machen Sie sich bitte bewusst: Angetan haben Sie es ihm längst. Er weiß nur noch nichts davon. Glauben Sie, wenn er eines Tages erfährt, Monate oder Jahre lang von Ihnen belogen worden zu sein, wird es weniger weh tun? Die Erkenntnis, lange Zeit unwissentlich Teil einer Seifenoper gewesen zu sein, schmerzt ungeheuer. Denn Sie betrügen Ihren Partner nicht nur sexuell und emotional. Sie betrügen ihn auch um die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.

Ein Ausweg: Raus aus dem Schatten, rein ins Leben

Die Liebe und der Respekt vor ihrem Partner sollte zumindest so weit vorhanden sein, dass Sie ihm die Chance geben, in Kenntnis aller Fakten selbst zu wählen, ob er als Teil eines Dreiecks-Verhältnisses leben möchte oder nicht. Hören Sie auf, in der Heimlichkeit nach Auswegen zu suchen, denn dort werden Sie sie nicht finden. Vertrauen Sie sich Ihrem Partner an, legen Sie den Affairenkontakt vorübergehend auf Eis und sorgen Sie dafür, dass Sie Ihrem Partner wieder in die Augen schauen können, ohne dass Lügen und Heuchelei zwischen Ihnen stehen!

Es gibt keinen »Impfschutz« gegen Seitensprünge und Affairen. Aber wenn Sie es schaffen, Ihrem Partner gegenüber so authentisch wie nur möglich Ihre Bedürfnisse zu artikulieren, dann schaffen Sie eine solide Basis für eine konstruktive Beziehungskommunikation. Denn Sie sind dadurch auch in der Lage, umgekehrt die Bedürfnisse Ihres Partners anzunehmen, ernst zu nehmen und vielleicht gemeinsam ganz neue, bisher unerfüllte Wünsche zu entdecken. Mit anderen Worten: Affären werden überflüssig und uninteressant, weil sie sich nur wie ein Abklatsch Ihrer echten Partnerschaft anfühlen würden.

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Dieser Artikel hat 4 Seiten. Lesen Sie auch . . .

Seite 1: Dreiecksbeziehung: Wenn ein Seitensprung zur Affäre wird
Seite 2: Grauzone: Die Grenze zwischen einem Seitensprung und Affäre
Seite 3: Die Dreiecksbeziehung als Metapher
Seite 4: Das Märchen vom schützenden Schweigen

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[Gast] Renate || 30.08.2010 12:54:41
Man ist schneller drin, als man denkt: Die Affäre weckt Gefühle in einem, die in der Beziehung längst erloschen oder kaum auffindbar sind. Die Achterbahn der Gefühle komt ins Rollen. Immer heftiger werden die Hochs... und die Tiefs fühlen sich so zerschmetternd an, als würde dir jemand beim lebendigem Leibe das Herz heraus reißen


Es ist wie bei einem Abhängigen: Der fehlende Kick in der Beziehung wird kompensiert durch die Droge Affäre. Das Gefühl, seinen Seelenverwandten nicht zu sehen, zu fühlen, mit ihm Zeit zu verbrigen... sorgt für heftige Entzugserscheinungen, dass man fast Wahnsinnig werden kann.

Die Realität schwindet immer mehr dahin, wird von einer »rosaroten Brille« verschleiert, die Entscheidungskraft täglich getrübt. Eher man sich versieht, hat die Affäre tiefe und starke Wurzeln geschlagen, die sich um wie eine Anaconda um Deinen Hals schlengeln und langsam aber sicher die Luft zum atmen rauben.

In einer ruhigen Stunde, wird einem bewusst, dass man sich in dem Strudel einer Dreieicksbeziehung befindet, aus der man gar nicht mehr herauskommt. Man klammert sich an einem untergehenden Strohhalm... ein Rettungsbot ist leider nicht in Sicht...
colt007 || 30.08.2010 12:24:03
Die eigene Partnerschaft kann nur lebendig und wandelbar gehalten werden, wenn es beiden Partnern gelingt, alles und jegliches, was in der Partnerschaft auftritt und geschieht, offen und direkt miteinander, ohne Vorbehalte und Tabus, zum Gegenstand von Auseinandersetzungen zu machen und diese Auseinandersetzungen in einer Weise zu führen, die beiden in Form und Ergebnis akzeptabel erscheint.

Dazu muss jeder von beiden bereit sein, die eigene Position und Sicht der Dinge sowie das eigene Verhalten infrage zu stellen und zu verändern. Nur, wenn und solange diese Bedingungen gegeben sind bzw. beide sich ernsthaft bemühen, sie herzustellen, lassen sich zukünftige Seitensprünge und Dreiecksbeziehungen verhindern.

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