Buchrezension: Warum Köche gut küssen und Anwälte oft fremdgehen | Clemens Beöthy

(S)Ein Herz dem Partner geben

Wie der Job, so die Liebe

Liebe Leute: Euer Job ist nicht nur diese Sache, mit der Ihr Euch das Leben finanziert. Die Art Eures Broterwerbs entscheidet, wie Ihr grundsätzlich tickt und wie Ihr Euch im Liebesleben verhaltet. Keiner weiß das besser als Clemens Beöthy. Der Single- und Paarcoach hat uns bereits darüber aufgeklärt, dass Vornamen unser Liebesleben prägen. Nun geht er mit dem ultimativen Berufsorakel unter die Leute.

Die Inhalte dieser Buchrezension:

Seit einiger Zeit wissen wir, dass Frauen besser keinen Udo heiraten sollten und eine Sandra mit einem Wolfgang nicht glücklich werden kann. Diese und weitere Erkenntnisse aus Beöthys Standardwerk »Heirate niemals einen Udo« sind unverzichtbares Aufklärungsmaterial für den lernwilligen Homo Sapiens.

Nun setzt Beöthy, der seit mehr als 20 Jahren Menschen mit verschiedenen Vornamen und den unterschiedlichsten Berufen in Sachen Liebe berät, noch einen drauf: Er durchleuchtet unser Arbeitsleben, analysiert, welche Jobs für welche Sexpraktiken prädestinieren und welche Berufsgruppen beziehungsmäßig so gar nicht harmonieren. Herrlich unsachlich ist das und schön unterhaltsam. Beöthys gesammelte Analysen entbehren nämlich jeglichen wissenschaftlichen Hintergrundes und klingen gerade darum so wahr. Seine unzähligen Gespräche mit Betroffenen, also Vertretern sämtlicher gängiger Berufe, brachten Beöthy in den Besitz dieses unschätzbaren Informationsmaterials.

Unser Tipp: Lesen Sie dieses Buch kreuz und quer. Sie werden schmunzeln und staunen, den Kopf schütteln, empört aufstöhnen und sich dabei amüsieren. Denn hinter manch einer absurden Liebesunterstellung blitzt das ein oder andere Fünkchen nackter Wahrheit auf.

Buchvorstellung: Warum Köche gut küssen und Anwälte oft fremdgehen. Was Berufe über unser Liebesleben verraten.

Darum geht´s:

Bevor wir hier näher auf das Buch eingehen, gibt´s sofort ein Bonbon: Sie wollen doch sicher gleich wissen, warum nun Köche so gut küssen und Anwälte oft fremdgehen, nicht wahr?

Beöthy hat uns schon mit dem Titel seines kurzweiligen Anti-Ratgebers einen fetten Brocken hingeworfen. Dann tischen wir den mal auf: Zwischen den Zeilen über den Koch als solchen lesen wir heraus, dass seine gepriesenen Küsskünste mit seinen Kochkünsten korrelieren. Der Koch geht auf in der Kreation mehr oder weniger erlesener kulinarischer Genüsse, Zunge und Gaumen sind dabei wichtige Körperteile. Küssen gehört demnach quasi zum Handwerk des Kochs.

Ob Anwälte dagegen eher kussfaul sind, lässt sich nach der Lektüre weder bestätigen noch bestreiten. Nur so viel ist laut Beöthy eine Tatsache: Rechtsanwälte halten allgemein von Treue etwa so viel wie ein Frosch vom Klapperstorch. Der Rest erklärt sich von selbst.

Reicht Ihnen das erst einmal? Weitere Details lassen sich genüsslich bei Beöthy nachschlagen. Er hechelt bekannte Berufe durch und versorgt uns mit geballtem Wissen. Wer sich das einverleibt hat, weiß ganz genau, worauf er zukünftig bei der Partnerwahl achten sollte. Und wird dabei seinen Humor so schnell nicht verlieren.

Dieses Buch ist etwas für Sie, wenn

  • …wenn Sie sich mal grob über das Liebesleben bestimmter Berufsgruppen schlau machen wollen.
  • …wenn Sie Partnerschaft und den ganzen Rattenschwanz aus der komischen Perspektive betrachten möchten.
  • …wenn Sie als Frau schon immer mal Sex mit einem Arzt haben wollten.
  • …wenn Sie sich als Mann nach dem Liebesspiel mit einer Frisörin sehnen.

So ist der Inhalt strukturiert:

Kurz und scherzhaft: Nach einer Einleitung folgt die ausführliche Analyse von 19 Berufen, übersichtlich aufgeteilt in weibliche und männliche Vertreter der jeweiligen Zunft. In einem zweiten Teil geht es um 13 Berufe, die überwiegend von Männern ausgeübt werden. Hier finden sich so schöne Jobs wie Schornsteinfeger und Metzger. Der dritte und letzte Teil wird dann den schuftenden Damen gerecht: Das Liebesleben von Frauen in vornehmlich weiblichen Berufsfeldern nimmt Beöthy hier auseinander – von der Putzfrau (hier politisch korrekt Reinigungsfachkraft benannt) über die Friseurin bis zur Kosmetikerin ist alles dabei, was Rang und Namen hat. Insgesamt 12 Jobs kommen zur Sprache.

Aufgebaut ist jedes Berufsprofil so:

  • In »Basics« klärt Beöthy über den Charakter des Jobausführenden auf.
  • In »Flirt und Verführung« seziert er dessen Balzverhalten.
  • Die »Jagdreviere« erforscht er in einem weiteren Abschnitt.
  • Der nächste resümiert das Verhalten in der »Partnerschaft«
  • Anschließend wird der »Sex« durchgenommen.
  • Jeweils zum Abschluss verrät Beöthy in »Ideale Berufspartner«, wer am besten zu diesem Liebestypus passt.

Das steckt im Buch

Vorurteile, Klamauk, Spaß, Humor, Satire und das ein oder andere Körnchen Wahrheit – all das vermengt Beöthy gekonnt zu einer Ratgebermelange, die sich selbst auf die Schippe nimmt. Er formuliere lediglich Regeln, die darauf basieren, dass Menschen mit ähnlichen Eigenschaften eher dazu neigen, denselben Beruf zu ergreifen, bekennt Beöthy in seiner Einleitung. Ausnahmen gebe es natürlich immer.

Bedenkt man, dass Humor manchmal die beste Liebesmedizin ist, kann dieses Buch ziemlich heilsam wirken bei Partnerschaftsproblemen mit einem Vertreter der dargestellten Berufsgruppen. Bedauerlicherweise fehlen ein paar Trendberufe wie Online-Marketing-Manager, aber auch Klassiker wie Pilot, Banker und Stewardessen. Aber wer weiß: Vielleicht plant Beöthy ja eine Fortsetzung…

Fazit: Das bringt die Lektüre

Man muss nicht alles immer bitterernst nehmen. Dieses Buch schon gar nicht. Beöthy spielt bewusst mit fiesen Vorurteilen und treibt seine Analysen auf die Spitze. Dabei bedient er sämtliche Klischees, ganz ohne hieb- und stichfeste Beweise dafür zu liefern. Dennoch schlägt er einen psychologischen Bogen von der beruflichen Orientierung, die eng mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften verknüpft ist, zum Verhalten beim Flirten, in der Beziehung und beim Sex.

Kurzum: Was Sie schon immer über Berufsgruppen wissen wollten, erfahren Sie in diesem Buch. Und sicherlich nehmen Sie beim Lesen mehr Informationen auf, als Ihnen vielleicht lieb ist. Denn auch Ihr eigenes Betätigungsfeld könnte dabei sein.

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