Unser Buchtipp des Psychotherapeuten Thomas Deutschbein

Freiheit von der Eifersucht: Wege Zu Einer Neuen Partnerschaft

Kurzbeschreibung

Stellen Sie sich vor, Sie beginnen in Anwesenheit Ihrer Ehefrau einen hemmungslosen Flirt mit einer Unbekannten. Was würden Sie sagen, wenn Ihre Frau in dieser Situation völlig cool bliebe und Sie womöglich noch zum erotischen Geplänkel ermuntern würde? Die meisten von uns, meint Thomas Deutschbein, wären an Ihrer Stelle erstaunt darüber, dass Ihre Frau nicht eifersüchtig reagiert. Und vielleicht sogar gekränkt. Denn auch wenn wir die negativen Aspekte von Eifersucht ablehnen, bejahen wir dieses Gefühl doch grundsätzlich. Liebe ohne Eifersucht halten die meisten von uns für ein Ding der Unmöglichkeit. Thomas Deutschbein behauptet aber, dass genau das geht – und sogar erstrebenswert ist. Der Schweizer Psychotherapeut stellt herkömmlichen Beziehungsmodellen ein Liebeskonzept gegenüber, in dem der Eifersucht kein Platz eingeräumt wird. Weil unter anderem auch Treue anders bewertet wird.

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An wen richtet sich die Buchempfehlung?

  • Für Menschen, die unter starken Eifersuchtsgefühlen leiden
  • Für Menschen, die in ihrer Beziehung große Verlustängste haben
  • Für alle, die einen offenen Umgang mit zwischenmenschlichen Beziehungen pflegen oder anstreben möchten
  • Für Liebende, die sich alternative Partnerschaftsmodelle vorstellen können

 

Erkenntnisse aus diesem Sachbuch

  • Eifersucht ist die notwendige Folge des derzeitigen Partnerschaftsmodells
  • Eifersucht ist eine Reaktion auf wirklichen oder vermeintlichen Liebesentzug und wird in Maßen als normal angesehen
  • Eifersucht belastet Beziehungen, viele Menschen leiden darunter und sind nicht frei in ihrer Liebe
  • Liebe ohne Eifersucht ist möglich – aber nicht im Rahmen des traditionellen Partnerschaftsmodells
  • Wer die Erwartungen an den Partner überdenkt, kann sich aus seiner Bedürftigkeit lösen

Produktinformationen

  • Titel: Freiheit von der Eifersucht: Wege Zu Einer Neuen Partnerschaft
  • Gebundene Ausgabe: 218 Seiten
  • Verlag: novum pro Verlag; (5. Januar 2011)
  • ISBN-10: 3990032232
  • ISBN-13: 978-3990032237
  • Preis: EUR 15,50

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Ausführliche Beschreibung

Es geht auch ohne: Liebe braucht keine Eifersucht

Eifersucht ist ein Gefühl, das wir – in verträglichen Maßen – als normal und erwünscht betrachten. Wer liebt, so die allgemeine Auffassung, der ist auch irgendwann einmal eifersüchtig. Fehlt ein solches Gefühl, kommen manchem Zweifel an der Tiefe der Liebe. Und nicht wenige Menschen stellen mit fragwürdigen Inszenierungen ihren Partner auf die Probe: Sie versuchen ihn oder sie gezielt eifersüchtig zu machen. Gelingt es, wird das häufig als Qualitätskriterium der Liebe gewertet. Bleiben Eifersuchtsreaktionen aus, dann wird das nicht selten auf das Fehlen echter Gefühle zurückgeführt.

Eifersucht ist die Reaktion auf wirklichen oder vermeintlichen Liebesentzug, sie tritt vor allem dann auf, wenn unser Partner sich jemand anderem zuwendet. Natürlich, so schreibt Thomas Deutschbein, sei dieses fundamentale Gefühl nicht auf Paare beschränkt, auch Geschwister, Freunde oder Arbeitskollegen können eifersüchtig aufeinander sein. Aber in der Liebe hat Eifersucht wohl mit Abstand die größte Bedeutung.
Das hängt laut Thomas Deutschbein eng mit unserer Auffassung von Treue zusammen: Die meisten halten Treue für wichtig und unentbehrlich. Aber wo es die Erwartung nach Treue gibt, gibt es auch die Möglichkeit von Untreue. Und damit eben auch Eifersucht.

Eifersucht – was genau ist das eigentlich?

Wir alle kennen das erschütternde Gefühl des Zurückgewiesenwerdens, die schmerzliche Aufgewühltheit, wenn man sieht, wie eine geliebte Person sich von einem abwendet.

Eifersucht sei eine Mischung aus ganz verschiedenen negativen Gefühlen, sagt Thomas Deutschbein. Verletztsein etwa: Man ist tief gekränkt, weil die Basis der Beziehung verlassen und die stillschweigende Treuevereinbarung aufgekündigt wird. »Warum hat er/sie mir das angetan?« ist ein typischer Gedanke. Angst und Panik gehören ebenfalls zum emotionalen Eifersuchtsrepertoire. Meist steht dahinter die Furcht, den anderen zu verlieren. Wut auf den untreuen Partner, oder auch Hass auf die heimliche Affäre kommen oft hinzu. Ebenso wie Misstrauen, ganz gleich, ob der Betrug stattgefunden hat oder nur vermutet wird. Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle und ein verletztes Ehrgefühl sind auch Komponenten der Eifersucht.

All das wird zu einem dramatischen Gefühlscocktail, der schlimme Folgen haben kann. Lassen wir mal blutige Eifersuchtsdramen außen vor, bleiben noch schreckliche Szenen, Beziehungsabbrüche, Partnerschaftskleinkrieg, Depression, handgreifliche Wutausbrüche oder Ähnliches.

Schlechte Beziehung, starke Bindung: Nährboden für Eifersucht

Eifersucht, schreibt Deutschbein, habe anders als vielfach vermutet nichts mit der Qualität einer Beziehung zu tun. Der Autor unterscheidet dabei zwischen Bindung und Beziehung: Bindung sei etwas, das automatisch entstehe, wenn man mit einem Menschen eine Zeit eng zusammenlebt. Beziehung dagegen bezeichne die Qualität, die wir diesem Zusammenleben geben. So könne eine Beziehung gut oder schlecht sein. Eine Bindung allerdings ist zunächst einmal nur, man kann nicht sagen, ob sie gut oder schlecht ist, sondern nur, ob sie stark oder schwach ist.

Unglückliche Beziehungen seien nun dadurch gekennzeichnet, dass die Bindung stark, aber die Beziehung schlecht sei: Die Partner leiden in ihrer Beziehung, können sich aber aufgrund der Bindung nicht trennen.

Und hier kommt auch wieder die Eifersucht ins Spiel. Denn selbst wenn die Beziehung noch so schlecht ist, kann die Eifersucht gewaltig sein. Auch wenn man den anderen so sehr verabscheut, dass einem dessen Affäre eigentlich piepegal sein könnte, tritt Eifersucht auf. Und auch wenn Sex in der Beziehung seit langem gar keine Rolle mehr spielt, kann der Partner eifersüchtig werden, wenn der andere seine Begierden bei Dritten stillt. Als Gradmesser für die Güte einer Beziehung taugt Eifersucht demnach überhaupt nicht.

So betrachtet, meint Deutschbein, sei Partnerschaft eine recht gefährliche Angelegenheit, wenn sie scheitere. Das deute auf eine große Abhängigkeit hin: Wenn mein Partner sich nicht so verhält, wie ich es mir wünsche, dann bricht meine Welt zusammen.

Damit gestehen wir dem anderen Macht über uns zu und machen ihn verantwortlich für unsere Gefühle. Die meisten Menschen reagieren dann so, als habe der andere einen Vertrag gebrochen, als habe er berechtigte, legitimierte Erwartungen nicht erfüllt und sei somit wortbrüchig geworden – ein Vergehen, das aus Sicht des Eifersüchtigen zu starken Wutgefühlen berechtigt.

Was kann die Treue denn für die Eifersucht?

Die grundlegendste Erwartung in fast allen Patnerschaften, schreibt Deutschbein, sei die nach sexueller Ausschließlichkeit beziehungsweise Treue. Und diese Erwartung sei so elementar, dass sie normalerweise nicht diskutiert werde – wir setzen sie schlichtweg voraus. Die Kenntnis und Befolgung der Monogamieregeln wird als selbstverständlich angesehen. Büxt einer aus, macht er sich schuldig. Denn er bricht die Treue und provoziert damit Eifersuchtsgefühle.

Treue, meint Thomas Deutschbein, ist offensichtlich in unseren Kulturkreisen etwas Unhinterfragtes, das sich von selbst versteht und keiner konkreten Formulierung, geschweige denn einer expliziten Vereinbarung bedarf. Wenn zwei Menschen sich lieben, setzen sie normalerweise Treue voraus. Kaum einer wird im akuten Verliebtheitstaumel sagen: »Von mir aus kannst du auch mit jemand anderem ins Bett gehen.« Wir glauben an die Exklusivität der Liebe und wollen einzigartige Gefühle.

Die Treue ist für uns dabei eine besonders subtile Art der Besitzstandswahrung: Denn sie sorgt für die Sicherstellung unseres Bedürfnisses nach Geliebtwerden. Eifersucht entsteht, weil wir diese Treue erwarten. Und das vornehmlich aus selbstbezogenen Motiven: Wir wünschen uns vom Partner verlässliche Liebe und Bestätigung – möglichst mit Garantieschein.

Den gibt es aber nicht und eigentlich wissen wir das auch. Aber wir wollen das nicht wahrhaben. Und warum nicht? Weil wir Angst haben, weil wir Liebe als fundamentales Gefühl brauchen und meinen, ein anderer Mensch müsse und könne uns glücklich machen.

Gute Eifersucht? Von Alarmsignalen und Warnzeichen

Und da wären wir auch schon bei der Verlustangst, dem idealen Nährboden für Eifersuchtsgefühle. Die Trennung vom Partner ist laut Expertenmeinung eine der größten Katastrophen, die uns im Leben passieren kann. Entsprechend gewaltig ist die Angst davor, entsprechend stark unser Bemühen, eine Trennung möglichst zu vermeiden. Beziehungsweise emotionale Sicherungssysteme zu installieren, die uns rechtzeitig warnen, wenn wir Gefahr laufen, den anderen zu verlieren.

Eifersucht gilt da vielen als Alarmsignal, wenn die Beziehung gefährdet ist. Es gibt sogar Fachleute, die Eifersucht als positive Emotion werten, deren Vorhandensein Rückschlüsse auf die Beziehung zulässt. Nicht selten wird der gezielte Einsatz von Eifersucht auch als ein liebesbefeuerndes Element in Partnerschaften propagiert, nach dem Motto: Ein bisschen Eifersucht belebt die Leidenschaft.

Deutschbein bezweifelt derartig segensreiche Wirkungen von Eifersucht. Denn in der Regel belastet Eifersucht die Beziehung, macht die Partner unfrei und steigert die Bedürftigkeit nach Liebe so, dass ein harmonischer Umgang schwer wird. Unser unreflektierter Glaube daran, dass Eifersucht zur Liebe gehört und somit auch irgendwie einen Sinn hat, macht das Denken über alternative Modelle schwierig.

Cuckold, freie Liebe, Polyamorie und swingende Paare: Alternativen

Eifersuchtsfreiheit ist möglich – und wird von vielen Menschen gelebt. Allerdings eher in eingeweihten Kreisen oder alternativen Szenen. Ein sogenannter »Cuckold« etwa findet erotisches Vergnügen am Fremdgehen seiner Frau. Er wird allein beim Gedanken an die Untreue seiner Partnerin erregt, sie beim Liebesspiel mit einem anderen zu beobachten, steigert seine Lust. Auch die freie Liebe der Siebziger Jahre spielte mit dem Eifersuchtsfeuer – nicht aber als Treueprüfung, sondern quasi als Aphrodisiakum. Eifersucht wurde manchmal bewusst eingesetzt, um deren Überwindung zu erreichen und so zu einer freieren, lustbetonteren Liebesform zu finden.

Und die Polyamorie-Bewegungen unserer Tage sind ebenfalls ein Versuch, sich von der Eifersucht zu befreien: Denn für polyamore Menschen, die zur gleichen Zeit mehrere Beziehungen offen leben, sind Ehrlichkeit und Transparenz selbstverständlich. Es gibt einen Konsens über die Liebespraxis, heimliche Affären gibt es nicht – denn es wird nicht betrogen, sondern vielfach geliebt. Eifersucht kann da zwar auch entstehen, wird aber anders bewertet.

Auch Swinger oder andere Liebende, die Alternativen zu monogamen Beziehungsmodellen leben, werden von der Eifersucht bisweilen nicht so gegängelt. Denn sie haben sich von einer Bedürftigkeit gelöst, die von einem Partner die Befriedigung aller Bedürfnisse fordert und mit Wutgefühlen und Verletztheit reagiert, wenn diese Erwatung nicht erfüllt wird.

Anleitung zum Freiwerden von Eifersucht

Eifersucht beruht auf der unhinterfragten Erwartung der Treue und all den anderen Wünschen, die wir uns gegenseitig in Beziehungen aufbürden. Eine Partnerschaft, sagt Deutschbein, könne verstanden werden als System ineinandergreifender Erwartungen: Bei einer guten Beziehung ergänzen sich die Erwartungen, bei einer problematischen widersprechen sie sich.

Erwartungen lösen immer Druck aus, weil sie einem vom anderen aufgezwungen werden. Was mein Partner will, muss nicht das sein, was ich möchte. Je mehr Erwartungen wir wiederum an den anderen haben, umso bedürftiger sind wir. Denn wir liefern uns dem anderen vollständig aus: Tut er, was wir erwarten, geht es uns gut. Tut er es nicht, fühlen wir uns schlecht. Thomas Deutschbein rät denn auch, dass wir uns unsere Erwartungen bewusst machen, versuchen, dem anderen wertfrei zu begegnen und nicht all seine Handlungen auf die Goldwaage zu legen. Unsere Zukunftserwartungen sollten wir dabei der Realität anpassen, ohne dabei allerdings anspruchslos zu werden.

Wer sich aus dem Teufelskreis der Bedürftigkeit befreit, indem er locker lässt und seine Erwartungen in Wünsche verwandelt, die der andere erfüllen kann, aber nicht muss, der löst sich von krampfhaften Liebesvorstellungen – und damit vielleicht auch von der Eifersucht.

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Buchtipp: Freiheit von der Eifersucht

Buchcover: Freiheit von der Eifersucht: Wege Zu Einer Neuen Partnerschaft

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