Unserer Buchtipp der Autorin Martina Rellin

Göttergatten. Was Männer wirklich über ihre Frauen denken

Kurzbeschreibung

»Eigentlich weiß ich gar nicht, wie er sich fühlt und was er denkt.« Viele deutsche Ehefrauen sagen das über ihre bessere Hälfte. Beschweren auch Sie sich gerne im Freundinnenkreis über die offensichtliche Sprachlosigkeit Ihres Mannes? Dann sind Sie recht typisch »frau«. Denn die hat allerhand hochtrabende Ansprüche an ihren Göttergatten, vor allem was die Kommunikation betrifft. Zuhören können soll er. Endloslaberschleifen mitdrehen. Wiederholungen nicht scheuen. Und Gefühle so richtig breitquatschen können.

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An wen richtet sich die Buchempfehlung?

Frauen, wollt Ihr wirklich wissen, was Eure Männer über Euch denken? Dann lest dieses Buch! Bestsellerautorin Martina Rellin hat 17 Männer zwischen 29 und 71 Jahren befragt, wie sie ihre Frauen finden und was sie von ihren Ehen halten. Herausgekommen ist ein unterhaltsames Nachschlagewerk für die neugierige Frau. Die kann in diesem kurzweiligen Handbuch der geheimen Männergedanken Erfreuliches finden. Aber Obacht: Manch ein maskuliner Liebesmonolog könnte Sie ernüchtern!

Erkenntnisse aus diesem Sachbuch

Und sie können doch reden: Die Monologe in diesem Buch beweisen, dass Männer durchaus über Gefühle sprechen. Sie tun dies nur anders als Frauen – schonungsloser, weniger gefällig und vor allem zukunftsorientierter. Verbales Bohren in der Vergangenheit liegt ihnen ebenso wenig wie stundenlanges Diskutieren. Denn auch beim Beziehungsgeflüster kommen die Herren der Schöpfung gerne zügig auf den Punkt. Wichtigste Erkenntnis: Wenn Mann nicht redet, kann das viele Gründe haben. Simple Gefühllosigkeit ist es in den seltensten Fällen.

Produktinformationen

  • Titel: Göttergatten. Was Männer wirklich über ihre Frauen denken
  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Südwest Verlag; Auflage: 2 (23. April 2012)
  • ISBN-10: 3517087599
  • ISBN-13: 978-3517087597
  • Preis: EUR 16,99

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Ausführliche Beschreibung

Der Mann – das sprachlose Geschlecht?

Die Autorin Martina Rellin hat sich im Bestseller »Die Wahrheit über meine Ehe« aus der Sicht der Frauen dem partnerschaftlichen Kommunikationsdisput genähert. Dieses Buch ist quasi der Nachfolger – und in gewisser Weise eine Verteidungsschrift. Denn Männer sind ihren Partnerinnen zwar vielleicht hinsichtlich der Redemenge deutlich unterlegen. Ihre verbale Zurückhaltung, wenn es um Gefühle, Liebe, Sex und Co. geht, hat aber nichts mit mangelnden Emotionen zu tun. Männer leiden lieber heimlich – irgendwie trifft das schon zu. Bevor ein Mann den Mund aufmacht, nimmt er eher Hochprozentiges in denselben, joggt mehrere Stunden durch den Wald oder schraubt an seinem Auto rum. So das landläufige Klischee – das sich auch in modernen Zeiten erstaunlich gut hält, findet Martina Rellin.

Dabei sind Männer doch einfach nur anders. Sie haben eben keine Lust auf lausiges Geschwätz, das nichts bringt. Sie wollen schnell zur Sache kommen. Denn im Gegensatz zu ihren Frauen empfinden sie es keineswegs als pures Vergnügen, zwei Stunden bei Kerzenschein die Untiefen der eigenen Gefühlswelt auszuloten. Zudem sind sie auch im Verbalen eher praktisch veranlagt. Manch ein Interviewpartner von Martina Rellin sagt, es erstaune ihn immer wieder, wie genau seine Frau Redebeiträge oder Verhaltensweisen von ihm noch nach Jahren genau in Erinnerung hat. Männer schauen eher nach vorn – der Blick zurück im Zorn liegt ihnen weniger.

Mein Mann kann!

Vorab sollte erwähnt werden, dass Martina Rellin weiß, wie es um das weibliche Verständnis bestellt ist. Sie sei ihren Interviewpartnern vorurteilsfrei gegenübergetreten, sagt sie. Das habe sie aber nur gekonnt, weil es nicht ihr eigener Mann war, der da häppchenweise sein Gefühlsleben offenbarte. Sobald man involviert ist, sieht man die Dinge in anderem Licht. Die banalsten Bemerkungen wachsen sich zu ungeheuerlichen Behauptungen aus. Die Deutung von schlichten Aussagen ist ein typisch weiblicher Fauxpax in der partnerschaftlichen Kommunikation. Aber vor diesem sei kein weibliches Wesen sicher, sagt Martina Rellin.

Es ist einfach, den Ausführungen über den sexuellen Frust eines Mannes zu lauschen, eine Kurzzusammenfassung der Seitensprünge aus den vergangenen 10 Jahren zu erhalten und abwertende Bemerkungen über Aussehen und Figur der Angetrauten nüchtern zu registrieren – sofern diese Redebeiträge nicht vom eigenen Mann stammen. Mildernde Umstände könne man nur dem zubilligen, der einen mit seinem Verhalten nicht verletzen kann.

In ihren Interviews kann Martina Rellin viel Verständnis aufbringen. Selbst der notorische Fremdgeher wirkt sympathisch, wenn er aus seiner Perspektive erzählt, warum er seine Frau betrügt. Und auch der Familienvater, der seiner Frau nach etlichen Jahren Elternzeit die berufliche Karriere nicht gönnen mag, kann auch auf Verständis bauen – denn irgendwie klingt aus seiner Sicht alles recht sachlich und überzeugend. Die Texte sprechen für sich, Martina Rellin lässt sie ungeschönt und vor allem unkommentiert stehen. Das macht unter anderem den Reiz ihres Buches aus – denn das lädt dazu ein, sich selber so seine oder ihre Gedanken zu machen.

Der (abgrund)tiefe Blick in die Männerseele

Sicherlich werden Sie nicht ruhig bleiben, wenn Sie die Männermonolge lesen. Und das ist gut so. Denn die Berichte von Kerlen aus allen Schichten und sämtlichen Altersklassen polarisieren. Sie müssen den einen einfach total nett finden, im anderen hingegen einen ätzenden Macho sehen. Das ist in erster Linie Geschmacks-, aber auch Ansichtssache. Denn auch Sie werden Ihre ganz individuellen moralischen Vorstellungen von Partnerschaft und Liebe haben.

Vielleicht ist Ihnen ja Kai irgendwie sympathisch, der 39-jährige Servicetechniker, der aus Mangel an Sexinteresse bei seiner Frau den Eheabsprung plant. Mit Erlaubnis seiner Gattin, die weder einen Dildo im Ehebett noch die stattliche Morgenlatte ihres Göttergatten so richtig zu schätzen weiß, unternimmt er erotische Eskapaden. Kai ist ein Kenner: Am Tag vor dem Besuch bei einer Hobbyhure vertilgt er ein halbes Pfund Ananas – damit er »wohlschmeckend« ist. Der Mann weiß, was sich gehört und hält sich so ganz nebenbei auch noch für einen wirklich tollen Hecht: Sein überdurchschnittlich gut gebautes bestes Stück mache jede Frau glücklich, behauptet er. Nur die eigene eben nicht. Aber das sei letzlich nicht sein Problem.

Josef, 60, werden Sie bestimmt mögen. Denn er hält nach 28 Jahren Ehe zu seiner Frau – obwohl sie psychisch krank ist und seit Jahren jeglichen Körperkontakt meidet. So recht wird man aber nicht schlau aus dem fröhlichen Gatten: Steckt hinter seiner unverbrüchlichen Treue wahre Liebe oder doch eher Bequemlichkeit? Josef ist eine anhängliche Seele. »Bis dass der Tod uns scheidet« ist für ihn kein schnöder Spruch. Für ihn steht wirklich fest, dass er und seine Frau zusammen bleiben. Komme, was wolle.

Auf Moritz, 44, dagegen trifft das nicht unbedingt zu. Mit Zoten und allerhand Sprüchen unter der Gürtellinie baut er seinen erotischen Stau ab. Denn Henrike, seit 7 Jahren mit ihm verheiratet, ist eigentlich so gar nicht sein Typ. Im verflixten siebten Ehejahr wird er nun so richtig »krittelig« mit der Angetrauten, die nie so will wie er das gerne hätte. Den Frust schafft er sich von der Seele, bei seinen Kumpels und mit ordinären Kommentaren bezüglich seiner Potenz. Pure, aus dem Frust geborene Verbalerotik, Midlifecrisis oder unterschwellige Untreuebereitschaft – schwer zu sagen, was bei Moritz wirklich dahinter steckt.

Kann sein, dass Sie in Ansgar Züge Ihres eigenen Mannes erkennen – oder zumindest gerne erkennen würden. Denn der 39-jährige Jurist führt eine sehr gleichberechtigte Partnerschaft. Er liebt seine Frau, von der er schon beim Kennenlernen wusste: Das ist die Richtige! Einfühlsam berichtet er von der Unausgeglichenheit seiner erfolgreichen Frau, die nach dem ersten Kind mit ihrer Mutterrolle zu kämpfen hatte und demnächst nach der Geburt des zweiten Kindes beruflich wieder voll einsteigen möchte. Mit Ansgars Rückendeckung tut sie das. Er ist einer der männlichen Ausnahmefälle, denn er wird ein ganzes Jahr Erziehungszeit nehmen.

Kai, Josef, Ansgar und all die anderen

So unterschiedlich sie auch sind – über ihre Gefühle reden können Sie alle. Mal ist es ernüchternd, was sie zu sagen haben. Dann wiederum rührend. Wenn der größte Verbalmacho zugibt, nach dem Heiratsantrag den allerbesten Sex mit seiner Braut gehabt zu haben, zeugt das durchaus von tieferen Gefühlen – auf einer bestimmten Ebene zumindest.

Feinfühliger und differenzierter seien die männlichen Ansichten, als landläufig angenommen, zu dieser Erkenntnis ist Martina Rellin gekommen. In ihrem Buch vermittelt sie das sehr anschaulich – und zeichnet ein wahrhaftes Männerbild, das sich jede Göttergattin zu Gemüte führen sollte. Denn nach Lektüre der 17 Interviews kann es auch der kritischsten Ehefrau gelingen, ein wenig milder über die bessere Hälfte zu urteilen.

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