Dieser Sommer könnte richtig heiß werden: Wir stellen Ihnen mit »Brautbett« von Sophie Andresky gehaltvolle Erotiklektüre für weibliche Gelüste vor.

Gefesselte Frau

Brautbett: Gehaltvolle Erotiklektüre für weibliche Gelüste

Vergessen Sie »Shades of Grey«, »Crossfire« und andere Höhepunkte erotischer Gegenwartsliteratur. Lesen Sie mal etwas von der erfolgreichsten deutschen Erotik-Autorin. Sophie Andresky steht ihren amerikanischen Kolleginnen in nichts nach und hat in Sachen Humor durchaus mehr zu bieten. Wenn Sie also im Sommer Lust auf heiße Schmökerstunden haben, greifen Sie zu: Wir stellen Ihnen »Brautbett« vor.

Was haben eine Hochzeitsagentur und eine Seitensprungvermittlung miteinander zu tun? Eigentlich herzlich wenig. Der eine Dienstleister arrangiert den schönsten Tag im Leben zweier Menschen, die den Bund der Ehe eingehen wollen. Und der andere fädelt Affären ein für Menschen, die ihrer Ehe nichts mehr abgewinnen können.

In Andreskys Roman haben Hochzeitsagentur und Seitensprungvermittlung zunächst einmal nur eines gemeinsam: Maya Summser. Sie ist mehr oder weniger stolze Wedding-Planerin und ihres Zeichens Besitzerin eines schicken Ladens mit dem bezeichnenden Namen »Honeymoon«. Angehenden Ehefrauen und -männern organisiert sie das Fest ihres Lebens, vom Prinzessinnenkleid über die unendlichstöckige Hochzeitstorte bis hin zur Rednertribüne. Ein Traumjob, der tief in die Beziehungen anderer Menschen blicken lässt. Aber vollkommen glücklich macht das Maya, die kleine runde Frau mit schweren Brüsten, Korkenzieherlocken und einem erotisch aktiven, aber etwas spießigen Freund, nicht.

Sie liebt zwar ihren Beruf, der zwischen Trash und Tüll viel Spielraum für Kreativität lässt. Aber es muss doch noch mehr geben, meint sie. Kurze Vergnügen während der Arbeit verschafft sich Maya mittels erotischer Filmchen, die sie häufig auch mal nackig genießt. Dabei lässt sie sich zu allerlei Handlungen an sich selbst verführen, und hier nimmt die Autorin – wie auch sonst an derart pikanten Stellen – kein Blatt vor den Mund. Wenn die Lust Maya übermannt, besorgt sie es sich gleich an Ort und Stelle und heiß und innig.

Honeymoon trifft auf Honey & Moon

Na ja, lassen wir das. Genau solchen frivolen Stellen wollen wir nicht vorgreifen, die sollten Sie selbst lesen. Jedenfalls bekommt Maya eines Tages Besuch von einer Dame, die ihr einen Karton mit dem Vermächtnis ihrer Lieblingstante überreicht. Teil der Hinterlassenschaft ist »Honey & Moon«, eine Vermittlung für amouröse Abenteuer aller Art. Ins Sex-Business will Maya nun wirklich nicht einsteigen, aber die Neugierde siegt. Und die Gier, die finanzielle, wohlgemerkt. Denn laut Testament steht Maya eine erkleckliche Geldsumme zu, sofern sie es schafft, die Agentur minestens ein halbes Jahr lang rentabel zu führen.

Also arbeitet sich Maya ein und stellt fest, dass ihre geschäftstüchtige Tante ein kleines Fremdgehreich aufgebaut hat: Veranstaltungen für leidenschaftliche Swinger werden angeboten, Zentai-Partys, bei denen in Ganzkörperanzügen gekuschelt wird, Spa-Besuche mit Fummeln, bis einer kommt und vieles mehr bot die Verstorbene gewerbsmäßig an.

Erotisches Chaos mit Lustfaktor

Eigentlich ein leichter Job, derart aufregende Dates für fremdgehwillige Abenteurer zu arrangieren. Doch »Honeymoon« und »Honey & Moon« unter einen Hut zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Schnell gibt es ein Durcheinander, denn Maya verwechselt Kundenkarteien und Aufträge. So kommt es, dass urplötzlich Paare, die auf dem Weg in die ewigen Monogamiegründe sind, eine Einladung zum Gruppensex erhalten und polygame Sexliebhaber einen Hochzeitstermin mit ihrem Traumpartner bekommen.

Bei all den Turbulenzen kommt auch Mayas Liebesleben auf den Prüfstand. Als Sexkennerin fehlt ihr selbst manchmal die Zeit für ausgiebige erotische Aktivitäten zu zweit – und das animiert Freund Fred zu untreuen Ausrutschern. Denen kommt Geschäftsfrau Maya auf die Schliche und entdeckt dabei unversehens neue Lustbarkeiten für sich selbst.

Für Frauen: Porno aus erster Hand

In diesem Buch reiht sich eine saftige Lustbarkeitsszene an die andere. Und Andresky findet offenherzige Worte für das, was sich ihre Figuren sexuell so zu Gemüte führen. Frauen wie Männer sind dauerscharf und kommen auch immer zur rechten Zeit – willkommen in der schönen, kopflosen Supersoftpornowelt.

Wer ist Sophie Andresky

Wer ist diese Frau, die so freizügig aus dem Unterleib und den geheimnisvollen Tiefen der weiblichen Lust erzählt? Dazu weiß man wenig. Wer Sophie Andresky im wahren Leben ist, erfährt man nicht. Ihr Name ist ein Pseudonym, zu dem sie durch die Figur des Grafen Andrássy im Film Sissi – Die junge Kaiserin inspiriert wurde. Sie wurde 1973 geboren, schreibt im Playboy« eine Kolumne, liefert auf dem Online-Portal joyclub.de Beiträge und veröffentlicht seit Jahren ein Buch ums andere, die vor allem in der Heyne-Reihe »Hardcore« erscheinen. Ihre Bücher heißen »Feuchte Träume«, »Böse Möse« oder »Vögelfrei«, und lassen damit wenig Spielraum für Spekulationen über mögliche Inhalte. Es geht um Sex, Sex und noch mal Sex, aus weiblicher Sicht und auf Frauengelüste zugeschrieben.

Genau genommen tut es nichts zur Sache, wer die Dame (falls es sich bei Sophie Andresky überhaupt um eine Frau handeln sollte) ist, die solch schlüpfrige Passagen hinbekommt. Alles, was die Erotik-Autorin veröffentlicht, findet viele Leser. Vielleicht, weil Andresky schamlos schreibt, aber nie wirklich die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Dazu würzt sie die richtig scharfen Szenen mit einer ordentlichen Prise Humor, was der sexlastigen Ausrichtung (die zu einem erotischen Roman naturgemäß gehört) durchaus guttut.

Hier geht es portofrei zum Buch – auch als Hörbuch verfügbar

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