Unserer Buchtipp des Psychotherapeuten Dr. Wolfgang Krüger

Aus Eifersucht kann Liebe werden – Die Heilung eines ungeliebten Gefühls

Kurzbeschreibung

Zur Liebe gehört Eifersucht – und das ist auch gut so. Findet zumindest Wolfgang Krüger. Jeder von uns kennt Eifersuchtsgefühle, bei vielen Paare mit Beziehungsproblemen spielt Eifersucht eine ganz entscheidende Rolle, weiß der Psychotherapeut aus der Praxis. Aber Eifersucht ist nicht nur schlecht, sie kann auch ein Warnzeichen für die Liebe und ein Rettungsanker für Partnerschaften sein. Gibt es also gute und schlechte Eifersucht? Wie stellt sie sich dar, wann kann sie postive Effekte haben und wann ist sie einfach nur zerstörerisch? Wolfgang Krüger widmet sich in seinem neuesten Buch diesem zwiespältigen Gefühl. Er zeigt, wie viele verschiedene Facetten Eifersucht haben kann und wie wir in Beziehungen gut damit umgehen können.

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An wen richtet sich diese Buchempfehlung?

  • Für Menschen, die unter Eifersuchtsgefühlen leiden
  • Für Paare, in deren Beziehung die Untreue Einzug gehalten hat
  • Für alle, die dem mysteriösen Gefühl der Eifersucht auf die Spur kommen möchten

Erkenntnisse aus diesem Sachbuch

Fehlt die Eifersucht in einer Partnerschaft, kann das ein Zeichen für ein Erkalten der Liebe sein. Zu viel Eifersucht zerstört aber unsere innere Gelassenheit und stürzt uns in Verzweiflung, weil wir das infrage stellen, was uns wichtig ist: die Liebe unseres Partners. Eifersucht kann durchaus ein gutes Gefühl sein, wenn sie als Warnsignal Alarm schlägt, wenn die Beziehung bedroht scheint. Übertriebene Eifersucht ist aber zerstörerisch und zeigt, dass in der Beziehung etwas nicht stimmt, beide Partner sollten den Ursachen nachforschen.

Produktinformationen

  • Titel: Aus Eifersucht kann Liebe werden – Die Heilung eines ungeliebten Gefühls
  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Kreuz Verlag; Auflage: 1 (5. Juni 2013)
  • ISBN-10: 3451611848
  • ISBN-13: 978-3451611841
  • Preis: EUR 14,99

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Ausführliche Beschreibung

Die ungeliebte Schwester der Liebe: die Eifersucht

Geben Sie doch mal bei Amazon das Stichwort »Eifersucht« ein. Vermutlich werden Sie erstaunt sein, wie wenig Fachliteratur es zu diesem wichtigen Thema gibt. Der Berliner Paartherapeut Wolfgang Krüger hat das getan und fühlte sich durch das Suchergebnis in seinen Annahmen bestätigt: Für Sexualität etwa erhalte man Tausende Treffer, auch das Thema Ängste sei gut abgedeckt – zur Eifersucht aber gebe es weniger Ratgeber, die noch dazu oft überaltet seien, schreibt Wolfgang Krüger in »Aus Eifersucht kann Liebe werden«. Das liege daran, dass sich die Meinung hartnäckig hält, Eifersucht sei halt die dunkle Seite der Liebe, quasi eine Nebenwirkung von Beziehungen. Und sie müsse nicht eigenständig betrachtet werden, sondern könne problemlos unter dem Label »Liebe« subsummiert werden.

Dabei sei die Verdrängung beziehungsweise Bagatellisierung der Eifersucht fatal, meint Wolfgang Krüger. Wir müssen mit ihr leben, können in Beziehungen sogar von ihr profitieren – sofern sie nicht überhand nimmt und andere Gefühle verdrängt.

Du sollst keinen außer mir lieben

Ihr Mann trifft sich bei der Kinderübergabe regelmäßig mit seiner Ex? Ihre Freundin schwärmt vom besonders charmanten Kollegen? Ihr Partner hat irgendwie keine Lust mehr auf Sex? Derartige Situationen sind ziemlich geläufig und rufen bei den meisten Menschen Eifersuchtsgefühle hervor. Sie empfinden das Verhalten als verletzend, fühlen sich abgewiesen und haben Angst, er oder sie könnte jemand anderen vorziehen. Die normale Folge: Sie sind eifersüchtig.

Jeder von uns kennt sowas, schreibt Krüger. 80 Prozent der Deutschen leiden unter Eifersuchtsgefühlen, das ist das Ergebnis seiner Umfrage. Darin gaben 22 Prozent der Befragten an, sie hätten schon einmal im Handy des Partners spioniert, 12 Prozent kontrollieren eigenen Angaben zufolge die E-Mails, 11 Prozent gestanden, so eifersüchtig zu sein, dass sie ihrem Partner schon öfter Szenen gemacht hätten.

Eifersucht gehöre zu jenen Gefühlen, die unser Leben massiv beeinträchtigen und eine ungute Eigendynamik entwickeln können. Die Eifersucht gebe es dabei nicht, jeder durchlebe eine sehr individuelle Form, auch die Auslöser sind sehr variabel. Der eine ist eifersüchtig auf die Hobbys seiner Frau, die andere auf den Hund ihres Mannes, wiederum andere reagieren überempfindlich, wenn der Mann auf Partys flirtet oder die Frau mit dem Postboten scherzt. Wo unsere Schwelle für Eifersuchtsgefühle liegt, ist sehr unterschiedlich. Tatsache aber ist laut Krüger, dass Eifersucht unsere innere Gelassenheit zerstört, uns in Verzweiflung stürzt, weil wir das infrage stellen, was uns wichtig ist: die Liebe unseres Partners.

Eifer-sucht hat in der Tat Suchtcharakter, man könne sie nur dann überwinden, wenn man sie nicht verdränge, sagt Krüger. Und genau das sei oft die Regel: Wir gestehen der Eifersucht nur eine Randexistenz in Beziehungen zu, sie ist akzeptiert als leidiges Nebenprodukt oder wird bisweilen auch als Indikator für die Größe der Gefühle gewertet.

Die kleine Schwester der Treue: Eifersucht als große Liebesbewahrerin

Wer sich zur Treue bekennt, der bejaht immer auch die Eifersucht, meint Krüger. Wir leben in einer Zeit der Vergänglichkeit und Unsicherheit, der Partner bekommt da eine existenzielle Bedeutung: wenigstens er soll einem sicher sein. Man will sich auf den anderen verlassen können, möchte das feste Band der emotionalen Verbindung exklusiv und stabil halten. Eifersucht kann da Alarm schlagen, wenn dieses Band an Spannung verliert oder gar zu reißen droht. Sie verhindert mitunter, dass eine möglicherweise verhängnisvolle Auflösung der Partnerschaftsgrenzen beginnt. Und da, so sieht es Krüger, jede Beziehung ein inneres Abkommen ist, das gewisse Regeln und Normen enthält, kann Eifersucht uns hier beziehungserhaltend warnen.

  • Warnsignal: Eifersucht soll uns davor warnen, dass die Liebe bedroht sein könnte – denn sie zeigt uns, dass eine Gefährdung der Beziehung vorliegt, ganz gleich, ob diese von einem anderen Menschen ausgeht, dem Job oder der Schwiegermutter. Die normale Eifersucht übermittelt uns laut Krüger die Botschaft: »Hier stimmt was nicht, du solltest etwas ändern, sonst zerreißt das Band der Nähe«. Insofern ist Eifersucht also eine positive, eine gute Fähigkeit. Wenn jemand nicht eifersüchtig ist – was in Krügers Umfrage 18 Prozent der Deutschen von sich behaupten – weise das oft auf ein Erkalten der Liebe hin. Wer eifersüchtig – in verträglichen Maßen wohlgemerkt – ist, der erhält von seinem emotionalen Warnmelder die Nachricht: Tu was, sonst geht Deine Beziehung den Bach runter.
  • Frühwarnsystem: Sinnvoll findet Krüger die Eifersucht als Alarmsystem. Alarmanlagen seien letzlich Sicherungssysteme, die bewahren sollen, was uns wichtig ist. Eifersucht sei zudem ein regelrechter Liebesbeweis, weil sie uns oft frühzeitig auf Bedrohungen der Liebe hinweist. Mitunter werden durch Eifersuchtsgefühle die Festigkeit des Nähe-Vertrags und die Wehrhaftigkeit des anderen geprüft – ein wichtiger Testfall für die Liebem, meint Krüger.
  • Stoppsignal: Eifersucht kann auch als Stoppsignal fungieren. Sie lässt uns innehalten und den Status der Beziehung wahrnehmen – so soll und kann sie auch die Liebe retten. Beispiel Flirten: Warnt uns die Eifersucht nicht zur rechten Zeit, dann kann aus einem harmlosen Blickkontakt ein wilder Flirt und viel mehr werden. Eifersucht ist hier also regelrecht notwendig, denn die Beziehung kann beschädigt werden, wenn der Partner ungehindert mit einer anderen Person flirtet.

Mild, mittel, massiv – die verschiedenen Formen der Eifersucht

Um Eifersuchtsgefühle jedoch als positiv annehmen zu können, müssen wir erfolgreich damit umgehen. Krüger versteht darunter, dass wir erkennen, was uns die Eifersucht sagen will und darauf angemessen reagieren – nicht mit Wut und Trotz, sondern mit Empathie und Einsicht. Und das wiederum hängt entscheidend auch davon ab, welche Form der Eifersucht uns ereilt. Die Skala der Heftigkeit reicht von mild bis massiv, Eifersucht kann eine gute Wirkung haben und uns sogar emotional dem anderen wieder näher bringen. Sie kann aber auch all ihre destruktive Kraft entfalten und die Liebe zerstören.

  • Mild ist die Eifersucht dann, wenn sie auf leisen Pfoten und in moderater Ausprägung daherkommt. Krüger nennt drei Merkmale: es sind vorübergehende Gefühle und kein Dauerzustand, es gibt einen wirklichen Anlass zur Eifersucht, also einen Flirt oder eine empfundene Vernachlässigung des Partners, und drittens lassen sich die Eifersuchtsgefühle gut in den Griff bekommen, sprich: der Eifersüchtige lässt sich leicht überzeugen, dass seine Gefühle unberechtigt sind.
  • Die mittlere Eifersucht ist schwerwiegender. Sie äußert sich laut Krüger durch ein ständig vorhandenes Gefühl der Besorgnis: Hinter jedem vermutet der Eifersüchtige, dass etwas anderes dahinter stecke: Jede Einlandung etwa wird zum Problem, wenn er oder sie mit einem anderen tanzt, jeder abschweifende Blick des Partners wird kritisch beäugt und als Ausschauhalten fehlinterpretiert. Die mittlere Eifersucht ist nicht so leicht aus dem Weg zu räumen, sie hält sich hartnäckig – eben weil ihr eigentlich eine Ursache fehlt.
  • Massiv wird die Eifersucht dann, wenn sie krankhafte Züge annimmt. Wer wirklich immer und bei jeder Gelegenheit eifersüchtig reagiert, von diesem Gefühl dominiert wird und immerzu in Anspannung und der Sorge, der Partner könne ihn verlassen, lebt, leidet unter einer Eifersucht, die ziemlich schwer zu bewältigen ist. Das hat dann ohne Frage Suchtcharakter, kann zu einem großen Problem für die Beziehung werden und sollte laut Krüger unbedingt therapiert werden.

Auslöser, Ursachen, Auswege – vom guten Umgang mit Eifersucht

Ein Klassiker: Die Frau tanzt ausgelassen mit einem fremden Mann, während ihr Gatte allein daneben steht. Oder das: Der Mann schaut immer wieder zu der attraktiven Frau am Nebentisch, wenn sie auftseht, taxiert er ihre Maße von Kopf bis Fuß. Aber neben diesen beinah prototypischen Eifersuchtsauslösern gibt es weit häufigere, hat Wolfgang Krüger beobachtet. Die meisten Eifersuchtssituationen sind seiner Meinung nach Kinder, der Job und die Hobbys.

Also alles, was Zeit, Interesse und emotionale Energie des Partners beansprucht, treibt ihn weg – so denkt jedenfalls der Eifersüchtige. Er fühlt sich zurückgewiesen, nicht anerkannt und wertgeschätzt, oder einfach nur vernachlässigt. Da im Beziehungsalltag etliche Situationen auftreten, in denen man dem Partner nicht die volle Aufmerksamkeit widmen kann und will, findet sich der tendenziell Eifersüchtige natürlich immer wieder bestätigt in seinen Gefühlen.

Der massivste Auslöser sehr existenzieller Eifersuchtsgefühle ist sicherlich der Liebesbetrug: Der Seitensprung eines Partners stellt mit einem Mal alles infrage und beweist ja irgendwie dass der andere – wenn auch vielleicht nur unverbindlich – jemand anderen bevorzugt. Doch ganz gleich, welche individuellen Auslöser den mehr oder weniger mächtigen Eifersuchtsgefühlen zugrundeliegen: Immer geht es im Kern darum, dass der Eifersüchtige seine besondere Position als Partner/in bedroht fühlt.

Als Ursachen für Eifersucht können natürlich bestimmte Sitautionen gelten, ihre Wurzeln liegen allerdings meist in einem niedrigen Minderwertigkeitsgefühl und einer Unsicherheitsempfindung. So fanden amerikanische Psychologen laut Krüger heraus, dass vor allem ein niedriges Selbstwertgefühl zur Eifersucht beiträgt. Selbstzweifel, mangelnde Selbstakzeptanz und das Gefühl, anderen Menschen hinsichtlich Bildung, Aussehen und Ausstrahlung unterlegen zu sein, tragen ebenso dazu bei, dass Eifersuchtsgefühle überhand nehmen.

Und wie entkommen Eifersüchtige der negativen Emotionsspirale?

Patentrezepte gebe es nicht, sagt Krüger. Aber man könne durch Achtsamkeit und Selbstreflexion den Ursachen auf die Spur kommen und eventuell sein Verhalten ändern. Wir sollten, rät Krüger, den Mut haben, zu unseren Eifersuchtsgefühlen zu stehen, uns bemühen, dem Partner nicht die Schuld dafür zu geben und Anstrengungen unternehmen, das Band der Nähe wiederherzustellen. Schwere Formen der Eifersucht aber, die wahnhaften Charakter bekommen und das gesamte Lebensgefühl dominieren, sollten professionell behandelt werden – denn hier liegen die Ursachen mitunter in noch tieferen Emotionsschichten.

Aber am Allerwichtigsten beurteilt Krüger das eigene Selbstwertgefühl: Das gelte es nachhaltig zu stärken. Hilfreich sei dabei, dass wir uns mit unseren Unvollkommenheiten aussöhnen und unsere Lebensenergie auf wichtige Ziele lenken. Wer intensive Freundschaften neben der Beziehung pflegt und auch mal etwas alleine unternimmt, bewahrt sich eine gesunde emotionale Unabhängigkeit.

Das ganze muss ersteinmal weg vom Partner gehen – wir seien ohnehin in Eifersuchtsszenarien zu sehr auf den anderen fokussiert. Wem es gelingt, den Blick auf sich selbst zu richten und sich nachsichtig und achtsam anzunehmen, der kann auch seine – negativen – Eifersuchtsgefühle in den Griff bekommen und die positiven dazu nutzen, die Nähe in der Beziehung zu stärken.

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